Kategorie: Dekonstruktion

Originalversion der Autorin Domenica Sontag in Wikipedia, der freien Wissensdatenbank

"Dekonstruktion" ist zunächst nur ein "Wort". Die Frage, was ein Wort "ist", läßt sich auch nicht einfach konsensuell definieren. Das Wort "Dekonstruktion" ist zuerst kein "Begriff". "Dekonstruktion" ist ein "Signifikant", eine Verwendungsmarke von Jacques Derrida und im Sinn von Derrida. Die zunehmende Verwendung (auch v. J.D.) und Diskursivierung ließ die "Marke" "Dekonstruktion" zu einer Textmarkierung, einer Textstrategie werden, viele meinen zu einer Methode (was Derrida immer wieder bestritt). Der "Begriff" Dekonstruktion/deconstruction leitet sich zum Teil her von Heideggers Programm einer "Destruktion" der Metaphysik, das dieser im zweiten Teil von "Sein und Zeit" als Aufgabe stellt. Es geht darum, den "Text" (der Textbegriff schließt die gesamte mediale Wirklichkeit mit ein, also etwa auch Film, Kunst, aber auch Institutionen wie Universitäten, Staat oder Psychoanalyse) in seiner inneren Struktur und seiner Korrespondenz mit anderen Texten zu erfassen, zu "dekonstruieren". "Ein Text-Äußeres gibt es nicht" (Derrida). Texte werden nicht nur interpretiert, sondern deren vielfältige Implikationen sichtbar gemacht und so in eine neue Trans-Formations-Form übergeführt/"überführt". "Die Dekonstruktion hat notwendigerweise von innen her zu operieren, sich aller subversiven, strategischen und ökonomischen Mittel der alten Struktur zu bedienen, sich ihrer strukturell zu bedienen" (Derrida, Die Stimme und das Phänomen, S. 164f.), um durch diesen Transformationsakt den nicht strukturell erfaßbaren Wahrheitscharakter freizulegen/zu dekonstruieren. Das innere Aufeinanderbezogensein unterschiedener Elemente, (die Spur), der (fast) gleichzeitige Ab- und Aufbau transformativer Diskursmarken mit Verweisung auf sämtliche erkennbaren Implikationen einer Textformation bedeutet der Signifikant, jetzt der Signifikatssignifikant, der "Begriff", die "Methode", das "Wort", die "Marke" die "Markierung", die "Spur" Dekonstruktion.

Kategorie Diskussion:Dekonstruktion

der Artikeltext ist eine vorsichtige Annäherung an ein schwieriges Konzept, das der "Dekonstruktion"; dieser Text kann für erfahrene Leser durchaus hilfreich und aussagekräftig sein, ich bin gegen eine Löschung! J. Severinus, 22.33Uhr, 2. Dez.

Das von Benutzer "Unscheinbar" verwendete Wort "wirr" ist ein beleidigendes Wort für den Artikelschreiber, drückt nur sehr diffus seine Meinung über den Artikel aus und begründet gar nichts. "Wirr" erscheint es vermutlich diesem Benutzer! Er dürfte sich noch nicht mit der schwer zu definierenden Begrifflichkeit "Dekonstruktion" beschäftigt haben!? Derridas Textpraxis "Dekonstruktion" ist für absolute Laien schwer begreifbar zu machen, - scheiterten doch sehr oft schon gestandene WissenschaftlerInnen daran. Der Artikel selbst erscheint mir nach wiederholter Lektüre durchaus gelungen und in der Lage, selbst "vorzuführen", zu "zeigen", was Dekonstruktion ist oder sein kann. Dies finden auch habilitierte ordentliche ProfessorInnen in Philosophie und Literaturwissenschaft (z.B. Prof. H. Kimmerle, ein Autor, der eine Einführung zu Derrida geschrieben hat und keine schlechte). Derridas Dekonstruktion verlangt die Praxis einer solchen inhärent, also im versuchten Definitionsvorgang selbst. Man definiert also, indem man dekonstruiert. Zugegebenermaßen, ein schwer zu schluckender Brocken für Lexikologen, aber hier eben unvermeidlich.

Benutzer "Unscheinbar", versuchen Sie Ihr Denken auf obige Zeilen zu konzentrieren und versuchen Sie mitzudenken. Seien Sie nicht aus auf bloßen "Informationsgewinn", verstehen Sie einen Artikel auch als möglichen "Reflexionsgewinn"!

Der Artikel zur "Kategorie Dekonstruktion" ist eine mindestens notwendige Ergänzung zum Artikel "Dekonstruktion". "Dekonstruktion" sollte zu einer eigenen Kategorie in Wikipedia werden, da es mit nichts sonst vergleichbar oder einordenbar wäre! Dekonstruktion ist eine "Praxis" (vgl. Derridas Aussagen) und kein Genre, keine Methode, keine Wissenschaft und schon gar kein Stil. Domenica Sontag (literary scholar, London, Wien), Fr., 10. Dez. 00:28

Von"http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:L%C3%B6schkandidaten/2._Dezember_2004#Kategorie:Dekonstruktion_.28erledigt.2C_gel.C3.B6scht.29"