
In Wolfsbergs Kindergärten wurde im Oktober
1998 eine Gesundheitsoffensive gestartet.
Den Kleinen werden dabei das Haltungsbewußtsein, das richtige Zähneputzen
und Englisch in spielerischer Form beigebracht.
Das Projekt läuft in den sieben städtischen Kindergärten knapp 100% Beteiligung (ca. 420 Kinder) und basiert auf Freiwilligkeit. Durch die großzügige Unterstützung der Gemeinde entstehen den Eltern keine Mehrkosten.
Hintergrund dieser Offensive sind die steigenden Zahlen der Haltungsprobleme, das ehrgeizige Ziel Wolfsbergs Kinder bis zum Jahr 2020 kariesfrei zu machen und den Kindern den Einstieg in die "Weltsprache" Englisch zu erleichtern.
Haltungs- und Bewegungserziehung, mit den beiden Fantasiefiguren Albert Aufrecht und Bruno Buckel, und Englisch findet einmal wöchentlich statt.
Die Zahnprophylaxe, mit Backensepp
und Kariessepp, einmal pro Monat.
Ausgebildete Fachkräfte die unter einer kompetenten Leitung stehen, garantieren
für einen kindgerechten und qualifizierten Unterricht der in Kleingruppen
(ca. 13 Kinder) stattfindet.
Die Angst vor der Überforderung ist unbegründet, denn das Kind selbst
entscheidet über das Mittun.
HALTUNGS - UND BEWEGUNGSERZIEHUNG
LEITUNG: Mag. TATSCHL Sabine
Offnerplatzl 1; 9400 Wolfsberg
0676 / 6034252
MITARBEITERINNEN: FREYTAG - REICHEL Berenike
Egger - Lienzweg 3; 9400 Wolfsberg
0664 / 1255373
Mag. ARPA Claudia
Frantschach 32; 9413 St. Gertraud
04352/530-212
RADL Karin
Hattendorf 47; 9411 St. Michael
0664/2625932
ENGLISCH
LEITUNG: Mag. FRAUWALLNER Karl - Heinz
Neue Heimat Str. 18; 9400 Wolfsberg
04352 / 30502
MITARBEITERINNEN: KIENZL Siobhan
Schiefling 24 ; 9462 Bad St. Leonhard
04350 / 3525
KARNER Renate
Pernhartweg 16; 9400 Wolfsberg
0699/12182568
VALENT Andrea
St. Jakoberstraße 40; 9400 Wolfsberg
04352 / 34531
ZAHNPROPHYLAXE
LEITUNG: Dr. REZAC Gertraut
Herberthstr. 4 - 6; 9400 Wolfsberg
04352 / 2289
MITARBEITERIN: KLADE Daniela
Parkweg 9; 9400 Wolfsberg
0664 / 3269629
ZAHNPROPHYLAXE IM KINDERGARTEN
Karies und Zahnfleischerkrankungen gehören zu den am
weitest verbreiteten chronischen Erkrankungen. Die erschreckende Bilanz:
98% der Bevölkerung sind davon betroffen. In Skandinavien, den USA
und der Schweiz hat man das Problem des mangelhaften Wissens über Mundhygiene
bereits in Angriff genommen und mit Erfolg gelöst.
Nun ist Wolfsberg auf dem besten Weg durch das Projekt "Kleine Wolfsberger
mit Rückgrat" eine positive Entwicklung der Zahngesundheit zu
erreichen.
Unter dem Motto "Gesunde Zähne ein Leben lang" und "Ein sauberer Zahn wird selten krank", sollen Wolfsbergs Kinder bis zum Jahr 2020 kariesfrei werden, denn durch systematische Vorsorge sind Karies und Zahnfleischerkrankungen vermeidbar.
In der Altersgruppe zwischen drei und sechs Jahren, nehmen Kinder Themen über effektive Zahnpflege und richtige Ernährung besonders schnell auf. Sie erlernen in spielerischer Weise den richtigen Umgang mit der Zahnbürste und die dazugehörende Putztechnik, sowie das gesunde Eßverhalten. "Backensepp" und "Kariessepp" wird dabei ihr ständiger Begleiter.
Zusätzlich besuchen die Kinder die Praxis eines Zahnarztes um ihnen etwaige Ängste zu nehmen bzw. sie auf spielerischer Weise mit den "Materialien" des Doktors vertraut zu machen. Im Rahmen dieses Zahnarztbesuches wird auch zur Evaluierung der Zahngesundheit der Zahnpass (mittels DMF Test) erstellt.
Jede Kindergartengruppe (= 25 Kinder) wird einmal monatlich zahnprophylaktisch betreut. Die praktische Durchführung, das Zähneputzen, findet zur besseren Individualisierung in der Kleingruppe (4 - 5 Kinder) im Waschraum statt.
Die Zahlen sind alarmierend: 60 - 70% aller Schulkinder haben Haltungsschwächen,
25 - 30% haben Übergewicht, 20 - 30% haben Herz- Kreislauf-Schwächen
und 30 - 40% haben Koordinationsschwächen (BAG zur Förderung haltungs-
und bewegungsauffälliger Kinder und Jugendlicher).
Doch bislang war die Zielgruppe, die mit den verschiedensten präventiven
Maßnahmen angesprochen wurde, die Erwachsenen. Die Prävention
die allerdings erst zu diesem Zeitpunkt einsetzt kann die Beschwerden oder
Symptome nur mehr lindern bzw. einer Verschlechterung kann entgegengewirkt
werden.
So ist es doch nur eine logische Konsequenz und auch dringend erforderlich,
solche Beschwerden oder Krankheiten gar nicht entstehen zu lassen. Dabei
spricht man von der primären Prävention und diese muß
zu einem Zeitpunkt einsetzen, zu dem sich Haltungsgewohnheiten und das allgemeine
Bewegungsverhalten noch nicht automatisiert und stabilisiert haben. Daher
ist der beste "Ort" der primären Prävention der Kindergarten.
Im Alter von ca. drei bis vier Jahren bewegen sich die Kinder zum überwiegenden
Teil noch rückenfreundlich. Erst in den Jahren nach dem 4. Lebensjahr
wirken sich negative Einflüsse, wie wenig Bewegung und falsches Sitzen,
sichtbar ungünstig auf die Körperhaltung aus. Zusätzlich
behindert leider die veränderte soziale und ökologische Umwelt
das natürliche Bewegungs- und Spielverhalten der Kinder. Ein Überangebot
an qualitativ sehr unterschiedlichem Spielmaterial bedeutet eine Reizüberflutung
und führt leicht zur Hemmung der natürlichen Entwicklung des Spielens.
Mittlerweile gehören auch der Fernseher, Computer und Video zur täglichen
Beschäftigung vieler Kinder.
Diese Erkenntnisse geben uns nun einen Anstoß um die Gegenwart bzw.
die Zunkunft kinderfreundlicher zu gestalten.
"Kleine
Wolfsberger mit Rückgrat" versuchen nun dieser Entwicklung
gegenzusteuern, wobei die Haltungs- und Bewegungserziehung folgende Themenbereiche
umfasst:
Immer den kindlichen Entwicklungsstand vor Augen haltend und
die daraus resultierende Wortwahl werden die Inhalte wie folgt umgesetzt:
Mit Hilfe von zwei Fantasiefiguren - Albert Aufrecht
und Bruno Buckel - wird das
Problem der schlechten Haltung erklärt. Albert ist derjenige, der immer
korrekt und aufrecht sitzt und steht und sich auch dementsprechend bewegt.
Seine Wirbelsäule ist gerade, weshalb seine "Bandschis" (Banscheiben)
auch immer lachen können. Bruno hingegen hat immer einen Buckel vorzuweisen.
Er sitzt und steht schlecht, bewegt sich, wenn überhaupt, nicht richtig.
Und weil seine Wirbelsäule immer rund ist werden seine "Bandschis"
dauernd eingequetscht, weshalb sie immer weinen.....
Weiters werden den Kindern gezielte Bewegungsaufgaben gestellt, die z.B.
in eine Zauberei verpackt sind, nichtsahnend daß sie dabei ihre motorischen
Grundeigenschaften trainieren. Einen sehr wesentlichen Bestandteil bildet
auch das "Lernen in eigener Regie und nach eigenem Tempo". Da
es ja bekanntlich keine fertigen Bewegungssituationen gibt, haben die Kinder
die Chance, selbst zu gestalten oder zumindest mitzugestalten. Sie haben
die Möglichkeit das zu finden was sie ihrer Entwicklung entsprechend
gerade brauchen. So haben die Kinder zahlreiche Möglichkeiten, ihren
Körper selbst zu entdecken und vor allem auch wahrzunehmen.
Oft fällt es aber schwer den Moment der Eigenaktivität des Kindes
abzuwarten. Doch wir alle müssen lernen Achtung vor der kindlichen
Persönlichkeit zu haben, das Kind zu akzeptieren und anzunehmen wie
es ist, auch wenn es nicht unseren Vorstellungen eines aktiven, sich freudig
bewegenden Kindes entspricht. Kinder haben bei den einzelnen Lernschritten
sehr wohl ein Gefühl für den richtigen Zeitpunkt. Sie zwingen
sich nicht zu etwas und gehen sehr behutsam mit ihren Fähigkeiten und
Unfähigkeiten um.
Abschließend muß also nocheinmal festgehalten werden, daß
es nur von Vorteil sein kann, vor dem Schuleintritt eine Stabilisierung
des natürlichen, rückenfreundlichen Verhaltens spielerisch im
Kindergarten zu fördern und zusätzliche Bewegungsreize setzten
um das Kind in seiner natürlichen Entwicklung, in jeglicher Hinsicht
zu unterstützen.
I. S T A T I S T I K
Insgesamt 62 Kinder konnten durchgehend drei Jahre lang betreut werden. Der Verlauf ihrer Entwicklung ist in der nachfolgenden Statistik dokumentiert.
Die Zahlen der "Sportmotorischen
Analyse" sprechen eine deutliche Sprache:
In jedem einzelnen Bereich konnte eine deutliche Veränderung im Sinne
einer positiven Entwicklung erreicht werden.
Wiesen im Jahre 1998 noch 33 Kinder Schwächen im Bereich Kraft auf,
so konnte dies im Jahre 2001 auf eine Zahl von nur mehr 2 Kindern reduziert
werden. Ebenso deutlich fiel die positive Veränderung im Bereich Geschicklichkeit
aus: 1998 hatten 41 Kinder Probleme beim Balancieren, Klettern und Fangen
des Balles, was ebenso bis zum Jahre 2001 auf 2 Kinder reduziert werden
konnte.
Ähnlich fielen die Ergebnisse beim "DMF-Test"
aus:
Von insgesamt 33 Kindern waren 1999 8 Kinder mit einem Befund ausgewiesen
und 2001 waren es bereits 15 Kinder. Dies ist so zu erklären: Als Befund
gelten - kariöse Zähne, fehlende Zähne und gefüllte
Zähne. Hier veränderte sich das Ergebnis folgendermaßen:
Die Anzahl der kariösen Zähne ging von 69 auf 47 zurück,
wobei die Anzahl der gefüllten Zähne von 12 auf 47 anstieg, was
nichts anderes bedeutet, als dass die betroffenen Kinder vermehrt zur Zahnbehandlung
motiviert werden konnten
II. Z U S A M M E N F A S S U N G
Das Projekt "Kleine Wolfsberger mit Rückgrat", das als neuer Weg der Gesundheitsprävention in den städtischen Kindergärten im Jahre 1998 gestartet wurde, erfreut sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt eines Zuspruchs von knapp 100% der Gesamtanzahl aller Kindergartenkinder.
Den gesteckten Zielen dieser Offensive -
konnte ein großer und entscheidender Schritt näher gekommen werden.
Im Detail liegen konkrete Ergebnisse in den folgenden Bereichen vor:
Erreicht wurde -
im Bereich Haltungs- und Bewegungserziehung
im Bereich Zahnprophylaxe
im Bereich Englisch
Aufgrund der aufgezeigten und dokumentierten Ergebnisse kann behauptet werden,
dass das Projekt "Kleine Wolfsberger mit Rückgrat"
als voller Erfolg angesehen werden kann, was sich nicht zuletzt auch dadurch
bestätigt, dass es sich hervorragend in den Kindergartenalltag integriert
hat und auch von den durchwegs höchstzufriedenen Eltern ein positives
Feed-Back in Erfahrung gebracht werden kann.
Der österreichische Lehrplan für Volksschulen sieht einen Unterricht für die lebende Fremdsprache Englisch ab der 1. Schulstufe im Ausmaß von einer Wochenstunde vor. Hier heißt es wörtlich zitiert:
Der Fremdsprachenunterricht in der Grundschule hat die Aufgabe
Aus diesem Grund baut der Fremdsprachenunterricht auch in der Grundschule in erster Linie auf Hörverstehen und mündliche Kommunikationsfähigkeit auf, daher sind auch in dieser Altersstufe Leseverstehen und Schreiben als eigenständige Fertigkeiten nicht anzustreben. Mit dem Verzicht auf Schreiben und Schriftbild im Unterricht fällt jedoch auch jene Barriere weg, nahezu denselben Unterricht mit Kindern bereits im Vorschulalter abzuhalten. Ein dreijähriges Kind hat bei positiver Entwicklung gelernt, Sprache zu verstehen und diese auch zu bilden, genauso wird es auch in der Lage sein, dies mit einer Zweitsprache zu tun. Die enorme Aufnahmefähigkeit von Kleinkindern zeigt sich uns auch in der immer wieder erfolgreich praktizierten mehrsprachigen Erziehung von Kindern. Dieses Argument steht auch dafür, so früh als möglich mit dem Fremdsprachenunterricht bei Kindern zu beginnen. Lediglich das soziale Verhalten sowie die Konzentrationsfähigkeit ist bei Kindern dieser Altersstufe nicht so ausgereift wie bie einem Acht- bis Zehnjährigen. Dieses Problem kann jedoch durch das Lernen in der Kleingruppe (8 - 10 Kinder) sowie durch eine Minimierung der Lernzeit von 50 auf 30 - 35 Minuten leicht beseitigt werden. In diesen Kleingruppen soll es ermöglicht werden, Kinder anzuregen, ihre natürliche Begeisterung für Sprache zu entwickeln, zu lernen und damit zu kommunizieren. Dabei ist es wichtig, von Anfang an für einen guten Akzent zu sorgen.
Was ist das Ziel von Englisch im Kindergarten ?
Darüber hinaus werden auch bereits einige Sprechabsichten verfolgt:
Übungsformen
Dem Spielerischen und Musischen kommt im Englischunterricht mit "Young Learners" eine besondere Bedeutung zu. Reime, Lieder und Lernspiele sind für Kinder dieser Altersstufe äußerst wirkungsvolle Motivationsträger. Der Gebrauch der englischen Sprache wird im Rollenspiel, Ratespiel, Denkspiel, Wettspiel, Sing- oder Tanzspiel zur zwingenden Notwendigkeit, wenn das Kind an einem Geschehen teilnehmen möchte, das offensichtlich allen Freude bereitet. Das Erleben der fremden Sprache in Verbindung mit spielerischer Tätigkeit oder das Singen fremdsprachiger Lieder vermittelt den Kleinen ein Erfolgsgefühl und fördert damit die Bereitschaft zur weiteren Beschäftigung mit der Sprache.
