Reisebericht Griechenland 2001

vom16. Juli - 11. August
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Unser Reiseziel stand bereits seit Herbst des Vorjahres fest. Im April, an einem naßkalten Tag wollten wir unserem Urlaub einen Schritt näher sein und buchten im Reisebüro. Camping an Bord auf der Aretousa. Venedig - Igoumenitsa, retour ab Patras nach Venedig.
Es sollte diesmal in erster Linie ein Erholungsurlaub werden; wurde jedoch eher ein Abenteuer-Urlaub.
16. Juli 2001
Zeitig am Morgen brachen wir auf zu unserem ersten Etappenziel. Diesmal war auch unser Yorkshire Terrier, unsere Tippi, mit von der Partie. Erst Familienbesuch in Unzmarkt, gegen Abend fuhren wir weiter nach Hirt. Kleines Abendessen im Gasthof der Brauerei. Der riesige Parkplatz bei der Brauerei bot sich zur Nächtigung an. Es war eine gewittrige Nacht und im Radio hörten wir von einem kurzen aber heftigen Unwetter ganz in unserer Nähe.
17. Juli
Aufbruch in Hirt bei nur 15°! Noch ein kurzer Tankstop in Arnoldstein. Am
Autobahnparkplatz wurde an allen Fahrzeugen die Autobahnvignette kontrolliert.
An der Grenze zu Italien gab es Kontrollen wegen des bevorstehenden G8 Gipfels
in Genua. Kurz nach 14 Uhr erreichten wir die Brücke nach Venedig. Schon von
weitem war die Aretousa zu sehen!
Dieser Anblick ist immer wieder
überwältigend! An der neuen Anlegestelle ist ein erstaunlich weiträumiges
Gelände - aber unglaubliches Chaos. Keiner wußte wohin! Nachdem wir unser
Womo abgestellt hatten ging es ans Einchecken. Schon bald danach wurden die
ersten Fahrzeuge an Bord der Aretousa eingewiesen. Zeitgleich ging auch nebenan
auf der Blue Star das Einschiffen los. Schon um 17 Uhr (Abfahrt 19 Uhr) standen
wir an dem uns zugewiesenen Platz. Oh weh! Weit und breit kein Fenster! Es war
heiß und schwül, kein Lüftchen regte sich. Die Kühlbox stellten wir gleich
raus und dann mußten wir lange Zeit unsere Tippi beruhigen. Ihr gefiel es an
Bord überhaupt nicht. Abendessen im Selfservice. Meine Stuffed Tomatos waren
uralt und dürr, unser Sitzplatz mickrig; die Preise beträchtlich! Noch kurz an
Deck und ab in die Betten.
18. Juli
Ein strahlender Morgen! Wir frühstückten an der Poolbar, da durfte Tippi
auch dabeisein. Die meiste Zeit
verbrachte sie jedoch im Womo wo sie sich
sicherer und wohler fühlte. Die Italienische Küste war zu sehen und auf der
anderen Seite eine kleine, dicht bewachsene Insel. Erstmals sahen wir an Bord
auch eine Rettungsübung. Die Besatzung flitzte in Rettungswesten übers Deck
und demonstrierte das Anlegen der Rettungswesten.
Ein geruhsamer Mittagsschlaf, kurz nach 16 Uhr wieder an Deck. Land in Sicht! Albanien schien zum Greifen nahe. Jeder Strauch, jeder Grashalm war zu sehen. So klare Sicht hatten wir noch nie. Endlich war auch Korfu zu sehen.
Um 20.30 Uhr legte die Aretousa in Igoumenitsa an, 30 Min. früher an als geplant.
Es waren nur 98 Km nach Ioannina, doch bis wir dort ankamen war es beinahe Mitternacht.
Eine qualvolle Fahrt inmitten eines LKW Konvois mit einem kurzen Zwischenstop.
In Ioannina am See-Camping hatten wir einen Stellplatz direkt am Seeufer.
Wir
genossen die Abendstimmung bei einem Glas Retsina und fanden erholsamen Schlaf
bei angenehmen Temperaturen.
19. Juli
Kaum aufgewacht und schon wieder waren wir auf Achse. Vor uns lag der
berüchtigte Katara Paß. Eine mörderische Strecke! Berg um Berg um Berg....
Umfangreiche Baustellen waren in der Ferne zu sehen, teilweise Tunnels, die noch
ins "Nichts" führen. Riesige Gesteinsmassen, die hier bewegt werden!
Kurze Rast am Katara Paß.
Landschaftlich wunderschön! Nahe Kalambaka legten
wir nochmals eine Pause ein. Die Meteora Klöster - ein majestätischer Anblick!
Weiter über Larissa an die Ostküste. Die Staatsstraße wird als Autobahn
ausgebaut, daher eine Baustelle nach der anderen ehe wir in Platamon anlangten.
Unsere Wahl fiel auf den Campingplatz Platamon.
Ein kleiner, überschaubarer
Platz mit sehr sauberen Sanitäranlagen; Einkäufe im Ort sind bequem zu Fuß zu
erledigen. Endlich ins Meer! Hier ist schwimmen ein Vergnügen! Warmes,
glasklares Wasser, mit Blick auf den Olymp auf dem noch zwei Schneeflecken
deutlich zu sehen waren. Hier gefiel es unserer Tippi! Einige Tage nur ausruhen,
schwimmen, bummeln.
22. Juli
Gegen 9.30 waren wir reisefertig. Auf der Staatsstraße weiter nach Thessaloniki bei erstaunlich wenig Verkehr. An der Ampel zur "Ringroad" stürmten Kinder und Jugendliche auf unser Womo zu. Zum Glück sahen wir sie frühzeitig und verriegelten die Fahrer- und Beifahrertüre. Ein kleiner Knirps, etwa 5-6 Jahre, stellte sich vor unser noch rollendes Womo. Vollbremsung. Das Fenster an der Fahrertüre war zur Hälfte geöffnet und der kleine Bursche versuchte hereinzuklettern! Vorsichtig das Fenster hochgekurbelt, mittlerweile war die Ampel wieder grün und der Verkehr tobte rechts und links an uns vorbei als der kleine Bub sich am Seitenspiegel des rollenden Womo festklammerte. Endlich hatte ich einige Münzen gefunden und warf sie durch einen Spalt aus dem Fenster. Sofort stürzte sich der Junge auf die klingend zu Boden gefallenen Münzen und wir setzten unsere Fahrt fort.
Zu Mittag kamen wir auf einem EOT-Campingplatz in Epanomi an.
Was wir nicht wußten - der Platz war erst seit zwei Wochen wieder in
Teil-Betrieb. Im Laden gab es nur
Briefmarken, Bier, Limo und Brot, in der
Taverne nur Bier oder Mineralwasser. Der Sandstrand war gesäumt von einer
dicken Schicht Seegras und verbreitete dementsprechenden Geruch. Für eine
Nacht, na ja. Abendspaziergang am Strand entlang in den Ort. Eine unglaubliche
Menschenmenge drängte sich hier! Erfrischung in einer Taverne und wieder
heimwärts. Was huscht denn da? Nur eine Ratte. Hier kamen wir mit einer
Griechin ins Gespräch, die schon seit vielen Jahren in Österreich lebt und
besprachen mit ihr unser Erlebnis in Thessaloniki, das uns doch sehr erschreckt
und erschüttert hatte.
23. Juli
Abreise ohne Frühstück da der Bäcker erst am Vormittag liefert...
Im Ort fanden wir in Strandnähe einen günstigen Stellplatz im Schatten. Es
war ein besonderer Tag. Unsere Tochter, mittlerweile 20 Jahre, kam mit einer
Freundin per Flug nach Thessaloniki. Pünktlich holten wir die beiden Mädchen
ab und machten uns auf den Weg Richtung Chalkidike. Wir waren angenehm
überrascht von der großzügig ausgebauten Straße bis Moudania.
Der
Campingplatz Areti auf Sithonia (südlich von Nea Marmaras) wurde gewählt. Eine
gute Wahl! Schnell wurde das Zelt aufgebaut, die Schlafmatratze aufgepumpt und
schon konnten wir in die Taverne zum Abendessen. Köstliche griechische
Spezialitäten machten den Abend zum Fest.
Als Besonderheit auf diesem Platz - ab 23 Uhr ist es absolut ruhig und still!

24. Juli
heiß, heiß, heiß! Nach dem Frühstück übersiedelten wir auf einen anderen Stellplatz und auch unsere Mädchen mit ihrem Zelt. Der "neue" Platz war luftiger und schattiger. Nach getaner Arbeit nahmen Carina und Birgit ihre Luftmatratzen und genossen das kühle Naß. Nach ca. einer Stunde hatten beide einen kräftigen Sonnenbrand trotz guter Sonnencreme mit hohem Schutzfaktor. Da lagen nun beide Mädchen bäuchlings mit knallroten Beinen und jammerten erbarmungswürdig. Gesalbt, gekühlt usw.
Die nächsten Tage verliefen recht beschaulich und erholsam. Ich selbst
vermißte die Möglichkeit Einkäufe per Bus im Ort zu tätigen und einen
abendlichen Stadtbummel; andererseits entschädigte uns die Taverne am
Campingplatz mit ihren wirklich köstlichen Gerichten und der wunderschöne
feine Kiesstrand mit Pinien bis ans Wasser.
Unseren Mädchen war es nach einigen
Tagen dann doch zu ruhig und so wurde das Womo wieder startklar gemacht.
27. Juli
Die Mädels wollten nach Neas Marmaras. Bummel durch den Ort, dann den
Campingplatz Marmaras besichtigt - zu voll und zu eng; ebenso ein Stück weiter
der Campingplatz Castello. Also auf nach Kalamitsi!
An der "Taverna
Panorama Kalamitsi" hielten wir. Ein äußerst beeindruckender Ausblick!!!
Die Taverne selbst ist entzückend!
Der Campingplatz Kalamitsi ist ziemlich groß, die sanitären Anlagen jedoch
sehr sauber. Feiner Kiesstrand in einer riesigen Bucht, türkisfarbenes,
glasklares, warmes Wasser und sanfte Wellen.
In der Ferne der Berg Athos. Das
Einkaufen ist auch hier ein Problem; dafür ist die Taverne und das Restaurant
am Campingplatz recht gut. Hier gibt es auch mehr Jugend. Am Ende der Bucht
treffen sich abends die Jugendlichen, da wird Gitarre gespielt, Musik gehört,
gemeinsam gesungen und getanzt.
Der Campingplatz selbst ist gut beschattet unter
hohen Bäumen - nur unsere Tippi hatte hier ihr Fell immer voller kleiner
Kletten. Als wir vom Strand kamen waren unsere Mädchen ganz aufgeregt - sie
hatten deutlich ein Erdbeben verspürt. Sie saßen am Boden hörten ein Grollen
und verspürten dabei eine "Welle".
30. Juli
Das nächste Reiseziel: Thessaloniki - Stadt und Platamon. Schnell war das Zelt im Womo verstaut, ein Frühstück für die Fahrt parat. Am Messegelände in Thessaloniki konnten wir unser Womo im Schatten parken und waren gleich in der Stadt. Stadtbesichtigung in glühender Mittagshitze im Laufschritt. Wir werden uns für diese Stadt sicher einmal mehr Zeit nehmen! Auf nach Platamon!
Ankunft auf dem Campingplatz Platamon gegen Abend.
Zum Bäcker, Fleischer, in den Obstladen - alles bequem zu Fuß zu erreichen; auch die Möglichkeit einer abendlichen Unterhaltung für unsere Mädels. Da wir am Spätnachmittag ankamen hatten wir die Markise nicht ausgerollt. Carina und Birgit stellten ihr Zelt auf, das Überzelt wurde zusammengerollt weil es auch nachts heiß und schwül war. Und weil sich ja eh kein Blatt rührte wurde auch kein einziger Häring eingeschlagen. Es war sternklar.
31. Juli: Windhose über Platamon!
Stockfinster war es als uns das Geräusch von Regentropfen und Wind weckte.
Ich sah auf meine Armbanduhr und konnte es nicht glauben - kurz vor sechs Uhr
morgens und so finster! Schnell raus und das Überzelt der Mädchen dichtmachen.
Die waren mittlerweile auch aufgewacht und halfen mit. Als wir alle wieder unter
Dach waren ging`s los. Der Himmel hatte seine Schleusen geöffnet! Aus den
Zelten in der Nachbarschaft sprangen die Menschen in ihre Autos und verließen
den Platz. 7 Gewitter nacheinander und dann der große Paukenschlag: eine
Windhose raste über Platamon.
Das Bersten von Bäumen war zu hören während
sich eine Sintflut über uns ergoß und uns Sturmböen kräftig schüttelten.
Manche davon waren so heftig daß unser Womo, das sehr geschützt hinter einer
Hausmauer stand, ordentlich schaukelte. Es ging alles so schnell daß nicht
einmal genug Zeit blieb um alle Dachhauben zu schließen! Auch die Fenster
mußten wir schließen - ausgerechnet da hatte sich ein Scharnier verklemmt und
mußte abgeschraubt werden.
Endlich ließen Sturm und Regen nach. Da wir ziemlich nahe dem Strand waren
hatten wir Sorge ob das Meer hochgischten würde. Wir kletterten aus dem Womo um
nach dem Zelt der Mädchen zu sehen. Alles ok! Fünf Meter weiter lag die Krone
einer riesigen Platane auf einem Vorzelt, Äste auf Autos. Als ich über den
Platz ging - es war gespenstisch!
Ein Bild der Verwüstung! Einige Wohnwägen
und Vorzelte waren total zertrümmert von riesigen Platanen. Zelte,
Vorzelte und
Partyzelte zerfetzt! Hausrat lag überall. Zum Glück kamen keine Menschen zu
Schaden! Die Leute begannen gleich mit den Aufräumungsarbeiten.
Auch im Ort Platamon hat die Windhose ihre Spuren hinterlassen.
Das Gestänge
der Markisen vor Geschäften und Tavernen war total verbogen oder geborsten und
die Markisen zerfetzt, Tamarisken an der Strandpromenade in anderthalb Metern
Höhe abgedreht. Nur noch die Stämme ragten hoch.
1. August
Feuerwehreinsatz am Campingplatz. Die umgestürzten Bäume wurden gesichert um weiteren Beschädigungen vorzubeugen und wurden von den Wohnwägen gesägt.
Als wir gegen Abend am Grillen und Kochen waren kam das nächste Gewitter - also alles abbrechen und im Womo weiterkochen. Ebenso Tags darauf, als zusätzlich noch Wind aufkam hatten wir Streß pur. Koch- und Grillaktion abbrechen und ins Womo verlegen und gleichzeitig alles wetterfest machen.3. August
Reisetag. Bald nach unserer Abreise Richtung Lamia schlugen unsere Mädchen
Alarm. Der Deckel der Dachbox hing seitlich herunter! Zudem hatten sich die
Scharniere verkeilt und verbogen. Also mit dem Werkzeugkoffer aufs Dach. Bald
war alles in Ordnung gebracht und wir konnten unsere Reise fortsetzen. Zügig
kamen wir voran. So ca. 30 km vor Lamia fragte mein Mann ob denn hier die
Fahrbahn so holprig sei - dann knallte es bereits.
Der rechte Hinterreifen war
geplatzt und die Gummistücke flogen über die Fahrbahn. Zum Glück waren wir
nicht schnell gefahren! In glühender Mittagshitze auf der Staatsstraße bei
dichtem Verkehr - Anruf bei der Pannenhilfe. Nach 45 Min. war der Pannenhelfer
da und unser Womo wurde nach kurzer Bestandsaufnahme per Seilwinde auf den
Abschleppwagen gehievt. Mit Entsetzen sahen wir zu wie das Auspuffrohr
immer weiter zusammengedrückt wurde. Bis kurz vor Lamia wurden wir geschleppt,
zum nächsten Reifenhändler. Auch das Abladen unseres Womos vom Servicewagen
war eine überaus heikle Situation - das Auspuffrohr war "hinüber".
Als unser Womo wieder fahrtauglich war beschlossen wir einen der nächsten
Campingplätze anzufahren. Abenteuer hatten wir für diesen Tag bereits genug
erlebt. Vor Konstantinos gab es einen EOT Campingplatz wo im Campingführer
jedoch Hundeverbot ausgewiesen war. Gilt nicht mehr sagte man uns. Wir suchten
nach einem geeigneten Stellplatz und besichtigten den Strand. Seegras am
Kiesstrand, die Sanitäranlagen waren erbarmungswürdig (altersschwach, Rohre
durchgerostet, Spiegel blind); keine Taverne am Platz, kaum
Einkaufsmöglichkeiten - hier wollten wir nicht bleiben! An der Rezeption war
man dann noch ziemlich unfreundlich
zu uns - nichts wie weg hier!
Ein Stück
nach Konstantinos fanden wir den Campingplatz Blue Bay der uns viel besser
gefiel! Alle Anlagen blitzsauber. Da es am Campingplatz keine Taverne sondern nur
eine Strandbar gab und der Shop nur die Grundnahrungsmittel führte ließen wir
uns abends per Taxi
abholen und in die nahe Stadt fahren. Abendbummel und
Abendessen in Konstantinos.

4. August
Und weiter nach Korinth! Von Athens Vorstadt nach Korinth zur Mittagszeit war der Verkehr enorm. Camping Blue Delphin wurde angesteuert. Am Platz milderten die Strohmatten ein wenig die Sonneneinstrahlung. Um Mitternacht stöhnten wir noch bei 30° und sehr hoher Luftfeuchtigkeit. Auch hier ist Selbstversorgung nicht wirklich durchführbar. Bedienung und Essen in der Taverne - na ja, für ein zwei Tage geht`s!
Am Strand grobe Kieselsteine, im Wasser feiner Sand. Strandduschen. Als Carina und Birgit spät abends vom WC kamen hatten sie eine Entdeckung gemacht - wußten jedoch nicht um welche Tiere es sich handelte. Also Besichtigung: 5 riesige Kakerlaken, jede etwa 7 cm Körperlänge +Fühler! Schon war die Abreise für den nächsten Morgen beschlossen.
6. August
Auf der Nationalstraße ging es weiter. Vorbei an vielen abgebrannten
Berghängen entlang mitten durch Patras. Wie immer: heiß und mörderischer
Verkehr. Da wurde rechts überholt, hineingepreßt daß alles quietschte,
doppelte Sperrlinien ignoriert und zum Teil auch die Ampeln. Am Hafen waren
zahlreiche Fähren zu sehen. Unser Tagesziel war Camping Aliki bei Kato Achäa.
Strand und Wasser nicht berauschend, Selbstversorgung auch hier nicht machbar -
also blieb es bei einem Drink und weiter nach Glifa - Amaliada.
Wir fanden einen sehr schattigen Stellplatz unter Maulbeerbäumen. Schnell das Zelt aufgestellt und ab ins Wasser. Hier verbrachten wir die letzten Tage unseres Urlaubes. Das Meerwasser war hier recht erfrischend. Hier klappte es auch mit der Selbstversorgung und wir konnten endlich unseren Grill anfachen.
Viel zu schnell rückte unser Abreisetermin näher.
9. August - Aufbruch!
Nun mußte gepackt und im Womo geschlichtet werden, damit an Bord der Aretousa der Alkoven für die Mädchen frei war. Um 14 Uhr Zwischenstop in einer Fischtaverne in Kato Achäa, dann gemächlich nach Patras. Einchecken im Minoan-Büro und zurück zum Hafen wo schon einige Fahrzeuge aufs Einschiffen warteten. Die Hafenpolizei hatte 2 Illegale mit Rucksäcken zwischen den LKWs aufgestöbert; die Polizei und mehrere Urlauber verfolgten die beiden ohne Erfolg. Um 22 Uhr begann das Einschiffen. Unser Stellplatz lag ziemlich in der Mitte und war erstaunlicher Weise doch ein wenig luftig. Vom Deck aus sahen wir die "OCEANIC", die neueste Fähre von Minoan. Sie wirkt viel kleiner als die Aretousa, ist aber sehr viel schneller. Nächstes Jahr?!
Beim Auslaufen aus Patras waren wir mit den Mädels an Deck - ein atemberaubendes Schauspiel! Bald nach Mitternacht begaben wir uns zu Bett und die Mädels verschwanden in die Disco. Am Campingdeck angekommen umfing uns die Schwüle und Hitze. Stöhn!
Irgendwann kamen die Mädels dann und krochen in den Alkoven, bald danach hörten wir das Einlaufen in Korfu. Plötzlich lautstarke Streiterei, Gehupe und wieder Schimpfen. Alles direkt vor unserem Womo. Der Wirbel wurde immer heftiger! Nach einer Viertelstunde wurden wir neugierig. Erst hatte ein griechischer PKW mit Destination Korfu die Ausfahrt blockiert weil der Fahrer verschlafen hatte, dann kam er endlich und als er starten wollte sprang der Motor nicht an und das Fahrzeug mußte geschoben werden. Dann war wieder Gebrüll zu hören - stop, stop, stoooop!
Einige Camper, die einen sehr heißen Stellplatz hatten waren einfach losgerollt und stellten sich auf luftigere Plätze obwohl der Platzanweiser bereits mit der Hand auf den Kühler des ersten Fahrzeuges klopfte und "stooop" rief. Dann wurde ein Offizier geholt, der brüllte mit rotem Kopf weiter. Diese ganze Aktion hat eine Menge Zeit gekostet. Endlich ging es weiter. In Igoumenitsa hakte es bereits wieder. Diesmal wurde in der Garage rangiert. Den Tag verbrachten wir dann teilweise im klimatisierten Bereich und versteckten auch unsere Tippi hinter einer Einkaufstüte unter dem Tisch. Die hat sofort verstanden, daß sie versteckt wurde. An der Albanischen Küste sahen wir einen großflächigen Waldbrand.
Das Abendessen im Selfservice war nicht besonders, die Preise jedoch haben seit dem Vorjahr mächtig angezogen. Wir genossen die Abendstunden an Deck ehe wir zu Bett gingen. Plötzliches Erwachen - ziemlicher Seegang! Auf der Höhe von Istrien hatten wir starke Bora. Am Camperdeck flogen alle möglichen Utensilien dahin. Handtücher, Wäsche, Schwimmflügerl usw. Sogar eine Dachhaube polterte über den Boden. Also alles dichtgemacht, unsere Handtücher gesichert und wieder zu Bett gegangen. Die Mädchen gaben sich dieses Abenteuer hautnah! Langsam besserte sich das Schwanken - und begann bald darauf neuerlich. Im Morgengrauen sahen wir daß wir in eine Gewitterfront hineinfuhren und gleich darauf ging es auch schon ziemlich heftig los. Es stürmte, krachte und schwankte gewaltig.
Venedig erreichten wir mit einer kleinen Verspätung in einem gigantischen Wolkenbruch.
Beim Ausschiffen waren wir bei den ersten Fahrzeugen. Tagesziel Gleinstätten in der Steiermark. Die Nacht war so kühl, daß die geöffneten Fenster innen völlig beschlagen waren, der Rasen taunaß als hätte es geregnet. Frühstück in der wärmenden Sonne und die letzten 360 Km nach Hause.
Wieder stellten wir fest, daß die Zeit in Griechenland einfach zu kurz war um all das zu sehen was wir uns vorgenommen hatten - der nächste Urlaub kommt bestimmt!
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