Lebensräume der Menschen für Menschen nutzbar machen

Prof. Hermann Knoflacher
Wissenschaftlicher Beirat der ARGE SVA

Autofreie Tage sind der erste zaghafte Versuch, Lebensräume der Menschen wieder für die Menschen nutzbar zu machen, nachdem diese in den vergangenen 70 Jahren in Abstell- und Bewegungsplätze für Maschinen verwandelt wurden. An den autofreien Tagen wird in immer mehr Städten Europas den Menschen die Möglichkeit geboten, ihren Lebensraum wieder als Menschen - und das sind Fußgeher - zu erleben, reine Luft zu atmen und sich ohne Lärm und Abgase zu bewegen. Bei diesen Aktionen ist es gelungen, immer mehr Menschen in den Städten bewusst zu machen, wie sie sich ohne Einschränkung der Qualität bei einem teilweisen oder ganzen Verzicht auf die Benutzung des Autos bequem bewegen können. Menschen können einander wieder begegnen und haben an diesem Tag im Jahr Zeit, über das eigene Verkehrsverhalten nachzudenken. Im Rahmen des LIFE-Programms hat die europäische Kommission einen europaweiten Tag mit dem Motto "In die Stadt - ohne mein Auto" mit großem Erfolg umsetzen können. Der Aktionstag hat zu einer Wiederentdeckung der Stadt geführt und große Teile der Bevölkerung ermutigt, eine vom Auto unabhängige Entwicklung zu genießen. Radfahrer und öffentliche Verkehrsmittel erhalten wieder den Raum, der ihnen zusteht. Man bummelt sicherer beim Einkauf, genießt Sehenswürdigkeiten ohne Stress, macht in Ruhe Sightseeing.

Die nüchternen Daten sprechen für einen "autofreien Tag":
Rund 80 % der Autofahrten in den Städten wären auch ohne Schwierigkeiten mit anderen Verkehrsmitteln zu erledigen. Gedankenlosigkeit und Uninformiertheit machen viele Menschen zu Gefangenen ihres eigenen Automobils. Mit dem autofreien Tag soll ihnen geholfen werden, sie aus dieser Gefangenschaft zu befreien, für eine sichere und lebenswerte Zukunft. Es wird vielleicht in dem Zusammenhang die Idee kommen, hätte Gott die Autofahrer gewollt, wären den Menschen Räder und nicht Beine gewachsen.
Heute gibt es eine Fülle von Publikationen und Informationen im Internet zu diesem Thema, in Österreich etwa das Klimabündnis Österreich, die Energieverwertungsagentur und die Informationen zu European car free day.

Es beteiligen sich immer mehr Menschen an diesen Aktionen. Es wäre die selbstverständliche Pflicht jedes Christen und der Kirche, an dieser Aktion aktiv teilzunehmen, weil sie nicht nur der Schöpfung dient, sondern auch Menschenleben rettet. Eine Pflicht, die sich aus den Geboten allein ergibt.

Behelfe:
- "Gottes leise Reisewege" OeKU Schweiz, CH 3001 Bern, PF 7449, Monbijoustr. 29
- "Vorfahrt für die Schöpfung" Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Baden Württemberg (ACK), D 70184 Stuttgart, Stafflenbergstr. 44
- "Autofasten" ARGE SVA, siehe homepage
- Alternative Verkehrs Clubs, Klimabündnis, Umweltberatung
- "ECEN Klimabroschüre" (deutsch, englisch), homepage ECEN und ARGE SVA
- "Autofasten - heilsam in Bewegung kommen", Pressestelle des Bistum Trier (00490681/61583)

Vor allem verliere nie die Lust am Gehen! Ich gehe jeden Tag zu meinem Wohlbefinden... Ich habe mir meine besten Gedanken ergangen, und ich kenne keinen noch so schweren Kummer, den man nicht weggehen kann." (Kierkegaard)

Europaweiter "Autofreier Tag": 22. September
eine Initiative der EU-Kommission seit 2002

bisherige Veranstaltungsschwerpunkte:
"Einkaufen ohne Auto" (2001),
"sanfte Mobilität - die Freizeit genießen" (2002)

EUROPAWEITE Woche der Nachhaltigen Mobilität: 16. bis 22. September (ab 2002)
Vorreiter der "autofreien Tage": Frankreich & Italien

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