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Beschaffungsmarkt

Systemnormen zum Beschaffungsmarkt hier.

Global Source
Single Source
Systemanbieter
Qualitätsmanagement bei Just- In- Time- Lieferungen
Zunehmende Lieferanteneinbindung in die Entwicklungstätigkeit
Trend vom bisherigen Lieferanten einfacher Komponenten hin zum Systemlieferanten

Aktuelle Situation am Beschaffungsmarkt

Global Source

Global Source: Weltweiter Produktionsverbund zur Berücksichtigung nationaler Wertschöpfungsvorgaben, Kooperation mit Systempartnern zur Bildung strategischer Allianzen, Outsourcing zur Reduzierung von Produktionskosten, die Suche nach Verbilligungsalternativen und die Verlagerung von Fertigungsstätten in Billiglohnländern sind heute Schwerpunkte von Unternehmensstrategien. Die zu beschaffenden Materialien müssen bei derartigen Überlegungen höchsten Ansprüchen hinsichtlich Qualität genügen. Es ist deshalb ein Trend nach weltweiter Beschaffung (Global Sourceing) zu beobachten. Es ist allerdings nicht einfach mit bisweilen 1000 Lieferanten (vergl.DANZER [1] S. 63) mit der nötigen Tiefe in Kontakt zu bleiben und mit jedem eine geeignete Partnerschaft zu finden.

Single Source

Single Source: Da anderseits die Qualifikation und die Aufrechterhaltung von Geschäftsbeziehungen mit mehreren Partnern sehr kostenintensiv ist, geht gleichzeitig ein anderer Trend in Richtung hin zur Single Source-Beschaffung. Das ist der Grund, weshalb viele Hersteller gezwungen sind, für ein Zuliefermaterial nicht mehrere Lieferanten sondern nur noch maximal zwei Lieferanten, meist jedoch nur noch einen einzigen Lieferanten (Single Source) freizugeben bzw. eine aktive Handelsbeziehung zu pflegen.

Systemanbieter

Aus den gleichen Gründen versucht man weltweit auch vermehrt Systemanbieter anstatt Einzelkomponentenanbieter zu beauftragen. Man schiebt dadurch das Risiko und die Kosten für aufwendige Freigabeverfahren zum Lieferanten hin. Ein Beispiel für solche Entwicklungen stellt das geplante Swatch-Auto dar, wo man mit nur noch fünf Systemlieferanten auskommen will.

Qualitätsmanagement bei Just- In- Time- Lieferungen

Bei der Produktion im weltweiten Verbund müssen Materialien, Teile, Komponenten und Produkte, so wie sie angeliefert werden, verbaut werden können.Wenn ausnahmsweise doch Qualitätsprobleme auftreten, muss man sofort auf andere "gute Materialien" zurückgreifen können, weil sonst die Produktion steht. In Abhängigkeit der Anlieferqualität sind daher meist Pufferlager nach dem Fist in first out (FIFO) -Prinzip vorhanden. Die vorzusehenden Puffermengen hängen unmittelbar mit den Losgrößen, der zeitlichen Reichweite eines Loses und der Losfrequenz zusammen. Ein weiteres Kriterium stellt die Reaktionszeit des Lieferanten bei Qualitätseinbrüchen bis zur Ersatzlieferung dar ([1],S.65). Diese Lager samt deren Kosten und Umlaufkapital, Reduzierung des Materialumlaufes sollen eigespart werden. Indem Lieferanten dazu gebracht werden, auf deren Kosten Pufferlager oder Fertigungsstätten vor Ort einzurichten und der Kunde gleichzeitig die eigenen Materialbestände minimiert, verschiebt der Kunde die Kosten für das Umlaufvermögen und für Absicherungsmaßnahmen zum Lieferanten. Begleitend mit der Reduzierung der Pufferlager muss eine Reihe von flankierenden Maßnahmen einhergehen, sollen Qualitätseinbrüche beim Lieferanten nicht zum teuren Fertigungsstillstand beim Kunden und/oder Qualitätseinbrüchen bei seinen eigenen Produkten führen. Wie läßt sich die Qualität von Zulieferungen ausreichend absichern?

Zunehmende Lieferanteneinbindung in die Entwicklungstätigkeit

Als eine weitere Forderung daraus müssen potentielle Lieferanten schon in der Konzeptphase eines neuen Produktes eingebunden werden. Man sucht deshalb nach Systempartnern, die ein komplettes Modul eigenverantwortlich anbieten und mitentwickeln können. (Swatch Auto). Lieferanten müssen heute zunehmend als strategische Partner angesehen werden ([1], S.64). Die Lieferantenbeurteilung bzw. aktive Einbindung in die Entwicklungstätigkeit soll zu einem möglichst frühen Zeitpunkt einer Produktentwicklung, das heißt möglichst schon in der Konzeptphase erfolgen. Bei der ISO 9001 jedoch ist dieser Punkt als eigener Unterpunkt "Lieferantenbeurteilung" des QME "Beschaffung" Punkt 4.6 vorgesehen, was hier beibehalten werden soll.

Trend vom bisherigen Lieferanten einfacher Komponenten hin zum Systemlieferanten

Weltweit ist ein Trend festzustellen von vielen Lieferanten von Einzelkomponenten (pro Komponente mehrere im Wettbewerb stehende Lieferanten) hin zu einigen wenigen Systemlieferanten , von denen man allerdings in einem hohen Maße abhängig ist. Um diese Abhängigkeit kalkulierbar zu machen, sind eine Reihe "flankierender" Maßnahmen notwendig. Der Lieferant wird zunehmend zum strategischen Partner. Wie bei jeder Partnerwahl ist sehr gründlich zu prüfen, ob der ins Auge gefaßte Zulieferant auch tatsächlich alle erforderlichen Eigenschaften für eine längerfristige Zusammenarbeit aufweist. Neben Qualitätsbeherrschung und Preispolitik bekommen zunehmend weitere Kriterien Bedeutung. Die bei typischen Zulieferanten meist gering ausgebildete eigene Entwicklungsabteilung muss gestärkt werden. Es muss sowohl Bereitschaft als auch Know-how vorhanden sein, Technische Lösungskonzepte und Technologien gemeinsam zu entwickeln. Weiters muss eine Bereitschaft und auch das Potential vorhanden sein, Neuanläufe schnell und termingerecht, schwankende Auftragsmengen ohne Aufpreis abzuwickeln und vor allem termingenau (Just in time) zu liefern. Nicht zuletzt muss auch ausreichende Bereitschaft und Problemlösungskapazität vorhanden sein. Hinsichtlich der stufenweisen Freigabeprozeduren von gemeinsam entwickelten Teilprodukten gilt die selbe Vorgangsweise wie die für die Qualifikation neuer Zulieferanten im vorhergehenden Punkt beschriebenen

Beschaffungsrisiken

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Literaturhinweise

  1. Danzer, H.H.: "Qualitätsmanagement im Verdrängungswettbewerb- Der Schlüssel zum Überleben im Käufermarkt" TAW-Verlag Wuppertal ISBN 3-930526-01-8 und Verlag Industrielle Organisation Zürich 1995 ISBN 3-85743-979-3
  2. Weber,M.: "Qualitätssicherung bei produktionssynchroner Zulieferung dargestellt am Beispiel der Automobilindustrie", Dissertation, eingereicht im März 1991 an der Fakultät für Maschinenbau der TU Graz (25.000/2346/A Bibliothek der TU Graz)