Reisebericht Griechenland Sommer 2000

vom 13.Juli
bis 6.August 2000
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Schon seit Wochen treffen wir gut gelaunt unsere Vorbereitungen. Wir legten Reiseziele fest, meine Urlaubsplanung war recht schwierig doch letztlich klappte doch noch alles.
Endlich kam dann vom Reisebüro der Anruf daß unsere Minoan Tickets zur Abholung bereitliegen. Von da an ging es Schlag auf Schlag.
Es ist für uns der erste Urlaub ohne unsere Tochter, auch ohne Oma und Tippi (Yorkshire Terrier). Nur Wolfgang und ich - was werden wir wohl alles unternehmen; wird uns die Langeweile befallen?????
Donnerstag, 13. Juli 2000 St. Pölten - Pack
Mit dem Womo nach St. Pölten, noch bin ich nicht ganz im Urlaub. - haben wir wirklich alles eingepackt? Haben Carina und Tippi alles was sie brauchen??? Nachdem ich meinen Job erledigt habe geht es um 20.20 Uhr los. Bei frischen, stürmischen Wetter von St. Pölten auf der Autobahn bis zum Rasthaus Pack wo wir kurz nach Mitternacht eintrafen. Huch, es ist kalt, nur etwa +5°! Noch eine Kleinigkeit gegessen und dort am Parkplatz, welcher hell erleuchtet war, übernachtet. Hier standen zahlreiche Womos über Nacht.
Freitag, 14. Juli Pack - Venedig
"Heute werden wir das Meer sehen" , mit diesem Gedanken erwachte
ich.
Wir haben gut geschlafen und ausnahmsweise "Zeit". Im Rasthaus
gefrühstückt, danach Aufbruch in Richtung Arnoldstein. Nach einer kurzen Rast
passierten wir um 12 Uhr die italienische Grenze. Während der Fahrt durch das
Kanaltal warteten wir gespannt bei jeder Tunnelausfahrt auf blauen Himmel, doch
je weiter wir kamen, umso dunkler und dichter wurden die Wolken. Schließlich
ratterten wir von einem Wolkenbruch zum nächsten. Plötzlich ein Knall - was
war das jetzt? Der Scheibenwischer auf der Fahrerseite ist abgehoben, bzw. weg
katapultiert! Sehr unangenehm bei Platzregen auf der Autobahn! Also langsam und
vorsichtig bis zur nächsten Tankstelle wo wir ein neues Scheibenwischerpaar
(30.000Lire) montieren ließen. Die Autobahnmaut betrug 19.000 Lire.
In Venedig
angekommen sind wir erst zum Hafen San Basilio gefahren, doch es hieß umkehren.
Nach einigem Herumirren fanden wir dann den von A.
Kaluza beschriebenen Parkplatz. Wir befinden uns in zahlreicher
WOMO-Gesellschaft. Mit einem Vaporetto wollen wir in die Stadt. San Marco
wartet! Ein heftiger Regenguss verschiebt unser Vorhaben. Etwas später
marschierten wir los und es klappte alles wie am Schnürchen. Das Bummeln macht
müde und hungrig. Pizza in Venedig muss besonders gut schmecken - so dachten
wir, doch das Besondere war nur die Höhe der Preise! Auf der Rückfahrt mit dem
Vaporetto hat uns ordentlich gefroren. Es war windig und kalt. Wir beschließen
unseren Vendig-Abend gemütlich im WOMO - mit Blick aufs Meer.
Samstag, 15. Juli Venedig - auf See
Eine unruhige Nacht in vielerlei Hinsicht liegt hinter uns. Am Übernachtungsplatz war ein Wirbel wie vor zwei Jahren am Parkplatz in Arnoldstein, zudem noch drei Gewitter. Die Platzgebühr: 70.000 Lire! Das Wetter hat sich gebessert. Die Sonne wärmt uns und die Wasserlachen beginnen aufzutrocknen. Um 7 Uhr 55 fahren wir zum Einchecken in den Hafen. Im Hafenbüro stehen schon etliche Leute vor uns am Schalter an, doch es geht alles recht flott. Pünktlich um 11 Uhr begann das Einschiffen. Diesmal gehörten wir zu den ersten WOMOS die eingewiesen wurden. Rums, die Rampe hoch und wir bekamen einen Traumplatz zugewiesen mit Blick aufs Meer. So haben wir die erste Hürde bewältigt. An Bord der Aretousa sind enorm viele Passagiere. Erstmals fielen uns auch Mitreisende aus Tschechien und Polen auf. Bei gewittrigen Wetter legte die Aretousa pünktlich um 13.00 Uhr ab. Die Fernsicht war recht gut. Auf Deck in der Sonne glutheiß - im Schatten kalt und windig. Wir genossen den Ausblick bei einem Gläschen Wein. Das Abendessen im Selfservice war prima und wir hatten einen schönen Eßplatz mit Meerblick ergattert. Danach gab es in der Bar Lifemusik zur Einstimmung auf Griechenland.
Sonntag, 16. Juli auf See-Patras
Draußen ist es hell, nach griechischer Zeit genau sieben Uhr. Wir sind noch sooooo müde! Wie spät ist es jetzt? Kurz vor neun Uhr! Nun aber schnell unter die Dusche, dann anziehen-sonst ist nix mehr mit Frühstück! Die Sonne lacht vom Himmel, zwar ist es nicht wolkenlos, aber die Aussichten dafür stehen gut. Rauf auf Deck - zu kalt, runter und wärmer anziehen. Wieder hinauf - kurze Zeit später wieder hinunter - umziehen; es ist viel zu heiß! Dieses Spiel hat den halben Tag gedauert.....Als wir uns auf Höhe der Ionischen Inseln befanden wurde die See etwas rauer. Mit einem Riesenklatsch schwappte der Swimmingpool mehrmals kräftig über. Es war nicht einfach sich an Deck zu bewegen ohne sich festzuhalten...Ankunft im Hafen von Patras knapp vor 21 Uhr. Durch das Gewirr am Hafen hinaus in Richtung Rio. Auf der Staatsstraße ging es flott dahin. Der Straßenrand war gesäumt von achtlos weggeworfenen Müll, Plastik und Glasflaschen. Zwischendurch sahen wir angekohlte Oleandersträucher. Es ist das Jahr in dem in Griechenland aber auch in Kroatien eine große Hitzewelle herrscht und besonders schwere Waldbrände das Land verwüsten.
Als wir eine Mautstation sahen durchfuhr uns ein Schreck! Wir waren zu weit gefahren. Wolfgang hatte seinen Fahrstil bereits nach einigen Kilometern den Gegebenheiten angepasst. Handzeichen, Vollgas, Hupe, Ignorieren von Sperrlinien usw. - und auch gleich ein Wendemanöver auf der Schnellstraße.....Nach einigem Herumirren fanden wir dann unser Ziel, den Campingplatz Rio Mare. Mit einem Glas Ouzo wurden wir herzlich begrüßt. Gegrillte Fleischbällchen, Pommes und griechischer Salat, fein! Endlich wieder festen Boden unter den Füßen!
Montag, 17. Juli Rio-Delfi
Wir hatten es nicht weit zum Fährhafen von Rio. Die Tickets bekamen wir an
Bord und nach ca. 15 Min. erreichten wir Andirrio am Festland. Der
Küstenstraße entlang durch Nafpaktos (entzückende Stadt, leider keine
Parkgelegenheit gefunden). Wir entdeckten eine wunderschöne, ruhige Bucht und
nützten die Gelegenheit für unser erstes Bad. Feiner Kiesstrand, glasklares,
nicht zu kaltes Wasser und sogar Strandduschen! Nach
diesem erfrischenden
Zwischenstop ging es über Itea nach Delfi. Am Nachmittag checkten wir im
Campingplatz Apollon ein und sammelten in dieser atemberaubend schönen,
mystischen Landschaft Kräfte für die Besichtigung der antiken Stätten. Eine
unendliche Weite lag uns zu Füßen und in der Ferne das Meer.
Dienstag, 18. Juli Delfi- Levadia-Thiva-Mandra-Piräus-Santorin
Schon um 8 Uhr brachen wir auf zur Besichtigung um der mörderischen Hitze zu
entgehen. Wir waren tief beeindruckt - aber auch total erledigt.
Der steile Berg
hat es in sich! Bis zum Stadion hinauf haben wir alles besichtigt. Wir hatten
das Glück uns einer hervorragenden Führung anschließen zu können. Ab da
hatten wir den Eindruck als lebte die Vergangenheit!
Abreise am Nachmittag über Levadia, Thiva. Landschaftlich wunderschön! Erst durch eine sehr fruchtbare Tiefebene wo unzählige Beregnungsanlagen in Betrieb waren, dann über eine gebirgige, sehr stark frequentierte Straße nach Mandra. In einem Supermarkt günstig unsere Vorräte aufgefüllt und weiter nach Piräus. Endlich am Hafen angelangt ging alles blitzschnell. An sich wollten wir uns nur erkundigen über eine Fährpassage nach Santorin - abenteuerlich! Es war 16 Uhr und schon hatten wir die Tickets für die 17 Uhr Fähre! Gleich wurden wir auf der Hellas Adonis eingeschifft. Stops gab es Paros, Naxos und Ios ehe wir um 2.30 früh in Santorin anlegten. Bezaubernd schön war der Ausblick, der sich uns bot. Es war eine Vollmondnacht. Alle Orte glitzerten und funkelten in der Stille. Es sah aus, als läge am Rande der Caldera eine üppige Lichtergirlande. Wir kamen aus dem Staunen nicht heraus! Als wir vor Anker gingen sahen wir die zahlreichen Serpentinen an der fast senkrechten Felswand.....Also todmüde gegen drei Uhr morgens vom Hafen Athinios den Berg hoch. Auf einem Parkplatz neben einer Kapelle schliefen wir einige Stunden. Die Straße dort erwies sich allerdings als Rennstrecke, vor allem für Mopeds!
Mittwoch, 19. Juli Santorin - Akrotiri - Oia
Hurra, wir sind auf Santorin! Noch k.o. vom Vortag und der vergangenen Nacht
vergaßen wir ganz auf unser Frühstück. Schon wieder gab es so unglaublich
viele, schöne Dinge zu sehen! Wir wählten den Campingplatz
Perissa. Erst
kühlen, frisch gepressten Orangensaft und ab über die Straße zum Strand.
Schwarzer, glitzernder, glutheißer, feiner Kieselstrand erwartete uns. Der
Meltemi frischte immer wieder kurz auf und wirbelte unseren Sonnenschirm vom
Strand in die See....Das Wasser ist glasklar, angenehm warm und glatt wie ein
See. Sowohl unser Campingplatz als auch unser Strand liegen am Fuße des
Mesavounò. Es war ein Erholungstag. Abendlicher Souvlaki-Schmaus in einer
Taverne direkt am Strand. Preise groß, Portionen sehr bescheiden.
Donnerstag, 20. Juli Akrotiri - Fira - Oia
Auf den Kykladen sind die meisten Campingplätze auf Rucksack-Touris eingestellt und es ist nicht einfach einen schattigen Stellplatz für ein (eh kleines) Womo zu finden. Unter den Olivenbäumen durchzukommen klappt halt nicht so einfach. Zudem müssen wir zugeben, daß wir mittlerweile schon zu einer Generation gehören, wo Ruhe und Beschaulichkeit Vorrang haben - da sind die Kykladen leider nicht ganz das Richtige - zumindest nicht in der Hauptsaison, an die wir allerdings beruflich gebunden sind. Bevor wir nach Fira fuhren sahen wir uns die Ausgrabungen in Akrotiri an. Fantastisch! Natürlich beschafften wir uns reichlich Bücher um geschichtliches Wissen aufzufrischen. Vor unserem Urlaubsantritt hatten wir noch große Bedenken was Getränke-Kühlung betrifft. Völlig umsonst! Alle paar Meter steht ein Kiosk mit gekühlten Getränken.
Nun ist Fira unser Ziel.
Am Rande der Stadt fanden wir einen riesigen
Parkplatz und stellten unser Womo ab. Festes Schuhwerk und Sonnenschutz und los
ging`s. Durch zahllose Gässchen der Innenstadt bis zum alten Hafen. Wieder
konnten wir uns kaum sattsehen! Die Häuser kleben wie Schwalbennester am
Kraterrand. Die Farben weiß und blau sind vorherrschend, dazu die sanften
Formen der Häuser, die schwarzen Kraterwände und das tiefblaue Meer.
Kilometerweit marschierten wir durch die engen Gassen der Altstadt. Die
zahlreichen Tavernen laden zum Verweilen ein. Ein anstrengender Stadtbummel,
aber lohnend! Unglaublich viele schöne Eindrücke konnten wir hier sammeln. Als
wir am späten Nachmittag wieder zu unserem Womo kamen beschlossen wir uns den
berühmten Sonnenuntergang in Oia anzusehen. Im Womo noch schnell geduscht und
umgezogen und schon waren wir auf dem Weg nach Oia. Menschenkarawanen zogen zu
diesem Ereignis durch das Städtchen. Die Häuser sind wie in Fira zum Teil in
den Felsen gebaut und tausende weiß getünchte Treppchen führen kreuz und quer
hinunter zum Hafen.
Der Sonnenuntergang in Oia ist ein wunderbares
Naturschauspiel. Erst leuchtet die Sonne orange und unmittelbar ehe sie
untergeht strahlt sie leuchtend rot. Die Menschen standen dicht gedrängt und
applaudierten als die Sonne hinter der Insel Sikinos im Meer versunken war.
Zurück nach Fira auf unseren Parkplatz. Abendbummel und köstliches Abendessen
in einem Restaurant. Danach besorgten wir Fährtickets für Naxos.
Todmüde schlafen wir am Parkplatz in Fira.
Freitag, 21. Juli Santorin - Naxos
Zeitig brechen wir auf zum Hafen Athinios. Wieder die Serpentinen runter. Am
Hafen noch einiges hin und her mit unseren Tickets. Nach Cappuccino und
Croissant geht es auf die "Poseidon" mit Kurs auf Naxos. Im
Vorbeifahren sehen wir ein wenig vom Campingplatz auf Ios. Wirkt recht
einladend. Das Ende der Überfahrt war ziemlich bewegt und stürmisch.
Auf Naxos
angekommen hielten wir am Campingplatz Naxos Beach. Dieser Platz ist vorwiegend
von Surfern frequentiert. Wir beschlossen bald weiterzureisen.
Samstag, 22. Juli Naxos
Einige Kilometer weiter finden wir "Maragas Camping". Hier trafen
wir auf viele Womos. Der Platz gefiel uns wesentlich besser! Wir mussten nur die
Straße überqueren und waren schon am Strand. Herrlicher, kilometerlanger
Sandstrand, teils beschattet von Tamarisken, das Meer glasklar und ruhig. Ein
wunderschöner Platz um sich zu erholen und mit der Seele zu baumeln.
Hier
findet jeder "sein" ideales Plätzchen!
Sonntag, 23. Juli Naxos
Nun ist es wieder Zeit, Infos über Fährverbindungen nach Mykonos einzuholen. Mit dem öffentlichen Bus in die Stadt zu fahren ist ein Erlebnis der besonderen Art. Eng, kurvig und teuflisch schnell. Wir wollten per Minoan Flying Dolphin mit dem Womo nach Mykonos. Schwierig, schwierig! Innerlich haben wir die Hoffnung schon fast aufgegeben, als sich beim Abendbummel in Stadt Naxos doch noch alles regeln ließ.
Montag, 24. Juli Naxos - Mykonos
Das Frühstück ließen wir ausfallen. Ruck zuck packten wir alles in die Dachbox, Markise rein und wir waren startklar. Aufbruch nach Naxos Stadt zum Hafen. Als die Flying Dolphin Highspeed I im Hafen anlegte hatte sie 20 Min. Verspätung. Es war ein ungeheuer beeindruckendes Schauspiel. Die Turbinen wühlten das Wasser im Hafenbecken derart auf, daß es aussah als würde es kochen. Gigantisch wenn sich die Rampe auftut! Natürlich gab es gleich beim Einchecken wieder Schwierigkeiten. Einer der Einweiser hatte aus unseren Tickets einen falschen Durchschlag entnommen und wir standen plötzlich wie "blinde Passagiere" da. Vor lauter Durcheinander hatten wir das Ablegen total verpasst. Die Minoan Leute kennen sich mit ihrem eigenen Papierkram selbst nicht aus. Erst nach längerem hin und her klärte sich das Missverständnis auf. Mich brachte das derart in Rage daß mir äußerst grobe Wörter ziemlich lautstark (wohlweislich im Waldviertler Dialekt) über die Zunge kamen....Da gab es schon eine Vorgeschichte! Auf Santorin hetzte man mich zweimal bei enormer Hitze im Laufschritt über das Hafengelände da die Tickets nicht ordnungsgemäß ausgestellt waren, dann schickte man mich noch um einen Stempel der Agentur für die erfolgte Korrektur - they are stupid - meinte die Dame in der Agentur. Wir schlossen uns dieser Meinung an.
Nach etwa einer Stunde Fahrzeit (wie in einem Großraumflugzeug) erreichten
wir Mykonos. Die Abfahrt aus der HS I war chaotisch. Noch auf der steilen (ca.
18%) Rampe mussten wir eine fast rechtwinkelige Kurve fahren um nicht gegen die
Hafenmauer zu stoßen. Millimeterarbeit! Dann durch einen Menschenmenge
schrittweise aus dem Hafengelände. Auf der Suche nach einem Campingplatz
verirrten wir uns auf einen Maultierweg! Zu beiden Seiten dieses Karrenweges
waren lose aufgeschlichtete Steinmauern gut 1.2 Meter hoch und gewaltige
Schlaglöcher. Irgendwann landeten wir dann wieder glücklich auf der Straße.
An einer Kreuzung inmitten eines Fels- und Distelmeeres suchten wir natürlich
wieder vergeblich nach einer Hinweistafel. In diesem Moment kam ein Kleinbus
angebraust und der Fahrer steckte uns von Fenster zu Fenster einen Prospekt von
Paradise Camping zu.
Ein entzückendes Plätzchen mit feinen Kiesstrand.
Allerdings mit Musik in Partylautstärke, der man nicht entkommen konnte. Am
Strand ein Plätzchen zu erhaschen war nicht einfach. Zu viele Menschen!
Dienstag, 25. Juli Mykonos
Erholungstag, Badefreuden und abendliche Busfahrt in die Stadt.
Überwältigende Eindrücke und ein wunderbares Flair konnten wir in uns
aufnehmen. "Kleinvenedig" hat uns bezaubert. Wir bummelten durch die
abendliche Stadt als wir jemand rufen hörten: "Nicolas"!
Der Pelikan
marschierte schnurstracks in ein Schmuckgeschäft, wurde von der Verkäuferin
freudig begrüßt. Sie streichelte ihn und er beschmuste sie ganz sanft. Im
nächsten Geschäft bekam er einen großen Fisch und watschelte wieder zum
Hafen.
Stundenlang bummelten wir durch die engen, weißen Gässchen der Altstadt, bestaunten die Windmühlen und beschafften Fährtickets für Piräus. Zu später Stunde ging es mit dem Bus in Windeseile heimwärts in Richtung Paradise Beach.
Mittwoch, 26. Juli Mykonos - Piräus - Korinth - Epidaurus
Ein stürmischer Tag. Unser Womo schaukelt heftig. Wir beschlossen ein schattiges Plätzchen in der windgeschützten Bucht aufzusuchen und noch eine Runde zu schwimmen ehe es gilt aufzubrechen. Mit einem lachenden und einen weinenden Auge blickten wir zurück auf Mykonos als wir wieder an Bord der HS I gingen.
Wieder faszinierte uns die Technik der HS. Mit unserem Womo standen wir
diesmal ganz hinten im Laderaum und sausten - logo - bei der Hintertüre hinauf
zu den Passagierdecks. Hier stand niemand um uns nach den Tickets zu fragen -
trotzdem gaben wir sie an der Rezeption ab - bei ausgerechnet demselben
weiblichen Feldwebel wo wir einige Tage zuvor Terror hatten - . Die Beste hat es
fast vom Sessel gehauen als sie mich sah und wieder erkannte!
Die Überfahrt
nach Piräus dauerte 4 Stunden für 98 Seemeilen. Im Hafengelände Stau bei
Mörderhitze! Weiter nach Korinth wo der Asphalt auf der Staatsstraße richtig
klebrig war. Oft waren abgebrannte Berghänge zu sehen. Badestop Nea Epidaurus.
Der Campingplatz Verdelis war recht sauber und mit der Klarheit des Meerwassers
waren wir auch zufrieden. Es ist heiß! Kein
Blättchen regt sich und auch das Meer brachte uns keine Abkühlung.
Donnerstag, 27. Juli Ligurio - Nafplio - Astros - Parnon Gebirge - Leonidi - Kosmas -Geraki - Skala - Ghitio - Mavrovouni
Aufbruch! Keiner von uns hat Lust auf Frühstück. Unser Weg führt über
Ligurio nach Nafplio.
Akronafplia hat riesige Dimensionen! Am Meer entlang über
Astros - mit Notbadestop bei Makronisi weiter nach Leonidi. Hier nahmen wir
Abschied vom Meer und nach einem Tankstop ging es über das Parnon-Gebirge
(1200M). Die Durchfahrt von Leonidi war sehr eng, auch die Balkone mussten beachtet werden. Weiter ging es durch Felsschluchten den Berg hoch.
Nach dem
Kloster Elona ging es erst richtig los. Gigantische, steile Serpentinen führten
uns höher und höher. Durch die geöffneten Fenster gelangte Strahlungshitze
von den Felsen in unser Womo. Am höchsten Punkt angelangt war die Vegetation
ähnlich wie auf einer Hochalm mit Nadelwäldern und Buschwerk.
Kosmas - ein entzückendes Bergdorf wegen seiner engen Gässchen von vielen
Womo-Fahrern gefürchtet, lag vor uns. Prompt, an der engsten Kurve, die steil
nach unten führte; wo rechts der Asphalt 1/2 Meter hinuntergebrochen war und
von oben ein Balkon mit Baustahl-Spikes tief herunterhing gab es vor uns einen
Stau. Ein großer Linienbus hing fest da in der Kurve alles zugeparkt war. Mit
einem kräftigen Hupkonzert wurden erst die Kurvenparker herbeigerufen und
einige Einwohner halfen bei der Entflechtung des Knotens mit. Dann mussten wir
beide Seitenspiegel einklappen, ebenso der Bus. Millimeterweise schob sich der
Bus an uns vorbei. Nun brauchten wir tatsächlich einen Erholungsstop. Wenige
Meter weiter nahe der Platia neben einem Parkverbotsschild.
Die ganze Platia ist
eine einzige Taverne, beschattet von drei riesigen Ahornbäumen. Für kurze Zeit
sind wir der Hitze entkommen. Bald ging es weiter den Paß hinunter über Geraki
und Skala durch riesige Orangenplantagen, wo die Früchte verführerisch
prangten, Olivenhaine ohne Zahl, nach Ghitio unserem Tagesziel.
Der Campingplatz
Meltemi in Mavrovouni ist der schönste und sauberste, den wir auf dieser Reise
bisher sahen. Der Strand ist traumhaft (feiner Kies), das Wasser sauber und
recht warm.
Freitag, 28. Juli Mavrovouni
Hier ist heute großer Abreisetag. Um zehn Uhr Vormittag hatte es in der Sonne bereits 50°C, 35° im Schatten. Die Kühlbox steht im Schatten, hatten sie am Stromnetz angeschlossen und sind angenehm überrascht über die Kühlleistung.
....von der Stirne heiß, rinnen tut der Schweiß. Temperaturhöhepunkt des heutigen Tages: 46° im Schatten, jetzt ist es 19.30 Uhr und noch immer schmurgeln wir bei 32°. Sogar den Zikaden scheint es heute zu heiß zu sein.
Samstag, 29. Juli Mani - Areopoli - Agio Dimitrios - Kalamata - Messini - Petalidi -
Koroni - Finikounda
Flucht aus der Hitze! Eine Mega-Etappe quer über die Halbinsel Mani nach
Areopoli wo wir von der Bergstraße aus bei Neo Itilo viele Womos frei am Strand
stehen sahen. Die Bergstraße entlang der Küste. Agio Dimitrios weiter
über Kampos nach Kalamata. Landschaftlich sehr, sehr reizvoll. Byzantinische
Kirchen und entzückende Bergdörfer. Von Kalamata ging es nach einer kurzen
Rast und einem wenig erfreulichen Bankomat-Kampf weiter über Messini (viele
Zigeuner), Petalidi nach Koroni.
Auch hier ist es wunderschön aber sehr,
sehr eng und auch auf die Balkone sollte man ein Auge haben. Nach Besichtigung
der Festung ging es weiter nach Finikounda. Der C. Loutsa war sehr gepflegt.
Strand und Wasser Ia!
Sonntag, 30. Juli Finikounda
Badefreuden! Am Abend folgten wir einem Fußweg in den Ort Finikounda. Der
Ort hat sich die Charakteristik eines Fischerdorfes bewahrt.
Wir genossen unser
Abendessen in einer etwas höher gelegenen Taverne am Ortsrand und wollten
später mit einem Taxi heimwärts - doch wir konnten keines auftreiben.
Also Fußmarsch bei Dunkelheit wieder zurück. Kurz vor Mitternacht kamen wir an der Taverne "Albatros" vorbei und wurden von den Klängen einer Bouzuki angelockt. Nach einigen Gläsern Retsina waren wir dann endgültig "daheim".
Montag, 31. Juli Finikounda - Methoni - Pilos - Hora - Gargaliani - Filiatra - Kiparissa - Tholo
Zeitig ging es los. Unsere erste Station war Methoni wo wir die venezianische
Festung ausgiebig besichtigten.
Schon waren wir wieder unterwegs nach Pilos. Am
Hafenparkplatz standen einige Womos und drum herum sah es aus wie auf einem C.
Platz. Kaffeefrappee & Amstel auf der Platia unter großen Laubbäumen. In
einer Bäckerei frische Tyropitta und Zimtschnecke besorgt und im Gehen
verschlungen!!!
Die Schweinebauchbucht hat uns sehr beeindruckt. Ins Landesinnere über Hora und Gargaliani an der Küste entlang durch Filiatra nach Kiparissa wo wir erstmals richtig schmutziges Meerwasser sahen und weit und breit niemand den Strand nützen konnte. Fischschmaus in einer Taverne und ein Stück weiter der Küste entlang checkten wir kurz vor Tholo am C. Apollo ein. Die Querung der Eisenbahnlinie war kriminell schlecht. Der Strand am Apollo C. ist ca. 200 M breit, mit Sanddünen und mit einer Brandung von gut anderthalb Metern. Wellenspringen! Wir fanden daß dieser Platz recht gut für die Durchreise geeignet ist.
Dienstag, 1. August Tholo - Olympia - Pyrgos - Lygia
Olympia! Immer wieder ein Erlebnis! Weiter nach Pyrgos bis Lygia zum C. Amaliada. Der Platz hier ist I a! Es wird die letzte Etappe vor unserer Rückreise sein. Das Wasser ist hier wesentlich kühler.
Mittwoch, 2. August Lygia
"Fisch grillen"
Zeitig am Morgen besuchen wir im Zuge unseres Morgenspazierganges am Strand
den nebenan gelegenen C. Ionion Beach, den wir aus unserem Besuch vor zwei
Jahren gut kennen. Hier kann man Fisch kaufen. Morgens bestellt konnte er gegen
Abend abgeholt werden. Mein lieber Mann strahlte vor Glück als er mit drei
Zahnbrassen stolz vor mir stand. Vorerst aber ab in die Kühlbox damit. Neben
uns bauten Schweizer Ihre Bleibe auf- nachdem das Vorvorzelt mehrmals
zusammenbrach, das Auto beinahe gepfählt wurde, die Jungs (7 und 12) die
Einzelteile ihres Zeltes ruiniert hatten und es deshalb mächtig Streit gab fand
auch das ein gutes Ende. Mittlerweile hatten wir einen Gast.
Einen Kater, der so
frech war wie unser eigener. Wer kann schon diesen Geschöpfen widerstehen!
Natürlich half er beim Fischgrillen mit!
Donnerstag, 3. August Lygia - Kato Achäa - Patras
Heute müssen wir nach Patras. Die Aretousa wartet. Um Punkt sieben Uhr streiten sich die Nachbar-Jungs unüberhörbar. Wir genießen noch ein ausgiebiges Frühstück, auch der Kater hat sich mit einer Selbstverständlichkeit sein Frühstück abgeholt. Nach einem letzten erfrischenden Bad geht es los in Richtung Kato Achäa. Rast bei einer kleinen Taverne am Fischerhafen. Wir beschlossen doch zu Mittag zu essen. Die Portionen waren so reichlich daß ich erschrocken bin als ich die Teller sah. Aber gut!!!!
Weiter nach Patras wo wir am frühen Nachmittag im Minoan Büro alle
Formalitäten erledigten. Noch ist es zu früh, also fahren wir noch ein Stück
in Richtung Rio. Gegen 19.30 wieder zurück zum Hafen.
Als wir in der Reihe
standen und aufs Einschiffen warteten trafen wir auf ein Wiener Ehepaar mit
einem Tabbert Comtesse Wowa. Sie erzählten uns daß während ihrer Fahrt von
Finikounda nach Patras das gesamte Dachblech!!! ihres neuen Wowa. hochgerissen
ist und nur noch vom Sat-Mast gehalten wurde. Mühevoll hatten sie das Dach
wieder runtergedrückt und notdürftig mit Leinen befestigt. Wir konnten mit
einigen Rollen Klebeband (breites Leukoplastband) ein wenig helfen.
Unser Stellplatz am Schiff war der letzte im Heck nahe den Trossen. Es war zwar ziemlich laut, doch wenigstens luftig. Abfahrt 24.00 Uhr
Freitag. 4. August auf See
Mitten in der Nacht, wir waren erst vor zwei Stunden ausgelaufen, schreckten
wir aus dem Schlaf. Was war das für ein Knall? Es hörte sich an als wäre
etwas geborsten. Zeitgleich schlug kurz die Alarmsirene an, dann war es wieder
still. Ganz still! Erstaunlich, was einem in einem solchen Moment durch den Kopf
schießt! (Unterwäsche, EC Karte und an die Truhe mit den Schwimmwesten. Na ja,
vielleicht sind nicht alle so ängstlich wie ich). Wir stellten fest, daß wir
nur noch mit halber Kraft fuhren. Unverständlich bleibt für uns die Tatsache,
daß außer uns niemand was gehört oder bemerkt haben will. Geheimnisvoll! Kurz
vor sieben Uhr legen wir in Korfu an, eine Stunde später in Igoumenitsa. Die
Frühstückszeit haben wir wieder verschlafen, Frühstücken später in einer
der Bars.
Am Vormittag konnte man den Bordmechanikern eine durchgearbeitete
Nacht deutlich ansehen. Die See ist spiegelglatt, nicht eine Welle ist zu sehen.
Mittag- und Abendessen im Self-Service. Gemütlicher Abendausklang bei Wein und
Folklore-Tänzen. Obwohl es recht schwül war fanden wir erholsamen Schlaf.
Samstag, 5. August Ankunft Venedig
Der Morgen graut. Von Mitreisenden erfuhren wir von einer Windhose im Süden des Peloponnes, die einigen Schaden angerichtet hatte.
Die Sonne hat sich hinter düsteren Wolkenbergen versteckt und als wir in Venedig anlegten regnete es. Das Ausschiffen war ein wenig chaotisch - wir gehörten zu den letzten Fahrzeugen. Es regnete in Strömen als wir heimwärts fuhren. Wieder denken wir wehmütig an die schönen Tage in Griechenland zurück - wir sind sicher, unseren nächsten Urlaub wieder dort zu verbringen.
Guter Griechenlandlink
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