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Prozessänderungen

Normen

Kunden mit besonders kritischen Anwendungen wie z.B. die Kfz-Industrie, Telekommunikation bzw. kommerzielle Datentechnik reagieren sehr sensibel auf Veränderungen einmal freigegebener (eingefrorener) Prozesse. Andererseits würde eine zu enge Auslegung der Änderungen eine kontinuierliche Parameterptimierung verhindern. Ein weiterer Aspekt ist, dass der Dokumentations- Änderungsaufwand umso größer wird, je genauer Einzelprozesse zuvor festgeschrieben wurden.

Einen Ausweg daraus stellt beispielsweise die Festlegung von wesentlichen Änderungen (major changes) dar, wobei nur solche wesentliche Änderungen melde- bzw. von Kunden freigabepflichtig sind. Diese können sowohl aus Normen abgeleitete als auch mit den Kunden abgesprochene Festlegungen von "wesentlichen Änderungen" sein. Solche Einteilungen fanden teilweise sogar Eingang in branchenmäßige bzw. produktspezifische Normen (z.B. "major/ minor changes" im MIL- Standard 883). Die ISO Norm spricht in einem ähnlichen Zusammenhang von "speziellen Prozessen", welche für die Produkteigenschaften eine besondere Wertigkeit haben.

In der Praxis ist es deshalb notwendig, eine Einteilung in unterschiedlich bewertete Produkt-, Prozess-, Maschinen-, Material- änderungen usw. mit unterschiedlichen Maßnahmen vorzunehmen. All das muss in den unternehmensinternen Regelungen berücksichtigt sein. Ebenso müssen geeignete Maßnahmen eingerichtet sein um zu verhindern, dass die Versuchsteile aus Fertigungsversuchen mit Teilen aus der Standardfertigung vermischt werden. Dabei ist auch auf eine geeignete "Kennzeichnung und Rückverfolgbarkeit von Produkten" zu achten. Die Kennzeichnung und Rückverfolgbarkeit von Produkten bekommt im Falle von Versuchslosen, welche mit geänderten Prozesseinstellungen gefertigt wurden, eine besondere Bedeutung. Es muss durch geeignete Maßnahmen sichergestellt werden, dass Versuchslose als solche identifizierbar, rückverfolgbar und nicht ohne einer gezielten Freigabe geliefert werden (Stichwort Sperrlager).

Prinzipiell sollten Fertigungsänderungen nicht zu häufig notwendig sein. Sie sind meist ein untrügliches Zeichen dafür, dass während der Designphase das Produkt oder Prozess in seinen funktionalen oder qualitativen Eigenschaften zuwenig ausentwickelt wurde. Stichwort: Qualität von Anfang an. Es muss weiters verhindert werden, dass Fertigungsänderungen willkürlich und ohne Kenntnis der Entwicklung bzw. dokumentierte Freigabe erfolgen. Alle Änderungen an "speziellen Prozessen" sind besonders sorgfältig zu dokumentieren und mittels spezieller Versuche oder Untersuchungen abzusichern.

Querverweise:

mögliche Risiken durch Versuchslose und Prozessänderungen