Die "Höhlenabteilung"
beschränkt sich in ihrer Arbeit durchaus nicht nur auf Naturhöhlen
!
Es gibt - sehr verschiedene
- unterirdische Objekte, die aus historischen, technischen aber auch naturwissenschaftlichen
Gründen in den letzten Jahren verstärkt durch Höhlenforscher
bearbeitet werden. Die KHA war im vergangenen Jahr in vier sehr verschiedenen
künstlichen Höhlenobjekten tätig.
Dabei sind - zahlenmäßig
überwiegend - zunächst Bergbaustollenzu
erwähnen. Neben einer Anzahl kleinerer Stollen im Burgenland (im Gebiet
des Geschriebenstein) wurde vor allem der "Josefistollen" bei Friesach
(siehe dort) untersucht, der neben seiner bergbautechnisch - historischer
Bedeutung auch als touristisches Besuchsobjekt für die Region interessant
ist und auch in Zukunft ein Zentrum der Speläotherapie in Österreich
werden könnte und sollte. Die Höhlenabteilung führt neben
Vermessungsarbeiten auch höhlenklimatische Messungen - in enger Zusammenarbeit
mit dem Montanhistorischen Verein für Kärnten, dem Grubenbesitzer
- durch.
Im Zuge der Forschungen
in Erdställen
war die Abteilung an der Vermessung und Bearbeitung zweier "erdstallähnlicher"
Objekte (im Raume Altlichtenwarth im Weinviertel sowie bei Wr. Neustadt
in einer Schottergrube (!) beteiligt. Naturgemäß sind die Hauptfragen
hier jene nach dem Alter sowie dem Zweck - und in beiden Fällen kaum
eindeutig zu beantworten.
Die Vermessung einer
völlig künstlichen, ausgedehnten Grotte
vom Beginn des 19.Jahrhunderts in Schönau (NÖ) in Zusammenarbeit
mit dem Bundesdenkmalamt soll schließlich zu einer Revialisierung
des überaus interessanten Objektes führen.
Am Schluß sei
das bekannteste Objekt - mitten im Wien im Keller des Uhrenmuseums - genannt.
Ein 10 Meter tiefer Abstieg mittels Drahtseilleitern führte uns hier
in eine verschwemmte Fortsetzung. Das Objekt wurde von einem englischen
Mitarbeiter der Wiener Stadtarchäologie als mittelalterliche
Latrine (!) erkannt. Im Zuge der Renovierung
soll der Besucher des Museums in Zukunft die Möglichkeit erhalten,
in diesen heute freilich kaum mehr sonderlich "unappetitlichen" Raum hinabzublicken.