Computereinsatz/Notebookeinsatz im Unterricht

Modelle


Allgemeines: Basisschritte für die Internetpraxis mit SchülerInnen:

Unterrichtsmodelle:

Die Frage des Menschen nach dem Sinn: Diskussion um Sterbehilfe im Internet; Materialrecherche

Arbeitsanleitung

 

Sterben, Tod und Auferstehung: Der Tod im Cyberspace

Arbeitsanleitung

 

Weihnachten im Internet

Engagiertes Leben: Hilfsorganisationen

 


Basisschritte für die Internetpraxis mit SchülerInnen:
Aus: Mertin Andreas, Internet im Religionsunterricht. V&R, Göttingen 2000

1. Thema festlegen: Die präzise Festlegung des Themas hilft bei der späteren Recherche. "Massentierhaltung" ist ein Thema, das "Für und Wider der Massentierhaltung" ein anderes, im Internet schwieriger zu bearbeitendes Thema.

2. Stichworte bestimmen: Die Bestimmung der Stichworte ist deshalb wichtig, weil ein zu allgemeines Stichwort evtl. Millionen von Netzseiten als Resultat bringt, während zu viele Stichworte evtl. wichtige Seiten ausschließen könnten.

3 . Katalog aufsuchen: Der erste Suchschritt sollte in der Regel einem Katalog gelten, weil man so einen Eindruck von der Menge der Netzseiten zu einem Thema bekommt. Zugleich zwingt ein Katalog dazu, nach sinnvollen Oberbegriffen des Themas zu suchen.

4. Suchmaschinen abfragen: Da die Kataloge das Netz aber nicht erschöpfend behandeln, sollte zusätzlich auf verschiedene Suchmaschinen bzw. übergreifende Suchmaschinen zurückgegriffen werden. Hier können dann speziellere Stichworte vorgegeben werden.

5. Linklisten nutzen: Sehr nützlich sind evtl. vorhandene Linklisten, weil sie das Ergebnis der Recherche anderer Netzteilnehmer sind.

6. Ergebnisse sortieren: In manchen Teilen werden die so gefundenen Ergebnisse übereinstimmen. Zu prüfen ist dann, welche Linlks als Erfolgversprechend angesehen werden können.

7, Links prüfen: Nicht immer existieren die Netzseiten noch, auf die die Suchmaschinen oder Linklisten verweisen. Bei einigen Suchmaschinen lässt sich mit der Abfrage gleichzeitig auch die Existenz der Links überprüfen. Sonst muss dies nun nachgeholt werden.

8 . Quellen vergleichen: Die auf diese Weise erarbeiteten Quellen müssen anschließend im Unterricht auf ihre Argumente und ihren Sachgehalt überprüft werden.


Die Frage des Menschen nach dem Sinn
Diskussion um Sterbehilfe im Internet; Material-Recherche

Die Frage nach dem Sinn des Lebens kann als spezifisches Charakteristikum des Menschen verstanden werden. Der Mensch ist ein Wesen, das auf der Suche ist. Nicht nur in biblischer Perspektive stellt sich die Sinnfrage auch angesichts der Begrenztheit und Vergänglichkeit des menschlichen Lebens. Im Folgenden wird vorgeschlagen, zum Thema "Sinn des Lebens" die Diskussion um die Sterbehilfe aufzugreifen.
Die Sterbehilfe oder Sterbebegleitung ist immer auch eine Frage nach dem "Sinn des Lebens", weil implizit darum gestritten wird, ob es Situationen gibt, in denen das Weiterleben nicht mehr sinnvoll ist, in denen das Leben also keinen "Sinn" mehr hat. In den letzten Jahren ist darüber weltweit eine erregte und höchst kontrovers geführte Debatte entstanden.
Es geht nicht darum, das Thema umfassend über das Internet abzuhandeln, vielmehr bietet sich das Netz in diesem Falle als Informationspool an, um unterschiedliche Gesichtspunkte und Texte einzuholen, sowie auf aktuelles Material zuzugreifen. Schon die einfache Eingabe des Wortes "Sterbehilfe" in einer übergreifenden Suchmaschine, ergibt Hunderte von Hinweisen. Darunter finden sich auch Unterrichtsentwürfe, empirische Befragungen und kontroverse engagierte Plädoyers. Sehr gutes Material im Blick auf die neueren Diskussion erhält man auch in den Archiven verschiedener Zeitungen und Zeitschriften. Dabei braucht die Erarbeitung der aktuellen Debatte nicht auf Deutschland beschränkt werden, es finden sich zahlreiche Hinweise auf die Debatten etwa in Amerika oder den Niederlanden.
Für die historische Rekonstruktion bietet sich die Unterrichtsreihe "Sterbehilfe" des Ev. Stift-Gymnasiums Gütersloh an, wo Harald Schumacher und Hans Wemer Küster zahlreiche Materialien zusammengetragen haben, die man bequem als HTML-Projekt auf die eigene Festplatte herunterladen kann.



In den Online-Archiven der verschiedenen Zeitschriften finden sich zahlreiche Stellungnahmen und Essays, wie etwa die Glosse von Robert Leicht in der ZEIT http://www4.zeit.de/zeit/print/199839.glossel_.html" oder gleich mehrere Stellungnahmen in der Taz vom 29.08.1998.
http://wwwev-stift-gymn.guetersloh.de/sterbehilfe/


Arbeitsimpulse

Aufgabe
Um das Thema "Sterbehilfe" wird nicht nur in Deutschland heftig gestritten. Versucht Informationen zu diesem Thema über das Internet zu recherchieren. Dabei soll auch die historische Entwicklung (sog. Euthanasie) mitbedacht werden.

Erwartungen

- Die aktuellen Argumente zum Thema "Sterbehilfe", die im Netz verfügbar sind, sollen zusammengetragen werden.

- Die zur Zeit gültigen Gesetze zur Sterbehilfe sollen recherchiert werden.

- Auch Initiativen wie die Hospizbewegung sollen in die Überlegungen einbezogen werden.

- Soweit im Netz greifbar, sollen theologische und kirchliche Stellungnahmen zur Sterbehilfe herangezogen werden.

Fragen
- Gibt es unterschiedliche Diskussionsansätze über die "Sterbehilfe" in Deutschland, den Niederlanden oder den USA? Was ist wo erlaubt, was verboten? Welche Gründe werden in den verschiedenen Ländern angeführt?

- Welchen Ansatz vertritt die Hospizbewegung? Wie steht sie zur Sterbehilfe?

- Welche Haltung nimmt die Kirche zur Sterbehilfe ein? Was sind ihre besonderen, d.h. auf die Religion bezogenen Argumente?

- Welche geschichtlichen Fakten stehen mit der Diskussion um die Sterbehilfe in Verbindung?

Tipps
- Recherche in den Online-Archiven diverser Zeitungen und Zeitschriften.
Z.B. http://www.taz.de oder http://www.zeit.de./

- Sinnvolle Kombinationen von Stichwörtern für die Suchmaschinen auswählen: etwa Theologie, Sterbehilfe, Hirntod, Ethik, Kirche, Sterbebegleitung, Hospizbewegung.



Sterben Tod Auferstehung
Der Tod im Cyberspace

Durchforstet man das Internet im Blick auf die Frage nach dem Tod, so findet man vor allem Kopien der ersten Wirklichkeit: Todesanzeigen, Friedhöfe oder auch eine "Hall of memory". Wie im richtigen Leben ist eine kleine Industrie rund um den Tod entstanden: zwischen 400 und 2300 Mark kostet die virtuelle Grabpflege für 30 Jahre. Immerhin kann man dabei die Stimme des Verstorbenen noch einmal erklingen lassen, kann dessen Leben mit Bildern darstellen und kommentieren und kann ihm nachträglich jene Aufmerksamkeit zukommen lassen, die ihm im Leben das Leben nicht gegeben hat.
Wer sich unter den einschlägigen Adressen ins Netz begibt, stößt allerdings vor allem auf eins: Kitsch! Da finden sich die abgewandelten Sprüche aus dem Poesiealbum, die subjektiven Bekenntnisse, und nur wenig, was die Verstorbenen wirklich präsent werden ließe. Da sind die Werbetexte, mit denen die virtuellen Bestatter ihr Angebot vorstellen, schon vollmundiger. Das "Ewige Leben" preist seine Vorteile so an:" Alles kann noch einmal gesagt oder richtig gestellt werden (sic!). Das Lebenswerk kann noch einmal Revue passieren. Alles ist möglich." Und die "Hall of memory" informiert "umfassend über den neuen, zeitgemäßen Weg, den Lieben über den Tod hinaus jederzeit nahe zu sein ... Denn wo könnte die Erinnerung an liebe Verstorbene lebendiger gehalten werden als im jederzeit zugänglichen größten Kommunikations-System der Welt?" Das ist vermutlich so wahr wie es hohl, leer und entlarvend ist.
Die Schülerinnen und Schüler sollten sich daher zunächst einmal auf den diversen virtuellen Friedhöfen umschauen. Wie repräsentiert sich der Tod im Internet? Welche Art von Grabstellen findet man dort? Und wer interessiert sich für derartige "Verewigungen"? Was treibt Menschen an, sich oder Angehörigen dort ein Denkmal zu setzen? Und wie kann man angesichts der Anonymität des Netzes die Erinnerung an einen "lieben Verstorbenen" wachhalten? Erörtert werden sollte dann, welchen Sinn es macht, in einem Medium, in dem kaum etwas die Jahresfrist überdauert, ewiges Leben zu versprechen.

79 http://www.ewigesleben.de/
80. http://hall-of-memory.de/


Arbeitsimpulse

Aufgabe
Findet heraus, welche Aufmerksamkeit das Internet dem Tod widmet. Der Tod ist zunächst und vor allem ein körperliches Phänomen. Wie kann ein körperloses System wie das Internet damit umgehen?
Gibt es im Internet Bestattungen, Friedhöfe, Trauerriten?
Und welche Funktion könnte dies für die Hinterbliebenen haben?

Erwartungen
- Die wichtigsten Einrichtungen im Internet, die sich mit dem Tod auseinander setzen, sollten gefunden werden.

- Reflektiert werden sollte, ob man Trauer virtualisieren und weltweit mit völlig unbekannten Menschen teilen kann.

- Der Wunsch, ein geschöntes Bild des Verstorbenen zu verbreiten, treibt viele Menschen an. Im lnternet gibt es keinen Widerspruch gegen Verklärungen; Nachbarn, die andere Erfahrungen erzählen könnten, fallen aus. Darüber sollte reflektiert werden.

Fragen
- Wird das körperliche Phänomen des Todes im Internet verharmlost? Was bedeutet der Tod im Cyberspace?

- Bietet das Internet die Möglichkeit, dem Tod ein Schnippchen zu schlagen?

- Lebt man weiter, wenn man in den Gedanken und Erinnerungen anderer Menschen fortlebt?

 


Tipps
Einige Adressen zur Auswahl:
http://www.ewigesleben.de/
http://cemetery.de/
http://memopolis.uniregensburg.de/
http://www.eternalflame.com/
http://virtual-memorials.com/
http://www.cemetery.org/
http://www.inforamp.net/~bems/
http://www.memorial-site.com/
http://www.angelsonline.com/

Weiterführende Hinweise finden sich auch, wenn man in einer der übergreifenden Suchmaschinen direkt den Titel "Der Tod im Cyberspace" eingibt.