Schicksalsfrage Namibia

Namibia, die ehemalige Kolonie Deutsch- Südwest- Afrika, ist heute praktisch noch unter südafrikani- scher Hoheitsverwaltung und kristallisiert sich immer mehr zur Schicksalsfrage des gesamten südlichen Afrika. Namibia bildet für Südafrika das Bollwerk gegen den aus dem nördlichen Nachbarland Angola andrängenden doppelten kommunistischen Zugriff: einerseits stoßen die kornmunistisch ausgerichteten SWAPO- Terrorkomrnandos aus Angola kommend immer wieder nach SWA/Namibia vor, andererseits stehen hinter den Aktivitäten der SWAPO die Stellvertreter Moskaus: die Kubaner und die Ostdeutschen, die das kommunistische Regime in Luanda am Leben erhalten. SWA/Namibia sieht sich auf dem Weg zu seiner Unabhängigkeit daher vor fast unlösbaren Problemen: von außen hervorgerufen durch die kommunistische Infiltration vom Norden und die ständige Bevormundung durch Südafrika von Süden, von innen täglich neu belebt durch die auf keinen gemeinsamen Nenner zu bringenden Ansprüche der elf im Land existierenden ethnischen Minderheiten. Fritz Sitte hat in den vergangenen 30 Jahren die meisten schwarz- afrikanischen Länder besucht, Sitte kennt die Probleme dieser Länder daher nicht vorn Schreibtisch aus, sondern aufgrund eigener Erfah- rung. Sitte ist mehrmals mit Rebellenkommandos durch die Büsche gezogen, er wurde aber auch von Regierungen dieser Staaten offiziell eingeladen. Was Sitte besonders auszeichnet, ist die Tatsache, daß er die alten Kolonialverhä1tnisse genauso beurteilen kann wie die Entwicklung dieser Staaten nach der »Geburtsstunde« ihrer Unabhängigkeit.

Sitte war allein 1982 zweimal in SWA/Namibia. Er konnte Kontakte mit den in diesen Konflikt involvierten Gruppen knüpfen. Sitte bringt darum in sein Sachbuch »Schicksalsfrage Namibia« die ganze Breite der auseinandergehenden Meinungen und Interessen ein. »Nur wer Schwarzafrika kennt, soll sich ein Urteil über SWA/Namibia erlauben«, meint der Autor – keiner ist dazu berufener als er!

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