Im Burgenland konnte
vom ORF-Landesstudio eine interessante Dokumentation über einige Höhlen
dieses östlichsten und bislang selbst in Höhlenforscherkreisen
als Forschungsgebiet kaum bekannte Bundeslandes fertiggestellt werden.
Sie wurde im Rahmen des Österreichbildes am 17.9.2000 als 23-minütiger
Beitrag gesendet und von rund 450 000 Personen gesehen.
Bei den Dreharbeiten
konnten "nebenbei" auch interessante wissenschaftliche Beobachtungen gemacht
werden, so etwa in der Klafterlucke, einem alten Stollen, der durch Versinterung
von der Natur quasi "rückerobert" wird, wo neben eigenartigen winzigen
höhlenperlenartigen Kristallaggregaten auch ein bereits stark eingesinterter
Flaschenhals zu sehen war. Im Großen Wiesenloch im Leithagebirge
wurden Kohlendioxidgehalte in der Höhlenluft von über 5000 ppm
(0.5 %) gemessen, die zwar in keiner Form lebensbedrohend, aber dennoch
für österreichische Höhlenverhältnisse überaus
hoch sind. Mangelnde Luftzirkulation unter einer biologisch aktiven Bodenbedeckung
scheint der Hauptgrund für das Phänomen zu sein.
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ORF
Die Forschungen im Burgenland - in intensiver und guter Zusammenarbeit mit dem Höhlenverein "Hannibal" (Wien) - gehen freilich weiter: Neben der Aufnahme einiger natürlicher Hohlräume wurden auch einige aufgelassene Stollen (ehemalige Kohlegruben werden freilich aus Sicherheitsgründen ausgeklammert) bearbeitet, die einerseits mineralogisch (Sinterneubildungen !) interessant sind, andererseits aber auch bereits von der belebten Natur "akzeptiert" werden (Fledermäuse, Insekten, Kleinsäuger...).
So wurden in den letzten Monaten 6 Stollen und 2 Höhlen im Gebiet des Geschriebenstein bearbeitet.
Die Arbeiten sollen gegen Ende 2003 publiziert werden- als Ergänzung zu dem 1999 erschienenen Buch "Höhlen und Karst im Burgenland" und werden diesmal auch alle bekannten künstlichen unterirdischen Objekte (Stollen, Erdställe etc.) umfassen. Auch eine Einarbeitung des umfangreichen Datenmaterials der unpublizierten Karstverbreitungskarte "Leithagebirge" ist in Arbeit.
Für allfällige
Hinweise auf natürliche und künstliche Objekte im Burgenland
ist das Projektteam nach wie vor stets dankbar !