Geistliches Wort
Für euch
bin ich Priester,
Auf die Frage eines
Reporters: „Jesus, wer ist das für Sie?“, antwortete einmal Mutter Teresa:
„Nicht ich fand Jesus, Jesus fand mich. Er wählte mich aus für sich, ihm zu
gehören, ihn zu lieben mit ungeteilter Hingabe, in Ehelosigkeit, freiwilliger
Armut, durch Gehorsam und in ungezwungenem Dienst an den Armen. Meine Tätigkeit
ist nur das Mittel, meine Liebe zu Christus in die Tat umzusetzen.“ Mutter
Teresa war einer der ungezählten Menschen, denen Christus zusätzlich zu Taufe
und Firmung noch einen besseren Ruf geschenkt hat.
Das
allgemeine Priestertum
Taufe und glaubende
Annahme dessen, was in der Taufe vor sich geht, macht uns zum Christen. In der
Taufe werden wir in Christus eingegliedert, den Gott durch die Auferweckung aus
dem Tod zum ersten Menschen der neuen Schöpfung gemacht hat. Alle Getauften
bilden zusammen mit Christus das Haus aus lebendigen Steinen, eine heilige
Priesterschaft und bringen durch Christus geistige Opfer dar, die Gott
gefallen. (vgl. 1Ptr2,5). Alle Getauften sind also Priester und mit der Gabe
betraut, die
Die
besondere Berufung
Aus denen, die mit
Christus durch Taufe und Glauben verbunden sind, ruft der Herr Einzelne für
besondere Dienste heraus: Männer und Frauen, Alte und Junge, Menschen aus allen
Nationen, Sprachen und Rassen. Der besondere Dienst macht sie nicht zu
vollkommeneren Christen. Sie bleiben sündig und schwach, doch sie sollen eine
spezielle Aufgabe ausüben. Paulus hat diese Wahrheit den Korinthern so erklärt,
dass der Geist Jesu verschiedenste Gaben austeilt, immer zum Wohle aller und
zum Dienst an allen (vgl. 1Kor 12,4-30). Schon während seiner öffentlichen
Tätigkeit wählte Jesus Männer aus, die er als seine Zeugen und Boten
ausbildete. Jesus stieg auf einen Berg und rief die zu sich, die er erwählt
hatte. Und er setzte zwölf ein, die er bei sich haben und die er dann aussenden
wollte, damit sie predigen und mit seiner Vollmacht Dämonen austrieben,
überliefert Markus (Mk 3,13-15). So innig verband er sich mit ihnen, dass er
ihnen zusicherte: „Wer euch hört, der hört mich; wer euch ablehnt, der lehnt
mich ab; wer aber mich ablehnt, der lehnt den ab, der mich gesandt hat.“(Lk
10,16)
Wirken an
Christi statt
Deutlich zeigt die
Berufung des Paulus, wie Jesu Ruf einen Menschen „christusförmig“ machen will
und kann. Saulus war unterwegs nach Damaskus in der Überzeugung, dass Gott nur
die Juden zum Heil gerufen hat, als ihn die Stimme überfiel: „Saulus, warum
verfolgst du mich?“ Saulus fragte entsetzt: „ Wer bist du, Herr?“ Und die Stimme antwortete: „Ich bin Jesus, den du verfolgst“ (Apg 9,1-5).
Der zum Vater erhöhte Herr wandelte den Verfolger zum glühenden Apostel, der
Jahre später schrieb: „Nicht mehr ich lebe, Christus lebt in mir“ (Gal 2,20)
und „Wir sind Gesandte an Christi statt und Gott ist es, der durch uns mahnt.
Wir bitten an Christi statt: Lasst euch mit Christus versöhnen!“ (2Kor 5,20).
Alle Jahrhunderte hindurch hat die Kirche daran festgehalten, dass Jesus
einzelnen Getauften auch als Gabe zuteilt, ihn zu repräsentieren und an seiner
Statt zu lehren, zu hüten und zu heilen. Zu lehren – durch den „Dienst am
Wort“, der in zwei Richtungen angelegt ist: in die Kirche hinein, um den
Glauben der Getauften zu stärken, und in den Menschen hinein, damit die
Noch-nicht-Glaubenden Glaubende werden. Zu hüten – „Hirte zu sein“ für einen
Teil der „Herde“, die wir „Gemeinde“ nennen. Auch Jesus hat sich mit einem
„guten Hirten“ verglichen, der seine Herde immer wieder sammelt, ihr
vorauszieht, sie schützt und für die sorgt (vgl. Joh 10,1-39). An der kleinen
Herde, der Gemeinde, soll sichtbar werden, wie die große Herde, die Weltkirche,
von ihrem obersten Hirten gehütet und genährt wird. Zu heilen – „Arzt zu sein“,
besonders für die seelisch Kranken und die Sünder. Sie zu
Für euch
bin ich Priester,
Die ganze Kirche ist
Lehrer, Hirte und Arzt und jeder Getaufte hat an der dreifachen Sendung auf
seine, ihm gegebene Weise, Anteil. Doch bündelt und personifiziert sich das
kirchliche Tun im Priester, der an Christi statt tätig ist. Die Kirche braucht
das kirchliche Amt in seinen drei Stufen des Diakons, des Priesters und des
Bischofs. An ihm soll sichtbar werden, dass es letztlich nur einen Lehrer,
Hirten und Arzt gibt. Falsch aber wäre es zu meinen, der Priester stünde von
Amts wegen über dem Laien, denn auch er gehört zum Volk Gottes. Aus diesem Volk
ist er genommen und zum Dienst an diesem Volk bestimmt. Schon der hl. Augustinus
hat seine Aufgabe als Bischof mit dem Satz umschrieben: „Für euch bin in
Bischof, mit euch bin ich Christ.“ Das „für euch“ erwecke im Priester das Bild
der Fußwaschung, das „mit euch“ gliedert ihn immer neu in das wandernde
Gottesvolk ein, das die Höhen und Tiefen der jeweiligen Zeit zu bestehen hat.
Bald
sind Ferien und Urlaub!
Ich
wünsche Euch und Ihnen eine wunderbare Freizeit …….
und vergesst nicht zu beten!
Mit
einem aufmunternden Gruß und Segen bleibe ich Euer und Ihr
P.
Josef, O.ss.T.