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Lasten-/ Pflichtenheft

Forderungen nach ISO9004-1:1994 Pkt. 7.2:
a) Leistungsmerkmale
b) Sensorische Merkmale
c) Einbau, Gestaltung, Errichtung oder Einpassung
d) anzuwendende Normen und gesetzliche Regelungen
e) Verpackung
f) qualitätsbezogene Prüfung und/oder
Qualitätssicherung/ QM-Darlegung **)

nach ISO9004-1:1994 Pkt. 7.2

Lasten-/ Pflichtenheft
Ableitung von Produktmerkmalen

Nachstehende Erläuterungen zu den Forderungen der ISO 9004-1:1994 Kap. 7.2:

zu a) Leistungsmerkmale (z.B. Umwelt- und Einsatzbedingungen sowie Zuverlässigkeit):
Die Festlegung der wesentlichen technischen Funktionsmerkmale. Die Festlegung der für das in Betracht gezogene Marktsegment geltenden Umwelt- und Einsatzbedingungen. (Die beste Funktion allein nützt nichts, wenn das Gerät unter den geforderten Umweltbedingungen nicht (ausreichend lange zuverlässig) funktioniert. Festlegung der Qualitätsmerkmale des Produktes oder der Dienstleistung. Für diese Qualitätsmerkmale müssen die Qualitätsziele (inklusive der Ziele für die Zuverlässigkeit unter Beachtung der geforderten Umweltbedingungen) gelten. Diese Qualitätsmerkmale müssen gemeinsam von Marketing (Kundenanforderungen) und der Entwicklungsabteilung (Produktsensibilität) festgelegt werden.

zu b) Sensorische Merkmale (z.B. Stil, Farbe, Geschmak, Geruch):
Die Größe (Abmessungen) eines Produktes ist heute mehr denn je ein entscheidender Verkaufsfaktor. Schlagwort: Miniaturisierung (Die Fa. Sony definierte einige neue Produkte über die Forderung, eine zuvor nicht dagewesene Kompaktheit bzw. Kleinheit aufzuweisen; Beispiele hierfür sind das seinerzeitige Transistorradio und der Walkman). Weiters müssen Produkte häufig mit exakt vorgegebenen Außenmaßen entwickelt werden. Beispielsweise gibt es vorgegebene, genormte Formate bei den elektronischen Leiterplatten-Einschüben. Für alle diese Abmessungen gelten aber auch einzuhaltende Toleranzen.

zu c) Einbau, Gestaltung und Errichtung oder Einpassung:

zu d) anzuwendende Normen und gesetzliche Regelungen:
Die Einhaltung einschlägiger Vorschriften und Normen (z.B. elektrotechnische Vorschriften) oder Normen für spezielle Anwendungen (z.B. Militärtechnik). Ohne Beachtung der für das angestrebte Marktsegment geltenden Normen ist ein Produkt in eben diesem Marksegment nicht verkäuflich.

zu e) Verpackung:
Das Produktgehäuse oder die Produktverpackung: Form und Haltbarkeit des zu verwendenden Materials müssen festgelegt werden. Sensorische Merkmale (Stil, Farbe, Geruch..) des Produktes sowie das Aussehen der Verpackung definieren ein Produkt maßgeblich. Bei den sensorischen Merkmalen ist für eine nachfolgende Überprüfung in der fertigung eine möglichst exakte Fehlerdefinition festzuschreiben, welche möglichst durch Beispiele in Fehlersammlungen zu belegen ist.

zu f) qualitätsbezogene Prüfung und/oder Qualitätssicherung/ QM-Darlegung:

Lasten-/ Pflichtenheft

Weiters soll das Lasten-/Pflichtenheft Angaben (Spezifikation) bezüglich der einzusetzenden Materialien enthalten.

Die bisherigen Ergebnisse werden in diesem Abschnitt zu einem Pflichtenheft zusammengefaßt.

  • Ergebnisse bewerten
  • Konsistenzanalyse vornehmen
  • Rangfolge ermitteln
  • Schwerpunkte festlegen
  • Pflichtenheft ableiten

Ergebnisbewertung: Es erfolgt die mathematische Auswertung der in der Definitions-Matrix gesammelten Bewertungen und Gewichtungen. Die Bewertung bildet Ausgangsbasis für Prioritätenfestlegungen.

Konsistenzanalyse: Es erfolgt eine visuelle Überprüfung der Definitions-Matrix auf Geschlossenheit der festgelegten Qualitätsmerkmale unter Anwendung der FMEA und der Wertanalyse.

Rangfolge ermitteln: Über Gewichtungsfaktoren werden besonders empfindliche Qualitätsmerkmale besonders hervorgehoben und eine Festlegung von Schwerpunkten und Ermittlung der Rangfolge entsprechend berücksichtigt.

Schwerpunkte festlegen: Die erarbeiteten Ergebnisse werden in Form eines Pflichtenheftes zusammengefaßt. Dieses steht am Ende der Definitionsphase und enthält die gesammelten Vorgaben und Zielsetzungen, die innerhalb der folgenden Gestaltungsphase, dem eigentlichen Produkt-Design in konkrete Konstruktionsmerkmale, Produkt- und Teilemerkmale übergeführt wird (MAURER [2] S.2).

Pflichtenheft: Aus den produktbezogenen Designvorgaben resultiert das Lasten-/ Pflichtenheft. Aufgabe der Produktentwurfsphase ist es, die im Rahmen der Produktdefinitionsphase erarbeiteten Qualitätsmerkmale in entsprechende Produkt- und Teilemerkmale überzuführen. Ausgangspunkt für die Suche nach Lösungsalternativen sind die im Pflichtenheft festgelegten Anforderungen und Zielsetzungen. Am Ende dieser Phase stehen die Konstruktionsunterlagen fest.

Näheres zur Technischen Spezifikation siehe hier.

Ableitung von Produktmerkmalen

Aus den vorliegenden Qualitätsforderungen und -merkmalen, unter Einbringung der aus der Sicht des Ingenieurs wesentlichen Funktionen des Objektes ist ein funktionsbasiertes Anforderungsprofil des Objektes/Produktes erarbeiten. Aus diesem werden anschließend mit Hilfe der Gestaltungsmatrix die entsprechenden Produktmerkmale abgeleitet (MAURER [2]).

Weiters durchgeführt wird eine umfassende Konkurrenzanalyse mit den stärksten Mitbewerbern am Markt, wobei dieser Vergleich in puncto Funktionskosten und Produktmerkmale vorzunehmen ist.

Link zu einem Fachbeitrag der Hochschule Heilbronn, Betriebsorganisation Produktentwicklung Lasten-/ Pflichtenheft

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Literaturhinweise

  1. Danzer, H.H.: "Qualitätsmanagement im Verdrängungswettbewerb- Der Schlüssel zum Überleben im Käufermarkt" TAW-Verlag Wuppertal ISBN 3-930526-01-8 und Verlag Industrielle Organisation Zürich 1995 ISBN 3-85743-979-3
  2. Maurer, K.: "PRA-Produkt Risiko Analyse", Dissertation an der TU Graz 1994, Fak.f.Maschinenbau, Inst.Fertigungstechnik
  3. Maurer, K.: "PRA-Produkt Risiko Analyse- Qualität im Produkt-Design", Kurzform der Dissertation, Inst.Fertigungstechnik der TU Graz 1994