Griechenland 1998
Abreise: 3. Juli
Rückkehr: 29. Juli
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Freitag, 3. Juli
Es geht los! Nach Service-Check und tagelangem Einräumen steht unser Womo zur Abfahrt bereit. Ausgeruht und gut gelaunt nehmen wir unsere Plätze ein, Tippi, unser Hund, ist natürlich auch mit von der Partie. Um zehn Uhr heult der Motor auf, jetzt sind wir tatsächlich unterwegs. Unsere Route führt über Wien, den Wechsel nach Graz und zu unserem ersten Etappenziel nach Arnoldstein, wo wir am Parkplatz der Autobahnraststation übernachteten und unsere Oma (mit 75 Jahren, da fängt das Leben an...) zustieg. Bis dahin hatten wir einige schwere Gewitter durchfahren. Von richtigem Schlaf konnte allerdings keine Rede sein. Autotüren knallten, Hundegebell, laute Rufe und Autoradios ließen uns keine Erholung finden. Wir sehnten den Morgen herbei!
Samstag, 4. Juli
Noch ahnten wir nicht, welches Abenteuer dieser Tag für uns bereit hielt. Das Frühstück im Rasthaus und der ausgezeichnete Kaffee entschädigten uns für die vergangene Nacht. Unser Tagesziel war Venedig mit einchecken auf der Aretousa (Minoan Lines). Wir schafften es (nach einer kleinen Irrfahrt) gerade noch rechtzeitig. Im Hafenbüro waren wir die letzten in der Reihe. Die Abfertigung ging sehr schnell - bis wir dran kamen. Da wurde eifrig telefoniert, hektisch am Computer gearbeitet und wieder telefoniert. Mit einem Kopfschütteln sagte man uns daß für diese Fahrt das Campingdeck ausgebucht war; der Irrtum lag beim Reisebüro wo wir gebucht hatten. Unser Schreck war groß, doch war man bei Minoan Lines sehr zuvorkommend. Wir bekamen für diese Überfahrt gratis eine Kabine zugewiesen und durften ausnahmsweise unseren Hund (Yorkshire Terrier) dahin mitnehmen. Als letztes Fahrzeug wurden wir an Bord der Aretousa gelotst während die Trossen bereits nebenbei gelöst wurden. Als wir zurückblickten schloß sich hinter uns bereits die Heckklappe. Pünktlich um 13 Uhr legte die Fähre ab. Im Dauerlauf in die Rezeption worauf wir sogleich von einem Steward zu unserer Kabine geleitet wurden. Eilig stellten wir unser Notgepäck ab, denn wir wollten das Auslaufen durch Venedig unbedingt sehen. Als wir an der Reeling standen und auf Venedig hinunterblickten hörten wir über Bordlautsprecher die Mitteilung daß die Wechselstube an Bord erst wieder um 18 Uhr öffent. (Passiert uns auch nicht mehr!). Die Überfahrt nach Korfu gestaltete sich sehr angenehm und wir konnten uns in klimatisierten Bereich des Schiffes mit Blick auf die mit Schaumkronen bedeckte Adria gut von unseren Strapazen erholen.
Sonntag, 5. Juli
Pünktlich um 12 Uhr Mittag lief die Aretousa in Korfu ein
.Die
Hitze war enorm! (Im Schatten 40 Grad Celsius). Um der Hitze zu entfliehen
beschlossen wir einen schattigen Campingplatz zu suchen.
In PYRGI (Camping Paradise) stellten wir unser Womo unter Orangen- und
Zitronenbäumen die reichlich Früchte trugen, ab.
Liegen raus, Markise raus, und Ruhe !
Montag, 6. Juli
Gleich nach dem Frühstück fuhren wir in nördlicher Richtung
der Küste entlang am Fuße des Pantokrator nach KASSIOPI. Die Straße war sehr
eng, kurvig und stark befahren. Kassiopi im Norden Korfus ist sicher reizvoll -
allerdings gibt es wenig Parkmöglichkeit für Womos, daher fuhren wir weiter
nach RODA. Am RODA BEACH (Kies-Sand) angekommen machten wir Pause und nützten
die Gelegenheit um im wohltemperierten Wasser zu schwimmen. Nach dieser
Erfrischung ging es weiter nach SIDARI.
Besonders sehenswert ist der Canal d´Amour mit seinen bizarren
Sandsteingebilden. Übernachtung bei einer Taverne, wo wir bei griechischer
Musik Moussaka und Retsina genossen.
Dienstag, 7. Juli
Unser Tagesziel: PALOKASTRITSA. Die Fahrt führte uns über
wildromantisches Gebirge und durch kleine Bergdörfer. Paleokastritsa liegt
wunderschön im gebirgigen Teil im Norden Korfus.
Der Ort besteht aus einer kleinen,
reizenden Bucht mit glasklarem aber eiskaltem Wasser. Die Fotos in den Reiseführern
lassen die Bucht allerdings wesentlich größer erscheinen. Der nächst gelegene
Campingplatz liegt ca. 3 km vom Meer entfernt am Berghang.
Die Anlage in einem Olivenhain war sehr gepflegt, ruhig und wenig frequentiert.
Putz- und Waschtag, wir blieben zwei Tage.
Donnerstag, 9. Juli
Nach dem Frühstück brachen wir auf in Richtung Süden auf,
durchs Landesinnere wobei wir immer wieder ärmlichste Zigeunerlager sahen.
Landschaftlich reizvoll. Nach einem Besuch im ACHILLEION führte unser Weg in
die STADT KORFU. Nach einer Stadtbesichtigung fuhren wir zum Übernachten auf
den Campingplatz "Dionysus" in DASSIA. ...Wo ist denn nur der
Stromverteilerkasten? Ganz einfach. An den Stämmen der alten
Olivenbäume war pro Stellplatz eine Steckdose angebracht.Nach kurzer Abkühlung
im Swimmingpool legte der Wind kräftig zu und es wurde kalt, kälter...Am Ende
froren wir erbärmlich und dachten mit Bangen daran daß uns am nächsten Tag
die Überfahrt mit einer Fähre nach Igoumenitsa bevorstand.
Freitag, 10. Juli
Nach windiger und kalter Nacht zum Hafen nach Korfu wo wir eine Fähre
nach IGOUMENITSA nahmen. Von dort ging es weiter nach PARGA.
In den winzigen Gäßchen des Hafenstädtchens mit seinen unzähligen Geschäften
und Tavernen gibt es unendlich viel zu bestaunen. Parkplätze sind leider äußerst
rar. Nahe Parga fanden wir den wunderschönen Campingplatz "Lichnos
Beach".
Feiner Kieselstrand, kristallklares Wasser. Wir blieben zwei Tage.
Sonntag, 12. Juli
Heute steht LEFKAS auf unserem Programm.
Für unseren Aufenthalt wählten wir den Campingplatz "Dessimi Beach".
Wir wollten noch nach Nidri, wählten dafür aber in weiser Voraussicht ein Taxi
(ganz billig). Seit zwanzig Jahren waren wir nicht mehr hier, doch in unserer
einstigen Stammtaverne in NIDRI erkannte uns der Wirt gleich wieder. Wir
erlebten griechische Gastfreundschaft pur. Der rote Landwein von "Nik the
Greec" verfehlte nicht seine Wirkung...............
Montag, 13. Juli
Wir haben einen Erholungstag nötig!
Dienstag, 14. Juli
Der Campingplatz ist überfüllt - es hält uns nichts mehr. Dank Womo sind
wir gleich wieder unterwegs. Badevergnügen in POROS, gegen Abend fuhren wir
nach SIVOTA
weiter wo wir in einer Taverne direkt am Meer Fisch schmausten.
Die Nacht verbrachten wir in einem nahen Olivenhain wo bereits zwei weiter Womos
standen. Kaum eingeschlafen weckte uns ein markerschütternder Schrei. Was um
Gottes Willen war das? Des Rätsels Lösung: wir standen unter dem Schlafbaum
einer Käutzchen-Familie..
Mittwoch, 15. Juli
An diesem Morgen tauchten zwei weitere Probleme auf. Unangenehme Gerüche
trieben uns aus dem Womo. Die Ursache war schnell gefunden. Sich zersetzendes
Grauwasser verströmte diese Düfte. Frühstück! Warum funktioniert im Womo der
Gasbrenner unserer Kochplatte nicht - obwohl wir die Gasflasche erst kürzlich
angeschlossen haben? Kein heißes Wasser - kein Kaffee, kein Kaffee - unerträglich!
Wir beschlossen weiterzufahren ins nahe VASSILIKI um dort zu frühstücken.
Dort fanden wir heraus, daß wir zu viel Druck in der Gasflasche hatten. So war
auch dieses Problem bald gelöst. Der Campingplatz in Vassiliki bot eine überaus
üppige Vegetation und zu unserer Freude auch schattige Stellplätze unter
Platanen, deren Blätter riesig waren! Der Platz (zu diesem Zeitpunkt sehr gut
besucht) und die Sanitäranlagen waren sehr sauber und es gab zu jeder Zeit
ausreichend Warmwasser. Der Strand mit feinen Kieseln befindet sich neben dem
Hafenbecken - Wasserqualität optisch nicht sehr sauber. Zum Surfen geeignet.
Beim abendlichen Stadtbummel und Tavernenbesuch buchten wir die Überfahrt nach
Kefallinia für den nächsten Tag. Die Vegetation auf Lefkas hat uns sehr
beeindruckt. Neben Orangen, Zitronen, Oliven wuchsen auch meterhohe Yuccas, an
den Lanstraßen waren rote, gelbe und weiße Oleandersträucher, der Ginster war
abgeblüht und in den Gärten rankten Bougainvilleas in allen erdenklichen
Farben und Blütengrößen, Gummibäume die bis zum ersten Stock reichten,
Kakteenbäume und vieles, vieles mehr!
Donnerstag, 16. Juli
Nach dem Frühstück ging es ans "Dichtmachen", denn
um zwölf Uhr mittags legte die Fähre Richtung KEFALLINIA ab. Es war ein
windiger Tag und als die Fähre die Höhe von Cap Ducato
passierte gab es rauhe See. Die Fähre schlingerte so gewaltig hin und her daß
wir uns auf den Sitzbänken am Oberdeck kaum halten konnten. Schlagartig waren
alle Passagiere unter Deck... Nach anderthalb Stunden Fahrt erreichten wir
wohlbehalten den Hafen von Fiskárdon. Die Weiterfahrt nach Argostoli gestaltete
sich recht abenteuerlich (steile, enge Gebirgsstraße, teilweise ohne
Leitplanken u. ca. 200 Meter tief senkrecht zum Meer abfallend). Auf dem
karstigen, wild zerklüfteten Teil der Insel sahen wir Schafhirten beim Sammeln
von Wildkräutern. Nach ca. dreistündiger Fahrt kamen wir in ARGOSTOLI an. Am
Hafen in einem großen Gemüseladen haben wir uns mit Vorräten eingedeckt und
auch ein großes Kräutersortiment entdeckt. Hm, der Duft! Nach dieser
anstrengenden Fahrt suchten wir in der Nähe einen Campingplatz - in Katavothri.
Für eine längeren Aufenthalt würden wir diesen Platz nicht unbedingt wählen,
doch wir wollen nur eine Nacht bleiben. Bei unserem Strandbesuch waren wir sehr
enttäuscht. Ein trauriger Anblick! Seegras und Mist und es roch sehr
unangenehm! Hier schwimmen zu gehen - auf keinen Fall! Am späten Nachmittag
frischte der Wind wieder kräftig auf und bald darauf froren wir so daß wir
beschlossen uns ins Womo zurückzuziehen.
Freitag, 17. Juli
Unterwegs in Richtung Lassi auf der Suche nach einem schönen
Badestrand fanden wir den wohl schönsten, goldfarbenen Sandstrand mit
glasklarem Wasser und Strandduschen in MAKRI "Long Beach".
Dieser Strand gehört zu den schönsten europäischen Stränden und wurde mit
der "blauen Fahne" ausgezeichnet.
Wir blieben zwei Tage, wobei wir am Parkplatz nächtigten. (Ohne Probleme;
allerdings lieferten sich Jugendliche in der Nacht mit Motorrädern die eine
oder andere Wettfahrt).
Samstag, 18. Juli
Gegen Ende dieses Badetages fuhren wir nach PESADA zur Fähre
nach
ZAKYNTHOS, vorbei an den bekannten Blauen Grotten in den Hafen von Korithi.
Unser Tagesziel war der Campingplatz Zante. Infolge unklarer Beschilderung
befanden wir uns auf einer unglaublichen Irrfahrt - die doch auch ihr Gutes
hatte. Unser Weg führte uns durch das Hochland von Zakynthos durch romantische
Bergdörfer mit einem atemberaubend schönen Ausblick über die Insel und das
Ionische Meer. Äußerst mühsam aber lohnend! Bei Einbruch der Dunkelheit haben
wir unser Ziel, den Campingplatz Zante, doch noch erreicht.
Sonntag, 19. Juli
Erkundung am Campingplatz: wenig erfreulich; inklusive Strand
und Wasser. Wir beschlossen sobald als möglich eine Fähre nach Killini auf den
Peloponnes zu buchen. Wir mußten noch Bargeld besorgen - waren jedoch nicht
darauf gefaßt daß die Banken Sonntags zu waren. Also blieb nur die Möglichkeit
in einem Hotel zu wechseln. Ein Womo-Nachbar gab uns den Tip den Campingplatz
IONION BEACH in Glifa anzusteuern was wir sogleich nach unserer Ankunft in
Killini taten.
Ein paradiesischer Platz mit allem Komfort (u. Familienanschluß). Näheres
unter: Danis Homepage
Freitag, 24. Juli
Aufbruch zu unserem nächsten Ziel: OLYMPIA. Schon auf der Fahrt in Richtung
Pyrgos bekamen wir die trockene Hitze des Peloponnes zu spüren. Überall sahen
wir Rauchfahnen von kleineren Wald- und Buschbränden. In OPYMPIA angekommen wählten
wir den Campingplatz "Olympia".
Hier waren wir fast die einzigen Gäste und hatten einen großen Swimmingpool für
uns alleine. Die Hitze war hier enorm (lt. Thermometer in der Sonne am Boden 49°
C). Auch im Schatten fanden wir kaum Kühlung. Deshalb hielten wir uns hauptsächlich
im Pool auf. In der Taverne des Platzes wurden wir herzlich empfangen, umsorgt
und versorgt.
Zu fortgeschrittener Stunde und nach reichlichem Retsinagenuß wurden wir alle
(eingeschlossen unsere 75 jährige Oma) im Sirtakitanz unterrichtet...........
Samstag, 25. Juli
Besuch der Olympischen Stätten und des Museums. Wir waren sehr beeindruckt doch die Hitze schlug uns vorzeitig in die Flucht. Ende im Swimmingpool. Erst gegen Abend wurde es wieder angenehmer. Den Abend verbrachten wir wieder in unsere Taverne am Campingplatz wo wir mit allerlei griechischen Spezialitäten verwöhnt wurden. Unsere "guten Geister" hießen Roberto und Aris.Um Mitternacht überredeten uns die beiden zu einem Kurzbesuch in einer In-Disco. Anstrengend in jeder erdenklichen Hinsicht........Ende fünf Uhr morgens mit......!
Sonntag, 26. Juli
Mit schwerem Herzen (und schwerem Kopf) hieß es Abschied nehmen. Aris hatte für uns ein besonderes Frühstück vorbereitet: geviertelte Früchte auf Eiswürfeln und dazu Eiskaffee - das gab uns die nötige Energie um bei mörderischer Hitze nach Patras zu gelangen. Am Schildkrötenstrand in KATO ACHÄA legten wir noch eine Badepause ein da bis zur Abfahrt unserer Fähre in Richtung Venedig noch genügend Zeit blieb. Am Hafen in PATRAS zeigte das Thermometer um 22 Uhr noch 33°. Als die "Aretousa" angelegt hatte waren wir bei den ersten Fahrzeugen, die am Campingdeck eingecheckt wurden. Ein wenig traurig nahmen wir am Sonnendeck Abschied von einem Land und den Menschen, die wir liebgewonnen hatten. Als die Fähre ablegte, sahen wir den Lichtern von Patras wehmütig nach.
Montag, 27. Juli
Wir verschliefen das Anlegen in Korfu und Igoumenitsa und stellten entsetzt fest, daß wir das Frühstück an Bord wieder einmal verschlafen hatten. Zum Glück sind wir Camper ja Selbstversorger! Es wurde zunehmend schwüler. Vor Venedig fuhren wir in eine Schlechtwetterfront. Durch die extrem hohe Luftfeuchtigkeit bildete sich überall am Camperdeck Kondenswasser. Zum Glück war die See ruhig! In Venedig angekommen klarte der Himmel wieder auf und wir konnten unsere Heimfahrt antreten. Wir haben jetzt schon Sehnsucht nach unserem nächsten Griechenland-Urlaub!
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