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Guide Zulieferungen

Auswahl von Zulieferungen

Art und Auswahl von Zulieferungen und Lieferanten stellt einen extrem sensiblen Schritt in der Qualitätsplanung dar. Sämtliche Zulieferungen werden Teil des Produktes und können je nach Wichtigkeit und Anteil einen mehr oder weniger entscheidenden Anteil an Funktionalität, Kosten und dauerhafter Haltbarkeit (Zuverlässigkeit) des gesamten Produktes haben. Dies zeigt sich beispielsweise auch bei der Produkthaftung, wo nicht zwischen Zulieferung als Teil und dem Produkt als Ganzem unterschieden wird.

Diese Tatsache hat daher für die gesamte Qualitätsplanung innerhalb des Produktentstehungsprozesses eine große Bedeutung. Dies sieht man allein schon an den unterschiedlichsten Konzepten, welche hierzu entwickelt wurden. Die Behandlung von Zulieferanten kann je nach Branche und Produkt höchst unterscheidlich sein. Ebenfalls davon abhängig reichen die Möglichkeiten von reinem Zukaufteil bis zur gemeinsamen Systemintegration (Systemlieferant), dessen Bindung an den Produkthersteller naturgemäß enger sein muss.

Beschaffungsmarkt

Im Falle von (häufig auch genormten) Standardzukaufteilen (z.B. Schrauben, Blechen usw) liegt die Situation und der Vorteil eines großen Beschaffungsmarktes mit vielen Anbietern vor. Dies belebt die Konkurrenz und drückt den Preis. Die in vielen Branchen heute üblichen oder geforderten europaweiten oder weltweiten Ausschreibungen (Stichwort EU-Ausschreibung oder Beschaffung über das Internet) können durch Billiganbieter zu einer sehr günstigen Beschaffung mit niedrigen Preisen führen. Dies ist überall dort shr vorteilhaft, wo Kostenreduktion das vorrangige Ziel ist.

Lieferantenauswahl

Wie soll man aber einen (neuen) Lieferanten (richtig) einschätzen? Im besten Falle handelt es sich um eine international bekannt "gute" Firma. Wie soll man aber andererseits vorgehen, wenn man von der Firma möglicherweise noch nie etwas gehört hat und diese preislich so günstig ist, dass der Druck, dieses Produkt auszuwählen, gross ist. Prospektmaterial, Referenzlisten und eventuelle Zertifizierungen nach internationalen Systemnormen können eine gewisse Sicherheit vermitteln. Bei nicht allzu kritischen Zukaufteilen kann dies eventuell ausreichen.

Bei kritischen Zukaufteilen wird man mehr vom Lieferanten und dessen Produkt wissen wollen. Natürlich haben alle diese Maßnahmen ihren Preis. Man wird mit eigenen Fachleuten dem Lieferanten einen Besuch abstatten (Lieferantenaudit), um sich ein Bild über dessen Fertigung zu machen (Know how, Kapazität usw). Man wird ausgewählte Zukaufteile einem ausführlichen Test unterziehen (Qualifikation). Hat man unterschiedliche Lieferanten zur Auswahl, wird ein Monitoring über deren Lieferqualität eine mögliche künftige Lieferantenauswahl beeinflussen (Lieferantenbewertung). Nachteilig ist, dass sich solche zeit- und kostenaufwändigen Maßnahmen i.A. nur grosse Unternehmen mit sicherheitsrelevanten Produkten leisten können. Aus der Sicht des Abnehmers geht das freie Spiel der Konkurrenz zum Teil verloren (Produkte werden teurer). Aus der Sicht der Anbieter wiederum stellt sich die Frage nach der zahl möglicher Abnehmer, da beispielsweise eine oligopolähnlichen Situation gegeben sein kann (verliert beispielsweise ein Anbieter bei einer Lebensmittelkette die Lieferfähigkeit, hat er kaum Alternativen, da Lebensmittelketten teilweise über einen gemeinsamen Einkauf verfügen).

Auch im Falle von Systemlieferanten ist die Bindung Lieferant/ Kunde aufgrund der gemeinsamen Systementwicklung naturgemäß so eng, dass eine Konkurrenzsituation nicht mehr gegeben ist und in diesem Falle andere Kriterien im Vordergrund stehen. Um in diesem Falle das Risiko eines Lieferantenausfalls zu minimieren, kann neben dem Hauptlieferant noch ein zweiter Lieferant (second source) bestehen,

Diese kurzen Ausführungen zeigen schon, dass manchmal ausschliesslich der Preis, manchmal aber auch eine sehr hohe Qualitätserwartung oder sogar beides im Vordergrund stehen. Je nach Positionierung am Markt wird ein Unternehmen eine unterschiedliche Qualitätsplanung vornehmen. Wie die Erfahrung zeigt, leiten sich daraus je nach Branche und Produkt sehr unterschiedliche Maßnahmen und Vorgehensweisen ab. Vordergründig entscheid selbstverständlich der Preis über die Marktfähigkeit des eigenen Produktes. Dies kann sich aber schnell ändern, wenn beispielsweise durch eine falsche Entscheidung teure Pönalezahlungen oder immageschädigende Rückholaktionen bei Automobilen erforderlich werden. Bestehende mögliche Risiken sind abhängig von Branche und Produkt ab zu schätzen. Preis und Qualität sollten sich dabei nicht als "entweder oder" gegenüberstehen. Preis und Qualität sollten beide ihren richtigen Stellenwert haben.


Literaturhinweise

  1. Danzer, H.H.: "Qualitätsmanagement im Verdrängungswettbewerb" TAW-Verlag Wuppertal ISBN 3-930526-01-8 und Verlag Industrielle Organisation Zürich 1995 ISBN 3-85743-979-3