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Risikoanalyse (RA)
Risikomatrix

Link zur QME- FMEA Methode. [2], [3]
Link zur "Schwestermethode" der FMEA- Methode.

Von welchen Risiken sprechen wir?

Näheres zu Risiken, Risikodefinition und mathematische Beschreibung von Risiken finden Sie hier.

Mathematische Risikodefinition:
Ein Risiko (R) läßt sich mathematisch beschreiben als das Produkt aus der Wahrscheinlichkeit (W) eines zu einem Schaden führenden Ereignisses und dem im Ereignisfall zu erwartenden Schadensausmaß (S) (GEIGER [1], S.83).

Zweifaktoren Risiko:

R = W * S

Die Eintrittswahrscheinlichkeit wird selten als dimensionslose mathematische Wahrscheinlichkeit sondern meist als pseudo-quantitative Bewertung mit einer Skala von 1-2 oder 1-3 angegeben.

Wird der Schaden in der Dimension der Währungseinheit bewertet und ist die Wahrscheinlichkeit für den Schadenseintritt aber dimensionslos, hat also auch das Risikos nach dieser Definition die Dimension der Währungseinheit. In der betrieblichen Praxis wird aber der Schaden selten in EURO bewertet. Üblich sind pseudo-quantitative Bewertungen mit Skalen 1-2 oder 1-3.

Aktuell kann man vor allem im kaufmännischen Bereich von Unternehmen und Banken die Untersuchung existenzbedrohender, vor allem kaufmännischer Risiken beobachten. Hierfür gibt es sogar eigene Normen (z.B. AS/NZS 4360, ISO/DIS 31000).

Dreifaktoren-Risiko:
Für bestimmte Anwendungen, insbesondere aber bei der FMEA wird die Schadenswahrscheinlichkeit meist in zwei Teile unterteilt, wie insbesondere in der deutschen Automobilinsustrie üblich (GEIGER [1],S.86; [2]).

R = W1 * (1 - W2) * S

FMEA- Fehler - Möglichkeit- und Einfluss- Analyse

Die Betrachtung technischer Risiken ist als FMEA- Fehler - Möglichkeit- und Einfluss- Analyse und deren Abwandlungen in der Industrie schon seit Jahrzehnten üblich.

Link zur FMEA- Methode.

QME-FMEA

Die Übertragung und Anwendung der FMEA auf den Einsatz von Qualitätsmanagementsystemen als QME- FMEA zur Untersuchung bestehender Systemrisiken wurde erstmals von GEIGER [1], [2] vorgeschlagen und von VIERTLER bereits 1999 in seiner Dissertation detailliert ausgearbeitet [3].

QME-FMEA- Methode:
Die Einführung eines QM-Systems wird als Maßnahme verstanden, bestehende Risiken für eine Qualitätsminderung zu senken. Diese Risiken werden mittels Risikoprioritätszahlen (RPZ) quantifiziert. Die Geschäftsleitung entscheidet, auf welches Niveou vorhandene Risiken durch Einführung gezielter Maßnahmen abgesenkt werden sollen. Immer bleibt ein unvermeidbares Restrisiko über.

Bei der Anwendung der FMEA-Methode auf Qualitätsmanagement-Systeme (QME-FMEA) erweist sich die Verwendung folgender drei Risiken als vorteilhaft:

Link zu einer detaillierten Erläuterung des Risiko einer Qualitätsminderung (Versagensrisiko)

Link zu einer detaillierten Erläuterung des Kundenrisikos (Bewertung kritischer Kunden oder Kundenanwendungen)

Link zu einer detaillierten Erläuterung des Durchschlupfrisikos (Verminderung des bestehenden Risikos durch das QM-System)

Eine sehr wirkungsvolle Methode, um mögliche Risiken und damit Verbesserungspotenziale in einem Unternehmen aufzuzeigen, ist die Risikoanalyse. In der Literatur und in Fachzeitschriften finden sich immer Anwendungen dieser Methode.

Während ursprünglich die QME- FMEA- Methode zur Unterstützung bei der Einführung gedacht war, ist dies heute, wo bereits ein Großteil aller Unternehmen nach einer Systemnorm zertifiziert sind, obsolet. Vielmehr dient die Anwendung dieser Methoden jetzt dazu, möglicherweise bestehnde Systemrisiken in Unternehmen und damit Verbesserungsmöglichkeiten aufzuzeigen.

Risikoprioritätszahlen oder Risikomatrix

Beim Zweifaktorenrisiko werden die Ergebnisse einer RA vorwiegend in einer sogenannten 2 x 2-Risikomatrix (4 Felder) oder in einer 3 x 3- Risikomatrix (mit 9 Feldern) festgehalten. Die rechten oberen Felder in der Risikomatrix werden meist rot eingefärbt und gelten als hochriskante Bereiche. Risikopunkte aus einer RA, welche in diesen Bereichen liegen, gelten als hochriskant und erfordern Maßnahmen.

Beim Dreifaktorenrisiko (FMEA; WME-FMEA) lassen sich die Ergebnisse nicht mehr in einem Portfolio oder einer ebenen, zweidimensionalen Matrix darstellen. Daher werden die Ergebnisse einer RA üblicherweise in den technischen Anwendungsbereichen der FMEA mit Hilfe der Risikoprioritätszahlen (RPZ) dokumentiert. RPZ >125 gelten als risikant und erfordern Abhilfemaßnahmen.

Ein QM-Systems wird primär als Maßnahme verstanden, bestehende Risiken einer Qualitätsverminderung zu senken.
Langfristig lassen sich hiermit auch Kosten senken. Vergleichbar einer beständigen Risikoverringerung oder einfach ein "never ending improvement".

Punkte mit einer hohen "Risiokopriorität" müssen - gegebenenfalls unter Beiziehung erfahrener Betriebsberater- eingehend geprüft werden und Maßnahmen mit dem Ziel vorgeschlagen bzw. eingeführt werden, die Risiokopriorität zu senken. Es geht bei der Einführung eines effektiven QM-Systems also um mehr als bloß um das Festschreiben des Status quo und von (willkürlich) festgelegten "Qualitäts-Meßlatten", wobei einer Beliebigkeit Tür und Tor geöffnet wäre. Es geht hier auch und vor allem um eine kritische Analyse und eine in die Zukunft gerichtete ständige Verbesserung aller Tätigkeiten (Prozesse) und Abläufe (Verfahren). Punkte mit einer hohen Risikopriorität müssen auf Herz und Nieren überprüft und durch Einführung entsprechender Maßnahmen bestehende Risiken reduziert werden. (Verfahrenstechnisch wird durch die gesetzten Maßnahmen der dritte Risikofaktor "C" gesenkt). Diese Maßnahmen können beispielsweise von zusätzlich eingeführten Prüfungen bis hin zu einer kompletten Umorganisation des Unternehmens reichen. Umorganisationen mit dem Ziel einer Risikosenkung beispielsweise bei Schnittstellenproblemen können durchaus wirkungsvoll sein.

Risikopotenziale

Näheres zu möglichen Risikopotenzialen.


Literaturhinweise

  1. Geiger, W.:"Qualitätslehre, Einführung, Systematik, Terminologie", 2.Auflage, Vieweg Verlag, 1994
  2. Geiger,W.: "FMEA-Unentbehrlich für die Planung eines QS-Systems" QZ 36 (1991) Heft 8, Seiten 468 bis 473, Carl Hanser Verlag München
  3. Viertler, F.: "Die QME-FMEA Methode zur Einführung eines normenkonformen Lean-Quality-Management-System nach DIN ISO 9000 ff." Dissertation, eigereicht 1999 an der Fakultät für Maschinenbau der TU Graz