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Unterschiedliche Kunden-Lieferantenbeziehungen

Direkte „Kunden/Lieferanten“ Beziehung

Anonyme Kunden/Lieferanten Beziehung

Vertragliche Kunden/Lieferanten Beziehung

Vertragliche Kunden/Lieferanten Beziehung meist im Zusammenhang mit Zulieferanten

Link zu Vertragsprüfung

Je nach Marktnähe oder Kundennähe kann man folgendes Markt-Kunden-Portfolio definieren

Nach MAURER unerscheidet man folgende Kriterien: [1], [2]

  • Kriterium Kundennähe
  • Kriterium Maktnähe

    Unter diesem gesichtspunkt ergibt sich die folgende Einteilung:

    Kriterium Kundennähe
    Groß Hersteller kurzlebiger Konsumgüter
    gering Systemlieferant

    Kriterium Marktnähe
    Groß Gebrauchsgüter, Konsumgüter
    gering Zulieferer

  • Zulieferer (Merkmal geringe Kundennähe) :

    Der Lieferant erhält vom Kunden (welcher nicht Letztverbraucher ist) ein detailliertes Pflichtenheft und Konstruktionsunterlagen. Der Freiraum für das Produkt-Design ist stark eingeschränkt. Der Produkt-Definitionsphase kommt nur geringe Bedeutung zu. Vom Kunden liegt bereits eine detaillierte Produktspezifikation vor. Der Schwerpunkt liegt in der Produkt-Realisierungsphase. Der Kunde ist hier nicht gleichzeitig der Produktnutzer. Ein typisches Beispiel hierfür sind Zulieferbetriebe der Automobilbranche. Weitere Beispiele sind Zulieferer von "no name" Ware für Handelsketten. Der Vorteil solcher Zulieferer besteht ja gerade im Wegfall jedes Aufwandes für Vertrieb, Werbung durch fixe Vorgaben bzw. fixe Abnahmezusagen der Handelsketten. Auf diese Weise erzielte ein Kärntner Zulieferbetrieb von Handelsketten mit den Produkten Skiern und Snowboards einer unbekannten Marke zu konkurrenzfähigen Preisen [4].

  • Systemlieferant (Merkmal geringe Marktnähe):

    Der Lieferant wird vom Kunden in die Erarbeitung des Pflichtenheftes und in die Entwicklung von Lösungsansätzen mit einbezogen. Dem Unternehmen fehlt der direkte Marktzugang, sodaß hier die Produkt-Definitionsphase (...?) gemeinsam mit dem Kunden (welcher nicht Letztverbraucher ist) erfolgt. Der Schwerpunkt der Produktentstehung liegt in der Gestaltungs- und Realisierungsphase. Die Erarbeitung des Anforderungsprofiles entfällt, die Bearbeitung beginnt mit der Ausarbeitung des Pflichtenheftes.

  • Hersteller langlebiger Investitionsgüter, Gebrauchsgüter, Konsumgüter (Merkmal große Kundennähe und langjährige Beziehung zum Kunden)

    Es handelt sich hier um die Hersteller sogenannter "Markenartikel". Im Bereich des Anlagenbaues ist der Kunde Letztverbraucher und somit der tatsächliche Produktnutzer.

    Hersteller kurzlebiger Konsumgüter (Merkmal große Marktnähe)

    Es handelt sich hierbei um Hersteller von Nicht- Markenartikeln, geringwertigen Konsumgütern. Dadurch ergeben sich relativ kurzlebige Kundenkontakte. Die Unternehmen treten nicht direkt am Markt in Erscheinung und bleibt dem Kunden oftmals verborgen, da häufig zwischen Erzeuger und Verbraucher noch der Zwischenhandel liegt. Der Schwerpunkt der Produktentstehung liegt hier in der Definitionsphase, da das Hauptinteresse auf der Konzeption von Produkten liegen, welche auf Trends reagieren, die kurzfristig das Interesse der Kunden erwecken. Die Bedeutung der Qualität der Ausführung tritt im Vergleich zur Trenderkennung der Kundenerwartungen etwas in den Hintergrund. Beispiele hierfür sind etwa Kinderschuhe mit eingesetzten Leuchtelementen, welche nur aufgrund dieses einen Produktmerkmals auf Drängen des Kindes und nicht etwa wegen der Langlebigkeit der Schuhe gekauft werden. Ein anderes Beispiel sind no-name-Kinderspielzeug (zu unterscheiden von Markenspielzeug), welches nur aufgrund seines Neuheitswertes gekauft wird und meist kurze Zeit danach für das Kind nicht mehr interessant ist.


    Literaturhinweise

    1. Maurer,K.: "PRA-Produkt Risiko Analyse", Dissertation an der TU Graz 1994, Fak.f.Maschinenbau, Inst.Fertigungstechnik
    2. Maurer,K.: "PRA-Produkt Risiko Analyse- Qualität im Produkt-Design", Inst.Fertigungstechnik der TU Graz 1994
    3. Danzer, H.H.: "Qualitätsmanagement im Verdrängungswettbewerb" TAW-Verlag Wuppertal ISBN 3-930526-01-8 und Verlag Industrielle Organisation Zürich 1995 ISBN 3-85743-979-3
    4. Baum, Ch.:Dutzler,K; Grabner,R.: "Brettln vorm Kopf- Die Kriese der Skierzeugerspiegelt die allgemeinen Strukturprobleme der österreichischen Industrie wider", profil Nr.19, 8.Mai 1995, S.46-49