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Systematische Herleitung produktnahe formulierter Qualitätsmerkmale

MAURER ([4]) bezeichnet die Beziehungsmatrix auch als Definitionsmatrix, da hier die technischen Qualitätsmerkmale, Entwurfsmerkmale oder Lösungsvarianten definiert werden. Die jeweils für sich unabhängig erfolgten Bewertungen und Reihungen der einzelnen Qualitätsforderungen wie auch der Qualitätsmerkmale oder technischen Lösungen müssen nun noch miteinander in Beziehung gesetzt werden. In der Beziehungsmatrix werden an den Schnittpunkten von Kundenforderungen und Entwurfsmerkmalen (Matrixfelder) die auftretenden Wechselwirkungen eingetragen. Die Einträge geben Aufschluß darüber, welche Kundenforderungen mit welchen Entwurfsmerkmalen im Zusammenhang stehen. deren waagrechter Grundraster (Zeilen) die Qualitätsforderungen, der senkrechte Grundraster (Spalten) die Qualitätsmerkmale oder technische Lösungen darstellen. Damit kann man übersichtlich erkennen, welche Forderungen mit welchen Merkmalen wie stark in Beziehung stehen. Die Intensität der gegenseitigen Einflußnahme der Kundenforderungen auf die Merkmale wird als "Beziehungsstärke" bezeichnet und in der Beziehungsmatrix mittels Symbolen oder Zahlen (für starke-, mittlere und schwache Beziehung) dargestellt. Im "House of Quality" kann über die Beziehungsmatrix direkt der Rückschluß auf die von einer Entscheidung betroffenen Kundenforderung nachvollzogen werden und damit ihre Auswirkung auf den Kunden klar sichtbar und somit einschätzbar gemacht werden (MAURER [4] S. 74 ff.).

Dach des "House of Quality" oder Korrelationsmatrix: In der Korrelationsmatrix werden nur die Entwurfsmerkmale (oder die technischen Lösungsvarianten) miteinander verglichen und hinsichtlich ihrer gegenseitigen Beeinflussung in Beziehung gesetzt. Dabei erhält man Informationen über mögliche Zielkonflikte einzelner Merkmale oder technischer Lösungen.

Berücksichtigung von Rahmenbedingungen: Die Berücksichtigung der externen und internen Rahmenbedingungen hat die Überprüfung der erarbeiteten Qualitätsmerkmale auf Widersprüchlichkeiten mit allgemeinen gültigen, externen Rahmenbedingungen zum Inhalt. Solche sind beispielsweise:

Wechselwirkungen der Qualitätsmerkmale:
In der Korrelationsmatrix werden die gegenseitigen Wechselwirkungen der Q-Merkmale untereinander untersucht. Ziel dieser Analyse ist es herauszufinden, welche Merkmale sich gegenseitig verstärken , vor allem aber, welche Kriterien sich in ihrer Zielerreichung gegenseitig behindern. Diesen Zielkonflikten kommt in der nächsten Phase, der Gestaltungsphase, besonders große Bedeutung zu, wo es dann darum geht, Lösungen für diese Zielkonflikte zu erarbeiten.

zum Klassifizieren und Gewichten:
Diese Qualitätsmerkmale (Forderungen) müssen entsprechend ihrer Bedeutung für die Qualität des Produktes klassiert und gewichtet werden. Für die Merkmalsklassifizierung liegt bis heute noch keine allgemein anerkannte Normung oder genormte Festlegung vor. GEIGER ([2] S.94) schlägt deshalb eine zur international anerkannten Fehlerklassifizierung analoge Merkmalseinteilung in kritische Merkmale, Hauptmerkmale und Nebenmerkmale vor. Für jedes einzelne Qualitätsmerkmal sind Mindest und Höchstwerte, Mittelwerte und Toleranzwerte oder nach Taguchi kurz Zielwerte vorzugeben.

Das Verfahren, mit welchem sich eine umfassende Qualitätsplanung in systematischer Form äußerst wirkungsvoll gestalten läßt, ist die QFD (Quality Function Deployment). Besonders hervorzuheben ist darin das "House of Quality" oder "Qualitätsforderungshaus", welches ein Formblatt darstellt. Auf sehr übersichtliche und systematische Weise werden darin die vielen Einzelforderungen der Kunden gewichtet und unter Berücksichtigung vorgegebener Rahmenbedingungen (z.B. Normen oder Gesetze) und der bekannten Reklamationsfälle in eine Schar von (produktnahmen) Qualitätsmerkmalen übergeführt. Darüberhinaus werden auch noch die Wechselbeziehungen der Qualitätsmerkmale untersucht (viele Merkmale sind korreliert). Üblich ist eine Anzahl von 25-30 Qualitätsmerkmalen.

Im Rahmen der vorliegenden Arbeit soll auf diese Methode selbst nicht näher eingangen werden. Sie wird lediglich in der Folge als "roter Faden" in den Kapiteln Designlenkung, Beschaffung, Produktion und Prüfung dazu benützt, wobei die Behandlung dieser Methode in enger Anlehung an MAURER ([4] S.109 ff ). Während der Produktentwicklung ensteht die Entwurfsqualität des Produktes. Beide, Qualität und Produkt sind untrennbar miteinander verbunden. Um die Entwurfsqualität sicherzustellen, sind die Qualitätsprozesse zu organisieren, d.h. bei jedem einzelnen Fall ist (MASING [3] S.335).

Qualitätsmerkmale, Entwurfsmerkmale, Technische Lösungsvaraianten: In den Spalten werden alle in Frage kommenden Qualitätsmerkmale, Entwurfsmerkmale oder Lösungsvarianten eingetragen. Auch diese werden systematisch gegliedert sowie je nach Schwierigkeitsgrad (in der Realisierung, Herstellung usw.) bewertet. Ein besonders wichtiger Schritt ist sodann das Festlegen von Zielwerten oder Grenzwerten für jedes einzelne Qualitätsmerkmal! Abschließend werden noch die einzelnen technischen Lösungen mit Konkurrenzprodukten verglichen und bewertet sowie die (internen und externen) Rahmenbedingungen berücksichtigt (Fertigungseinschränkungen, Normen, Umweltauflagen, Behördenauflagen usw.). Aus allen diesen Bewertungen ergibt sich wiederum eine vorläufige Reihung.

Technische Produktvorgaben, welche aus den Kundenvorgaben abgeleitet werden. Prudukt und servicebezogene Kundenforderungen sind in meß oder beurteilbare Qualitätsmerkmale mit entsprechenden Toleranzen umzusetzen und die Arbeitsprozesse entsprechend zu planen. Es hat eine laufende Auseinandersetzung mit den Problemen, Wünschen und Bedürftnissen der externen und internen Kunden stattzufinden. In der Qualitätspolitik sind vordergründig gesamtunternehmerische Ziele festgehalten. Der zentrale Arbeitsschritt in der vorliegenden Produktdefinitionsphase hat die Überleitung der Qualitätsforderungen in konkrete, technisch spezifizierbare Qualitätsmerkmale zum Inhalt. In mehreren Schritten werden die Qualitätsmerkmale aus den Qualitätsf-orderungen sukzessive entwickelt und immer detaillierter ausgearbeitet und konkretisiert (MAURER [4] S.205).

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Literaturhinweise

  1. Danzer, H.H.: "Qualitätsmanagement im Verdrängungswettbewerb" TAW-Verlag Wuppertal ISBN 3-930526-01-8 und Verlag Industrielle Organisation Zürich 1995 ISBN 3-85743-979-3
  2. Geiger, W.:"Qualitätslehre, Einführung, Systematik, Terminologie", 2.Auflage, Vieweg Verlag, 1994
  3. Masing, W.:"Handbuch der Qualitätssicherung", Herausgeber Prof. Masing, 2.Auflage, Carl Hanser Verlag München Wien, 1988
  4. Maurer, K.: "PRA-Produkt Risiko Analyse", Dissertation an der TU Graz 1994, Fak.f.Maschinenbau, Inst.Fertigungstechnik
  5. Maurer, K.: "PRA-Produkt Risiko Analyse- Qualität im Produkt-Design", Kurzform der Dissertation, Inst.Fertigungstechnik der TU Graz 1994