Der Wiener Planetenweg


Der Österreichische Astronomische Verein hat entlang der Tiergartenmauer des Lainzer Tiergartens einen
Planetenwanderweg errichtet. Start ist in Wien 23, am Ende der Wittgensteinstraße. Dort gibt es einen großen Parkplatz. Nach dem Schranken findet sich eine Informationstafel mit einem Behälter, dem man Info-Blätter über den Weg entnehmen kann:

Infotafel

Entlang der Tiergartenmauer ist das Sonnensystem im Verhältnis 1 zu 1 Milliarde (1mm = 1000 km)maßstäblich abgebildet. Wenige Schritte vom Ausgangspunkt findet sich die erste Tafel: unsere Sonne. Sie hat in diesem Maßstab 134 cm Durchmesser:


Unsere Sonne

Im Bild erläutert der Initiator Ing. Gerhard Huber die Darstellung.

Prof. Hermann Mucke erläutert die Abstände der Planeten um die Sonne und lädt ein, das Sonnensystem zu 'begehen'.

Prof. Hermann Mucke

Entlang der Tiergartenmauer geht es zum Merkur als innerstem Planeten.

Weg zum Merkur Merkur

Bei den Planetenbildern gibt es ein Foto des Planeten, und darunter einen schwarzen Punkt: so groß wäre der Planet im Richtigen Verhältnis zur 134 cm großen Sonne am Anfang!

Weiter gehts zur Venus und dann zur Erde.

Venustafel Mond und Erde

Man kann erkennen, dass Venus und Erde etwa gleich groß sind. Und bei der Erde ist zusätzlich Größe und Abstand unseres Erdenmondes maßstäblich dargestellt. Weiter gehts zum Mars.

Weg zur Venus Marstafel

Vor Erreichen des Jupiters gibt es die Möglichkeit, nach links zur Gaststätte 'Schießstätte' und weiter auch zum Freilichtplanetarium hinter der Wotrubakirche abzubiegen.

Jupitertafel






Bitte beachtet die Größe Jupiters: das ist kein schwarzer Punkt im Verhältnis zur Sonne, wie Merkur, Venus, Erde, Mars sondern bereits ein beachtlicher Ball!
Die ganz Harten aber wandern weiter: aber bis zum Pluto in Laab am Wald sind es noch fast 6 km! Wer also in einem Zug durch das Sonnensystem will, muss mit 1,5 Stunden in einer Richtung rechnen.

Orientierungstafel

Die Abstände werden immer weiter zwischen den Planeten. Bis zum Ringplaneten Saturn ist es noch nicht so arg. Auch er ist ein großer Planet, wenn Ihr seinen maßstäblichen Durchmesser (schwarzer Kreis) mit der Erde (13 mm Punkt)vergleicht.

Saturntafel

Aber dann dauert es bis zum Gütenbachtor, bis die Tafel des Uranus auftaucht!

Gütenbachtor Uranustafel

Neptuntafel





Der Weg vom Gütenbachtor weiter Richtung Laab verläuft außerhalb des Tiergartens abwechslungsreich über Wiesen und im Wald. Man quert zweimal die 2. Wiener Hochquellenwasserleitung, dann erst kommt man zur Neptuntafel. Sie zeigt, dass auch diese Gaskugel weit draußen im Verhältnis zur Erde sehr groß ist.
Weiter durch den Wald aufwärts erreicht man schließlich das Ende des Planetenweges beim Laaber Tor. Dort sind gleich zwei Tafeln angebracht: Die Plutotafel und eine Übersicht über das ganze Sonnensystem mit dem Kuipergürtel und der Oortschen Wolke. Bei dieser letzten Tafel gibt es auch wieder ein "Briefkastenrohr", dem Beschreibungen des Planetenweges und des Freilichtplanetariums entnommen werden können.

Laabertor


Plutotafel Kuiper Gürtel

Schauen Sie sich die maßstäbliche Größe Plutos an: ein Pünktchen, er ist kleiner wie unser Mond!
Die letzte Tafel aber zeigt, dass mit Pluto und dem Kuiper Gürtel, in dem es zahllose große Planetoiden gibt, die Grenze des Sonnensystems noch lange nicht erreicht ist:

Sonnensystem

Noch viel viel weiter draussen, wie das Bild zeigt, existiert die Oortsche Wolke, Quelle von Kometen, die gelegentlich das Innere unseres Sonnensystems besuchen.



WANDERTIPP: Wer es gemütlicher angehen will (so wie ich) kann den langen Planetenweg auch in drei Spaziergänge aufteilen.


1) Vom Parkplatz Wittgensteinstraße entlang der Tiergartenmauer bis zum Jupiter, ein paar Schritte zurück zur Tafel Schießstätte (offen außer Dienstag und Mittwoch) Abmarsch zu einem gemütlichen Essen. Wenn man die asphaltierte Fahrstraße erreicht ein paar Schritte rechts. Die Küche ist gepflegte Wiener Küche ohne Schnörkel zu moderaten Preisen.

Gasthaus Schießstätte

Dann zurück durch den Wald und entlang der 2. Wiener Hochquellwasserleitung zum Parkplatz.


2) Mit dem Auto zum Parkplatz Gütenbachtor, zurück entlang der Mauer zu Saturn, Jupiter und dem Gasthaus Schießstätte, Rückkehr durch den Maurer Wald und entlang der 2. Hochquellleitung ins Gütenbachtal.


3) Ausgangspunkt wieder Gütenbachtor, entlang der Tiergartenmauer weiter bis zum Laaber Tor zum Pluto. Mit Hund auf dem gleichen Weg zurück. Ohne durch das Laaber Tor und auf den Wegen des Lainzer Tiergartens zum Gütenbachtor - leider kann hier kein kulinarischer Höhepunkt eingebaut werden. Also: vorher oder nachher einkehren, am besten im Cafe/Restaurant 'Marienkäfer', an der Ecke Speisinger Straße/Maurer Hauptplatz. Sehr gute Küche, zu sehr moderaten Preisen (Gehimtipp: nicht weitersagen!)


Viel Spaß beim Begehen unseres Sonnensystems!