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Schulung

Systemnormen zur Schulung siehe hier.

Bemerkung: Diesem ISO 9001 -Element wird in den englischsprachigen Ländern (England, USA, Kanada, Fernost usw.) aufgrund fehlender Facharbeiterausbildung, wie wir sie kennen, eine viel größere Bedeutung als bei uns in Europa beigemessen [153].

Mitarbeiterqualifikation und Schulung
Die entsprechenden Festlegungen sind zutiefst Aufgabe der obersten Leitung. In besonderem Maße gilt das auch für die Mitarbeiter der Abteilung Qualitätswesen, da hiermit auch die entsprechende Akzeptanz bei den anderen Abteilungen (z.B. Entwicklungsabteilung oder Fertigung) zusammenhängt. Entsprechende Schulung ist für ein QM- System unabdingbar. Neben fachlicher Fortbildung müssen vor allem Managementtechniken bezüglich Führung und Teamarbeit geschult werden. Weiters sind Mitarbeiter auch in Qualitätstechniken zu schulen.

training on the job

Davon zu unterscheiden ist die unbedingt durchzuführende Einschulung von Hilfskräften (meist bei Serienfertigungen) für eine ganz bestimmte Tätigkeit. Diese Einschulungsmaßnahme ist zu dokumentieren, insbesondere auch für welche Tätigkeiten oder Prozesse begrenzt diese Einschulung Gültigkeit hat.

Im angelsächsischen Raum, wo man die Ausbildung zum Facharbeiter nicht kennt, haben solche Einschulungen (training on the job) einen wesentlich höheren Stellenwert. Kommen in unseren Fabriken Facharbeiter zum Einsatz, kann man davon ausgehen, dass diese über die entsprechende Fachkenntnis bereits aufgrund ihrer fachlichen Ausbildung verfügen und daher Einschulungen weitgehend entfallen können. Von solchen arbeitsplatzspezifischen Einschulungen zu unterscheiden sind Fachkurse, Seminare u.s.w. zur ständigen fachlichen Fortbildung.

Im heutigen Ausbildungssystem der Schulen und Hochschulen steht jeweils die Vermittlung von Fachwissen im Vordergrund. Kenntnisse und Methoden in Menschenführung, Persönlichkeitsentfaltung, Rhetorik usw., kurz Führungsmethoden und -qualitäten werden meist erst später in der Praxis in innerbetrieblichen Seminaren nachgeholt. Generell gilt, daß mit zunehmendem Aufstieg in der Unternehmenshierarchie das Fachwissen zugunsten des Führungswissens in den Hintergrund tritt [Siemens Seminar "Ziele erreichen durch Zusammenarbeit" 1988].

Anforderungsprofil von QM- Mitarbeitern- Qualityengineer
In früheren Jahren waren QM-Mitarbeiter hauptsächlich Prüfpersonal. Mit dem Wandel der Aufgaben des Qualitätswesen von einer reinen Kontrollabteilung hin zu einer Serviceabteilung in allen Fragen der Qualitätssicherung hat sich auch ein Wandel im Anforderungsprofil der Mitarbeiter Qualitätswesen ergeben. Waren früher die Mitarbeiter reines Prüfpersonal, können die heutigen Mitarbeiter ihrer Aufgabe nur mit einer sehr soliden Ausbildung in Qualitätsmanagementtechniken gepaart mit einer technischen Ausbildung nachkommen (qualityengineer). Dafür ist die Anzahl der Mitarbeiter gegenüber früher deutlich kleiner, da die zusätzlichen Prüf- und Kontrolltätigkeiten weitgehend entfallen sind. QM-Mitarbeiter sind heute vielfach Experten im Unternehmen in Sachen Qualitätstechniken und beraten/ unterstützen darin die anderen Abteilungen.

Die Grundvermittlung von angemessenen Fachkenntnissen erfolgt in Europa in der Regel in der schulischen Ausbildung sowie den diversen Berufsausbildungen (Facharbeiter, Techniker, Ingenieur) oder kaufmännischen Berufen bzw. Ausbildungen. Die berufliche Weiterbildung erfolgt z.B. in diversen Fachkursen, Seminaren oder innerbetrieblichen Kursen. Daneben gibt es noch die Fortbildung der sozialen Komponente (z.B. Mitarbeiterführung), Sprachkurse und nicht zuletzt Kurse für Qualitätstechniken. Gerade die Vermittlung von QM-Techniken erfolgt in unseren Schulen zur Zeit noch überhaupt nicht. An den Universitäten und Fachhochschulen wird langsam damit begonnen (Stand 1980; mittlerweile hat sich die Situation geändert). Somit bleiben einschlägige Fachkurse z.B. des Wifi oder des ÖQS (DQS). Die erfolgreiche Teilnahme (Zeugnis oder Teilnahmebestätigung) an Schulungs- und Ausbildungsprogrammen muß personenbezogen dokumentiert sein. Besonders wichtig in diesem Zusammenhang sind Einschulungsnachweise von Fertigungspersonal an speziellen Maschinen, Fertigungseinrichtungen oder Technologiene. Nachweise (Prüfungen bzw. Zeugnisse) über Spezialkenntnisse (z.B. bestimmte Schweißtechniken) werden teilweise sogar vom Gesetzgeber verlangt.

Betriebliche Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen
Wie Untersuchungen an mehr als 3.000 Betrieben mit mehr als 20 Mitarbeitern gezeigt haben, bewirkt eine Erhöhung der Investitionen in die Bildung der Mitarbeiter um 10% eine Produktivitätssteigerung von 8,6% [Reuter,W.: "Nutzen beruflicher Qualifikationen", etz, 1995, Heft 15, S.6 bis 7]. Ein weiterer Nutzen innerbetrieblicher Ausbildung liegt in der Minimierung der Kosten für personelle Fehlbesetzungen und ihren Folgekosten, Verringerung von Personalfluktuation und insgesamt ein positiver Imagegewinn des Unternehmens. Um den betrieblichen Anforderungen auf Dauer gerecht zu werden, ist "lebenslanges Lernen" erforderlich. Gerade die Gruppe der 30- bis 50jährigen muß sich verstärkt auf regelmäßige Schulungen einstellen, wobei dabei vergebene Qualifikationsnachweise an die Lerneneden immer mehr an Bedeutung gewinnen[Groenewegen, M.: "Qualifikation und Unternehmenserfolg- Qualifizierte Aus- und Weiterbildung als Garant für Unternehmenserfolg", etz, 1995, Heft 13-14, S.18 bis23]. Aus den nicht unbedeuten Kosten leitet sich ferner ab, daß innerbetriebliche Aus- und Weiterbildung hinsichtlich der Effizienz auch gewissen Qualitätskriterien unterzogen werden muß. Leider besteht eine gewisse Gefahr, daß gerade in Zeiten der Sparmaßnahmen auch Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen in Betrieben sowohl hinsichtlich Quantität als auch Qualität betroffen sind.


Literaturhinweise