Liebe Leserinnen und Leser,
eigentlich begann alles ganz harmlos. Ich wollte einen Artikel für
die Jugendzeitung schreiben, da es immer wieder Kinder und Jugendliche gibt,
die fragen: „Was ist denn das für eine Schrift auf der Briefmarke?“
Als ich zu recherchieren begann, merkte ich bald, dass es wohl mit einem
Artikel nicht getan sein würde – also eine Serie. Doch weit gefehlt,
für mehr als dreißig Schriften, die seit Einführung der Briefmarke
in der Philatelie vorkommen – und für nochmals so viele aus alten Zeiten,
die als Motiv dargestellt sind, reicht eine Artikelserie nicht aus.
Inzwischen wurde mir bewusst, dass auch ältere Sammler des öfteren
Briefmarken zwecks Zuordnung zu einem bestimmten Land in den Verein bringen,
weil Sie die fremden Zeichen nicht erkennen können. So kam es zu dem
Plan, über die Schriften unserer Welt ein Buch zu schreiben.
Mag sein, dass auch meine eigene philatelistische und persönliche
Entwicklung seit der Kinderzeit ein wenig zum Entstehen dieses Gedankens
beigetragen hat. Seit jüngsten Jahren war ich nicht nur von den schönen
Bildern auf den Briefmarken begeistert, nein, ganz besonders hatten es mir
diese fremdartigen Inschriften angetan. Als Schüler schmökerte
ich in einem alten „Übersee-Katalog“ von 1942, der damals noch aus insgesamt
zwei Bänden bestand (!), nur um herauszufinden, welche exotische Briefmarke
ich da vor mir liegen hatte.
Weiters spielt bei meinen Aktivitäten noch etwas mit – im Gegensatz
zu vielen Menschen fürchte ich mich nicht vor „dem Fremden“, sondern
es zieht mich an. Mag sein, dass die Erziehung zu Toleranz und Offenheit
in meiner Kinderzeit ihr Teil dazu beigetragen hat. Je mehr ich mich mit
Gedanken und Informationen aus fremden Kulturkreisen befasse, desto mehr
lerne ich dazu und desto schöner finde ich die Welt und mein Hobby.
Bei diesem Buch handelt es sich um kein wissenschaftliches Werk, sondern
ganz einfach um eine Sammlung von Informationen, von denen ich glaube, dass
sie für den Leser von Interesse sein können. Bei den Studien in
der Fachliteratur musste ich bald feststellen, dass auch auf unserem Gebiet
fallweise ein bekannter Satz Geltung hat: „Drei Fachleute, vier Meinungen“.
Also bitte ich die lieben Leser, mich nicht zu steinigen, wenn ich einmal
eine Behauptung aufstelle, die sie nicht teilen. Ich halte mich zu einem
hohen Prozentsatz an jene Tatsachen, die in der Wissenschaft allgemein festgestellt
werden.
Bei der Unzahl von Schriften, die es auf der Welt gibt, konnte ich nur
auf jene eingehen, die auch auf Briefmarken oder Stempeln zu finden sind
– selbst hier kann ich nicht garantieren, dass alle kleinen Abarten vorhanden
sind. Ich will lediglich eine kurzweilige Einführung in den Sachbereich
geben, ohne zu sehr in den Wolken zu schweben. Daher habe ich auch versucht,
so wenig Fremdwörter wie erdenklich zu benützen – und wo ich diese
unbedingt benötigte, habe ich möglichst sofort die deutsche Bedeutung
dazugeschrieben.
Die verwendete Fachliteratur, in welcher natürlich noch unzählige
Informationen zu den einzelnen Gebieten schlummern, habe ich im Anhang bekanntgegeben.
Leider entsprechen diese Werke nicht immer dem letzten Stande der Wissenschaft,
sodass dies auch fallweise für mein Buch zutreffen kann.
Aber ich hatte auch die Freude, bei meiner Arbeit von einer großen
Anzahl von Personen mit Rat und Tat unterstützt zu werden.
Zuerst einmal gilt mein besonderer Dkfm. Herbert Nessler, der mir in philatelistischen
Angelegenheiten zur Seite stand und meinen Söhnen Thomas und Martin,
die mir bei computertechnischen Problemen behilflich waren. Weiters fühle
ich mich allen Brieffreunden verbunden, die mir behilflich waren, Material
für die Bebilderung dieses Buches zu besorgen. Mein Dank gilt auch jenen
Wissenschaftlern, die meine Zeilen durchgesehen haben und mich mit ergänzenden
Ratschlägen unterstützten.
Nun wünsche ich den geehrten Lesern viel Spaß und Entdeckungsfreude
bei der Lektüre dieses Werkes.