Die im Jahr 985 als Rosezza erwähnte Weinhauergemeinde war schon in prähistorischer
Zeit besiedelt. Die sogenannte "Hacke von Rossatz" wurde jedenfalls schon mehrere
tausend Jahre vor Christus geschwungen. Auch die Kelten bestatteten ihre Toten bei
den "Sieben Gräbern" im Rossatzerwald.

Im 11. Jahrhundert gelangte Rossatz schließlich an die Babenberger und bildete somit
den einzigen landesfürstlichen Besitz der Wachau. Im Zentrum des Ortes, dessen intakten
Ortsbild von der Haager Konvention zur Gänze als Kulturdenkmal geschützt ist, liegt die
im Baukern frühgotische Jakobskirche. Die zwei seltsamen "Knöpf" auf dem Dachfirst sollen,
wie die Überlieferung weiß, Zeugnis von der sprichtwörtlichen Dickköpfigkeit der Bevölkerung
ablegen. Eine ganz ähnliche Funktion hatte wohl auch der 1633 errichtete Pranger in der Mitte
des Kirchenplatzes.

Unter den zahlreichen Bürgerhäusern verdient der spätgotische Subenhof hervorgehoben zu werden,
in dessen Innerem auch noch die Umrisse einer Rauchküche aus der Gründerzeit zu erkennen sind.
Von kulturhistorischem Interesse ist schließlich das
Dachgesims des Jörgerhofes Haus Nr. 53, das ein Sgraffitoband mit dem Wortlaut des Pslams 84 in der Lutherschen
Übersetzung trägt: "Meine Sehle verlangt und sehnt sich nach den Vorhöfen des Herrn".
Das Rossatzer Renaissanceschloß befindet sich im Besitz der örtlichen Agrargemeinschaft und wurde
1992 renoviert. Ein Besuch des neu gestalteten Innenhofes mit den Arkadengängen lohnt sich!
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