Rebellenstaat im Burma-Dschungel

Seit dreißig Jahren tobt im Dschungel von Burma ein unerbittlicher, blutiger Krieg, bei dem bisher an die 40.000 Tote zu beklagen sind. Seit dreißig Jahren – seit dem Zeitpunkt, als der Staat Israel gegründet wurde – kämpft eine nationale Minderheit um die elementarsten Rechte: Freiheit und Selbst- bestimmung. In die undurchdringlichen Dschungel Burmas haben sich die Karen – ein Volk, das vor Jahrhunderten aus der Mongolei eingewandert ist – zurückgezogen, um als nationale Gemeinschaft überleben zu können. Waren die Karen jahrhundertelang ein friedliches Volk, das sich unterjochen ließ, so haben sie unter der englischen Herrschaft in Burma zu kämpfen gelernt. Damals mit den Engländern gegen die japanischen Invasoren, heute gegen die burmesische Zentralregierung in Rangoon. Tödlicher Haß ist das bestimmende Element dieses Kampfes. Die Karen haben einen Staat im Staat aufgebaut. Einen Staat, den sie verwalten, finanzieren und verteidigen. Einen Staat, in dem Gesetz und Ordnung herrschen, sehr im Gegensatz zur Korruption im offiziellen Burma. Einen Staat, der mit ausländischen Behörden stillschweigend Verträge abschließt und peinlich genau seine Verpflichtungen einhält. Einen Staat, der mit sich aber nicht spaßen läßt, wenn es auch nur im geringsten um die vitalen Lebens- interessen der Karen- Stämme geht. Einen Staat, der in dem von ihm kontrollierten Gebiet über gewaltige Rohstoffreserven verfügt und der eine gut gerüstete Rebellenarmee sein eigen nennt, die imstande ist, der zentralen Burma- Regierung die Stirn zu bieten.

Fritz Sitte, der Abenteurer unter den Reportern, hat sich illegal über die Grenze Thailands zu den Karen- Stämmen durchgeschlagen, bis zum legendären Präsidenten des Karen-Rebellenstaates, General Saw Bo-Mya. Sitte hat seine Eindrücke, seine eigenen Erfahrungen in diesem Buch zusarnmengefaßt. Er konfrontiert uns Westeuropäer zum erstenmal mit der Tatsache dieses Staates im Staat, mit dem Überlebens- kampf einer völkischen Minderheit, die von der UNO vergessen ist. Sitte präsentiert ein zeitgeschichtliches Exklusivthema, über das bisher (im deutschen Sprachraum) Schweigen herrschte.

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