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Guide Fertigungsüberführung
Fertigungsanlauf

Fertigungsüberführung

Zu diesem Zeitpunkt ist die Entwicklung funktionstauglicher neuer Produkte oder Prozesse oder -änderungen bereits abgeschlossen. Die gewünschten Funktionalitäten (performance) wurden in Tets und Prototypen auf die Funktionstüchtigkeit überprüft und nachgewiesen. Auch Zuverlässigkeitstetssind bereits erfolgreich abgeschlossen.

Ob diese Produkte/ Prozesse jedoch auch serientauglich sind und in der Serienfertigung bestehen können wird erst jetzt und in den Folgeschritten überprüft. Zentrales Frage ist, ob diese Funktionalitäten (performance) in der Serienfertigung stabil bleiben.

Um Produkte/ Prozesse serientauglich zu machen, sind eine Reihe von Maßnahmen erforderlich. Siehe dazu die folgenden Schritte:

Maßnahmen zum Erreichen der Serientauglichkeit
  • Überprüfung der Herstellbarkeit
  • Abstimmung zwischen zulässigen
    Toleranzen und Prozessstreuung
  • Statistische Prozesskontrolle
  • cp, cpk, Maschinenindizes
  • Prozessindiuzes
  • Statistische Versuchsplanung

Simultaneous Engineering

Der zuvor geschilderte Ablauf beschreibt den "einen Schritt nach dem anderen"- Ablauf. In Wahrheit, und wohl auch um am Ende böse Überaschungen zu vermeiden, wird man bereits zu einem früheren Zeitpunkt der Entwicklungsphase die Serientauglichkeit überprüfen.

Vorserienanlauf/- Nullserie/ Kundenmuster

Kundenmuster sind bereits mehr als die zuvor entwickelten, nur auf die Erfüllung der Funktionalitäten ausgerichteten Prototypen. In der Vorserien- und Nullserienphase werden erste mit Serieneinrichtungen gefertigte Lose einem ausgewählten Kundenkreis zur Erprobung bzw. Begutachtung übergeben und gleichzeitig wird die tatsächliche Beherrschbarkeit und Fähigkeit von Herstellprozessen überprüft und wo notwendig, weiters optimiert ([51], S.34). Dies kann nur unter realen Fertigungsbedingungen und mit einer vernünftigen Stückzahl nachgewiesen werden. Diese Kundenmuster entsprechen daher bereits weitgehend den später unter Serienbedingung gelieferten Produkten.

Dieser Zeitraum, in dem für das Produkt/ den Prozess noch nicht die volle Serientauglichkeit nachgewiesen wurde und für welche daher eine Stückzahlbegrenzung gilt, wird Vorserie genannt. Auch Änderungen eines Produktes oder einzelner Prozessschritte müssen einer ähnlichen Freigabprozedur unterzogen werden. Lediglich für Produktvarianten sind vereinfachte Verfahren üblich.

Begrenzte Stückzahl der Vorserie:

Voraussetzung für den Beginn einer Vorserie mit begrenzten Stückzahlen ist die prinzipielle Freigabe zur Vorserie, welche eine erfolgreiche Produkt- und Pzozessqualifikation voraussetzt. Der einzige Schwachpunkt einer noch fehleneden Serienerfahrung wird innerhalb der Vorserie durch eine Stückzahlbegrenzung und eine begleitende besondere Produktionskontrolle abgeschwächt. Je nach Bausteingröße können solche begrenzte Stückzahlen in der Halbleiterfertigung beispielsweise von 25.000 bis 50.000 Stück gehen. Es sind entsprechende Kontrollmechanismen (meist EDV-mäßig) einzubauen, die eine unkontrollierte Überschreitung dieser Stückzahlbegrenzung unterbindet.

Serienfreigabe:

Die endgültige Freigabe zur Serienfertigung nach positiven Abschluss der Vorserienphase wird durch eine eigenen Freigabeprozedur mittels einem dokumentierten Verfahren abgesichert, in welchem die Ergebnisse der Vorserie festgehaltenlt werden und nach einem Erreichen der vorgesehenen Stückzahlen einer Vorserienbegrenzung die Freigabe zur Serienfertigung erteilt wird. Die offizielle Freigabe (mittels Freigabedokument) erfolgt durch das Qualitätswesen.

Das besagte Verfahren muß auch die Vorgangsweise für den Fall beschreiben, daß bei geringen Stückzahlen eines Produktes besagte Grenzstückzahl vielleicht auch über Jahre nicht erreicht wird.

Mit der Serienfreigabe wird die Serienfertigung für den Markt freigegeben. Das Qualitätsfeedback erfolgt ab diesem Zeitpunkt mittels begleitendem Produktaudit bzw. begleitender Produktkontrolle und - zeitlich verzögert- über Kundendienst und Marktrückmeldungen ([51], S.34).

Endgültige Übernahme der Produktverantwortung durch die Fertigung:
Nach der Erteilung der Serienfreigabe übernimmt die Fertigung von der Produkt-Entwicklungsabteilung endgültig die Produktverantwortung. Der Produkt-Entwickler kann sich der Entwicklung neuer Produkte zuwenden. Mit nunmehr auftretenden Problemen muß die Fertigung alleine zurande kommen.

Alle nachträglich noch im Zuge von Optimierungen erforderlichen Design- oder Prozessänderung bedürfen ebenfalls umfangreicher Untersuchungen und dürfen keinesfalls "einfach so" in der Fertigung geändert werden. Einmal freigegebene Prozess gelten als "eingefroren", welche ohne geeignete Änderungsprozedur nicht mehr verändert werden sollten.

Sperrlager für Sperrlose
Versuchslose, welche in der normalen Produktion gefertigt werden oder aus irgend einem Grunde zur Nacharbeit gekennzeichnete Lose müssen so deutlich gekennzeichnet sein (eventuell Zwischenlagerung in gekennzeichneten Sperrlagern), sodass eine irrtümliche Vermischung mit der normalen Produktion unter allen Umständen vermieden wird.


Literaturhinweise

  1. Danzer, H.H.: "Qualitätsmanagement im Verdrängungswettbewerb" TAW-Verlag Wuppertal ISBN 3-930526-01-8 und Verlag Industrielle Organisation Zürich 1995 ISBN 3-85743-979-3
  2. Geiger, W.:"Qualitätslehre, Einführung, Systematik, Terminologie", 2.Auflage, Vieweg Verlag, 1994