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Design Review

Systemnormen zum Design Review finden Sie hier.

Verschiedene Querverweise auf verwandte Stellen der ISO Normen:

Kap. 4.2.3 "Qualitätsplanung"
Kap. 4.2.3 "Qualitätsplanung" Vergl. auch ISO 9001:1994 4.2.3.f) "..das Festlegen einer geeigneten Verifizierung an zweckmäßigen Stellen der Produktrealisierung "
Kap. 4.4.4 "Designvorgaben"
Kap. 4.4.5 "Qualitäts-Nachweisplan"
Kap. 4.4.5 "Designergebnis- Produktdokumentation"; Normenzitat: "Das Designergebnis muß... in einer Form dargestellt werden Produktdokumentation, die in bezug auf die Designvorgaben (Pkt.4.4.4) verifiziert und validiert werden kann. Das Designergebnis muß die Forderungen der Designvorgaben erfüllen, Annahmekriterien enthalten oder auf sie verweisen, und diejenigen Designmerkmale aufzeigen, die bezüglich Sicherheit und einwandfreier Funktion des Produktes entscheidend sind (z.B. Forderungen bzgl. Betrieb, Lagerung, Handhabung, Instandhaltung und Beseitigung) [ISO 9001:1994 4.4.5]". Das alles muß nun im vorliegenden Punkt "Designprüfung"und "Designverifizierung" abgeprüft werden.

Design Review:
Die Überprüfung der Fehler- und Risikofreiheit des Konstruktionskonzeptes bzw. des Konstruktionsergebnisses wird allgemein auch "Design Review" genannt.

Hinweis Ein prinzipieller Design-Ablauf inklusive aller Haltepunkte (Meilensteine) ist beispielsweise im SAQ- Leitfaden ([4] Anhang 5, S.49) dargestellt.

Näheres zu Meilensteinen und Haltepunkten finden Sie hier

Die ISO Reihen bis 2000 sind nicht prozess- sondern ablauforientiert. Es wird daher in der ISO 9001:1994 das Thema "Design-Review" in einem eigenen Kapitel "Design-Prüfung" behandelt (mit näheren Erläuterungen in der ISO 9004-1:1994). Selbstverständlich besteht in der Praxis die Tätigkeit "Design-Review" aus einer Vielzahl von Einzelfreigaben an den einzelnen Haltepunkten, deren Teilergebnisse lediglich am Schluss zu einem Gesamtreview zusammengefasst werden. Es wäre vollkommen verkehrt, erst am Entwicklungsende- wo Änderungen bereits sehr teuer kommen- eine Überprüfung vorzunehmen. Viel sinnvoller ist daher eine Überprüfung zu den jeweiligen Haltepunkten bzw. Meilensteinen.

Querverweis:
Neben DesignReviews gibt es auch Prozessreviews und Prüfreviews.
Näheres zum Prozessreview finden Sie hier
Näheres zum Prüfreview finden Sie hier

Ziel u. Zweck ist das Durchführen und Protokollieren von Design-Prüfungen (vormals Design-Reviews) mittels formaler Checklisten. Bei einer Designverifizierung durch Design-Reviews wird der Nachweis erbracht, dass das erbrachte "Designergebnis" die festgelegten Forderungen an das Designergebnis erfüllt. Jede einzelne Phase muß dabei auf ausreichende Zielerreichung geprüft und mitttels Review freigegeben werden, bevor die nächste Phase auf Zielerreichung überpüft wird. Dies gilt auch für parallelisiertes Arbeiten beim Simultaneous Engineering (vergl. DANZER [1] S.34). Für soche Reviews müssen aber geeignete Erprobungsmethoden entwickelt, geplant und festgelegt werde, wobei entsprechend ausgebildetes Personal bereitzustellen ist. Design-Reviews sind zu dokumentieren, freizugeben und eventuell mit bereits bekannten Entwicklungen zu vergleichen (WITTIG [5] S.57).

Querverweise:

Design- Prüfung nach der Prüfentwicklung und Prozessentwicklung:
Nach Ende der Prüf- und Prozeßentwicklung (welche in der Praxis häufig parallel erfolgen; Stichwort Simultaneous Engineering) soll das Element Design Prüfung"Gesichtspunkte betreffend Prozessspezifikation" ISO 9004-1:1994 Pkt. 8.4.2.c) erfolgen. Näheres zu Reviewplänen für Prozessentwicklung hier
Näheres zu Reviewplänen für Produktentwicklung hier

Reviewplan
Eine effiziente Qualitätsplanung, welche auch eine Qualitätsnachweisplanung enthält, lässt im Produktentwicklungsablauf den Punkt "Review-Plan" zu einem möglichst frühen Zeitpunkt, am besten im Rahmen der "Produkt-Definitionsphase" (vergl. Kap. 4.4.4 "Qualitäts- Nachweisplan").

Ein solcher Reviewplan sollte enthalten:

Im klassischen Modell müssen stets die Freigaben dieser einzelnen Entwicklungsschritte (Reviews) abgewartet werden. Beim Modell des Simultaneous Engineering wird versucht, durch Parallelisierung Zeit einzusparen.

Wichtige Teil- Design-Reviws nach Abschluß einer jeden Designphase-Kontrollpunkte:
Kontrollpunkte nach "Abschluß einer jeden Designphase" bedeutet, dass man die Überprüfungen zu einem möglichst frühen Zeitpunkt der Designphase durchführen soll. Nach jeder einzelnen Phase der Produktentstehung einschließlich Prozessentwicklung und Prüfentwicklung sollten in der Praxis an vorher definierten Prozeduren (Umfang, Haltepunkt, Kriterien usw.) geeignete Design-Reviews durchgeführt werden. Nachdem die "Tätigkeit" der Designprüfung wird lediglich für die ISO 9001 als eigener Block anschließend an die Designtätigkeit zusammengefaßt wird, wird diese Vorgangsweise auch für die vorliegende Arbeit beibehalten. Es soll aber nochmals sarauf hingewiesen werden, dass in der Praxis begleitende Design-Reviews während der gesamten Produktentstehungsphase üblich sind.

Design(über)prüfung begleitend und nach Abschluss der Produktentwicklung:
Spätestens nach Abschluss der Produktdesignentwicklung und im Anschluss an die erfolgte Produktdokumentation, besser jedoch nach jedem einzelnen Entwicklungsabschnitt sollen formale Design-Reviews durchgeführt werden, um mögliche Risiken einer Nichterfüllung von Kundenerwartungen rechtzeitig zu erkennen und geeignete Maßnahmen setzen zu können. Konkret wären an diesen Stelle vom zeitlichen Ablauf her die Elemente der Designprüfung abzuprüfen.

Eine umfangreiche Checkliste für Design Reviews nach ISO 9004-1:1994  Pkt. 8.4.2 finden Sie hier

Möglichst viele Schwachstellen sollen zu einem möglichst frühen Zeitpunkt, zumindest aber mit Abschluss des Design Reviews erkannt werden. Wesenszug des Designreviews ist, dass möglichst mehrere, interdisziplinäre und in die Entwicklung selbst nicht unmittelbar involvierte Fachleute das Designergebnis "intelligent" und systematisch hinterfragen. Man bildet also Review-Teams. Damit wird vor allem der Gefahr vorgebeugt, dass der Entwickler selbst, bereits gefangen in seinen Gedanken und damit betriebsblind, wichtige Risiken übersieht.

Jedes Unternehmen muss abhängig von der Produktpalette und Branche eigene Verfahrensabläufe für eine sinnvolle Überprüfung entwickeln. Klar strukturierte Designvorgaben lassen sich durch Vergleich mit den Designergebnissen überprüfen. Wie das im Detail geschehen soll, muss in einer detaillierten Verfahrensanweisung beschrieben werden. Designprüfung und Designvalidierung (Kap. ) werden zumeist in den zutreffenden Produktnormen sehr genau spezifiziert.

Notwendig wird vor allem eine detaillierte Verfahrensanweisung über die Abwicklung des Design-Reviews sein. Um diese Beschreibung zu erleichtern, soll noch einmal auf die einzelenen Elemente querverwiesen werden. Am Ende der Designphase muss die Richtigkeit und Brauchbarkeit der Ergebnisse nocheinmal überprüft werden und auch dokumentiert werden. In der Praxis wird man auch schon Zwichenüberprüfungen zwischen den einzelnen Designstufen- insbesondere beim Simultaneous Engineering - durchführen.

Design- und Projektsphasen sollen mit einem formellen, dokumentierten, systematischen und kritischen Review (Check) abgeschlossen werden. Es sollen Regelmechanismen für das Design (procedures to control the design) sowie Verfahren für die Design-Verifizierung eingeführt werden. Das sind die Festlegung grundsätzlicher Haltepunkte (Prüfpunkte, Meilensteine) sowie detaillierte Freigabeprozeduren. Das Freigabeverfahren muss diese Kontrollen samt Ergebnisse an den definierten Prüfstellen mit enthalten bzw. übernehmen.

Die unterschiedlichen Teilrevies müssen zu einem

Gesamtergebnis = Design Review

zusammengefasst werden.

Organisatorisches
Es ist selbstverständlich, dass die federführende Verantwortung für die Durchführung von Design Reviews bei der Entwicklung liegt. Es handelt sich dabei um eine wichtige, die Qualität präventiv sichernde, risikominimierende und fehlerverhütende Maßnahme, mit der eine Entwicklungsarbeit beendet wird. Weiters wird durch die ausführliche Dokumentation von Design Reviews auch eine, beispielsweise in Audits nachprüfbare und nachvollziehbare Überprüfung des Designergebnisses ermöglicht, dem auch im Produkthaftungsfalle eine große Bedeutung zukommt.

Auch wenn in der ISO 9001 das Thema "Design-Review" nur im Kapitel 4.4.6 "Design-Prüfung" behandelt wird (mit näheren Erläuterungen in der ISO 9004-1), so besteht in Wirklichkeit die Tätigkeit "Design-Review" aus einer Vielzahl von Einzel-Freigaben, welche lediglich zum Schluß zu einem Gesamt-Review zusammengefaßt werden. Die einzelnen Haltepunkte kann man am besten in den Darlegungen des Kapitels 4.4.1 "Phasenmodell der Produktentstehung" nachlesen.

Es muss vor allem beschrieben werden, wie mit Hilfe dieser Prozeduren die Erfüllung der festgelegten Q Forderungen sichergestellt werden kann. Die Qualifikation läuft an Mustern, Pilotprojekten, Vorserien oder ähnlichem. Die Freigabeprozeduren erlauben bei positiver Erledigung die Freigabe zur Serienfertigung.

Das Design-Review ist nur scheinbar ein eigener homogener Block am Ende der Produktentwicklung. In Wirklichkeit erfolgen immer wieder Freigaben an Haltepunkten.

Hinweis: Simultaneous Engineering


Für eine effiziente Qualitätsnachweisplanung sind wirksame Reviewpläne sowohl für die Produktentwicklung als auch für die Prozessentwicklung als auch für die Prüfentwicklung zu erstellen. In der Praxis werden sich diese Pläne zeitlich häufig überlagern und Ergebnisse der einen Überprüfung Input wiederum für eine andere liefern. Im Falle der Entwicklungsform Simultaneous Engingineering werden diese Abfolgen noch mehr verschachtelt sein.

Näheres zu Qualitätsnachweisplanung hier
Näheres zu Reviewplänen bei Simultaneous Engingineering hier

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Literaturhinweise

  1. Danzer, H.H.: "Qualitätsmanagement im Verdrängungswettbewerb" TAW-Verlag Wuppertal ISBN 3-930526-01-8 und Verlag Industrielle Organisation Zürich 1995 ISBN 3-85743-979-3
  2. Geiger, W.:"Qualitätslehre, Einführung, Systematik, Terminologie", 2.Auflage, Vieweg Verlag, 1994
  3. Masing, W.:"Handbuch der Qualitätssicherung", Herausgeber Prof. Masing, 2.Auflage, Carl Hanser Verlag München Wien, 1988
  4. SAQ- Leitfaden zur Normenreihe SN EN 29000 ISO 9000
  5. Wittig, K.J.:"Qualitätsmanagement in der Praxis; DIN-ISO 9000, Lean Production, Total Quality Management, Einführung eines QM-Systems im Unternehmen", B.G.Teubner Verlag Stuttgart