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House of Quality

Die kundennahe formulierten Qualitätsforderungen müsen noch entsprechend eingeschränkt werden, um in vernünftige technisch bzw. produktnahe formulierte Qualitätsmerkmale transferiert zu werden.

Eine sehr wirksame und sehr formale Methode zur Transformation der kundennahe formulierten Qualitätsforderungen in technisch formulierte Qualitätsmerkmale ist die QFD- Beziehungsmatrix aus dem House of Quality.

kundennahe
formulierte
Qualitätsforderungen
House of Quality
QFD- Beziehungsmatrix
produktnahe
formulierte
Qualitätsmerkmale

Weitere Informatiobnen zur Methode QFD- Quality Function Deployment- House of Quality finden Sie hier.

Das Ergebnis daraus nennt man Pflichtenheft.

QFD- Beziehungsmatrix:
MAURER (5] S.30) bezeichnet die Beziehungsmatrix auch als "Definitionsmatrix", da während dieser Phase die technischen Qualitätsmerkmale, Entwurfsmerkmale oder Lösungsvarianten definiert werden. Die jeweils für sich unabhängig erfolgten Bewertungen und Reihungen der einzelnen Qualitätsforderungen wie auch der Qualitätsmerkmale oder technischen Lösungen müssen nun noch miteinander in Beziehung gesetzt werden.  In der Beziehungsmatrix werden an den Schnittpunkten von Kundenforderungen und Entwurfsmerkmalen (Matrixfelder) die auftretenden Wechselwirkungen eingetragen. Die Einträge geben Aufschluß darüber, welche Kundenforderungen mit welchen Entwurfsmerkmalen im Zusammenhang stehen. deren waagrechter Grundraster (Zeilen) die Qualitätsforderungen, der senkrechte Grundraster (Spalten) die Qualitätsmerkmale oder technische Lösungen darstellen. Damit kann man übersichtlich erkennen, welche Forderungen mit welchen Merkmalen wie stark in Beziehung stehen. Die Intensität der gegenseitigen Einflußnahme der Kundenforderungen auf die Merkmale wird als "Beziehungsstärke" bezeichnet und in der Beziehungsmatrix mittels Symbolen oder Zahlen (für starke-, mittlere und schwache Beziehung) dargestellt. Im "House of Quality" kann über die Beziehungsmatrix direkt der Rückschluß auf die von einer Entscheidung betroffenen Kundenforderung nachvollzogen werden und damit ihre Auswirkung auf den Kunden klar sichtbar und somit einschätzbar gemacht werden (MAURER [4] S. 74 ff.).

Korrelationsmatrix
Dach des "House of Quality"

In der Korrelationsmatrix werden nur die Entwurfsmerkmale (oder die technischen Lösungsvarianten) miteinander verglichen und hinsichtlich ihrer gegenseitigen Beeinflussung in Beziehung gesetzt. Dabei erhält man Informationen über mögliche Zielkonflikte einzelner Merkmale oder technischer Lösungen.

Berücksichtigung von Rahmenbedingungen: Die Berücksichtigung der externen und internen Rahmenbedingungen hat die Überprüfung der erarbeiteten Qualitätsmerkmale auf Widersprüchlichkeiten mit allgemeinen gültigen, externen Rahmenbedingungen zum Inhalt. Solche sind beispielsweise:

Wechselwirkungen der Qualitätsmerkmale: In der Korrelationsmatrix werden die gegenseitigen Wechselwirkungen der Q-Merkmale untereinander untersucht. Ziel dieser Analyse ist es herauszufinden, welche Merkmale sich gegenseitig verstärken , vor allem aber, welche Kriterien sich in ihrer Zielerreichung gegenseitig behindern. Diesen Zielkonflikten kommt in der nächsten Phase, der Gestaltungsphase, besonders große Bedeutung zu, wo es dann darum geht, Lösungen für diese Zielkonflikte zu erarbeiten.

zum Klassifizieren und Gewichten:

Diese Qualitätsmerkmale (Forderungen) müssen entsprechend ihrer Bedeutung für die Qualität des Produktes klassiert und gewichtet werden. Für die Merkmalsklassifizierung liegt bis heute noch keine allgemein anerkannte Normung oder genormte Festlegung vor. GEIGER ([2] S.94) schlägt deshalb eine zur international anerkannten Fehlerklassifizierung analoge Merkmalseinteilung vor.

Klassierung für analoge Merkmale
Kritische MerkmaleFür jedes einzelne Qualitätsmerkmal sind
  • Mindest-und Höchstwerte
  • Mittelwerte und Toleranzwerte oder
  • nach Taguchi kurz Zielwerte
Hauptmerkmale
Nebenmerkmale

Das Verfahren, mit welchem sich eine umfassende Qualitätsplanung in systematischer Form äußerst wirkungsvoll gestalten läßt, ist die QFD (Quality Function Deployment). Besonders hervorzuheben ist darin das "House of Quality" oder "Qualitätsforderungshaus", welches ein Formblatt darstellt. Auf sehr übersichtliche und systematische Weise werden darin die vielen Einzelforderungen der Kunden gewichtet und unter Berücksichtigung vorgegebener Rahmenbedingungen (z.B. Normen oder Gesetze) und der bekannten Reklamationsfälle in eine Schar von (produktnahmen) Qualitätsmerkmalen übergeführt. Darüberhinaus werden auch noch die Wechselbeziehungen der Qualitätsmerkmale untersucht (viele Merkmale sind korreliert). Üblich ist eine Anzahl von 25-30 Qualitätsmerkmalen. 

Während der Produktentwicklung ensteht die Entwurfsqualität des Produktes. Beide, Qualität und Produkt sind untrennbar miteinander verbunden. Um die Entwurfsqualität sicherzustellen, sind die Qualitätsprozesse zu organisieren, d.h. bei jedem einzelnen Fall ist (MASING [3] S.335).

Qualitätsniveou
das angestrebte Qualitätsniveou festzulegen (Ziele) Konzeptphase
das festgelegte Qualitätsniveou zu erreichen Gestaltungs- und Entwurfsphase
das erreichte Qualitätsniveou zu überprüfen 1)
und mit den vorgegebenen Zielen zu vergleichen
Soll-Ist-Vergeich (Review)
Designreview
Qualifikation
1) hinsichtlich der Erfüllung der Kundenforderungen, Einhaltung von Vorschriften bezgl. Sicherheit und Umweltschutz,  u.a.m.

Die Vielzahl und Verschiedenartigkeit dieser Faktoren macht meistens die Mitwirkung mehrere Funktionsbereiche erforderlich.

Beurteilung der Erfüllung der Kundenbedürftnisse und Wettbewerbsfähigkeit Marketing/Verkauf
Beschaffenheit und Qualitätsmanagement zugekaufter Materialien und Teile Einkauf/Qualitätswesen
Beurteilung der Herstellbarkeit Arbeitsvorbereitung, Produktion

Qualitätsmerkmale, Entwurfsmerkmale, Technische Lösungsvaraianten: In den Spalten werden alle in Frage kommenden Qualitätsmerkmale, Entwurfsmerkmale oder Lösungsvarianten eingetragen. Auch diese werden systematisch gegliedert sowie je nach Schwierigkeitsgrad (in der Realisierung, Herstellung usw.) bewertet. Ein besonders wichtiger Schritt ist sodann das Festlegen von Zielwerten oder Grenzwerten für jedes einzelne Qualitätsmerkmal! Abschließend werden noch die einzelnen technischen Lösungen mit Konkurrenzprodukten verglichen und bewertet sowie die (internen und externen) Rahmenbedingungen berücksichtigt (Fertigungseinschränkungen, Normen, Umweltauflagen, Behördenauflagen usw.). Aus allen diesen Bewertungen ergibt sich wiederum eine vorläufige Reihung.

Qualitätsziele:
Querverwiesen soll an dieser Stelle auf die übergeordneten "Qualitätsziele" werden. Gesamtunternehmerische Qualitätsziele werden von der von der Unternehmensleitung vorgegebenen "Qualitätspolitik" abgeleitet.

Zielwerte für die einzelnen Qualitätsmerkmale
Die Ableitung bzw. Vorgabe konkreter Zielwerte für die einzelnen Qualitätsmerkmale erfolgt dann aufgrund von technischen Spezifikationen, fertigungstechnischen Gegebenheiten, prozesstechnischen Möglichkeiten etc.

Technische Produktvorgaben, welche aus den Kundenvorgaben abgeleitet werden. Prudukt‑ und servicebezogene Kundenforderungen sind in meß‑ oder beurteilbare Qualitätsmerkmale mit entsprechenden Toleranzen umzusetzen und die Arbeitsprozesse entsprechend zu planen. Es hat eine laufende Auseinandersetzung mit den Problemen, Wünschen und Bedürftnissen der externen und internen Kunden stattzufinden. Der zentrale Arbeitsschritt in der vorliegenden Produktdefinitionsphase hat die Überleitung der Qualitätsforderungen in konkrete, technisch spezifizierbare Qualitätsmerkmale zum Inhalt. In mehreren Schritten werden die Qualitätsmerkmale aus den Qualitätsforderungen sukzessive entwickelt und immer detaillierter ausgearbeitet und konkretisiert (MAURER [4], S. 205).

Zunehmende Detaillierung der
Qualitätsmerkmale aus den Qualitätsforderungen
Erarbeitung der Qualitätsmerkmale
Ableitung der produktnahe formulierten Qualitätsmerkmale
Zielwerte für Qualitätsmerkmale
Beispiel "Griffel" siehe unten
Festlegung der Zielwerte
für Qualitätsmerkmale
Festlegung der Optimierungsrichtung
Beurteilung des Schwierigkeitsgrades
Überprüfung der Qualitätsmerkmale auf Korrelation
Berücksichtigung der
Rahmenbedingungen
Interne Rahmenbedingungen
externe Rahmenbedingungen

Beispiele

Ableitung der produktnahe formulierten Qualitätsmerkmale
am Beispiel eines "Griffels"

Qualitätsforderung Qualitätsmerkmal
"Feiner, sauberer Strich"
- Durchmesser der Schreibspitze
- Viskosität des Schreibmediums
- Trockenzeit
- Zufuhr des Schreibmediums
- Auftragsmenge
Beispiel nach MAURER ([4] S.207)


Wie sind nun Qualitätsmerkmale definiert?

Näheres zu kundennahe formulierten Qualitätsmerkmalen finden Sie hier

Näheres zu produktnahe formulierten Qualitätsmerkmalen finden Sie hier

Hinweis: Unter Qualitätsmerkmale  sind nicht die umgangssprachlich "besonderen, qualitativen Merkmale" gemeint sondern es werden darunter sämtliche Merkmale verstanden, welche zur Produktbeschreibung im Zusammenhang mit der Produktentwicklung notwendig sind. 


Literaturhinweise

  1. Danzer, H.H.: "Qualitätsmanagement im Verdrängungswettbewerb" TAW-Verlag Wuppertal ISBN 3-930526-01-8 und Verlag Industrielle Organisation Zürich 1995 ISBN 3-85743-979-3
  2. Geiger, W.:"Qualitätslehre, Einführung, Systematik, Terminologie", 2.Auflage, Vieweg Verlag, 1994
  3. Masing, W.:"Handbuch der Qualitätssicherung", Herausgeber Prof. Masing, 2.Auflage, Carl Hanser Verlag München Wien, 1988
  4. Maurer, K.:"PRA-Produkt Risiko Analyse" Dissertation an der Fakultät für Maschinenbau an der TU Graz, 1994
  5. Maurer, K: "PRA-Produkt Risiko Analyse- Qualität im Produkt-Design", Diss-Kurzform, Institut für Fertigungstechnik TU Graz, 1994