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Prüfmittelkalibrierung

Jedes nach einer Systemnorm zertifizierte Unternehmen muss diesen Punkt ohnehin bereits ordentlich durchführen. Es ist sicherzustellen, daß die am Einsatzort benutzten Meß- und Prüfgeräte (eingeschlossen Prüfungssoftware) den Qualitätserfordernissen an die Prüfung im Rahmen der gerorderten Meßgenauigkeit genügen. Das Vorhandensein dokumentierter Anweisungen und Anleitungen hinsichtlich der fachgerechten Handhabung, der gebrauchstauglichen Verfügbarkeit und Lagerung, zum Sicherstellen eines einwandfreien Zustandes, zum Überwachen, Kalibrieren und Warten der Meß- und Prüfgeräte. Zuständigkeiten und Abläufe sind in Verfahrensanweisungen festzulegen.Eine angemessene Ausstattung und Bereitstellung von Meß- und Prüfgeräten ist sicherzustellen. Der Umgang mit externen Geräten ist gesondert zu regeln ([64], S.49).

Es ist ein System zu installieren, welches sicherstellt, daß alle im Unternehmen vorhandenen Prüfmittel, inklusive Lehren, Modelle, usw. beim Einsatz qualitätsfähig sind. dazu gehören: die Auswahl geeigneter Prüfmittel mit bekannten Meßunsicherheiten und Genauigkeiten, die Kennzeichnung der Meßmittel, Periodische Kalibrierung und Justierung gegenüber Eichnormalen, durchgeführt von akkreditierten Stellen, eine vollständige Dokumentation der erfolgreichen Durchführung der Eingangsprüfung und der weiteren Prüfungen, das Ausscheiden fehlerhafter Prüfmittel, das Sicherstellen geeigneter Umgebungsbedingungen, die Anweisung für Handhabung, Schutz und Lagerung sowie die Sicherung für Hard- und Software gegen unbeabsichtigte Verstellung (der Kalibriereinstellungen) ([234], S.78). Analoge elektronische Prüfmittel können Parameterdriften unterliegen und bedürfen ebenso wie mechanische Prüf- und Meßmittel einer peridischen Überwachung (Kalibrierung). Erst bei den modernen digitalen Meß- und Prümittel (z.B. auch ein als Prüfgerät verwendeter PC) mit integrierten Selftest-Routinen machen Kalibrierungen in obigem Sinne eigentlich überflüssig. Die gleiche Problematik gilt auch für die elektronischen Prüfautomaten von elektronischen Bauelementen, welche vor jeder Inbetriebnahme umfangreiche Selftests durchführen.

Kalibrierung, Kalibrierstelle
Die ...Rückverfolgbarkeit auf Bezugsnormale/Standards bekannter Genauigkeit und Stabilität, vorzugsweise auf nationale oder internationale Normale/Standards, oder, wo solche in Industriebereichen oder bei Produkten nicht verfügbar sind, auf speziell entwickelte Kriterien [ISO 9004 13.2e].. soll sichergestellt werden.

Überwachung von Lehren, Instrumenten, Meßfühlern, Meßwertaufnehmern, speziellen Prüfeinrichtungen mit zugehöriger Computersoftware (Testautomaten):
Falls solche Geräte in Verwendung sind, müssen sie eine Prüfplakette erhalten. Solche Prüfplaketten können sowohl autorisierte interne als auch externe Prüfstellen vergeben.

Man unterscheidet zwischen Erstkalibrierung (vor der Inbetriebnahme als möglicher Teil einer Qualifikationsprozedur für Fertigungsequipment) und in der Folge periodische Kalibrierung entweder nach festgelegten Intervallen oder ergebnisabhängig.

Ersterfassung und Identifikation von Prüfmittel
Als erstes nach der Beschaffung erfolgt eine Erfassung und Identifikation sämtlicher Prüfmittel. Diese werden einmal in einer Anlagenkartei aufgenommen und erhalten dort eine Inventarnummer oder Anlagennummer. Sodann wird das Prüfmittel zu Kalibrier- und Überwachungszwecken in einer Prüfmittelkartei aufgenommen, wobei als eindeutige Identifikationsnummer die Inventarnummer dienen kann.

Erstkalibrierung der Prüfmittel; Prüfmittelersteinsatz. Vor Inbetriebnahme bzw. im Zuge der Bestellverfahrens muss die Eignung eines Prüfmittels (Genauigkeit,....) überprüft und die Überprüfung dokumentiert werden. Wie und durch wen diese Überprüfung abzulaufen hat, ist in einer Verfahrensanweisung festzulegen.

Weiters muss eine Ausgangskalibration vor dem ersten Gebrauch zur Validierung bezüglich der Forderungen an Richtigkeit und Präzission vorgenommen werden; die Software und die Verfahren zur Steuerung automatischer Prüfeinrichtungen sollten ebenfalls geprüft werden. [ISO 9004 13.2b]

Hierbei muss jedoch beachtet werden, dass es grundsätzlich kalibrierbare (z.B. Temperaturfühler) und nichtkalibrierbare Geräte (z.B. ein PC) gibt. Häufig sind auch Testautomaten selbstkalibrierend und somit nicht im klassischen Sinne kalibrierbar sondern bestenfalls mittels Testprodukten (golden devices) überprüfbar. Ein wichtiger, erster Schritt besteht darin, alle kalibrierbaren Meßgeräte und Produktionsgeräte karteimäßig zu erfassen. Weiters wird ein entsprechender Passus in das Genehmigungsverfahren für neue Geräte aufgenommen. Kalibrierbare Geräte sollen bei Neuanschaffung automatisch in die Kartei aufgenommen werden.

Periodischer Rücklauf zur Justierung, Reparatur und erneuerten Kalibrierung unter Beachtung der Spezifikation des Herstellers, der Ergebnisse der vorausgegangenen Kalibrierung, der Methode und des Umfanges der Anwendung zwecks Aufrechterhaltung der geforderten Genauigkeit während der Benutzung. [ISO 9004 13.2c]

Dokumentierter Nachweis über die Identifikation der Instrumente, die Häufigkeit erneuter Kalibrierungen, über den Kalibrierstatus und die Verfahren für Rückruf, Handhabung der Lagerung, Justierung, Reparatur, Kalibrierung, Montage und Benutzung. [ISO 9004 13.2d] Überwachung der Messungen bei Zulieferanten Hinweis auf zutreffenden Punkt 13.3 der Norm ISO 9004 Die Überwachung der Prüfmittel und Prüfmethoden kann auf alle Unterauftragnehmer ausgedehnt werden [ISO 9004:1994 13.3].

Korrekturmaßnahmen bei Messprozessen
Wenn festgestellt wurde, dass Meßprozesse nicht mehr beherrscht werden oder dass Prüfmittel die Fehlergrenzen verletzen, sind Korrekturmaßnahmen erforderlich. Eine Bewertung sollte durchgeführt werden, um die Auswirkungen auf fertige Arbeiten festzustellen und zu ermitteln, in welchem Umfang Nacharbeit, erneute Prüfung, erneute Kalibrierung oder vollständige Rückweisung notwendig sein können. Zur Vermeidung einer Wiederholung ist zusätzlich eine Untersuchung der Ursache wichtig. Sie kann eine Überprüfung der Kalibriermethoden und -häufigkeit, der Schulung und der Angemessenheit der Prüfmittel enthalten [/ISO 9004-1:1994 13.4].

Externe Prüfungen
Externe Testhäuser

Die Einrichtungen externer Organisationen können für Messungen, Prüfungen oder Kalibrierdienstleistungen benutzt werden, um kostspielige Doppelarbeit oder zusätzliche Investitionen zu vermeiden, vorausgesetzt, dass die Forderungen nach den Abschnitten 13.2 und 13.4 erfüllt werden. Gibt man Produktprüfungen außer Haus an Dritte, z.B. an Testhäuser, so entspricht das einer gravierenden Änderung ("major change") des Prozesses "Prüfen", und ist als solche entsprechend der Verfahrensanweisung für "Änderungswesen" zu behandeln.

Neben dem nochmaligen Hinweis auf die Norm ISO 10012-1:1992 soll auf einschlägige Fachaufsätze zur Kalibrierung verwiesen werden, z.B. [129].


Literaturhinweise

  1. Danzer, H.H.: "Qualitätsmanagement im Verdrängungswettbewerb" TAW-Verlag Wuppertal ISBN 3-930526-01-8 und Verlag Industrielle Organisation Zürich 1995 ISBN 3-85743-979-3
  2. Geiger, W.:"Qualitätslehre, Einführung, Systematik, Terminologie", 2.Auflage, Vieweg Verlag, 1994
  3. Geiger,W.: "FMEA-Unentbehrlich für die Planung eines QS-Systems" QZ 36 (1991) Heft 8, Seiten 468 bis 473, Carl Hanser Verlag München
  4. ......Wettbewerbsstrategie differenziert nach zwei Grundtypen: /Porter, M.: Wettbewerbsstrategie. 6.Aufl., Frankfurt/M, 1990 zitiert bei /201/
  5. Wettbewerbsstrategie differenziert nach zwei Grundtypen: /Porter, M.: Wettbewerbsstrategie. 6.Aufl., Frankfurt/M, 1990 zitiert bei /201/

  6. /nach Buzzell/Bradley 1989 zitiert bei /201/

  7. /201/Schmelzer PIMS Studie Wettbewerbsstrategie differenziert nach zwei Grundtypen: /Porter, M.: Wettbewerbsstrategie. 6.Aufl., Frankfurt/M, 1990 zitiert bei /201/

  8. Schmelzer, H.J.:"Qualitätscontrolling in der Produktplanung und Produktentwicklung"Teil1 QZ39 (1994) Heft 2, S.117-125 und und Heft 3, S.260-267
  9. PIMS (Profit Impact of Market Strateg<)-Projekt zitiert bei Schmelzer; Am PIMS Projekt beteiligten sich 1994 ca. 450 Unternehmen mit ca. 3000 Geschäftsfeldern. Das Projekt zielte darauf ab, empirisch signifikante Beziehungen zwischen strategisch relevanten Erfolgsfaktoren und realisierten Rentabilitätszielen branchenübergreifend zu identifizieren.
  10. Maurer, K.: "PRA-Produkt Risiko Analyse", Dissertation an der TU Graz 1994, Fak.f.Maschinenbau, Inst.Fertigungstechnik
  11. Maurer, K.: "PRA-Produkt Risiko Analyse- Qualität im Produkt-Design", Kurzform der Dissertation, Inst.Fertigungstechnik der TU Graz 1994
  12. Viertler, F.: "Die QME-FMEA Methode zur Einführung eines normenkonformen Lean-Quality-Management-System nach DIN ISO 9000 ff." Dissertation, eigereicht 1999 an der Fakultät für Maschinenbau der TU Graz
  13. Vollert, K.: "Grundlagen des strategischen Marketing; Komparative Konkurrenzvorteile aufbauen und erhalten", 3.Auflage, Verlag P.C.O.Bayreuth,2004 ISBN 3-936299-39-0
  14. Kroslid,D.; Faber,K.; Magnusson,K.; Bergmann,B.: “ Six Sigma- Erfolg durch Breakthrough- Verbesserungen” Pocket Power Hanser Verlag 2003 ISBN-10:3-446-22294-4 oder ISBN-13: 978-3-446-22294-6
  15. Backerra, H.; Malorny, Ch.; Schwarz, W.: "Kreativitätswerkzeuge- Kreative Prozesse anstoßen- Innovationen fördern" Hg. Kamiske, Pocket Power 3. Auflage 2007 Carl Hanser Verlag ISBN 978-3-446-41233-0