Ich war bei den Kurden

Seit Jahrhunderten kämpfen die Kurden um ihre völkische und politische Einheit. Sie kämpfen um die Freiheit und ihre Selbstbestimmung. Vorläufig letzter Akt in diesem Drama: der Kampf der Kurden in den wilden Bergendes Grenzgebietes zwischen dem Iran Khomeinis und dem Irak. Vom bärtigen Revolutionswächter in der heiligen Stadt Ghom vorerst gebraucht, um Schah Reza Pahlevi zu verjagen, wurden die Kurden von den Mullahs nur mit Versprechungen abgefertigt, die nie eingelöst wurden. darum griffen sie auch im Iran wieder zu den Waffen, während ihre Brüder im Irak bereits seit Jahren einen unermüdlichen Kampf führen.
Für die Kurden ist dieser Kampf etwas, das in über zwei Jahrtausenden mit ihrer Geschichte untrennbar verbunden ist. Ihr unbeschreiblicher Stolz und ihre Kampffreudigkeit waren neben ihren fast unangreifbaren Territorien auch die Ursache, daß sie sich keinem Großreich oder Volk eingliedern ließen: nicht den Persern, nicht den Römern, nicht den Arabern, nicht den Mongolen und nicht den Türken. Sie wurden in diesen Kämpfen zwar blutig geschlagen, aber nie vernichtet. Wenn es notwendig war, zogen sie sich in ihre unwegsame Gebirgswelt
zurück. Heute ist das Schicksal der Kurden im Mittleren Osten direkt mit den Ölgeschäften der Großmächte verknüpft. Ost und West teilen sich die Einflußbereiche, und wer immer - in diesem Fall die Kurden - zwischen die Mühlsteine dieser Wirtschaftsverzahnungen und Rohstoffinteressen gerät, für den gibt es keine "Charta der Menschenrechte", er wird um des schnöden Mammons - hier sprich: Öl - willen niedergeknüppelt.

Fritz Sitte war bei den Kurdenim Iran. Illegal überschritt er, von der Türkei kommend, die Grenze. Durch wilde Gebirgsschluchten und durch drei Militär-Sperren des Khomeini-Häschers Mullah Sadigh Chalchali gelangte er ins Hauptquartier der Irak-Kurden im Iran, zum Generalsekretär der Kurdischen DemokratischenPartei - Irak, Sami Rachmann.

Eas Sitte dort über den Freiheitskampf erfuhr, über seine Hintergründe, über die politischen Konstellationen im Nahen und im Mittleren Osten und auch über die Spannungen und Zwistigkeiten innerhalb der kurdischen bewegung selbst - das schildert dieses Buch, das zehnte des Abenteurers unter den Reportern.

              zurück