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Identifikation und Rückverfolgbarkeit von Produkten
Engl.: Traceability

Normen zur Produktrückverfolgung hier.

Ziel u. Zweck:

Durch geeignete Kennzeichnung ist sicherzustellen, dass qualitätsrelevante Produkte, Bauteile und technische Unterlagen nicht verwechselt oder falsch verwendet werden. Es sind Verfahren einzurichten und aufrechtzuerhalten, durch die eine eindeutige Zuordnung eines Produktes zu Spezifikationen, Zeichnungen oder anderen Dokumenten gegeben ist ([64], S.35). Mit einem Identifikations-System ist sicherzustellen, dass Rohmaterialien, Teile, Baugruppen, Geräte und Dokumente während der Herstellung, Lagerung und des Produkteinsatzes auf dem Markt rückverfolgbar sind.

Hinweise:

  • Eine Identifikation und Rückverfolgbarkeit der einzelnen Produkte zu den Qualitätsaufzeichnungen muss immer möglich sein!

  • Eine umfassende Rückverfolgbarkeit muss nicht nur ein Produkt identifizieren können sondern auch die entsprechenden Zulieferteile und Materialien, muss den "Prüfstatus" erfassen, muss bei Designänderungen den richtigen Designstand und bei "Prozessänderungen" den richtigen Prozessstatus mit erfassen. In der laufenden Fertigung muss auch der Prüfstatus (z.B. bei einem Release der Prüfsoftware oder bei unterschiedlichen Prüfabläufen) mit dokumentiert sein.

    Jedes Unternehmen muss abhängig von der Größe und der Sicherheitsrelevanz seiner Produkte eine mehr oder weniger umfassende Zuordnung der Produkte zu den zugehörigen Zeichnungen, Spezifikationen oder anderen Dokumenten während aller Phasen der Produktion, Lieferung und (Geräte-) Montage sowie eine Zuordnung zu den verwendeten Zukaufteilen, diversen Materialien, Hilfsstoffen usw. ermöglichen.

    Um im Falle von Kundenreklamationen Verbesserungen vornehmen zu können, muss neben der eigentlichen Fehleranalyse und für den Fall, dass die Ursache in der Fertigung liegt, auch eine eindeutige Produktzuordnung zum Fertigungszeitraum sowie zu den verwendeten Materialien möglich sein. Dazu sind detaillierte Aufzeichnungen erforderlich, um zu wissen, wer wann wo an welcher Maschine gefertigt und welches Material verwendet hat.

    In einer Verfahrensanweisung oder internen Werksnorm sollen Art der Kennzeichnung, Nummern- oder Codesystem erläutert sein. Produktstatus, Designstand (nach größeren Änderungen) müssen von der Produktbezeichnung her unterscheidbar sein und sich der Bestellnummer zuordnen lassen, wobei hier unterschiedliche Bereiche wie die Vertriebsabteilung, Arbeitsvorbereitung Fertigungssteuerung und Disposition zusammenarbeiten. Eine zumeist losweise (oder eventuell stückweise) Zuordnung muss auch gegeben sein. Die zur Kennzeichnung der Lose verwendeten Losnummern müssen so aufgebaut sein, dass daraus gewisse Rückverfolgbarkeitskriterien wie Los des Grundmateriales, Woche der Endprüfung oder Fertigungseinschleusung u.a.m. hervorgehen. Besonders wichtig wird diese Forderung bei einer großen Produktvariantenvielfalt oder bei häufigen Designänderungen. Hier geht es also um eine Verfahrensanweisung, welche die eindeutige Kennzeichnung und Produktzuordnung der Zeichnungen und Dokumentationen beschreibt. Insbesondere bei Designänderungen spielt die Aktualisierung der Dokumente eine wichtige Rolle. Mittels dieser Losnummer und den zugehörigen Begleitpapieren

    möglich sein. Dieser dritte Punkt ist besonders schwierig, weil er sehr umfangreiche Aufzeichnungen benötigt und fast nur mittels EDV möglich ist. Naturgemäß wird dieser hohe Aufwand (teuer!!) bei einfachen Produkten mit weniger professionellen Anwendungen nicht so hoch getrieben.

    Hinweis zu verfahrenstechnischen Produkten:

    Das Besondere von verfahrenstechnischen Produkten ist, dass keine "gewöhnliche Produktzuordnung" möglich ist. Beispiele für solche Produkte in Gebinden, Kesseln Rohren usw. sind Schotter, Milch, Getränke usw. Insbesondere Identifikation und Rückverfolgbarkeit werden in der "Leitlinie für verfahrenstechnische Produkte" ISO Vorschrift 9004-3 geregelt.

    Hinweis zu Versuchslosen:

    Bei Notwendigkeit sind Produkte über den gesamten Qualitätskreis den entsprechenden Spezifikationen zuzuordnen, zu dokumentieren und zu kennzeichnen ([64],S.69). Die Kennzeichnung und Rückverfolgbarkeit von Produkten bekommt in Falle von Versuchslosen, welche mit geänderten Prozesseinstellungen gefertigt wurden, eine besondere Bedeutung. Es muss durch geeignete Maßnahmen sichergestellt werden, dass Versuchslose als soche identifizierbar, rückverfolgbar und vor einer generellen Freigabe (durch das Q-Wesen) nicht geliefert werden (Stichwort Sperrlager).

    Hard- und Softwarelösungen

    Generell werden in Großbetrieben eher aufwendige Hard- und Softwarelösungen (CAM-Computer Aided- Manufacturing; SAP, Comets usw.) anzutreffen sein. In Kleinbetrieben hingegen werden eher "billigere" PC-Lösungen sowie, insbesondere bei Kleinserien, händisch geführte Losbegleitpapiere anzutreffen sein. Der allgemeine Trend geht jedoch eindeutig hin zu den immer billiger werdenden EDV-Lösungen

    Beispiele für Produkt -Identifikation und Rückverfolgung!!

    In diesem Falle ist mit beachtlichen Risiken zu rechnen, falls es nicht richtig gemacht wird. Link zu möglichen Risiken bei einer nicht ausreichend vorhandenen Produkt -Identifikation und Rückverfolgung (traceability).


    Literaturhinweise

    1. Danzer, H.H.: "Qualitätsmanagement im Verdrängungswettbewerb" TAW-Verlag Wuppertal ISBN 3-930526-01-8 und Verlag Industrielle Organisation Zürich 1995 ISBN 3-85743-979-3
    2. ......Wettbewerbsstrategie differenziert nach zwei Grundtypen: /Porter, M.: Wettbewerbsstrategie. 6.Aufl., Frankfurt/M, 1990 zitiert bei /201/
    3. Wettbewerbsstrategie differenziert nach zwei Grundtypen: /Porter, M.: Wettbewerbsstrategie. 6.Aufl., Frankfurt/M, 1990 zitiert bei /201/

    4. /nach Buzzell/Bradley 1989 zitiert bei /201/

    5. /201/Schmelzer PIMS Studie Wettbewerbsstrategie differenziert nach zwei Grundtypen: /Porter, M.: Wettbewerbsstrategie. 6.Aufl., Frankfurt/M, 1990 zitiert bei /201/

    6. Schmelzer, H.J.:"Qualitätscontrolling in der Produktplanung und Produktentwicklung"Teil1 QZ39 (1994) Heft 2, S.117-125 und.....
    7. PIMS (Profit Impact of Market Strateg<)-Projekt zitiert bei Schmelzer; Am PIMS Projekt beteiligten sich 1994 ca. 450 Unternehmen mit ca. 3000 Geschäftsfeldern. Das Projekt zielte darauf ab, empirisch signifikante Beziehungen zwischen strategisch relevanten Erfolgsfaktoren und realisierten Rentabilitätszielen branchenübergreifend zu identifizieren.
    8. Maurer,K.: "PRA-Produkt Risiko Analyse", Dissertation an der TU Graz 1994, Fak.f.Maschinenbau, Inst.Fertigungstechnik
    9. Maurer,K.: "PRA-Produkt Risiko Analyse- Qualität im Produkt-Design", Inst.Fertigungstechnik der TU Graz 1994
    10. Vollert, K.: "Grundlagen des strategischen Marketing; Komparative Konkurrenzvorteile aufbauen und erhalten", 3.Auflage, Verlag P.C.O.Bayreuth,2004 ISBN 3-936299-39-0