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aktualisiert am: 29.11.2006

Maria Saal

Verein für Schweizer Sennenhunde in Österreich VSSÖ

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Tipps zur Hundehaltung:

Sanfte Dominazübungen:

Gehen Sie immer zuerst durch eine Tür oder Tor. Der Hund soll Ihre Erlaubnis abwarten, bevor er ins oder aus dem Auto springt.
(Das Alpha-Tier geht immer zuerst.)

Stehen Sie bei Gelegenheit über dem Hund.
Beim Platz , Liegen, Sitzen oder Stehen.
(Ich bin größer als du.)

Legen Sie Ihren Hund nach dem Spiel ruhig auf den Rücken und halten Sie ihn fest, bis er sich entspannt. Streicheln Sie ihn.
(Sie bestimmen wann das Spiel anfängt oder aufhört.)

Heben sie den Hund mal ab  und zu vom Boden auf, bei größeren Hunde die Vorderpfoten.


Liegt  Ihr Hund ihnen im Weg, machen Sie nie einen Bogen um ihn herum, schubsen Sie ihn mit  dem Fuß kommentarlos leicht an, er wird dann aufstehen und sich irgendwo anders  hinlegen.
(Alle machen Platz wenn das Alpha-Tier kommt.)

Legen Sie Ihre Hände über den Nacken und den vorderen Teil des Hunderückens und pressen Sie sehr leicht während etwa 10-15 Sekunden.
(Das Tier spürt Ihre Stärke.)

Wenn der Hund Sie anstupst, weil er spielen oder schmusen  will,  schicken Sie ihn ganz kühl wieder weg, später rufen Sie das Tier zu sich und geben ihm die Streicheleinheiten oder spielen mit ihn.
(Sie machen das  Programm.)

Unterwürfige Körperstellung des Hundes belohnen.
Platz, liegen, schnelles Gehorchen oder Händelecken.
(Der Hund zeigt Vertrauen zum  Herr, er möchte folgen.)

Eine gute Methode, um Einzuübendes zu verstärken ist, den Hund alle Annehmlichkeiten verdienen zu lassen. Er soll zuerst einen Befehl korrekt ausführen, bevor er das Gewünschte erhält.

Fordern Sie  ihrem Hund vor dem Schlafengehen noch einmal auf,  seinen Platz zu verlassen und  erlauben Sie ihm anschliessend mit freundlichen Worten, seinen Platz wieder zu betreten.
(Das Alpha-Tier bestimmt wer wo lagert.)

Schaffen Sie mehrmals  am Tag Augenkontakt mit dem Hund und belohnen Sie auch einen ganz kurzen Blick  ihres Hundes sofort.

Hura! Wir haben einen Welpen:

Gutartigkeit, Sensibilität, Liebenswürdigkeit, Genügsamkeit, Treue; Familienhüter und.. und .. und-

willkommen als zukünftiger Bäri- Besitzer, wie die Schweizer ihren „Nationalhund“ stolz nennen.

Sie werden in einigen Wochen ein kleines Hundebaby  mit nach Hause nehmen und mit dem Hundekind eine langjährige Partnerschaft aufbauen. Auch wenn der kleine Racker zu Beginn wirkt, als ob er kein Wässerchen trüben könnte, liegt es schon ganz am Anfang an Ihnen ,eine Partnerschaft aufzubauen, die allen Lebenslagen standhält und Freude bereitet.

Er muss seine Grenzen kennenlernen,  den Rudelführer- nämlich Sie- akzeptieren, denn was Hänschen nicht lernt, kann Hans nimmermehr...

Ihr Welpe ist 10 Wochen alt, wenn Sie ihn nach Hause nehmen. Wir haben als Züchter in den ersten Lebenswochen die Grundsteine für ein ausgeglichenes, gesundes Wesen gelegt und nun sind Sie am Zug, den Hund weiter zu formen.

Er befindet sich nun in einer ganz wichtigen, prägenden Lebensphase, in der sogenannten Sozialisierungsphase, wo er sich seinen Platz im Rudel sucht. Sie sind nun sein neues Rudel und können ihm schon zu Beginn den Start in sein neues Umfeld erleichtern.

So sollten Sie beim Abholen des Hundekindes zu zweit sein, damit sich eine Person während der Fahrt um den Kleinen kümmern kann.

Zu Hause darf er sein neues Heim erkunden, seinen Stammplatz suchen, bleiben Sie bei ihm und bringen Sie ihn auch zu der Stelle, wo er später sein Geschäft verrichten soll. Gelingt es dem  Welpen  tatsächlich,  überschwenglich loben und die Stelle markieren. Das nächste Mal sollte er wieder an die Stelle gebracht werden.

Sie haben nun ein Baby im Haus, das sich erst eingewöhnen  muss und dafür Zeit braucht, also sollten Freunde und Nachbarn und die vielen zukünftigen Bewunderer Ihres Berners vorerst etwas auf Distanz gehalten werden.

Recht rasch wird sich ein geregelter Tagesablauf mit dem Hundekind ergeben und das Thema Stubenreinheit vorerst als oberste Erziehungsmaßnahme  stehen.

Als Grundsatz für alle Erziehungsfragen  sollte gelten, dass  Sie Rituale einbauen, die Lektionen vorerst sehr kurz halten, denn wie ein Kleinkind muss auch Ihr Hundekind erst lernen, sich länger zu konzentrieren. Lautes Schreien und Schläge haben in keiner Erziehung ihren Stellenwert, sehr wohl aber die Modulation Ihrer Stimme, das wichtigste Mittel, das Sie in der Erziehung haben. Gut bewährt haben sich kurze Worte , die man sehr gut dehnen kann wie hiiier, pfuiii, neiin, auus und immer in der gleichen Anwendung .  Lob spornt ihren Berner unheimlich an und ein zusätzliches Leckerli wird ihm das Lernen noch erstrebenswerter machen.

Das Erlernen der Stubenreinheit des Hundekindes verlangt zu Beginn konsequente Überwachung Ihres Vierbeiners vor allem nach  seiner Fress - und Schlafenszeit und wenn er beginnt , seine Nase überall hineinzustecken und zu schnüffeln. Nun ist Handeln angesagt: bringen Sie den Kleinen so rasch als möglich nach draussen zu seinem  Pipi- Platz , sollte das Geschäft gelingen , Lob und Leckerli lassen den Kleinen ganz gross werden. Geht das Geschäft aber am falschen Platz daneben, den Hund nur tadeln, wenn neiin unmittelbar beim Geschehen erwischen, ein späteres Schimpfen für eine frühere Tat kann Ihr Welpe nicht nachvollziehen.

Ein klares Pfui genügt, niemals  schlagen oder die Hundenase in die Lacke tauchen. Der Fleck sollte mit Essigwasser oder Desinfektionsmittel entfernt werden, um eine Wiederholungstat am falschen Platz zu vermeiden.

Hundebabies sind wie  Menschenbabies so eine Art Durchlauferhitzer und sie sehen vorerst keinen Sinn darin, aktiv ihren Schließmuskel zu betätigen, wenn es drückt. Ihr gemeinsamer Lernprozess dauert einige Wochen, muss konsequent und rituell ablaufen, funktioniert aber letztendlich doch  und auch das tägliche Gassi- Gehen wird zur großen Freude.

 Schon in seiner ersten Zeit zu Hause sollte sich der kleine Kerl an die Kommandos  „Sitz“, „ Aus“, „Platz“ und„Hier“ gewöhnt haben und es wird Zeit, ihn mit anderen Hunden in Kontakt zu bringen. Wird ein Hundekind nach den ersten Wochen von der Mutter und seinen Geschwistern getrennt und nur noch auf den Menschen fixiert, vergisst er auf sein „Hundsein“. Trifft er jetzt auf einen Artgenossen,  verhält er sich nicht mehr wie ein Hund seines Alters, ein Mensch ist er aber auch nicht. Also was tun, um diesen Zustand zu verhindern? Ein geeigneter Hunde- Ausbildungsplatz mit Welpenkurs sollte der Einstieg in eine geführte Hundeausbildung sein. Hier kann er sich so richtig unter geführter Kontrolle durch einen geschulten Hundeführer unter Seinesgleichen bewegen, Stärken und Schwächen ausgleichen und sich einfach wohlfühlen, denn trotz aller guter Eingliederung in ein Menschenrudel bleibt er ein Hund und braucht seine Gruppe. Haben Sie beide erst einmal so ein bisschen hineingeschnuppert, den richtigen Ausbildungsplatz für Ihren Vierbeiner und sich gefunden, gibt es jede Menge Möglichkeiten, an beider Ausbildung zu arbeiten: nach Grundkurs und Erlernen der Unterordnung - Begleithundeausbildung, Begleithundeprüfung, Agility, Fährtensuchkurse  und.. und .. und unter anderem  auch einmal eine Wesensprüfung, die im Alter ab 12 Monaten zugelassen, für Zuchthunde Pflicht ist, für Hundebesitzer ein  Kriterium, wie sich ihr Hund in bestimmten Situationen verhält : Bindung an den Hundeführer, Aggressionsverhalten , sein Wesen allgemein.

Da wir nun schon ein bisschen dem Thema Sport nahe gekommen sind, noch einige Tipps , wie Sie mit Ihrem Berner sinnvoll sporteln können.

Grundsätzlich darf der Berner als Hundebaby und als Junghund bewegungsmäßig keinesfalls überfordert werden, da hier Bänder und Gelenke in der Wachstumsphase sind und es bei Überbelastung zu irreparablen Schäden  am Bewegungsapparat kommen kann.. Vor allem sollte das Springen im Youngster- Alltag nicht forciert werden. Jeder Hund ist anders belastbar, als Grundregel gilt jedoch lieber öfters und kürzer und die Spazierroute langsam steigern. Zusätzlich muss man als Besitzer auch auf Eigenheiten seines Hundes Rücksicht nehmen, so gibt es bewegungsfreudige, kleinere kompakte Berner, die zum Sporteln besser geeignet sind, als ruhige, große Tiere. Einen Hochleistungssportler werden Sie aus einem Berner nur im seltensten Fall kreieren, daran sollte sie bei der Auswahl ihres Hundes denken.

Er eignet sich aber hervorragend als Therapiehund, Behindertenhund, Rettungshund und ist auch ein exzellenter Familien /Kinder/Babysitterhund , was ja auch Hochleistungssport bedeutet.

Wer sportelt, muss auch Kalorien zugeführt bekommen:

Heute gibt es eine Vielfalt an Produkten, um Bernie so richtig zu verwöhnen, dennoch sollten Sie einige Richtlinien  bei der Fütterung  nicht außer acht lassen:

- Der junge Hund sollte schlank groß werden ( Rippen nicht sichtbar, aber doch spürbar )

- Das richtige Verhältnis der Grundnahrungsstoffe( beim Junghund 2/3 Fleisch und 1/3 Flocken oder Gemüse)

- Überprüfen der Mischungsverhältnisse von Fertigprodukten  / selbst gemischte Produkten

- Fütterungshäufigkeit und Menge dem Alter anpassen

- Wasser frei erreichbar

 Wo auch immer Sie Ihren Hund einsetzen, eine tierärztliche Betreuung und die wichtigen Untersuchungen zur Hüftdysplasie( HD), Impfungen und  Entwurmung sollten selbstverständlich sein und auch durchgeführt werden. Dem Thema HD, vielfach ja in aller Munde vor allem bei großen Hunden, anzumerken sei: die Untersuchung sollte ab dem 12. Lebensmonat des Hundes durchgeführt werden, ist eine Momentaufnahme und gibt nur über den jetzigen Zustand Bescheid, sagt aber nicht aus, dass der Hund v-a bei Überbelastungen keine Gelenksprobleme entwickeln kann.

 Wir hoffen, Ihre Neugier auf ihren “ Bäri „  ist so geweckt, dass Sie sich zu diesen Tipps hier, die nur eine ganz kleine Bandbreite darstellen, noch viel, viel theoretisches und praktisches Wissen aneignen .

Mit den Grundlagen einer guten Zucht, Erziehungshilfen, tierärztlichen Untersuchungen  und Freude an einer tierischen Partnerschaft  haben Sie einen kleinen wachsenden,älter werdenden Kerl, der aus der Familie nicht mehr wegzudenken ist und Ihnen bis zu seinem Lebensende ein  treuer Begleiter sein wird und es freut uns , dass Sie sich dazu entschlossen haben, einen Sprössling von Bianca von Reithof  in ihrer Familie aufzunehmen.

 

Buchtipps: Berner Sennenhunde: Alexandra Haug, Ulmer Verlag

                     Berner Sennenhunde: Christl Fechler, Parey Verlag

                     Hunde sehen, züchten, erleben: Bärtschi / Spengler,                            Haupt Verlag

 

 

 

 

Kontakt: Ing. Paul Knafl, Hauptstraße 31, A-9063 MARIA SAAL, ; E-Mail: FAM.KNAFL@UTANET.AT, Tel.: +43(0)650/88 38 88 4