Donnerstag, März 02, 2006

ADHS - ein Leiden der Kinder und ihrer Umwelt

Ungefähr zwei bis fünf Prozent der Kinder eines Jahrgangs leiden unter ADHS. Sie sind verhaltensauffällig, in der Schule häufig unaufmerksam und lassen sich sehr leicht ablenken. An neuen Aufgaben verlieren sie schnell das Interesse und bringen selten etwas zu Ende. Einige der betroffenen Kinder sind ständig in Bewegung. Sie reden viel, fallen anderen häufig ins Wort oder platzen mit einer Antwort heraus, ohne gefragt zu sein. ADHS-Kinder sind leider oft unbeliebt, denn sie haben große Probleme, sich sozial zu integrieren. Mit der Zeit gewöhnen sie sich daran, der Störenfried oder das Schusselchen zu sein.
Die Krankheit belastet auch die Kinder selbst: Sie fühlen sich ständig kritisiert und ungerecht behandelt. Mit der klassischen Anti-Haltung treten sie nun ihrer Umwelt gegenüber. Das macht es für ADHS-Kinder schwer, Freunde zu finden.
Nicht jedes Kind offenbart die gleichen ADHS-Symptome. Mädchen zeigen vielfach nur ein Aufmerksamkeitsdefizit („Träumerchen“), während Jungen häufiger zusätzlich hyperaktiv sind.
Meist denkt man nur an Kinder, wenn von ADHS die Rede ist. Jedoch leiden mindestens 20 Prozent der Betroffenen ihr ganzes Leben unter den Beschwerden. Erwachsene Patienten haben gelernt, ihre Symptome zu überspielen. Dennoch bleibt die Krankheit ein Problem. Es kostet diese Menschen überdurchschnittlich viel Kraft, bei der Sache zu bleiben und sich zu konzentrieren.
Ursachen von ADHS
Was passiert bei ADHS? Die Wissenschaft spricht von einer Fehlregulation des Dopaminstoffwechsels im Gehirn. Dopamin ist ein Botenstoff zwischen bestimmten Nervenzellen. Normalerweise schüttet die erste Nervenzelle den Botenstoff aus, um ein Signal an die Nächste weiter zu geben. Das Dopamin bindet an die Zielzelle und aktiviert sie dadurch. Bei ADHS wird das Dopamin jedoch von der ersten Zelle so schnell wieder aufgenommen, dass an der zweiten Nervenzelle kaum noch Botenstoff ankommt. Die Nervenreize werden deshalb nicht richtig weitergeleitet und es kommt zu Fehlsteuerungen im Gehirn. Besonders Motorik und Aufmerksamkeit sind davon betroffen.
Es ist jedoch noch nicht geklärt, ob der gestörte Dopaminstoffwechsel die einzige Ursache von ADHS ist. Eine Hyperaktivität wird eher durch verstärkte Weiterleitung von Nervenreizen bewirkt. Dies kann nicht hinreichend durch einen gestörten Dopaminstoffwechsel erklärt werden. Weitere Ursachen sind durchaus anzunehmen.
Auffällig ist, dass Beschwerden, die durch einen Magnesiummangel verursacht werden, den ADHS-Symptomen sehr ähnlich sind:
* Konzentrationsschwäche
* leichte Erregbarkeit
* Nervosität
* Unruhe
* Kopfschmerzen
* Schlafstörungen
* und Bauchschmerzen

können in beiden Fällen auftreten.
20 bis 25 Prozent der ADHS-Patienten leiden an Angststörungen, zu zehn bis 40 Prozent treten Depressionen auf und 30 Prozent der Betroffenen haben so genannte „Tic-Störungen“ - ein unkontrolliertes Zucken von Muskeln (z.B. im Gesicht). Was viele nicht wissen: All das sind ebenfalls Anzeichen eines Magnesiummangels.
Behandlung von ADHS
Die klassische Behandlung von ADHS erfolgt mit dem Wirkstoff Methylphenidat, der zu den Psychostimulantien zählt und dem Betäubungsmittelgesetz unterliegt. Die Experten sind sich einig, dass Methylphenidat nur nach sorgfältiger Diagnose und eingebettet in ein umfassendes Behandlungskonzept angewendet werden sollte. Da es auch eine Reihe von Nebenwirkungen verursachen kann, darunter viele, die die eigentliche ADHS-Symptomatik ausmachen: Schlafstörung, Reizbarkeit, Kopfschmerzen, Schwindel, Unruhe, Übererregbarkeit aber auch Aggressivität sind keine Seltenheit.

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