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Die Muttergottesstatue von   Veit  Königer

Ein Beitrag von  Franz Seidnitzer


Von allen Kunstwerken unserer Pfarrkirche  Graz - St.Peter  ist das bedeutendste unsere schöne Muttergottesstatue vom Bildschnitzer  Veit Königer. Sie ist das Glanzstück einer
Reihe von Kunstwerken in unserer Kirche, zu der eine Pieta und ein Schutzengel, der ein Kind behütet, zählen.

Wer war nun dieser hochbegabte Künstler und wie kam diese spätbarocke Mariendarstellung in unsere Kirche ?

Als zweitältester von 4 Kindern wurde Vitus Kiniger am 1.Juli 1729 in der Nähe von Sexten in Osttirol geboren. Seine Eltern bewirtschafteten den Kinigerhof in Obervierschach, der noch heute besteht. Seine Kindheit verbrachte er in Sexten und besuchte wahrscheinlich die Stiftsschule in Innichen. Dort wurde die große künstlerische Begabung des Schülers endeckt und seine Ausbildung zum Bildhauer gefördert.Seine Lehrzeit verbrachte er bei einem Bildhauer der Umgebung. Dank seiner großen Begabung erfolgte 1751 seine Aufnahme unter die Schüler der Akademie der bildenden Künste in Wien.

Schon im Jahre 1754 nahm er an einem bedeutenden Wettbewerb der Akademie teil und gewann den 1. Preis.

Bald darauf dürfte er Wien verlassen haben.
Welcher Anlaß Veit Königer nach Graz geführt hat und ob er gleich in die Bildhauerwerkstätte des Josef Schokottnig eintrat und wie lange er unter dessen Leitung arbeitete, läßt sich nicht feststellen.Feststeht aber, im Jahre 1756 heiratete er dessen Tochter Elisabeth Schokottnig in der  Pfarrkirche  St. Peter  bei Graz. Nach dem Tode seines Meisters ging dessen Werkstätte in seinen Besitz über. Diese Arbeitsstätte lag im Bereich der heutigen  GVB - Remise  in der Schönaugasse.Einige Monate später erwarb er das Schokottnigsche Haus in der Münzgrabenvorstadt in der Schönaugasse 49.
Dieser Vorstadtteil gehörte bis 1783 zur Pfarre  St. Peter,  wurde dann ausgegliedert und danach zur Pfarre Münzgraben erhoben. Hier richtete Königer sein Atelier ein und hier entstand sein erstes bekanntes Werk,  der Herz-Jesu-Alter   für die Barmherzigen Kirche in Graz. Am 10. Mai 1769 erfolgte auf Grund einer eingesandten Arbeit die Ernennung Königers zum Mitglied der Bildenden Künste in Wien.

Sein Lebenswerk gilt heute als Krönung der steirisch barocken Bildschnitzerkunst.

Er wurde ein bedeutender St.Peterer,  hier hat er gelebt und seine Kinder großgezogen.

In der Steiermark hat er eine Fülle von Werken hinterlassen.
So die Hochaltäre der Kirchen    St. Veit am Vogau,    St. Andrä im Sausal,    Paldau,    Barmherzigenkirche in Graz,
St. Johann im Saggautale,    Wildon,    Lankowitz,     Edelsbach,    Weizberg,    Maria Rehkogel,    Fernitz
und einen Hochaltar für seine Heimatpfarre    Graz - St. Peter,     der später leider ausgetauscht wurde.

Daneben gestaltete er zahlreiche Seitenaltäre verschiedener Kirchen.
In Stein errichtete er die schöne Dreifaltigkeitsgruppe beim  St. Peter   Stadtfriedhof,  die Dreifaltigkeitsgruppe  Spital am Phyrn,  die Frauensäule in Neudau,  die Marienstatue in Mariagrün  und  zu   St.Ägyd in den Windischen Büheln  und  die Mater Dolorosa  zu   St. Leonhard in Graz.
Außerdem gestaltete er zahlreiche Kanzeln, Tabernakeln, Engeln, Einzelplastiken und vieles mehr.
Damals wurden viele Kirchen des Landes im Barockstil neu eingerichtet, sodaß Königer in seiner Werkstätte zeitweise 9 Bildschnitzer beschäftigte.

Als Veit Königer 1793 starb, wurde er wohl in seiner Wahlheimat  Graz - St. Peter   begraben.