Jener Mann, der dieses wienerischste aller

Wienerlieder komponierte, war kein "Urwiener",

sondern ein Burgenländer!

 

Dieser jüdische Kaufmannssohn wurde am 10. Dezember 1832 im

damaligen westungarischen Rohoncz - dem heutigen Rechnitz - geboren,

das sich unter dem Schutz der Batthyanys und im Schatten

ihres in der ersten Hälfte des 17. Jh. errichteten

Prachtschlosses (Sommerresidenz der Fam. Thyssen) entwickelt hatte.

Gustav Pick verbrachte auch seine Kindheit in

Rechnitz - im jüdischen Ghetto. Dann kam der Ausbruch.

1845 zog die Familie Gustav Picks nach Wien.

Er war kein Musiker, sondern Bankbeamter und später Privatier,

denn die Musik hatte ihn verzaubert.

Er nahm Klavierunterricht und begann zu komponieren.

 

Im Mai 1885 gab die Fürstin Paula Metternich -

anläßlich des 100- jährigen Bestehens der Fiakerzunft -

eine Wohltätigkeitsveranstaltung. Bei diesem Praterfest trat alles auf,

was im damaligen Wien Rang und Namen hatte.

Als Höhepunkt sang Alexander Girardi zum ersten Male das von

Gustav Pick für dieses Fest komonierte Fiakerlied.

Wie ein Lauffeuer verbreitete sich diese Melodie in ganz Wien

und eroberte über Nacht diese Stadt.

 

Nun war Gustav Pick in Wien bekannt und zu seinen Freunden zählten:

Emmerich Kalman, Alexander Girardi, Johann Nestroy, Johann Strauß,

Franz von Suppè und die Wiener Schrammeln,

die dieses Lied zur Ballade, ja sogar zur Hymne Wiens machten.

 

Am 29. April 1921 schloß Gustav Pick in Wien-Wieden für immer seine Augen.