Mittwoch, Jänner 18, 2006

Das Reagieren auf ähnliche Reize: Die Generalisation

Es gibt kaum zwei Ereignisse oder Gegenstände, die sich völlig ähneln. Verkehrsampeln weisen nicht überall die gleiche Form auf. Auch die Farben können in einigen Fällen heller, in anderen dunkler erscheinen. Es dient der Anpassung des Verkehrsteilnehmers, dass er trotz leichter Unterschiede im Aussehen einer Reizgegebenheit Ähnlichkeiten erkennt, die ihn gleichartig reagieren lassen. Wenn ein Organismus eine konditionierte Reaktion nicht nur bei Darbietung des konditionierten Reizes, sondern auch bei Reizen zeigt, die dem Originalreiz ähneln, spricht man von einer Generalisation.
Auch den Prozess der Generalisation hat Pawlow in seinen Experimenten bereits studiert. Sein Hund reagierte nach erfolgter Konditionierung nicht nur auf das Klingelzeichen, sondern auch auf Reize, die diesem ähnelten. Der Speichelfluss war folglich auch durch einen Summer oder einen Gong auszulösen. Die konditionierte Reaktion trat also, wenngleich in abgeschwächter Form, ebenso bei Reizen auf, die dem ursprünglichen Reiz ähnelten. Eine Generalisation muss aber auch ihre Grenzen haben, denn sonst ginge ihr Anpassungswert wieder verloren. Ein Autofahrer hat z. B, gelernt, auf das rote Licht der Verkehrsampel zu reagieren. Es würde sein Fortkommen aber erheblich behindern, wenn er sein Fahrzeug auch anhielte, sobald er einen PKW, eine Plakatwand oder einen Pullover eines Passanten mit jeweils roter Farbe entdeckt hat.
Siehe dazu Die klassische Konditionierung

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