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Systematische Überführung neuer Produkte oder Produktänderungen in die (Serien-) Fertigung

Fertigungsüberleitung
Begrenzte Stückzahl der Vorserie
Freigabe zur Serienfertigung

Fertigungsüberleitung

Systemnormen zur Fertigungsüberleitung finden Sie hier

Ziel u.Zweck:
Wie der Name schon sagt, geht es bei der Fertigungsüberleitung um eine systematische Überführung neu entwickelter Produkte in die Fertigung bzw. um die systematische Überleitung zur Serienproduktion. Fertigungsüberleitung bedeutet daher eine bei Serienfertigung erforderlich behutsame und schrittweise Einführung eines neuen Produktes in die Fertigung. In der Vorserien- und Nullserienphase werden erste mit Serieneinrichtungen gefertigte Lose einem ausgewählten Kundenkreis zur Erprobung bzw. Begutachtung

Dieser Punkt der Fertigungsüberführung samt Vorserie kommt in der Systemnorm ISO 9001 etwas zu kurz. In internen Herstellernormen und in Produktnormen (z.B. MIL STD 883 für Halbleiter und elektronische Bauteile und in Automobilnormen) wird dieser Problematik entsprechend ihrer Wichtigkeit breitester Raum gewidmet.

Während der Fertigungsüberleitung wird die tatsächliche Beherrschbarkeit und Fähigkeit von Herstellprozessen in Bezug auf die zu fertigenden Produkte systematisch überprüft und dokumentiert und wo notwendig, weiters optimiert ([51], S.34). Es muss aber gesagt werden, dass die tatsächliche Abstimmung von Produkt und Herstellprozessen schon zu einem viel früheren Zeitpunkt abgeklärt werden muss um unangenehme Überaschungen während der Fertigungsüberführung zu vermeiden.

Eng mit der Fertigungsüberleitung zusammenhängend ist die Frage nach der Übergabe der Verantwortung der Entwicklung an die Produktion nach der Fertigungsüberführung. Dieser Aspekt ist bei Großbetrieben mit stark gegliederter organisatorischen Struktur und einer Trennung von Entwicklung und Fertigung stärker ausgeprägt. Im Zuge der Fertigungsüberführung wird die Produktverantwortung von der Produktentwicklung an die Fertigung übergeben. Bis dahin gebundene Kapazitäten in der Produktentwicklung werden auf diese Weise wieder für neue Produkte frei gemacht.

Produktverantwortung

Die Fertigungsüberleitung stellt einen wichtigen Abschnitt vor dem Serienstart dar. Sie ist in einem arbeitsteiligen Herstellungsprozess, wo Design (Projektierung, Planung, Konstruktion) organisatorisch von der Produktion getrennt sind, notwendig. In diesem Abschnitt wird daher die Überleitung der Produktverantwortung vom Design an die Fertigungsabteilung geregelt. Irgendwann muss die Designabteilung von der Produktverantwortung entlastet werden, um sich der Entwicklung neuer Produkte zuwenden zu können. Die später noch erforderlichen Optimierungen, Fertigungsanpassungen oder geringfügigen Modifikationen aufgrund neuer Felderfahrung oder Anpassung von Prüfprogrammen usw. werden von den Fertigungsabteilungen in Eigenverantwortung durchgeführt. Ohne eine solche Festlegung und saubere Trennung der Verantwortung sind Konflikte zwischen den beiden Organisationseinheiten vorprogrammiert.

Erstmuster, Kundenmuster

In der Vorserien oder Nullserienphase werden erste mit Serieneinrichtungen gefertigte Lose einem ausgewählten Kreis zur Erprobung bzw. Begutachtung übergeben und gleichzeitig die tatsächliche Beherrschbarkeit und Fähigkeit von Herstellprozessen überprüft und, wo notwendig, sofort weiter optimiert ([51], S.37).

Mit der Serienfreigabe wird die Serienfertigung für den Marktfreigegeben.

Die Verantwortung liegt nunmehr ausschließlich bei der Fertigung. Der Entwickler wird nur mehr im Falle gravierender Probleme oder bei Produktveränderungen herangezogen.

Begrenzte Stückzahl der Vorserie

Voraussetzung für den Beginn einer Vorserie mit begrenzten Stückzahlen ist die prinzipielle Freigabe zur Vorserie, welche eine erfolgreiche Produkt- und Pzozeßqualifikation voraussetzt. Der einzige Schwachpunkt einer noch fehleneden Serienerfahrung wird innerhalb der Vorserie durch eine Stückzahlbegrenzung und eine begleitende besondere Produktionskontrolle abgeschwächt. Je nach Bausteingröße können solche begrenzte Stückzahlen in der Halbleiterfertigung beispielsweise von 25.000 bis 50.000 Stück gehen. Es sind entsprechende Kontrollmechanismen (meist EDV-mäßig) einzubauen, die eine unkontrollierte Überschreitung dieser Stückzahlbegrenzung unterbindet.

Freigabe zur Serienfertigung

Ziel u.Zweck:

Mit der Serienfreigabe wird die Serienfertigung für den Markt freigegeben. Das Qualitätsfeedback erfolgt ab diesem Zeitpunkt mittels begleitendem Produktaudit

bzw. begleitender Produktkontrolle und - zeitlich verzögert- über Kundendienst und Marktrückmeldungen  ([51], S.34). 

Serienfreigabe

Es ist ein dokumentiertes Verfahren (Verfahrensanweisung) festzulegen, welches die Ergebnisse der Vorserie festhält und nach einem Erreichen der vorgesehenen Stückzahlen einer Vorserienbegrenzung die Freigabe zur Serienfertigung erteilt. Die offizielle Freigabe (mittels Freigabedokument) erfolgt durch das Q-Wesen. Das besagte Verfahren muss auch die Vorgangsweise für den Fall beschreiben, dass bei geringen Stückzahlen eines Produktes besagte Grenzstückzahl vielleicht auch über Jahre nicht erreicht wird.

Endgültige Übernahme der Produktverantwortung durch die Fertigung

Nach der Erteilung der Serienfreigabe übernimmt die Fertigung von der Produkt-Entwicklungsabteilung endgültig die Produktverantwortung. Der Produkt-Entwickler kann sich der Entwicklung neuer Produkte zuwenden. Mit nunmehr auftretenden Problemen muss die Fertigung alleine zurande kommen.

mögliche Risiken durch eine nicht gut vorbereitete Fertigungsüberführung