Montag, Mai 08, 2006

Was ist Neid?

Neid ist ein ganz normales, im Grunde kern- und strunzgesundes Gefühl in einer Gesellschaft, in der Güter und Lebenschancen ungleich verteilt sind. Wer seinen eigenen Wert kennt, der fragt sich: Warum hat der andere, was ich nicht habe? Es sind gerade die Leute mit geringem Selbstwertgefühl, die den Neid in sich unterdrücken. Sie meinen, andere hätten Erfolg und Besitz eher verdient, seien besser und müssten deswegen vom Leben bevorzugt werden.
Wer ehrgeizig ist, wer was will, wer im Leben steht und nach vorne drängt, der ist in aller Regel auch neidisch und will andere neidisch machen. Das ist ganz normal. Nur wer schon alles hat, was er braucht, muss und wird nicht neidisch sein. Wer sich den dicksten Schlitten leisten kann, wird nicht neidisch werden, wenn der Nachbar schon wieder mit einem neuen, sündhaft teuren Wagen vorfährt. Man muss ja schon etwas meschugge sein, nicht zu erkennen, wem die Anti-Neid-Ideologie nützt - klar! - den Besitzenden, die natürlich die Begehrlichkeiten der Habenichtse beunruhigen.
H.U.G in de.sci.psychologie am 8.5.2006

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