Wer bei diesem Mann eine individuelle Reiseroute oder Gipfelbesteigung (Trilogy: Malinche, Iztaccihuatl, Citlaltepetl) bucht, läuft Gefahr, übers Ohr gehauen zu werden. Er hat nämlich Jus studiert und kennt die fiesen Tricks der Rechtsanwälte. Er hatte keine Hemmungen, diese bei mir anzuwenden; ich ging ihm prompt auf den Leim.
Er ignorierte ganz wesentliche Punkte des vertraglich festgelegten Programmes und verfügte eigenmächtig über dessen Änderungen, ohne sich mit mir zu besprechen: dadurch erschwerte er mir einerseits die Besteigung des Iztaccihuatls und verschaffte mir anderer-seits statt des Aufstieges zum Gipfel des Citlaltépetl zunächst einen „Rasttag“ auf der Hütte bei strahlendem Wetter (!!!!), bzw. machte er überhaupt jegliche Chance auf Besteigung des Gipfels zunichte.
Der vereinbarte Transport von Gepäck und Verpflegung zur Hütte „Grupo de los Cien“ wurde nicht durchgeführt und mir dadurch dort eine unfreiwillige „Biwaknacht“ beschert.
Ein glatter Betrug: Durch geschickte Wahl seiner Worte gelang es ihm, mir vorzugaukeln, einer seiner Klienten sei ein bei ihm angestellter guide. Als es aber darauf ankam, dass dieser seine Aufgabe als guide für mich wahrzunehmen hätte, war dieser ob meines An-sinnens reichlich erstaunt: er sei nicht Angestellter beim G.V. sondern sein Klient; dass er als solcher als guide für mich nicht mehr in Frage kam, darf als logisch einleuchtend gelten.
Zu schlechter Letzt ließ mich G.V. von der Hütte „Piedra Grande“ ohne Pickel losmarschieren und erklärte mir erst am Beginn des teilweise vereisten Schrofengeländes, dass er ein Weitergehen ohne Pickel nicht erlaube; es gelang ihm ohne Gewaltanwendung, sich meiner Steigeisen zu bemächtigen, so dass ich auch alleine nicht weitergehen konnte. Einen Augenblick lang dachte ich, sie ihm unter Anwendung von Gewalt zu entreißen, doch dann siegte die Vernunft: bei dem unweigerlich folgenden "Nachspiel" bei der Polizei hätte er die besseren Karten; Gipfel ade, es hat nicht sollen sein. G.V. mag sich einbilden, mein Lebensretter zu sein, für mich ist er ein gemeiner Betrüger.
Ich hatte im voraus bezahlt; wozu sollte er sich also Mühe geben, die im Programm vorgesehenen Dienstleistungen vertragstreu zu erbringen? Seine Körperfülle dürfte ihn dazu gebracht haben, sich vor der anstrengenden Führungsarbeit zu drücken und sie jedem sich bietenden Einspringer aufzuhalsen und seine Klienten zu betrügen statt sie zu führen.
Wie es geschehen konnte, dass
ich dem G.V. auf den Leim ging?
Im
Jahre 2005 buchte ich bei ihm per Internet die Besteigung der drei
erloschenen Vulkane Malinche, Iztaccihuatl und Citlaltépetl.
Auf Grund der hervorragenden Sprachenkenntnisse meiner Frau
(Englisch, Französisch, Spanisch, Griechisch) konnten wir im
Anschluss an das Berggeschehen eine dreiwöchige Autoreise zu den
markanten archäologischen Stätten Mexicos (Tolteken,
Olmeken, Mayas) unternehmen. Die von G.V. organisierte Bergwoche
verlief im Großen und Ganzen plangemäß, durch
großteils eigenes Verschulden glückte mir aber nur die
Besteigung des Nebengipfels des Iztaccihuatls. Mein großes Ziel
war nun heuer, die „Trilogy“ zu komplettieren, und zwar
trotz meiner mangelhaften Englisch-Kenntnisse (sie reichen gerade
noch für das Benennen elementarer Lebensbedürfnisse) und
meiner Spanisch-Unkenntnisse
ohne Begleitung durch meine Frau. G.V. und sein Bruder hatten
im Vorjahr bei uns ja den Eindruck absoluter Redlichkeit vermittelt;
es bestand kein Grund ihnen zu misstrauen.
Eine Textseite
wird allerdings nicht ausreichen, um den Durchblick über das
komplexe Geschehen bekommen zu können.
Im Folgenden mein
Bericht im Detail.
8.12. Flight to Mexico City, the
plane will arrive 18,40, you pick him up at the airport, N inHotel
„Catedral“ or hotel in Puebla or on the way to
Puebla
9.12. Transfer to Malintzi Hotel, N , he will stay at
Malinzi(3080) for four nights, this gives him the
chance
to get used to time, climate, altitude and he can gather physical
strength
10.12. some walking, N
11.12. more walking, maybe to
the top of Malinche (4461m), N
12.12. like 11th, N
Siegfried does not necessarily need a guide all the four days of
acclimatation, which will be
good as he stays longer at
3000m. If the restaurant is open, meals are no problem, if it is
closed we have to find a way
13.12. Transfer to
Altzomoni hut (3950m), N
14.12. Ascent to Grupo de los Cien hut
(4780m), N
Please provide for an extra man who will
carry part of Siegfried´s stuff (sleeping bag, water,
food for three days and two nights) up to the hut. Last year you
said you have somebody and
this is no problem.
15.12.
Ascent to main top of Izta (5286m) and back to Grupo de los Cien,
...N
two nights in los Cien are also for better
acclimatation
16.12. Ascent to first summit of Izta (5050m), back
to Altzomoni – and down to Cholula, N
17.12. Transfer to
Tlachichuca, N
18.12. Piedra Grande, N
19.12. Ascent to
Citlaltepetl or wait there if weather is not good, N in Piedra Grande
20.12. Birthday!! Ascent to Citlaltepetl or up to the glacier if
ascent is lucky on the 19th, N in
Piedra Grande if you
return late from the top or down in Tlachichuca
21.12. Extra day
if weather is bad on 18th, 19th. N in Piedra Grande or Tlachichuca
22.12. Back to Mexico City Airport, flight to Frankfurt at 20,40
end of services
Please reserve hotel rooms with
private bath. What will be your price for the services? You provide
for the water. Siegfried will bring his small cooker, this time. He
will need some gasoline for it. He will also need to buy some food on
the way.
Thank you and have a nice Easter Holiday with your
family. Regards Amanda and Siegfried
Gesamtpreis 1780 USD.
Das erste unangenehme Ereignis begann am Morgen des 14.12.
Am
Abend zuvor waren in der Altzomoni-Hütte anwesend G.V., ein
deutscher Tourist namens Thomas (aus Freiburg stammend, per
mountainbike unterwegs von Quebec nach Chile) und ich. Es klopfte
eine Frau ans Fenster der Hütte: sie und ihr Gatte waren in der
Gegend unterwegs gewesen und hatten sich verirrt; die Frau entdeckte
den Lichterschein der Hütte od. des Radio-TV-Gebäudes und
fand her, verlor aber den Kontakt zu ihrem Mann. G.V. und Thomas
gingen auf die Suche, welche ergebnislos verlief. G.V. nahm noch in
der Nacht Kontakt mit der Bergrettung auf, die am Morgen die Suche
fortsetzte. G.V. forderte mich auf, mit dem Beginn des Aufstieges zur
Hütte “Grupo de los Cien“ bis mittags 12Uhr zu
warten, er müsse nach Amecameca, um bei der Polizei sein
ergebnislos gebliebenes Suchen zu rechtfertigen .... so zumindest
verstand ich sein Anliegen.
(Anmerkung: Ich hatte dabei den
Eindruck, dass dies eine Ausrede sei. Wie aus seinem E-mail an meine
Frau hervorgeht, hatte er tatsächlich noch anderes in Amecameca
zu tun, nämlich Ted und David abzuholen.)
Ich hingegen
wollte unbedingt den Aufstieg noch am Vormittag hinter mich bringen;
ich muss mit meinen Kräften in meinem Alter (Jahrgang 1928)
sorgfältig geplant umgehen, brauche den Nachmittag als Zeit fürs
Regenerieren, kannte den Weg zur Hütte vom Vorjahr her und
beschloss, alleine ohne Führer zu gehen. G.V. ließ mich
daraufhin folgende Erklärung unterschreiben:
I understand the emergency and I can not wait to people of rescue. I am going by myself to Refugio (Grupo de los Cien). Is my desicion, My Mountain Guide G.V.R. tell me, I need waiting, but I don't want. I leave alone.
Ich hatte nicht die geringsten Bedenken, dies zu tun, zumal er mir zusagte, Verpflegung, Wasser und Schlafsachen (2 Schlafsäcke und Luftmatte) verlässlich am Nachmittag zur Hütte zu bringen (wie laut Programm vereinbart), und nach G.V.s Aussage das Wetter in den nächsten Tagen gut sein werde. Leider fertigte ich keine Abschrift dieser Erklärung an und konnte mich daher in den folgenden Tagen an den genauen Wortlaut nicht mehr erinnern.
Um zirka 8Uhr früh ging ich vom Parkplatz La Joya, wohin mich
G.V. mit dem Auto gebracht hatte, los. G.V. hatte mir noch ein
kleines Funkgerät zugesteckt. Ich konnte mir für den
Aufstieg Zeit lassen. Um die Mittagszeit begegnete ich knapp
unterhalb der Hütte dem Bruder G.V.s (Hilarión, mir vom
Vorjahr als Jessie bekannt); der war im Begriffe, mit drei
amerikanischen Klienten abzusteigen. Die Wiedersehensfreude war von
seiner Seite her endenwollend. Ich übergab ihm das Funkgerät
und er sprach kurz mit seinem Bruder; das Gespräch verlief nach
meinem Eindruck in sehr mürrischem Ton. Danach ging er mit mir
zur Hütte, deponierte dort seinen Pickel, seine Steigeisen,
seinen Schlafsack und ein zweites Paar Steigeisen (für mich
vorgesehen), wies mit dem Finger zur Wand, wo ein Plastiksackerl
hing, mit den Worten „your food“ und verließ die
Hütte. Jessies Ton und Körpersprache weckten bei mir das
Gefühl, ein lästiger Bettler zu sein, der ein Almosen
gefälligst dankbar anzunehmen hat: "Friss Vogel oder
stirb!!"
(Anmerkung: Ich hatte in den Tagen vorher G.V.
mehrmals gefragt, ob für die Besteigung des Izta Steigeisen
notwendig wären; seine Antwort war stets "in case".
Von einem umsichtigen Führer hätte ich mir erwartet, dass
er rechtzeitig die jeweiligen Verhältnisse am Berg erkundet, um
überflüssiges Schleppen von Ausrüstung sich und seinem
Klienten zu ersparen. Erst das Zusammentreffen mit Jessie brachte die
Gewissheit: Steigeisen sind diesmal notwendig.)
„your
food“ bestand aus zwei belegten Broten: mexikanisches
ungetoastetes weiches Weißbrot (Sandwich), das eine gefüllt
mit Nutella und Marmelade, das andere mit einer dünnen Lage
Schinken, beide wiesen deutliche Spuren des Transportes in einem
Rucksack auf. Das Nutella-Brot aß ich; das Schinken-Brot
vermied ich; mehrere Tetanie-Anfälle nach Genuss einer (nicht
erkenn-bar) verdorbenen Wurst anno 1951 lehrten mich, bei
Fleischwaren Vorsicht walten zu lassen.
Kurz vor Sonnenuntergang traf ein mexikanisches Pärchen ein. Sie trug Pelzstiefelchen mit hübschen Quasterln dran. Gegenüber meiner Pritsche bereiteten sie sich auf die Nacht vor; als Schutz gegen die Kälte diente ihnen gemeinsam eine Decke. Mittlerweile war es dunkel geworden, von G.V. keine Spur, allmählich stellte ich mich darauf ein, ohne Nahrung und ohne Wasser die Nacht in der Hütte verbringen zu müssen. Um die Füße warm zu halten, lief ich immer wieder im Windschatten der Hütte hin und her .... mit kalten Füßen braucht es Stunden, bis das richtige Wärmegefälle im Schlafsack aufgebaut ist, welches erst das Wärmewohlgefühl entstehen lässt. Die beiden Mexikaner schienen bemerkt zu haben, dass ich nichts zu essen hatte; sie boten mir aus ihrer Flasche zu trinken an; ich lehnte ab: angesichts ihrer mangelhaften Bergausrüstung würden sie für den Abstieg dringenderen Bedarf an Wasser haben als ich. Gegen 20Uhr30 war es für mich zur Gewissheit geworden, die Nacht ohne Essen und Trinken in der Hütte zubringen zu müssen. Der knurrende Magen ließ die ganze Nacht hindurch keinen Schlaf aufkommen. Dank Jessies Schlafsack musste ich wenigstens nicht frieren.
Am Morgen des 15.12. gegen 8Uhr30 erschien Jessie in Begleitung eines Bergsteigers. Ich begrüßte ihn mit „I did not expect, that Mexican Guides arrange a Biwak-night for their clients.“ Ich machte ihm heftige Vorwürfe, dass G.V. sein Versprechen – Nachlieferung von Verpflegung und Schlafsachen – am vorangegangenen Nachmittag nicht eingehalten hat. Diese wurden von ihm mit dem Hinweis, ich hätte mich an die in Mexiko geltenden Gesetze zu halten, brüsk zurückgewiesen. Welchen Gesetzesverstoß ich begangen hätte, erklärte er nicht. Wenigstens konnte ich mir mit den von ihm mitgebrachten Lebensmitteln mein Frühstück zubereiten. Zufolge der Hungernacht war mein Körper so geschwächt, dass ich den für den 15.12. geplanten Aufstieg zum Hauptgipfel des Iztaccihuatl vergessen konnte. Mit weichen Knien schaffte ich wenigstens den Nebengipfel (5050m). Bei der Rückkehr zur Hütte war das mexikanische Pärchen nicht mehr anwesend. Jessie ließ die Bemerkung fallen, in zwei Tagen sähen wir uns wieder, und enteilte.
Am Nachmittag erschien G.V. mit meinen Schlafsachen und der Mitteilung, er hätte kurz vorher, kaum 100 Höhenmeter unterhalb der Hütte, ein Telefongespräch mit meiner Frau geführt. Damit gelang es ihm, meine Kritik seines Verhaltens im Keime zu ersticken. Mit freundlichem Lächeln und tiefstem Bedauern in der Stimme meinte er: Das mexikanische Pärchen waren „my friends“
was heißen sollte: Die beiden hätten mir auf sein
Geheiß hin Wasser bringen sollen und ich sei selber schuld,
wenn ich das Wasser nicht annehme.
Wenn dem tatsächlich so
gewesen wäre, drängen sich etliche Fragen auf:
Warum übergaben sie mir das Wasser nicht sofort bei ihrer Ankunft, sondern erst nach mehrmaligen meiner "Aufwärmphasen" im Windschatten der Hütte?
Warum erwähnten die beiden nicht einmal G.V.s Namen? Wenigstens diesen Namen hätte ich verstehen müssen, auch dann wenn ich keinen Deut Spanisch verstehe, und daran erkennen können, dass die zwei wirklich G.V.s Boten sind.
Aber warum gibt G.V. ihnen nicht auch die Lebensmittel mit, die weniger als ein Liter Wasser wiegen?
Hat er oder Jessie das Pärchen auf Altzomoni getroffen oder beim Aufstieg zur los Cien überholt?
Wenn G.V. bis 12Uhr wieder bei Altzomoni sein wollte, um dann den Aufstieg mit mir zu beginnen, hätte es für ihn ein Leichtes sein müssen, mir spätestens bis zum Einbruch der Dunkelheit meine Sachen zu bringen. Auch ein Führungswechsel beim Abstieg Jessies mit den drei Amerikanern auf halbem Wege lag im Bereich der Möglichkeiten.
G.V. war einfach zu faul, die im voraus bezahlte Dienstleistung zu erbringen.
Alle diese Fragen drängten sich mir auf, ich vermied
es aber, sie an G.V. zu stellen, sondern
ließ seine
Aussage "they were my friends" vorerst als schelmischen gag
gelten. Im nachhinein
ist sie ein Beispiel dafür, für
eigenes Versagen anderen die Schuld zu geben.
G.V. sagte, er würde am nächsten Tag mein guide bei der Besteigung des Hauptgipfels sein: 5Uhr Wecken, 6Uhr Aufbruch zur Tour. Am Abend waren außer mir und G.V. noch vier Personen in der Hütte. Wann diese erschienen waren und in welcher Gruppierung sie eventuell zueinander gehören war mir zu diesem Zeitpunkt völlig unklar, ja, auch unwichtig; mangels entsprechender Sprachkenntnisse konnte ich mich an der nachmittäglichen Konversation nicht beteiligen.
16.12.
Um 5Uhr stand ich auf und bereitete mein Frühstück.
Ohne ein ausgiebiges Frühstück genossen zu haben bin ich
unfähig, „alpine Taten“ zu verrichten. Während
ich esse schnarcht neben mir G.V.. Zehn Minuten vor 6Uhr – es
ist noch stockdunkel – wecke ich ihn „time to go!“;
seine Antwort: „Ted goes with you!“ Sagt's und weckt eine
der vier anderen Personen. Jetzt werden alle munter und es bricht die
übliche Hektik vor dem Abmarsch aus. Jetzt wird mir die Funktion
einer der vier Personen bewusst: Ted ist offenbar ein (neuer?) guide
aus der Mannschaft von G.V.; die Funktion der anderen drei erkenne
ich erst beim anschließenden Aufstieg: ein männlich
wirkender weiblicher guide mit zwei Klienten. Ich werde ebenfalls von
der Nervosität der Gruppe angesteckt und ver-gesse prompt meine
Brille. Zirka zweihundert Meter von der Hütte entfernt heißt
es wieder umkeh-ren, während die anderen drei schon ein gutes
Stück voraus den steilen Schotterweg aufsteigen.
Nichtsdestotrotz kann ich die Gruppe (keiner von ihnen wirkt älter
als 30 Jahre alt) am flachen Gletscher unterhalb des Hauptgipfels
überholen.
(Anmerkung: Ich möchte dies hier eigens
betonen, weil G.V. im E-mail an meine Frau dem Ted in den Mund legt,
ich sei nicht fit genug.)
Gipfelgrat und Abstieg zum Parkplatz
ohne besondere Vorkommnisse. Die allgemeine neidlose Anerkennung
meiner Leistung durch die wesentlich jüngeren Bergsteiger
versetzte mich in eine verständliche Hochstimmung, die in
weiterer Folge kein Misstrauen in welcher Weise auch immer aufkommen
ließ. G.V. bringt Ted und mich mit dem PKW nach Cholula. Im
Hotel sagt mir G.V., dass mich Ted auf den Pico de Orizaba begleiten
werde. Diese Bemerkung war dazu angetan, dass ich Ted weiterhin als
meinen guide betrachten konnte, was ich ja seit 6Uhr früh schon
getan hatte; es hatte nicht den geringsten Anlass zu irgendwelchen
Zweifeln gegeben. G.V. fährt weg, Ted und ich übernachten
in demselben Appartement.
Fazit bis hieher: Zwar konnte ich den Hauptgipfel des Iztaccihuatl besteigen, allerdings zehrten die zwei Nächte und drei Tage weit mehr an meiner Substanz als geplant, bzw. unumgänglich erforderlich gewesen wäre. Geplant war: Nach der ersten Nacht in der Hütte der Hauptgipfel und zurück zur Hütte. Nach der zweiten Nacht in der Hütte (zwecks besserer Akklimatisation an die Höhe) eventuell gemütlicher Aufstieg in Richtung Nebengipfel und Abstieg nach La Joya ... für meine Knie deutlich weniger Belastung als Aufstieg zum Hauptgipfel verknüpft mit prompt anschließendem Abstieg nach La Joya.
17.12.
G.V. fährt Ted und mich im PKW nach Tlachichuca.
G.V. erwähnt im Gespräch mehrmals, dass Ted mit mir auf den
Pico de Orizaba gehen wird. Nächtigung im Hotel in Tlachichuca.
18.12.
G.V. teilt mit, die Wetterprognose für die nächsten
Tage verheiße gutes Wetter.
Transfer für Ted und mich
per Truck zur Hütte Piedra Grande. G.V. verlässt uns. Ich
bin guten Glaubens, dass ich mit Ted am nächsten Tag auf den
Pico steigen werde. Als ich beginnen will, Zeitpunkt des Weckens und
Abmarsches zu besprechen, kommt die kalte Dusche:
Dass Ted mich auf den Iztaccihuatl begleitete, war eine Gefälligkeit des Ted gegenüber G.V., der zu bequem war, die Mühen des Aufstieges auf sich zu nehmen; er gab vor an einer Magenverstimmung zu leiden und fand in Ted ein leichtgläubiges Opfer, seine ihm im voraus bezahlte Dienstleistung von diesem erbringen zu lassen.
Zwar ist Ted ein ausgebildeter und befugter Bergführer aus Utah, aber kein bei G.V. angestellter guide. Er hat keineswegs die Absicht, bereits am 19.12. den Aufstieg zum Gipfel zu unternehmen. Aber am 20.12. könne ich ihm gerne folgen; er werde aber keine Bedenken haben vorauszueilen, wenn ich seinem Tempo nicht folgen könne.
Ich soll einen Revers unterschrieben haben, demzufolge ich für die Besteigung aller Berge in Mexiko auf die Begleitung durch einen Führer verzichte.
Ted gibt nun folgendes zu Protokoll:
Am 15.12. in der Hütte "Grupo de los Cien" sagt
G.V. to Ted:
"Tomorrow Siegfried will climb Izta and may be
he can follow you. My stomack is sick and I can not climb with
Siegfried." Ted means in this moment, he will make (a
friendshipwork) friends with Siegfried but not as a
guide.
(Anmerkung: Beim Verfassen des Protokolls hielt ich
sein Mitgehen mit mir auf den Izta als einen Freundschaftsdienst
gegenüber G.V. und nicht mir gegenüber.)
Am 17.12.
said G.V. to Ted:
"Siegfried signed a document that said:
Siegfried does not want a guide. On Orizaba Siegfried will
climb alone and may be follow you."
Ted: "I am not his
guide."
G.V.: "OK. and again he does not want a
guide."
Und etwas später in anderem Zusammenhang:
"On
tuesday (19th) Jessie or Guillermo or David will come to Piedra
Grande."
Ted Roxbury/ 129 Layton Ave./ Salt Lake City/ Utah 84115/ United States of America
Aus dieser letzten Aussage geht hervor: G.V. hat bewusst meinen Wunsch ignoriert, bei schönem Wetter bereits am 19.12. auf den Pico de Orizaba zu steigen. Er hätte bereits am 18.12. einen seiner Leute auf Piedra Grande mitnehmen müssen. Statt dessen beließ er mich in dem Glauben, Ted sei mein guide. Ein solches Verhalten ist kein tolerierbarer Schmäh oder Gag sondern Betrug in Reinkultur. Einen Aufenthalt auf Piedra Grande muss man in Kauf nehmen, will man den Gipfel besteigen; einen solchen Aufenthalt freiwillig ohne zwingenden Grund (wie z.B. schlechtes Wetter) verlängern zu sollen, ist eine inakzeptable Zumutung.
Eine Erklärung, einen "Hüttenanstieg alleine zu machen, da ich den Weg dorthin bereits kenne", umzudeuten in die Aussage "Ich wünschte keinen Führer auf den Orizaba" .... macht mich fassungslos, dass jemand imstande sein kann, derartige Lügen zu erfinden. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass G.V. spontan auf diese Idee kam, sie wird wohl geplant gewesen sein.
"Bezahlt
hat der Depp ja, jetzt wird er sich an meine Vorgaben halten
müssen und froh sein,
wenn wir überhaupt etwas
für ihn tun!!"
Solche oder ähnliche
Gedanken dürften hinter G.V.s Vorhaben, erst am 19.12. einen
guide
zu stellen, gestanden sein. Jedenfalls hatte er
nicht die geringsten Bedenken, mir einen
Zwangsaufenthalt
auf Piedra Grande zu verpassen.
Ich muss wohl wie ein begossener Pudel dagestanden sein: herrliches
Wetter, ich bin optimal in Form .... und kein Führer da. Beim
Aufstieg über einen mit Geröll bedeckten Steilhang in der
Dunkelheit mit Stirnlampe bin ich wegen meiner nachtschwachen Augen
auf einen Führer angewiesen; alleine unterwegs würde ich
für die Wegsuche viel zu lange brauchen. Und dann die Erklärung,
die ich unterschrieben haben soll!! Ich hatte den genauen Wortlaut
total vergessen; nach Teds Aussagen stellten sich aber bohrende
Zweifel ein: War ich tatsächlich so dumm, manche Vokabeln nicht
verstanden und dennoch unterschrieben zu haben, um G.V. eben einen
Gefallen zu erweisen???? Wenn dem so wäre, muss ich mich
möglicherweise darauf einstellen, dass mich dieser Halunke G.V.
auf Piedra Grande sitzen lässt. Ted hatte G.V.s Äußerung
"he does not want a guide" kritiklos hingenommen und sich
keine Gedanken gemacht von der Art: "Spinnt denn dieser Mensch?
Zahlt einen Haufen cash für Transport, Unterkunft und Führung
und dann soll er keinen guide wünschen???" Dies beweist die
Überzeugungskraft des Schwindlers namens G.V.
Was soll ich
jetzt tun?
Ich entscheide mich: der 19.12. wird zum "Wandertag",
Erkundung des Weges bis zum Gletscher, am 20.12. werde ich hinter Ted
nachsteigen.
19.12.
Am Abend, bei Beginn der Dämmerung, erscheint G.V. mit Luba. Ihn hatte ich am allerwenigsten erwartet, ich hätte auf David getippt, bzw. dass niemand seiner Mannschaft kommt. In mir begann es aus Wut darüber, von ihm betrogen worden zu sein, zu kochen! Meine Vorwürfe kamen daher nicht gerade leise von meinen Lippen: "Where is my guide?" "Look at the program! If weather good on 19.12., than ascent to top. Weather was good today, but no guide for me!!!" "You got cash, now bring your service or give cash back!!!" Er blätterte in seinen Unterlagen eine Weile bis er unseren Schriftverkehr fand. Aus seiner Debatte mit Luba, Gestik und Körpersprache musste ich schließen: Der Mann hat sich um meine Wünsche in keiner Weise Gedanken gemacht, sondern wird etwa gedacht haben: "da haben wir ja drei Tage Zeit, irgendwann dazwischen wird es sich schon machen lassen, dass wir diesem Klienten einen guide zur Verfügung stellen können." Ich wollte unbedingt auf den Gipfel kommen, habe daher für den äußersten Notfall, dass das Wetter tatsächlich an zwei aufeinander folgenden Tagen schlecht sein sollte, noch einen Reservetag eingeplant und bezahlt!! Laut Programm war für den 20.12. Nächtigung in Tlachichuca vorgesehen, Nächtigung auf Piedra Grande nur bei vorherigen zwei Schlechtwettertagen oder so später Rückkehr vom Gipfel, dass ein Transfer ins Dorf nicht mehr möglich ist. Ein Nachtlager auf Piedra Grande nimmt man in Kauf, um auf den Gipfel zu kommen; es als Vergnügen anzustreben ist Masochismus. Das Fass zum Überlaufen brachte seine im Brustton der Überzeugung vorgebrachte Behauptung -- ich kann es heute noch nicht fassen, dass jemand in der Lage sein kann, so ohne jegliche Hemmung eine Lüge zu sagen -- "on los Cien you had food, you had water und you had sleepingback". Im Gefühl der völligen Hilflosigkeit, sich wegen mangelnder Sprachkenntnisse gegen Falschheit und absolut unwahre Behauptungen nicht wehren zu können, konnte ich ihn nur mehr anbrüllen "but not m y food, not m y water, not m y sleeepingback", denkend an die beiden Sandwiches im Plastiksackerl, das Wasserangebot des mexikanischen Pärchens und meine Luftmatte und Schlafsäcke. Die heftige Auseinandersetzung endete mit dem Beschluss: G.V. wird mich am nächsten Tag auf den Gipfel führen, Wecken um 0 Uhr, Abmarsch 1 Uhr.
20.12.
Kurz nach 0Uhr werde ich munter; G.V. schnarcht. Wer weckt wen? Der
Bergführer seinen Klienten oder der Klient den guide???? Etwa
eine Stunde später muss ich Wasser lassen; G.V. schnarcht. Um
zirka 2Uhr30 stehe ich auf und bereite mein Frühstück zu.
Es geht alles etwas mühsam im mageren Schein des Lichtes vom
Display meines Handys .... meine Stirnlampe gab am Abend zuvor den
Geist auf. Um zirka 3Uhr30 Aufbruch; nach meiner Berechnung noch
nicht zu spät für den Gipfelaufstieg.
(Anmerkung:
Für 1500 Höhenmeter benötige ich in unseren Alpen vier
Stunden, in Höhenlagen ab 4000 m die doppelte Zeit, also 8
Stunden; maximal 2 Stunden Rastzeit, 3 Stunden für den Abstieg,
ergibt eine Totalzeit von 13 Stunden. 4 + 13 = 17 , um 18 Uhr geht
die Sonne unter, hieße: anderthalb Stunden Tageslicht als
zusätzliche Reserve. Vier Uhr früh war keineswegs zu
spät.)
G.V. geht hinter
mir, nur er hat eine Stirnlampe. Es geht besser voran als ich
befürchtete. Wir erreichen bei Anbruch der Dämmerung den
Beginn des teilweise mit gefrorenem Schnee bedeckten Schrofengeländes
unterhalb des Gletschers. Hier erklärt G.V., ohne Pickel gäbe
es kein Weitergehen, ein Pickel sei beim Begehen dieser Regionen
erforderlich. Ich hatte im Vorjahr auf dem selben Wege bis hinauf auf
5300 m keinen Pickel benötigt, die Stöcke reichten, daher
hatte ich keinen Pickel von zu Hause mitgenommen und auch nicht bei
G.V. deponiert, dass ich einen solchen benötigen werde. Auf die
Frage, warum er mich nicht schon vor dem Weggehen von der Hütte
auf das Fehlen des Pickels aufmerksam gemacht habe -- was bei
Kontrolle der Ausrüstung durch den Bergführer zu erwarten
gewesen wäre -- gab er keine direkte Antwort sondern wiederholte
stur: in dieser Region nur mit Pickel. Dann gehe ich eben alleine
weiter!! Ich löste die Eisen vom Rucksack, den ich hinter mir
auf einem Felsblock deponiert hatte, und legte sie vor mir auf den
Boden. Sodann drehte ich mich um, um die Schnallen zu schließen.
In diesem Moment packte G.V. meine Steigeisen und nahm sie an sich.
Jetzt war ich der Zweite: Mit ihm um die Eisen raufen .... das gibt
mit Sicherheit bei der Polizei ein Nachspiel, bei dem er der Sieger
sein wird. Wenn ich jetzt noch irgendwoher Hilfe bekommen kann --
finanzielle Abgeltung für im voraus bezahlte, nicht erbrachte
Dienstleistungen -- dann höchstens von der Österreichischen
Botschaft in Mexico City. Daher möglichst rasch dorthin. Abstieg
zur Hütte, Rückfahrt nach Tlachichuca, dann mit dem PKW
zusammen mit Ted, der übrigens auf die Besteigung des Gipfels
verzichtet hatte, nach Mexico City.
Die Vorsprache in der Botschaft brachte allerdings auch kein anderes Ergebnis als ich es schon vorher erfahren hatte aber nicht glauben konnte: Der Gang zu den mexikanischen Behörden ist ein qualvoll langer, aber letzten Endes ergebnislos endend. 250 USD als Ersatz für den vorenthaltenen Gipfel auszuhandeln, war ein Verdienst des Sekretärs in der Österreichischen Botschaft.
Die Verlogenheit dieses Mannes geht besonders deutlich aus einer E-mail hervor, die er vor dem Gespräch in der Österreichischen Botschaft an meine Frau sandte.
Übersetzung der E-mail vom 22.12.06, 8Uhr17 GMT von G.V. an meine Frau
Betreff: Über die Ausflüge mit Siegfried.
Liebe Amanda!
Ich bin sehr traurig, ich kann
heute kaum schreiben nach einer langen Fahrt mit Siegfried.
Sicherlich hat er Dir schon geschrieben, ich werde Dir ein bisschen
erzählen, was passiert ist.
Am Izta
(Anmerkung:
gemeint ist hier Altzomoni-Hütte)
in der ersten Nacht in
der Hütte kam eine Frau, ihr Ehemann hatte sich verirrt, war
draußen ohne Bergbekleidung, ohne Lampe. Ich ging hinaus ihn
suchen, mehr oder weniger die ganze Nacht, rief die Polizei an und
Rettungstrupps, am nächsten Tag bat mich die Polizei zu warten,
um genaue Informationen geben zu können. Ich war der einzige
Mexikaner und der einzige Führer. Außerdem musste ich
hinunter nach Amecameca, um David und Ted abzuholen. Von diesem
Moment an schrie Siegfried nur mehr mit mir, beschimpfte mich und
sagte, dass es ihm egal sei, wenn dieser verirrte Mann sterbe, er
werde allein gehen.
(Anmerkung: In dieser Formulierung
kann ich nicht gesprochen haben; ich weiß heute noch nicht, wie
man "egal sein" auf Englisch ausdrückt. Wenn ich auf
Altzomoni Grund zum Schreien gehabt hätte, hätte ich
garantiert keine von G.V. verfasste schriftliche Erklärung
unterschrieben.)
Obwohl dieser (Mann) noch nicht zurück
war, wollte Siegfried nicht warten. Er hätte nur drei Stunden
warten müssen, ich rief Hilarión (=Jessie) per Funk an,
damit er mit den anderen Klienten absteigt, der Hilarión stieg
mit Siegfried auf und ich stieg ab in die Joya mit den Kunden weil
Siegfried mich nur beschimpfte.
(Anmerkung: Tatsächlich ist Hilarión mit mir aufgestiegen, nämlich von 20 Höhenmetern (!!!) Entfernung von der Hütte Grupo de los Cien bis zu dieser; keinesfalls von einem Punkt weit entfernt von der Hütte, irgendwo zwischen La Joya und der Hütte, wie G.V.s Schilderung es vermuten ließe. Auf Altzomoni bestand kein Grund zu lautstarken Protesten.)
Hilarión übergab Siegfried mit zwei Mexikanern (Mitglieder unserer Gruppe) Essen, Wasser und einen warmen Schlafsack in der Refugio los Cien.
(Wie es sich tatsächlich abgespielt hat siehe meine Schilderung der Ereignisse am 15.12.!!!!)
Wir stiegen ab und in derselben Nacht noch auf, David Ted Hilarión und ich gingen mit Wasser und Essen und mehr Sachen von Siegfried zum Refugio als Siegfried schlief.
(Anmerkung: Dies ist gelogen. Hilarión kam am Morgen des 15.12. zu los Cien, David und G.V. kamen am Nachmittag dieses Tages, von einem Aufstieg in der Nacht kann daher keine Rede sein. G.V. hat geschlafen und ich konnte dies wegen meines vor Hunger knurrenden Magens nicht.)
Als Hilarión ankam, schimpfte Siegfried, sagte böse Worte zu Hilarión, aber sie waren am ersten Gipfel. Am nächsten Tag nahm Ted Siegfried zum Hauptgipfel, aber Siegfried folgte den Sicherheitsanweisungen nicht. Ted sagte ihm, er muss am Beginn des Gletschers Steigeisen anlegen, Siegfried gehorchte nicht und rutschte aus. Ted half ihm auf. Wir stiegen nach Cholula ab.
(Anmerkung: Welche Sicherheitsanweisungen? Nach einer halben Stunde des Aufstieges bereits Rasten, um zu trinken, wie es Ted wollte? Meine Antwort: Erste Rast frühestens nach zwei Stunden; zweieinhalb Stunden nach Aufbruch fand diese statt, und zwar nach Überquerung des flachen Gletschers vor dem letzten Gipfelanstieg; die Gruppe dreier junger Bergsteiger hatte ich mittlerweile überholt. Dass am Beginn des Gletschers Steigeisen anzulegen waren, war mir nach Augenschein und Westalpen-Erfahrung wohl selber klar .... Teds angeblicher Aufforderung bedurfte es daher erst gar nicht. Das Ereignis "Ausrutschen am Gletscher" entspringt der lebhaften Phantasie des G.V., ist also eine glatte Lüge.)
Am Orizaba besprach ich mit Siegfried, dass wir an seinem Geburtstag auf den Gipfel gehen würden, und er stimmte zu. In der Zwischenzeit hat er seine Meinung geändert, er wollte am 19. auf den Gipfel, aber Ted sagte ihm, er würde nicht mit Siegfried gehen (Ted war verängstigt weil Siegfried für den Aufstieg nicht fit ist), ich sprach mit Ted und sagte ihm, dass Siegfried die Sicherheitsvorkehrungen nicht einhält, dass er ohne Pickel gehen will.
(Anmerkung: Von einer
Meinungsänderung in einer Zwischenzeit (welcher denn?) kann
keine Rede sein. Das Programm lautete eindeutig: Aufstieg auf Orizaba
am 19.12., wenn Wetter schön. Das
Wetter hätte am 19.12. nicht schöner sein können, aber
keiner von G.V.s Führern war da. Dass Ted verängstigt
gewesen sei, weil ich nicht fit oder vielleicht nicht fit genug sei,
kann ich mir nicht vorstellen ... bin ich ihm doch beim Aufstieg auf
den Izta zeitweilig vorausgeeilt.
Dem Ted sagt er, dass ich ohne
Pickel gehen will .... entgegen den "Sicherheitsvorkehrungen";
mich lässt er dann am 20.12., 3Uhr30, ohne Pickel von der
Hütte aufbrechen, ohne einen Muckser zu machen, dass ich
unbedingt einen Pickel mitnehmen müsse!!! Wie reimt sich dies
zusammen?
Ich bin bei Siegfried am 19.12., neuerlich schimpfte er, hörte nicht zu, wusste nicht welcher Tag es war, Luba und ich erklärten ihm, dass ich mit ihm in derselben Nacht weggehen würde oder er könnte am 21. mit Luba gehen.
(Anmerkung: Dass er verabsäumt hat, für den am 19.12. geplanten Gipfeltag einen Führer zu stellen, verschweigt er tunlichst. Ich habe mich seiner Ansicht nach damit zufrieden zu geben, was er für gut befindet und entscheidet. Ungerührt läßt er den Schönwettertag ungenützt verstreichen.)
Siegfried schrie nur, ich sagte
dass ich um Mitternacht weggehen werde. Siegfried sagte ja, aber um
diese Stunde stand er nicht auf.
(Anmerkung: Warum hat
nicht er mich geweckt? Wäre wohl seine Angelegenheit
gewesen.)
Um 1Uhr stand er auf, ging ins Clo, aber schlief
weiter. Um ½ 3Uhr wird er munter und Siegfried sagt: gehen wir
jetzt oder du zahlst viel Geld. Ich bin fertig aber Siegfried braucht
noch lange, es ist 4Uhr früh, viel zu spät.
(Anmerkung: Für 1500 Höhenmeter benötige ich in unseren Alpen vier Stunden, in Höhenlagen ab 4000 m die doppelte Zeit, also 8 Stunden; maximal 2 Stunden Rastzeit, 3 Stunden für den Abstieg, ergibt eine Totalzeit von 13 Stunden. 4 + 13 = 17 , um 18 Uhr geht die Sonne unter, hieße: anderthalb Stunden Tageslicht als zusätzliche Reserve. Vier Uhr früh war keineswegs zu spät.)
Siegfrieds Lampe funktioniert nicht. Ich fragte ihn, ob er alle seine Geräte hätte, Steigeisen, Pickel und andere Sachen.
(Anmerkung: Nach "ice ax"
hat mich G.V. nicht gefragt und auch nicht nach Pickel: Weder am
Abend des 19.12. noch am Morgen des 20.12. So dunkel war es in der
Hütte keinesfalls, um nicht erkennen zu können, dass ich
weder am Rucksack noch in der Hand einen Pickel trage.
Am Abend
zuvor brannte das Lämpchen in meiner Stirnlampe durch;
Ersatzlämpchen hatte ich nicht; Luba hätte mir ihre
Stirnlampe borgen können, in der Hütte hätte sie diese
nicht unbedingt gebraucht, weigerte sich jedoch, meiner Bitte zu
folgen.)
Siegfried sprach Deutsch. Wir gehen hinauf, es gibt Eis, nicht Schnee wie im Vorjahr, ich sage wir nehmen jetzt die Steigeisen und den Pickel, aber Siegfried hat seinen Pickel vergessen. Siegfried will ohne Pickel ins Eis, er schreit, droht mit der Polizei, dass er sagen wird, dass ich sehr schlecht bin, wenn ich ihn nicht ohne Pickel gehen lasse, sein Leben interessiere ihn nicht, dann redet er wieder deutsch, wir steigen zur Hütte ab.
(Anmerkung: Ich kann mich nicht
mehr erinnern, welche meiner Aussagen G.V. dahin auslegt, dass "mein
Leben mich nicht interessieren" solle ... diese Aussage ist an
sich schon absurd.
Warum verschweigt er, dass es ihm glückte
mir die Steigeisen wegzunehmen?)
Luba sagt, dass er noch immer Zeit genug hätte und mit ihr gehen könnte. (Insgesamt drei Führer: Ted am 19.12., ich am 20.12., Luwa am 21.12.)
(Anmerkung: Ted als Führer ????? Ted ist kein Mitglied von G.V.s Mannschaft, sondern sein Klient. Unverfroren tischt G.V. hier meiner Frau eine glatte Lüge auf.)
Ich will erklären, aber Siegfried weiß nicht, welcher Tag es ist, er schimpft nur auf deutsch.
(Anmerkung: Während des Urlaubs soll es manchmal schon vorkommen können, dass man sich fragt "Ist heute Dienstag oder doch schon Mittwoch?")
Ted spricht mit Siegfried, Siegfried beruhigt sich etwas und sagt, ich soll den Transporter nach Tlachichuca bestellen. Unten sage ich ihm, dass er immer noch zwei Tage hat. Aber Siegfried sagt, sein Flug gehe am 21.12. Ich erkläre, dass das nicht stimmt, aber Siegfried sagt ja, er will zum Hotel Catedral fahren. Ich führe ihn dorthin, ich zahle zwei Nächte, die nicht im Programm sind, dort fühlt er sich besser. Ich erkläre ihm nochmals, dass er immer noch zwei Tage hat, Siegfried glaubt mir nicht. Er studiert seinen Routenverlauf und er kapiert endlich, dass er immer noch zwei Tage hat.
(Anmerkung: Das war von mir bewusst inszeniertes Theater, um genügend Zeit zwecks Beratung in der Österreichischen Botschaft zu gewinnen. Die Wut über die erlittenen Betrügereien ließ mich den Gipfelwunsch hintanstellen. Außerdem hätten meine Lebensmittelvorräte nicht gereicht, sie waren für die vorhergesagten zwei Schönwettertage programmiert. Zwei Hotelnächte hätte er laut Programm auf jeden Fall einkalkulieren müssen; bei Schönwetter am 19.12. wären sie zu konsumieren gewesen.)
Nun erreicht mich ein Anruf von der Österreichischen Botschaft, Siegfried will Geld.
Nie in meinem Leben haben mich
Leute so beschimpft und so mit mir geschrieen wie in diesen Tagen
Siegfried mit mir und mit meinen Führern.
Ich habe geweint
und vor allem Beleidigungen jeder Art (Anm.: ... hinnehmen
müssen????)
In einigen Stunden werde ich in die Botschaft
gehen, um mit Siegfried zu sprechen und mit Leuten der Botschaft.
Siegfried war bereits in der Botschaft um zu sagen, dass er Geld
will. Jetzt weiß ich nicht was ich tun soll. Es schmerzt mich
weil ich Siegfried und Dich liebe. Es macht dabei nichts aus, dass
Siegfried jetzt eine ganz andere Person ist. Wenn Du anrufen könntest
wäre es gut. Es gibt viele Leute, die alles gesehen haben (aus
Mexico und anderen Ländern), heute haben sie mit mir gesprochen
und mich gefragt und wollten eine Erklärung für das, was
sie gesehen haben.
Mag.rer.nat. Siegfried Hebenstreit
Rainbach 78 (Rachling), 8510
Marhof
AUSTRIA
Der Originaltext der E-mail des G.V. an meine Frau:
Querida Amanda
Yo estoy muy triste, a penas hoy puedo escribir, después de un viaje muy largo con Sigfried, seguramente ya te escribió, voy a contarte un poco lo que pasó
En el Iztaccihuatl la primer noche en el Refugio una mujer llegó en la noche y su esposo estaba perdido afuera sin ropa de montaña o lámpara, salí a buscarlo casi toda la noche llamé a la policía y grupos de Rescate, el día siguiente me pidió la policía esperar para dar bien la información, yo era el único Mexicano y guía , también tenía que bajar a Amecameca por David y Ted , desde ese momento Sig me gritó, insultó y dijo que no le importaba si el hombre perdido moría que él se iría sólo , aún así lo seguí a tras y no quiso esperar, únicamente tenía que esperar tres horas, y llamé a Hilarión por radio que bajaba con otros clientes, Hilarión subió con Sig y yo bajé a la joya con los clientes, porque Sig solo me gritaba.
Hilarión puso a Sig con dos mexicanos (miembros de nuestro grupo) , comida, agua y sleeping caliente, en el Refugio los 100,
Bajamos, subimos la misma noche, David, Ted Hilarión y Yo subimos con agua comida y mas cosas cuando Sig dormía en el refugio, cuando Hilarión llegó, Sig Gritó dijo malas palabras a Hilarión, pero fueron a la primer cumbre, el día siguiente Ted llevó a Sig a la Cumbre pero no obedecía las indicaciones de seguridad, Ted le dijo que use crampons al entrar al glaciar, Sig no lo obedece y resbala, Ted lo ayuda,
Bajamos a Cholula
En el Pico de Orizaba yo hablé con SIG para que subiera el día de su cumpleaños y esta de acuerdo, y después cambió de pensar, subir a la cumbre el 19 pero Ted le dijo que no subirá con SIG, (Ted esta asustado porque Sig no esta bien para subir), yo hable con Ted y dice que SIG no obedece la seguridad, quiere subir sin piolet.
Yo estoy con Sig (19 Diciembre) Sig , nuevamente grita, no escucha, no sabe que día es, Luba y yo explicamos que yo voy a ir con Sig esa misma noche, otra opción es Ir con Luba, el día siguiente (21) , Sig únicamente grita, dije que subiremos a media noche, SIG dice Si, pero a la hora no se levanta, 1:00 am se levanta va al baño pero duerme otra vez, a las 2:30 despierta yo espero, Sig Dice "vamos ahora o pagas mucho dinero", yo estoy listo, SIG tarda mucho y vamos a las 4:00 am muy tarde, la lámpara de SIG no sirve , yo le pregunto si tiene todo su equipo , campones ixe axe, y otras cosas, SIG , habla en alemán, vamos a arriba, hay hielo , no hay nieve como el año pasado, digo "vamos a usar crampons y Ice Axe, pero Sig Olvidó su Piolet, Sig quiere subir sin ice axe en el Hielo, grita, amenaza con ira a la policía y decir que Yo soy muy malo si yo no lo dejo ir sin ice axe, no le importa su vida, después habla en alemán, bajamos al refugio , Luba explica que aun tiene días y puede subir con ella (en total 3 guías , Ted 19 Dic, yo 20 Dic y Luba 21 dic), yo trato de explicar SIG no sabe que día es, solo grita en alemán, Ted habla con SIG, se calma un poco y me dice que llame a la camioneta para bajar a Tlachichuca, abajo le digo que tiene mas días (es el día 20) , pero Sig dice que el 21 va su avión, yo le explico que no, pero SIG dice que sí, SIG quiere ir al Hotel Catedral, lo llevo y pago las 2 noche que no están en el programa, ahí se siente mejor, yo explico que aún tiene 2 días más, SIG no me cree, pero revisa su itinerario y Sig entiende que le faltan dos días más.
Ahora tengo una llamada de parte de la Embajada de Austria, Sig quiere dinero.
Nunca en mi vida, las personas me gritaron o insultaron tanto como estos días SIG , también a mis guías, he llorado y soportado insultos de toda tipo, en unas horas voy a la embajada para hablar con Sig y personas en la Embajada (Sif fue a la embajada para pedir que yo le dé dinero), aún no se que hacer , duele mucho porque quiero a Sigfried y a Ti Amanda. Sin importar que ahora Sigfried es ahora una persona muy diferente.
Si puedes Hablar por teléfono será bueno.
Hay muchas personas que vieron todo lo que pasó (de México y otros países) hoy me hablaron preguntando, y quieren explicar lo que vieron)
©
mag.heberl@utanet.at //