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QFD- Quality Function Deployment-
PHASE 2- Gestaltungsphase

Die Methode "QFD- Quality Function Deployment" ist bestens geeignet zur systematischen Erfassung der Kundenforderungen und Überleitung in spezifizierbare, technische Qualitätsmerkmale. Näheres zur Methode QFD- Quality Function Deployment (House of Quality) hier.

Ziel u. Zweck:
Entwicklung eines funktionstüchtigen Produktdesigns

Nachstehend noch einmal die zweite Phase des "QFD-Approach" (vergl.[3] S.14, zitiert bei MAURER [5],S.82). Das Besondere dieser Methode liegt darin, daß die Ergebnisse aus der Phase 1 (die Entwurfsmerkmale) zugleich für die nächste Phase 2, der Teileplanungsphase, die Inputdaten in der Teileplanungsmatrix der Phase 2 darstellen usw. (vergl. hierzu Asi [1] zitiert bei MAURER [5] S.84 Abb. 2.23).

PHASE 2- Gestaltungsphase

Das am Ende der Produktdefinitionsphase vorliegende Pflichtenheft, welches Vorgaben und Zielsetzungen enthält, wird nun in der folgenden Gestaltungsphase systematisch in konkrete technische Produkt- bzw. Teilemerkmale umgesetzt.

Entwurfsmerkmale
Teileplanungsphase

Teileplanungsmatrix

Teilemerkmale

Zentrale Bedeutung bei der QFD hat die Gestaltungsmatrix sowie als Vorstufe dazu die Funktionen-Bewertungs-Beziehungsmatrix.

Übertragung der aus Kundenerfordernissen abgeleiteten und im Lasten-/Pflichtenheft zusammengefaßten technischen Qualitätsmerkmale in konkrete Produkt- und Teilemerkmale:

Bemerkung: Kundenwünsche führen primär zu Produktspezifikationen, jedoch nicht unmittelbar zu Herstellungs-, Prozeß- und Technologiespezifikationen (diese ergeben sich nur indirekt daraus). In der vorliegenden Produktentwicklungsstufe (in der Sparache der QFD auch Gestaltungsphase) müssen diese Kundenforderungen in die in die Anforderungen der Entwicklung und der Produktion übersetzt werden, das heißt, es muss eine Umsetzung in quantifizierbare Merkmale erfolgen, um Zielwerte und Meßgrößen für die Produktion zu haben. Diese systematische Vorgehensweise nennt man "Quality Function Deployment " (QFD) (ASI [1]). Eine Abwandlung davon inklusive Gedanken zur Anwendbarkeit auf Klein-/Mittelbetriebe stellt die PRA (Produkt-Risiko-Analyse) von MAURER dar [5]. Wenn diese Produkt- und Teilemerkmale systematisch aus den Kundenforderungen hergeleitet werden, dann kann später bei produktions- oder kostenbedingten Änderungen wieder zurückgefunden werden auf die Auswirkungen hinsichtlich der Attraktivität am Markt. Dies wird durch das systematische Vorgehen bei der "Quality Function Deployement" (QDF) ermöglich (DANZER [2],S.21).

Als Hauptformular wird die Gestaltungsmatrix verwendet, worin die Arbeitsergebnisse dieses Abschnittes zusammengefasst und dokumentiert werden. Die Matrix ist formal wiederum dem "House of Quality" nachgebildet. Die Matrixgröße soll wiederum maximal 30 x 30 betragen. Anderenfalls ist wiederum eine Partitionierung (Trennung) in Haupt- und Detailmatrizen sinnvoll. Die folgende Aufzählung ergibt eine Kurzbeschreibung der Inhalte (MAURER [5], S.254)

Funktionen: In einer Zwischenstufe müssen den Qualitätsmerkmalen zugehörige Funktionen erarbeitet werden. Die Formulierung der Funktionen erfolgt durch ein Hauptwort und ein Zeitwort und ist so allgemein wie möglich vorzunehmen, um ein hohes Abstraktionsniveou zu erzielen, und damit mögliche Lösungsalternativen nicht vorweg zu beschneiden. Zwei wesentliche, unterscheidbare Arten von Funktionen sind Gebrauchsfunktionen (alle Wirkungen eines Objektes, die mit der sachlichen Nutzung im Zusammenhang stehen) und Geltungsfunktionen (betreffen die subjektiven und personenbezogenen Wirkungen) (MAURER [5],S.257). Ähnlich dem KANO- Modell kann es erforderlich sein, aus der Sicht des Technikers notwendige zusätzliche Funktionen (Funktionenanalyse) einzubringen, welche sich aus den Kundenforderungen und Qualitätsmerkmalen nicht herleiten ließen (MAURER [5],S.259). Für elektronische Produktentwicklungen beispielsweise würde die Ableitung von Funktionen der Ableitung eines Blockschaltbildes entsprechen.

Funktionsgliederung: Für die weitere Verwendung der Funktionen in der Gestaltungsmatrix ist eine Gliederung der Funktionen unbedingt erforderlich. Für eine sinnvolle Einteilung der möglichen Funktionen (Funktionsgliederung) können Begriffe aus den Dimensionen der Produktqualität oder dem KANO-Modell beigezogen werden. Beispiele einer Funktionsgliederung können sein "übergeordnete Funktionen, Basisfunktionen, Folgefunktionen, unerwünschte Funktionen, ständige Funktionen, einmalige Spezifikationen usw. Zur listenförmigen Strukturierung der Funktionen kommen graphische Darstellungen wie "FAST-Diagramm" oder "ISHIKAWA" (MAURER [5],S.260).

Bedeutung der Funktionen: Hierbei erfolgt eine Gewichtung der einzelnen Funktionen, wobei sich automatisch eine Reihung nach deren Bedeutung ergibt. Im Anschluss an die Einteilung (Gliederung) der Funktionen muss jede einzelne Funktion bewertet werden. Für jede einzelne Funktion soll auf Basis der Bedeutung der Qualitätsforderung aus der Sicht des Kunden eine Gewichtung erfolgen. Weiters soll überprüft werden, ob die Funktionen Beziehungen zu allen Qualitätsforderungen (Kundenforderungen) aufweisen (WEBER [7],S.263 ff.).

Ableitung der Produktmerkmale: Ausgehend von den erarbeiteten Qualitätsmerkmalen soll jetzt eine weitere Detaillierung und Konkretisierung vorgenommen werden. Das Ableiten von Produktmerkmalen bedingt die Ableitung von Funktionen aus den vorliegenden Qualitätsforderungen und die Einbringung der aus der Sicht des Ingenieurs wesentlichen Funktionen des Produktes. Es erfolgt hierbei eine Auflistung der aus den Funktionen abgeleiteten Produktmerkmale als konkrete, quantifizierbare Anforderungen an das Produkt. Des weiteren wird über eine Bewertung der zwischen den Funktionen und den Produktmerkmalen herrschenden Zusammenhänge und um die Vielzahl der ermittelten Produktmerkmale in kleinere Betrachtungseinheiten oder Detailprojekte zu unterteilen, eine Gliederung der Produktmerkmale nach Funktionsgruppen (MAURER [5],S.268 ff.) und eine Aufteilung des Arbeitsinhaltes in mehrere Detailprojekte vorgenommen (MAURER [5],S.252).

Konkurrenzvergleich: Vergleich der am Markt befindlichen Produkte im Hinblick auf ihre Erfüllung der Qualitätsmerkmale Funktionskosten: Hierbei werden die Funktionskosten eingetragen (sowohl absolut als auch relativ in %). Die Funktionskosten können als Balkendiagramm grafischen dargestellt werden. Die Funktionskosten werden auch vor dem Hintergrund des Funktionserfüllungsgrades bewertet, wobei >100% übererfüllt und <100% untererfüllt bedeutet. Im Zuge der Beurteilung des Funktionserfüllungsgrades wird auch untersucht, ob eventuell als unnötig einzustufende Funktionen gegeben sind und deshalb aus dem Funktionsumfang eliminiert werden können. Besonders genau sind jene Funktionen, welche die größten Kostenverursacher sind, sehr genau zu analysieren. Eine ABC-Analyse der Funktionskosten kann hilfreich sein (MAURER [5],S.274). Produktmerkmale spezifizieren: Diese erfolgt in mehreren Schritten und zwar als Konkurrenzvergleich auf Basis der Produktmerkmale, einer Festlegung der Zielwerte für die Produktmerkmale, einer Detaillierung der Zielvorgaben für die Produktmerkmale und einer Festlegung der Kostenziele für die Funktionskostenträger.

Zielsystem entwickeln (Detaillierung der Zielvorgaben für die Produktmerkmale) Der sensibelste Schritt ist die Festlegung der Zielwerte für die Produktmerkmale wie zuvor in der Definitionsphase die Festlegung der Zielwerte für die Qualitätsmerkmale. Durch die hier erarbeiteten Vorgaben werden die in Frage kommenden Prozesse und Werkstoffe mit denen diese erreicht werden können, damit auch die Kosten wesentlich bestimmt. Es sind Zielsetzungen für die Funktionen, als auch für die Kosten samt den Kriterien für die Beurteilung der Zielerreichung zu entwickeln.

Festlegung der Zielwerte: Quantifizierbare Festlegung der durch die Produktmerkmale zu erreichenden Vorgaben sowie die Richtung, in welcher die Zielwerte abweichen dürfen. Gegenstand dieses Abschnittes ist die Entwicklung eines Zielsystems, mit der Festlegung der Zielwerte bezüglich der Funktionen und der Kosten auf der Basis des derzeitigen Produktes sowie der Marktsituation. Eine wesentliche Informationsbasis für die Festlegung der Zielwerte ist der Vergleich mit den (drei) stärksten Mitbewerbern am Markt, der sog, Konkurrenzanalyse oder "Benchmarking", was in Punkto Funktionskosten und Produktmerkmale vorzunehmen ist. Gleichzeitig bildet diese Konkurrenzanalyse auch Hinweise für die folgende Lösungsvariantenauswahl (MAURER [5],S.274 ff.). Die Angabe der Optimierungsrichtung der

Bei der Festlegung der Zielwerte sind neben dem eigentlichen Festschreiben der zu erreichenden Werte noch folgende Punkte zu beachten: Durchführung einer Korrelationsanalyse (Korrelationsmatrix): Die Durchführung einer Korrelationsanalyse, die zum Ziel hat, eventuell auftretende Zielkonflikte zwischen den Zielsetzungen für die Produktmerkmale zu erkennen. Bewertung der gegenseitigen Wechselwirkungen der Produktmerkmale, ob sich diese bei den Zielerreichungen gegenseitig verstärken oder behindern.

Die Beurteilung des technischen Schwierigkeitsgrades: bei der Umsetzung der Produktmerkmale zu erwarten ist Einschätzung der bei der Umsetzung der Zielwerte zu erwartenden Schwierigkeiten. Die Angabe der Optimierungsrichtung, welche aussagt, in welche Richtung vom vorgegebenen Zielwert die zu erreichenden Werte abweichen dürfen bzw. diesen unter-/ oder überschreiten dürfen.

Die Festlegung der Kostenziele für die Funktionsträger. Bewertung: Sodann erfolgt eine Beurteilung der Bedeutung, die den einzelnen Produktmerkmalen zukommt.


Literaturhinweise

  1. ASI:American Supplier Institute: "Quality Function Deployment- Implementation Manual For Three Day QFD- Workshop", Version3.1, Michigan 1989
  2. Danzer, H.H.: "Qualitätsmanagement im Verdrängungswettbewerb" TAW-Verlag Wuppertal ISBN 3-930526-01-8 und Verlag Industrielle Organisation Zürich 1995 ISBN 3-85743-979-3
  3. Eureka, William,E.; Ryan Nancy, E.: "The Customer-Driven Company, Managerial Perspectives on QFD" ASI Press, Dearborn, Michigan 1988,
  4. Geiger, W.:"Qualitätslehre, Einführung, Systematik, Terminologie", 2.Auflage, Vieweg Verlag, 1994
  5. Maurer, K.: "PRA-Produkt Risiko Analyse", Dissertation an der TU Graz 1994, Fak.f.Maschinenbau, Inst.Fertigungstechnik
  6. Maurer, K.: "PRA-Produkt Risiko Analyse- Qualität im Produkt-Design", Kurzform der Dissertation, Inst.Fertigungstechnik der TU Graz 1994
  7. Weber,M.: "Qualitätssicherung bei produktionssynchroner Zulieferung dargestellt am Beispiel der Automobilindustrie", Dissertation, eingereicht im März 1991 an der Fakultät für Maschinenbau der TU Graz (25.000/2346/A Bibliothek der TU Graz)
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