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Planung der Prüf- und Haltepunkte in der Design- und Entwicklungsplanung
Zeitmanagement- Time to market

Ziel u. Zweck:
Die Planung des zeitlichen Ablaufes (Ablaufplanung), Festlegung der (zeitlich aufeinanderfolgenden) Prüfpunkte (Terminplanung) im Designprozess, Vorgabe von Entwicklungsdauern sowie Zeitpunkt der Markteinführung durch die oberste Leitung. Diese Planung muss insbesondere aus terminlicher Sicht periodisch dem Designfortschritt angepaßt werden.

Inhaltsverzeichnis
Design-Review
Serielle Haltepunkte
Parallele Haltepunkte
Projektmanagement
Zeitmanagement/
Time to market

Design Review

Der prinzipielle Design-Ablauf inklusive aller Haltepunkte (Meilensteine) ist in (SAQ [2], Anhang 5, S.49) dargestellt. Auch wenn in der ISO 9001 das Thema "Design-Review" nur im Kapitel 4.4.6 "Design-Prüfung" behandelt wird (mit näheren Erläuterungen in der ISO 9004-1), so besteht in Wirklichkeit die Tätigkeit "Design-Review" aus einer Vielzahl von Einzel-Freigaben, welche lediglich zum Schluß zu einem Gesamt-Review zusammengefaßt werden. Für die vielen Einzelfreigaben sind jeweils Haltepunkte vorgesehen.

Serielle Haltepunkte

Die eiinzelnen Entwicklungsstufen laufen eine nach der anderen, nacheinander (=seriell) ab. Dieser prinzipielle, sequentielle Design-Ablauf inklusive aller Haltepunkte (Meilensteine) ist in (SAQ [196], Anhang 5, S.49) dargestellt.

Branchenabhängige serielle Phasenmodelle
Ursprünglich wurde das Phasenmodell der Produktentstehung vom Qualitätssicherungsmodell der Produktion im Herstellermarkt abgeleitet und auf die gesamte Produktentstehungskette übertragen [ ]. Das heißt, es wurde nach jeder Phase eine Überprüfung auf Einhaltung der jeweiligen Vorgaben durchgeführt (sog. Reviews). Nur ein positives Ergebnis führte zur Freigabe eines weiteren Designschrittes. War das Ergebnis nicht ausreichend, dann durfte mit dem nächsten Designschritt solange nicht begonnen werden, bis der vorangegangene ausreichend gut abgeschlossen war.Dieses Modell ist heute auf Käufermärkten in dieser ursprünglichen Form nicht mehr anwendbar, da es zu unannehmbar langen Entwicklungszeiten führt. Heute muss, um die Zeit bis zur Markteinführung entscheidend zu verkürzen, jede Phase zum frühest möglichen Zeitpunkt begonnen werden, auch wenn noch nicht alle Informationen und Freigaben im Detail und endgültig vorliegen. Für heutige Märkte muss das Phasenmodell entsprechend adaptiert werden.

Konkrete Beispiele für Haltepunkte in seriellen Phasenmodellen finden sich hier

Parallele Haltepunkte

Branchenabhängige parallele Phasenmodelle
Simultaneous Engineering:

Zum Unterschied vom sequentiellen Modell laufen hier die Entwicklungsprozesse ineinander verschachtelt, quasi stufenförmig ab. Dies bedeutet auch, dass an Haltepunkten der Folgeschritt nicht erst nach Abschluss des Vorgängerschritts begonnen wird sondern bereits zu einem früheren Zeitpunkt parallel mit dessen Abarbeitung begonnen wird.

Vorteil: Insgesamt wird dadurch der gesamte Entwicklungsprozess kürzer!

Jede Stufe muss für sich geplant beendet und dokumentierte Ergebnisse an die nächste Stufe weitergegeben werden. An diesen Übergabestellen haben also geplante Designreviews zu erfolgen. Die klassische Produktentwicklung erfolgte sequentiell. Das heißt jede einzelne Stufe musste für sich abgeschlossen werden, bevor mit der nächsten begonnen werden konnte. Mit dieser Vorgangsweise können heute jedoch keine ehrgeizigen Entwicklungsziele mehr erreicht werden. Beispielsweise erfolgt in der Halbleiterbranche ca. alle drei Jahre ein Übergang auf die nächste Generation von dynamischen Speichern (16 KB ? 64 KB ? 1 MBit ? 4 MBit ? 16MBit ? 64 MBit- Speicher usw.). Dieser Entwicklungsdruck, vorgegeben von den Japanern, welche auch bei den Speicher-Weltmarktanteilen führend sind, ist enorm ). Und nur wer gleich von Anfang an mit dabei ist, kann auch von den anfänglich hohen Preisen profitieren, welche bereits wenige Monate nach Markteinführung rapide verfallen. In einer solchen Situation, wo die Verkürzung der Entwicklungsdauer am Verdrängungsmarkt so wichtig wird, ist nur noch ein paralleles Vorgehen verschiedener Entwicklungsteams wirtschaftlich. Diese Vorgangsweise nennt man Simultaneous Engineering (DANZER [1]). Simultaneous Engineering bedeutet, dass die Bearbeitung einzelner Produktentstehungsphasen begonnen werden muss, ohne dass ausreichende und abgeschlossene Informationen aus anderen Phasen vorliegen. Es kommt darauf an, interdisziplinär jeweils den Fortschritt der anderen Phasen für die eigene Arbeit zu berücksichtigen und die eigenen Ergebnisse jeweils sofort den anderen Bereichen mitzuteilen. Die Koordination zwischen den einzelnen Spezialistenteams stellt ein gewisses Problem dar, zumal die Spezialisten von organisatorischen Fragen möglichst entlastet werden sollen. Ähnliches gibt es bei der Entwicklung umfangreicher elektronischer Bauelemente, wo verschiedene voneinander mittels definierter Schnittstellen entkoppelte Schaltungsblöcke von verschiedenen Designteams nebeneinander bzw. gleichzeitig entwickelt werden.

Konkrete Beispiele für Haltepunkte in parallelen Phasenmodellen finden sich hier
Näheres zu Simultaneous Engineering finden Sie hier.
Näheres zu Designreviews finden Sie hier.

Die beschriebenen Situationen lassen sich nur durch Projektmanagement zufriedenstellend lösen. Projektmanagement bedeutet, dass zeitlich auf die Dauer eines Projektes beschränkt eine Projektorganisation neben der "normalen" Organisation aufgebaut wird mit einem Projektverantwortlichen, welcher in der Hierarchie genügend hoch angesiedelt und für das Projekt mit weitreichenden Vollmachten ausgestattet wird, nur der Geschäftsleitung verantwortlich ist und ihr über den Projektfortgang berichtet. Weiter ist er berechtigt, unabhängig von Abteilungsgrenzen jeden beliebigen Experten zur Unterstützung oder Mitarbeit einzubinden. Dabei bewährt sich, dem Projektverantwortlichen der einzelnen Projektteams für organisatorische Belange und Koordinationszwecke wie Terminkontrolle und Berichtswesen einen eigenen Mitarbeiter zur Seite zur stellen, der kaum fachlich, dafür aber methodisch geschult sein soll. Dieser Mitarbeiter ist hauptamtlich dafür abgestellt und hat die Funktion eines "Entwicklungscontrollers" für ein oder mehrere Projekte.

Zeitmanagement/ Time to market

Der richtige Markteinführungszeitpunkt eines neuen Produktes kann für dessen wirtschaftlichen Erfolg entscheidend sein. Dieser wird in vorangegangenen Marktanalysen bestimmt. Für den wirtschaftlichen Erfolg ist es sehr wichtig, dass dieser Markteintrittszeitpunkt von der Entwicklung auch eingehalten wird.Das oben angeführte Simultaneous Engineering stellt eine Möglichkeit dar, eventuell zu lange Entwicklungszeiten drastisch zu verkürzen.

Häufig sind zulässige Entwicklungsdauern markt- und produktspezifisch vorgegeben. Die Entwicklung eines neuen Autos oder eines neuen Halbleiterproduktes erfolgsizyklen immer kürzer.

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Literaturhinweise

  1. Danzer, H.H.: "Qualitätsmanagement im Verdrängungswettbewerb" TAW-Verlag Wuppertal ISBN 3-930526-01-8 und Verlag Industrielle Organisation Zürich 1995 ISBN 3-85743-979-3
  2. SAQ-Leitfaden zur Normenreihe SN EN 29000 ISO 9000