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Vergleichbare
Verträge wurden in zehn bzw. vierzig Jahren verhandelt, das MAI soll
in drei Jahren fertig sein. Der Vertrag wird in großer Eile verhandelt.
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Zivilbevölkerung
und Parlamente wurden schlecht informiert.Die Verhandlungen wurden zum Gutteil
ohne Beteiligung der Öffentlichkeit geführt.
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Den
sog. Entwicklungsländern wird nur die Möglichkeit eingeräumt,
dem Vertrag beizutreten, ohne Einfluß auf die wesentlichen Regeln
zu haben. Die später vom Vertrag betroffenen Länder, die Nicht-OECD-Staaten,
wurden nicht eingebunden
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Die
Vertragsparteien gehen davon aus, daß "Auslandsinvestitionen
einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung ihrer Länder und zur Schaffung
von Beschäftigungsmöglichkeiten liefern"(Präambel),
ohne nach Art der Investitionen zu unterscheiden. Sind der Bau neuer Atomkraftwerke,
die Errichtung von Abtreibungskliniken, die Abholzung von Regenwäldern
tatsächlich ein Beitrag zur Entwicklung eines Landes? Außerdem:
die erfolgreichsten 500 Unternehmen der Welt haben in den letzten 15 Jahren
jährlich 400.000 Arbeitsplätze vernichtet. Die Verhandler gehen
von einer strittigen These aus.
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Ausländische
Investoren erhalten das Recht, die Gastregierungen vor Schiedsgerichten
wegen jeder Maßnahme klagen zu können, die ihrer Meinung nach
die Gewinne beeinträchtigt. Der weit gefaßte Begriff "Enteignung"
beschränkt den Regelungsspielraum der Regierungen.
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Den
vielfältigen Pflichten der Regierungen zum Schutze von Investitionen,
die ausländische Unternehmer einklagen können, sind keine Pflichten
der Investoren festgelegt. Das MAI enthält keinerlei verbindliche Auflagen
bezüglich wettbewerbswidriger Geschäftspraktiken, arbeitsrechtlicher
oder ökologischer Fragen.
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Der
Gleichbehandlungsgrundsatz verbietet Regierungen, auländische Investoren
anders als einheimische zu behandeln. Dieser Grundsatz gilt auch für
Privatisierungen. Das MAI untergräbt lokale Entwicklungsprogramme und
die Position von Kleinunternehmern und setzt Grund und Boden dem Ausverkauf
aus.
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Das
Meistbegünstigungsprinzip verlangt eine gleiche Behandlung aller ausländischen
Investoren.Die Fähigkeit der Regierungen zur Durchsetzung der Menschenrechte
und anderer internationaler Ziele wird beschnitten
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Das
MAI verbietet, von ausländischen Investoren zu verlangen, einen bestimmten
Anteil an inländischen Arbeitskräften zu beschäftigen, inländische
Produkte zu verwenden oder Technologietransfer zu ermöglichen.
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Alles,
was nicht im Vertrag als Ausnahme angeführt ist, fällt unter die
MAI-Bestimmungen. Dies unterscheidet das MAI von anderen Weltwirtschaftsregeln,
wo nur das erfaßt ist, was ausdrücklich genannt ist.
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Das
MAI garantiert die völlige Freiheit, Gewinne und Vermögen unbeschränkt
aus dem Land abuzuziehen und zu transferieren.Spekulationsgeschäfte
können nicht eingedämmt werden.
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Für
bestehende Investitionen gilt das MAI 20 Jahre, für neue mindestens
15 Jahre. Austrittsbestimmungen binden ein Land langfristig.
Resümee
Das MAI steht im Widerspruch
zu vielen internationalen und nationalen Normen, die die Umwelt, die natürlichen
Ressourcen, die Gesundheit, die Kultur und die soziale Wohlfahrt schützen.
Viele dieser Gesetze werden revidiert werden müssen, die Verabschiedung
neuer und die Verschärfung bestehender Gesetze werden verhindert. Das
MAI wurde entwickelt, um Investoren den Transfer von Kapital, einschließlich
Produktionsstätten, von Land zu Land zu erleichtern.
Die gewachsene Mobilität des Kapitals begünstigt die multinationalen
Unternehmen unverhältnismäßig stark und auf Kosten der meisten
Menschen der Welt.
Der in Diskussion stehende
Vertrag ist ein weiterer Meilenstein zu einer deregulierten Weltwirtschaft,
in der Arbeitnehmerinteressen global gegeneinander ausgespielt und Naturschätze
schrankenlos ausgebeutet werden können. Er legt die juristische Grundlage
dazu, daß der Schutz von Investitionen gegenüber Staaten eingeklagt
werden kann und nimmt den Regierungen Instrumente aus der Hand, Geldanlagen
im öffentlichen Interesse zu steuern.
Wir sind der Meinung,
dassnicht das Geld, sondern der Mensch bzw. die Schöpfung des Schutzes
bedarf.
Angesichts der Dringlichkeit
der Lage fordern wir die österreichische Regierung auf: