"Dekonstruktion"
ist zunächst nur ein "Wort". Die Frage, was ein Wort "ist",
läßt sich auch nicht einfach konsensuell definieren. Das Wort "Dekonstruktion"
ist zuerst kein "Begriff". "Dekonstruktion" ist ein
"Signifikant", eine Verwendungsmarke von Jacques
Derrida und im Sinn von Derrida. Die zunehmende Verwendung (auch v. J.D.)
und Diskursivierung ließ die "Marke" "Dekonstruktion" zu einer Textmarkierung,
einer Textstrategie werden, viele meinen zu einer Methode (was Derrida immer
wieder bestritt). Der "Begriff" Dekonstruktion/deconstruction leitet sich zum Teil her von Heideggers
Programm einer "Destruktion" der Metaphysik,
das dieser im zweiten Teil von "Sein
und Zeit" als Aufgabe stellt. Es geht darum, den "Text" (der
Textbegriff schließt die gesamte mediale Wirklichkeit mit ein, also etwa auch Film, Kunst, aber auch Institutionen wie Universitäten, Staat oder Psychoanalyse)
in seiner inneren Struktur und seiner Korrespondenz mit anderen Texten zu
erfassen, zu "dekonstruieren". "Ein Text-Äußeres gibt es
nicht" (Derrida). Texte werden nicht nur interpretiert, sondern deren
vielfältige Implikationen sichtbar gemacht und so in eine neue Trans-Formations-Form
übergeführt/"überführt". "Die Dekonstruktion
hat notwendigerweise von innen her zu operieren, sich aller subversiven,
strategischen und ökonomischen Mittel der alten Struktur zu bedienen, sich
ihrer strukturell zu bedienen" (Derrida, Die Stimme und das Phänomen,
S. 164f.), um durch diesen Transformationsakt den nicht strukturell erfaßbaren Wahrheitscharakter
freizulegen/zu dekonstruieren. Das innere Aufeinanderbezogensein
unterschiedener Elemente, (die Spur), der (fast) gleichzeitige Ab- und Aufbau transformativer
Diskursmarken mit Verweisung auf sämtliche erkennbaren Implikationen einer
Textformation bedeutet der Signifikant, jetzt der Signifikatssignifikant, der
"Begriff", die "Methode", das "Wort", die
"Marke" die "Markierung", die "Spur" Dekonstruktion.
der
Artikeltext ist eine vorsichtige Annäherung an ein schwieriges Konzept, das der
"Dekonstruktion"; dieser Text kann für erfahrene Leser durchaus
hilfreich und aussagekräftig sein, ich bin gegen eine Löschung! J. Severinus,
22.33Uhr, 2. Dez.
Das von Benutzer
"Unscheinbar" verwendete Wort "wirr" ist ein beleidigendes
Wort für den Artikelschreiber, drückt nur sehr diffus seine Meinung über den
Artikel aus und begründet gar nichts. "Wirr" erscheint es vermutlich
diesem Benutzer! Er dürfte sich noch nicht mit der schwer zu definierenden
Begrifflichkeit "Dekonstruktion" beschäftigt haben!? Derridas
Textpraxis "Dekonstruktion" ist für absolute Laien schwer begreifbar
zu machen, - scheiterten doch sehr oft schon gestandene WissenschaftlerInnen
daran. Der Artikel selbst erscheint mir nach wiederholter Lektüre durchaus
gelungen und in der Lage, selbst "vorzuführen", zu
"zeigen", was Dekonstruktion ist oder sein kann. Dies finden
auch habilitierte ordentliche ProfessorInnen in Philosophie und
Literaturwissenschaft (z.B. Prof. H. Kimmerle, ein Autor, der eine Einführung
zu Derrida geschrieben hat und keine schlechte). Derridas Dekonstruktion
verlangt die Praxis einer solchen inhärent, also im versuchten
Definitionsvorgang selbst. Man definiert also, indem man dekonstruiert.
Zugegebenermaßen, ein schwer zu schluckender Brocken für Lexikologen, aber hier
eben unvermeidlich.
Benutzer
"Unscheinbar", versuchen Sie Ihr Denken auf obige Zeilen zu
konzentrieren und versuchen Sie mitzudenken. Seien Sie nicht aus auf bloßen
"Informationsgewinn", verstehen Sie einen Artikel auch als möglichen
"Reflexionsgewinn"!
Der Artikel zur
"Kategorie Dekonstruktion" ist eine mindestens notwendige Ergänzung zum
Artikel "Dekonstruktion". "Dekonstruktion" sollte zu einer
eigenen Kategorie in Wikipedia werden, da es mit nichts sonst vergleichbar oder
einordenbar wäre! Dekonstruktion ist eine "Praxis" (vgl. Derridas
Aussagen) und kein Genre, keine Methode, keine Wissenschaft und schon gar kein
Stil. Domenica Sontag (literary scholar, London, Wien), Fr.,
10. Dez. 00:28