Dienstag, Jänner 31, 2006

Was ist ein Coach?

Der Coach ist neutraler GesprächspartnerIn und "Anwalt" einer Person, die sich beraten lässt. Diese wird auch Coachee genannt. Im Mittelpunkt des Coachingprozesses steht das Ziel des Coachees. Dieses Ziel wird am Anfang eines Coachingprozesses gemeinsam entwickelt, formuliert und vereinbart.
Der Coach begünstigt qualitativ und quantitativ das Erreichen des Ziels, indem er das Fähigkeitspotenzial seines Kunden diesem erkennbar macht und ihm hilft, es auszuschöpfen. Dabei verfügt der Coach über eine Vielfalt an Methoden, erkennt persönliche Verhaltens- und Denkmuster seines Coachees und hat einen Blick für imaginäre oder auch tatsächlich vorhandene Hindernisse auf dem Weg seines Coachee.
Ein guter Coach hört zu, nimmt dem Coachee die Arbeit nicht ab, sondern versetzt ihn in die Lage, selbst die Lösung für sein Problem zu finden. Er kann sein Wissen und Können zurückhalten, wenn es darum geht, den Coachee zum eigenen Denken und Handeln zu bringen.

Donnerstag, Jänner 26, 2006

Konzentrieren mit Sudoku

Das Lösen von Sudokus stellt eine interessante Form einer Konzentrationsübung dar bzw. dient auch der Förderung des logischen Denkens, sodass es aus pädagogischer Sicht dafür empfohlen werden kann, da es im Gegensatz zu anderen Rätselübungen in erster Linie nicht auf erlernte oder erlernbare Wissensinhalte abzielt, sondern vom Prinzip her "reines" Denken fördert und schult. Mit Mathematik hat es wenig zu tun!
Eine gute Seite mit Hinweisen zur Lösung und einigen Sudokus des Tages finden sich auf der Seite Sudoku lösen - Wie man sein Gedächtnis beim Lösen unterstützt

Samstag, Jänner 21, 2006

Gegenstand der Differentiellen Psychologie und Persönlichkeitspsychologie

… ist die Beschreibung individueller Unterschiede im Erleben und Verhalten sowie die Erklärung des Entstehens und der Veränderung der Unterschiede im Zusammenwirken von Anlage und Umwelt. Diese Unterschiede beziehen sich auf einzelne Menschen und z.B. nach Geschlecht oder sozialer Herkunft abgegrenzte Personengruppen und betreffen Merkmale wie z.B. Intelligenz, Temperaments- und Persönlichkeitseigenschaften.
Während sich die Allgemeine Psychologie mit den allgemeinen Gesetzmäßigkeiten des menschlichen Erlebens und Verhaltens beschäftigt, kommen wir nicht umhin, zu beobachten, dass Menschen auch in gleichen Situationen unterschiedlich reagieren. Die sogenannten interindividuellen Unterschiede im Verhalten sind Gegenstand der Differentiellen Psychologie und Persönlichkeitspsychologie. Angenommen wird dabei, dass menschliches Verhalten innerhalb einer Person (d.h. intraindividuell) eine gewisse Konsistenz über verschiedene Situationen hinweg zeigt. Eine Person, die bei Parties eher ruhig und schüchtern ist, und sich im Hintergrund hält, wird im allgemeinen auch bei Seminaren nicht besonders aus sich herausgehen.
Die Differentielle Psychologie beschäftigt sich mit der Beschreibung dieser interindividuellen Unterschiede im menschlichen Verhalten; man spricht auch von der sogenannten Persönlichkeit eines Menschen. Als ein zweiter wesentlicher Aspekt versucht die Differentielle Psychologie interindividuelle Verhaltensunterschiede zu erklären. Ein drittes Anliegen der Differentiellen Psychologie und Persönlichkeitspsychologie ist schließlich die Vorhersage zukünftigen Verhaltens. Die Differentielle Psychologie stellt damit das zentrale Grundlagenfach für das angewandte Fach der Psychologischen Diagnostik dar.
Differentiellpsychologische Fragestellungen beschäftigen sich nach Anastasi (1966) mit:
1. Beschaffenheit von Merkmalen, in denen ID (interindividuelle Differenzen) existieren
2. Ausmaß dieser ID
3. der wechselseitigen Abhängigkeit solcher Merkmale
4. den Ursachen der ID und
5. deren Beeinflussbarkeit durch Training/Therapie, Umweltveränderung, Medikamente

Fünf-Faktorenmodell der Persönlichkeit (Big Five)

Über einen gänzlich anderen Zugang entwickelten zum Teil unabhängig voneinander verschiedene Wissenschaftler einen anderen Modellversuch einer umfassenden Persönlichkeitsbeschreibung, das sogenannte Fünf-Faktorenmodell der Persönlichkeit, welches auf Basis des sogenannten lexikalischen Ansatzes entwickelt wurde.

Ausgangspunkt waren hier nicht biologische bzw. physiologische oder psychiatrische Überlegungen wie bei Eysenck, sondern die Sprache. In verschiedenen Ländern weltweit wurden Versuche unternommen, aus Wörterbüchern persönlichkeitsbeschreibende Begriffe (Adjektiva) zu extrahieren, diese großen Personengruppen zur Selbst- als auch zur Fremdbeurteilung vorzulegen, und aus diesen Daten wiederum mittels Faktorenanalyse grundlegende Persönlichkeitsdimensionen zu extrahieren. Dabei zeigten sich auch interkulturell übereinstimmend immer wieder fünf Faktoren, die auch in verschiedenen Untersuchungen (auch in verschiedenen Kulturen) immer wieder sehr ähnlich benannt werden:
  1. Openness - Offenheit für Erfahrungen, Kultur (Culture): Personen werden u. a. als kunstverständig, intellektuell, kultiviert und phantasievoll beschrieben.
  2. Conscientiousness – Gewissenhaftigkeit: u.a. sorgfältig, zuverlässig, genau, beharrlich
  3. Extraversion: u.a. gesprächig, freimütig, unternehmungslustig, gesellig
  4. Agreeableness – Verträglichkeit: u.a. gutmütig, wohlwollend, freundlich, kooperativ
  5. Neuroticism - Emotionale Stabilität vs. Neurotizismus: u.a. ausgeglichen, entspannt, gelassen, körperlich stabil
Eselsbrücke: O – C – E – A – N

Die Diskussion über die Gültigkeit dieses Fünf-Faktorenmodells der Persönlichkeit kann noch nicht als abgeschlossen betrachtet werden; Befürworter führen an, dass die menschliche Sprache auch in ihrer Struktur die Struktur der Persönlichkeit gut repräsentieren sollte, weshalb es gerechtfertigt sei, aus der Sprache Persönlichkeitsmodelle zu entwickeln.
Kritiker hingegen betonen, dass es bislang kaum Überlegungen zu möglichen biologischen Fundierungen der genannten Persönlichkeitskonstrukte gibt (mit Ausnahme der mit Eysenck übereinstimmenden Dimensionen Extraversion und Neurotizismus).
Schließlich wurde von Eysenck kritisiert, dass Agreeableness und Conscientiousness eigentlich Unterfaktoren des Psychotizismus seien (umgekehrt gepolt). Lediglich der Faktor Openness oder Offenheit findet im Eysenck’schen Modell keine Entsprechung; Kritiker behaupten aber auch hier, dass Offenheit bzw. der Kulturfaktor nichts anderes sei als ein anderes, viel untersuchtes Merkmal der Persönlichkeitspsychologie, nämlich Intelligenz!

TypologischeAnsätze der Persönlichkeitspsychologie

Historisch gesehen hat die Persönlichkeitspsychologie ihre Wurzeln in sogenannten typologischen Theorien, die die Menschen nach einfachen Kriterien in verschiedene Klassen eingeteilt haben, zumeist aufgrund äußerlicher, körperlicher Merkmale. Der bekannteste derartige Ansatz einer sogenannten „Konstitutionstypologie“ ist die Typenlehre von Kretschmer, er unterschied drei Körperbauten:

  • Pykniker (kurzer und gewölbter Rumpf, eher kurze Extremitäten, großer und runder Kopf, breites, weiches Gesicht)
  • Leptosome (Rumpf und Extremitäten schlank und schmal, schmales und spitzes Gesicht, hageres, sehniges Oberflächenrelief)
  • Athletiker (trapezförmiger Rumpf, kräftiges Knochen- und Muskelrelief, große Hände und Füße, derbes, konturenreiches Gesicht)

Kretschmers Beobachtungen an psychiatrischen Patienten zufolge bestand eine Korrelation zwischen den drei Körperbautypen und der Art der psychischen Erkrankung in dem Sinne, dass Pykniker häufig an manisch-depressiven Irresein, Leptosome eher an Schizophrenien und Athletiker eher an Epilepsie erkrankten. Westphal (1931) führte zu einem späteren Zeitpunkt Sichtungen mehrerer Untersuchungen an insgesamt ca. 8000 Patienten durch; ausgehend von dieser Untersuchung nahm Kretschmer an, Geisteskranke mit den erwähnten Diagnosen würden sich im Erleben und Verhalten von psychisch Unauffälligen nur quantitativ unterscheiden.

Die dort für Pykniker, Leptosome und Athletiker beobachtbaren Temperamente wurden bezeichnet als

  • P: zyklothym (gesellig, gutherzig, freundlich, gemütlich oder heiter, humoristisch, lebhaft und witzig, mitunter auch still und weich, ruhig und schwernehmend)
  • L: schizothym (ungesellig und still, feinfühlig und empfindlich)
  • A: viskös (schwer bewegliche Affektivität, starre Beharrungstendenz, Neigung zu perseverativen und stereotypen Handlungsabläufen)

Kretschmer versuchte Typendiagnosen berühmter Personen und verglich diese mit Berufstätigkeit: hier besteht ein methodischer Mangel, da die experimentelle Unabhängigkeit der Variablen nicht gegeben (in der Person des Diagnostikers laufen alle Informationen zusammen).
Spätere Versuche, die Typen mit Leistungstests zu unterscheiden, erbrachten zwar hypothesenkonforme Ergebnisse, allerdings wurden zumeist keine Signifikanztests berichtet und keine Zufallsstichproben getestet; auch wurde das Alter nicht kontrolliert (Tendenz zum pyknischen Typ mit zunehmendem Alter); wenn das Alter kontrolliert wurde, ergaben sich meist nur mehr schwache Effekte.
Generelles Problem typologischer Ansätze: Wenn Persönlichkeit unabhängig (und objektiv mit Persönlichkeitsfragebögen) von Beurteilung des Körperbaus erfasst, verschwinden die Zusammenhänge.
Selbst wenn Zusammenhänge (etwa zwischen athletischem Körperbau und sportlichem Interesse) gefunden werden, so müssen diese nicht genetisch bedingt sein (so wie Kretschmer & Sheldon annahmen), sondern können auch mit

  1. Selbst- und Fremdselektionsprozessen erklärt werden (z.B. große Personen spielen nicht aufgrund ihrer genetischen Ausstattung Basketball); aber auch das
  2. Verhalten prägt das Körperliche (Arme von Tennisprofis, Beine von Fußballspielern);
  3. Reaktionen der Umwelt auf bestimmten Körperbau führen zur Ausprägung bestimmter Persönlichkeitsmerkmale. (evtl. aufgrund von Stereotypen; z.B. Dicke sind gemütlich!)

Das Hauptproblem aller Typologien ist aber, dass die wenigsten Menschen sich eindeutig einem der Typen zuordnen lassen (selbst nach Kretschmer gibt es nur 10 % "reine" Typen).

Freitag, Jänner 20, 2006

Praxis der operanten Konditionierung

Es stellt ein Kennzeichen der Operanten Konditionierung dar, dass die Verstärkung oder Bestrafung stets erst als Folge einer Verhaltensweise auftritt. Man kann damit zwar die Häufigkeit des Auftretens einer Verhaltensweise erhöhen oder vermindern, aber mit den Verhaltenskonsequenzen allein ist keine Verhaltenskontrolle möglich.
Skinner studierte aber operante Verhaltensweisen, also solche, die er unter seine Kontrolle bringen wollte. Dies gelingt nur unter Verwendung von Reizen, die darauf hinweisen, wann eine Verhaltensweise angemessen ist und wann nicht. So ist zügiges Fahren auf der Autobahn notwendig, vor einer »roten« Ampel jedoch sollte man seinen Wagen lieber anhalten. Auf einer Sportveranstaltung darf man seine Mannschaft mit lautem Schreien anfeuern; im Rahmen einer schriftlichen Prüfungssituation dürfte ein derartig auffälliges Verhalten kaum Verstärkung nach sich ziehen. Das Erzählen von Witzen wird von den Gästen einer Party vielleicht honoriert, die Trauergemeinde beim Begräbnis ist darauf wahrscheinlich weniger vorbereitet. Ein Lebewesen muss auf Unterscheidungs- oder diskriminative Reize achten, denn sie ermöglichen dem Lernenden die erforderliche Orientierung. Die Reize helfen dem einzelnen, auf Bedingungen aufmerksam zu werden, unter denen Verstärkungen im Gefolge bestimmter Verhaltensweisen auftreten können. Man lernt, Verhaltensweisen mit positiven Konsequenzen von anderen zu unterscheiden, bei denen mit Verstärkungen unter keinen Umständen zu rechnen ist.

Donnerstag, Jänner 19, 2006

Erschwerung der Extinktion durch bloß partielle Verstärkung

Man vergegenwärtige sich einmal folgende Situation: Zwei Menschen stehen vor einem Automaten. Der eine benötigt eine Schachtel Zigaretten; aber er bemüht sich vergeblich. Der Automat gibt die gewünschte Ware nicht frei. Der enttäuschte Kunde steckt daraufhin keine weitere Münze in die Verkaufsmaschine und wendet sich ab. Der zweite Mensch steht vor einem Glücksspielautomaten. Auch er hat noch keinen Gewinn erhalten. Trotzdem fährt er fort, eine Münze nach der anderen in den Automaten zu stecken. Weshalb verhalten sich die beiden Personen in den genannten Situationen so unterschiedlich?
Für Skinner lautet die Antwort, dass die Freigabe der Verstärker bei den Automaten verschiedenartig verläuft. Eine Verkaufsmaschine gibt ihre Ware normalerweise nach jedem ausreichenden Münzeinwurf frei. Ein Spielautomat schüttet die Gewinne dagegen nur gelegentlich aus, und es lässt sich nicht vorhersagen, wann dies der Fall sein wird. Man spricht in einem solchen Fall von einer partiellen Verstärkung.
Partielle Verstärkungen kommen in vielen Situationen des alltäglichen Lebens vor. Eine Mutter kann nicht zu jeder Verhaltensweise ihres Kindes Stellung nehmen; sie tut es statt dessen gelegentlich. Auch ein Schüler darf nicht damit rechnen, nach)* eder Wortmeldung vom Lehrer aufgerufen zu werden. Kaum ein Angler würde wohl die übliche Ausdauer zeigen, wenn er nicht zeitweilig dadurch eine Verstärkung erhalten würde, dass ein Fisch anbeißt. Es waren bestimmte Umstände, die Skinner auf die Idee brachten, seine Tiere nur noch partiell zu verstärken. Sein Vorrat an Futterpillen war zur Neige gegangen, und deshalb entschied er sich, nicht mehr jede Verhaltensweise seiner Tiere zu verstärken (Skinner, 1956). Dabei machte er eine bedeutsame Entdeckung. Er stellte nämlich fest, dass Verhaltensweisen, die zuvor partiell verstärkt worden sind, nur sehr schwer durch Löschung oder Extinktion wieder abgebaut werden können. Damit findet auch das unterschiedliche Verhalten der erwähnten Automatenbenutzer eine Erklärung. Der Kunde einer Verkaufsmaschine erwartet aufgrund früherer Erfahrungen nach jedem Geldeinwurf eine Warenausgabe. Ihr Ausbleiben bringt die Verhaltensweise an diesem besonderen Automaten deshalb sehr schnell zur Extinktion. Ein Glücksspieler hingegen ist bei früheren Gelegenheiten partiell verstärkt worden. Folglich setzt er trotz ausbleibender Gewinne den Münzeinwurf fort. Zu beachten ist aber, dass eine operante Verhaltensweise durch den konsequenten Entzug von Verstärkerreizen nicht völlig gelöscht wird. Nach einer erfolgten Extinktion zeigt eine operante Verhaltensweise lediglich jene Auftretenshäufigkeit, die vor der ständigen oder partiellen Verstärkung bestanden hat.

Begrenzung der Generalisation: Diskrimination

Die Generalisation bringt Vorteile mit sich. Der Lernende muss nicht auf jede Verände rung eines Merkmals gesondert reagieren. Ein Klingelzeichen ändert normalerweise seine Bedeutung nicht, wenn es etwas schriller oder dumpfer, leiser oder lauter ertönt. Die Gene ralisation kann aber u.U. ihre Nützlichkeit verlieren, so etwa im Falle eines Verkehrsteil nehmers, der zwischen dem roten Licht einer Ampel und einem roten Reiz in seiner Um welt nicht mehr unterscheiden kann. Ebenso mag ein Mensch z. B. eine Schlangenfurcht be sitzen. Er wäre jedoch besser angepasst, wenn er zwischen harmlosen und gefährlichen Tie ren unterscheiden würde. Ebenso haben viele Menschen eine Abneigung gegenüber dem Bohrer des Zahnarztes entwickelt, können diesen jedoch von dem Bohrer eines Heim werkers unterscheiden. Dieses Unterschei dungslernen bezeichnet man als Diskrimina tion. Beim Diskriminationslernen handelt es sich also um einen Prozess, in dessen Verlauf ein Individuum lernt, auf zwei Reize, die sich ähneln, unterschiedlich zu reagieren. Auch Pawlows Hund musste lernen, zwi schen einem schrillen und einem dumpfen Ton zu diskriminieren, denn nur dem ersteren folgte der unkonditionierte Reiz (Futter). Der Lernprozess war abgeschlossen, nachdem das Tier nur noch auf den hohen Ton, nicht mehr dagegen auf den tiefen Ton mit Speichel reagierte.

Die Ziele der Psychoanalyse

Zielsetzung der Psychoanalyse ist es, Motive des Verhaltens einer Person zu erkennen und Handlungsweisen zu verstehen. Sie steht damit in der Tradition der Geisteswissenschaften. Die Psychoanalyse versucht zurückschauend das jetzige Verhalten in einen sinnvollen Zusammenhang mit vergangenen Erfahrungen zu bringen. Kann ein solcher Sinnzusammenhang hergestellt werden, gilt das Verhalten als verstanden.
Die Suchrichtung wird bestimmt durch die psychoanalytische Theorie, die aufgrund vorausgegangener Beobachtungen entwickelt wurde. Der Person nicht bewusste Motive spielen beim Verstehen eine große Rolle. Nicht das Experiment gilt als Erkenntnismethode, sondern die sinnvoll geordnete und im Wechselspiel mit einer Theorie interpretierte Beobachtung.
In der Psychoanalyse werden als Ursache von Störungen Konflikte angesehen, deren Lösung die psychischen Fähigkeiten einer Person überforderte. Da Konflikte unangenehm sind, werden sie häufig durch einen Schutzmechanismus in der Person aus dem Bewusstsein ausgeblendet. Solche in der Folge unbewussten Konflikte sind aber weiterhin vorhanden und unterstützen die Symptome.
Große Wirksamkeit entfalten Konflikte in der frühen Kindheit, da Kinder weniger als Erwachsenen die Reife fehlt, eigenständig zu einer Lösung der Konflikte zu kommen. Aus diesen Gründen beschäftigt sich Psychoanalyse primär mit den in der Person liegenden Bedingungen für Störungen, während Verhaltensmedizin sich mehr auf die Lebensbedingungen einer Person bezieht.
In der Psychoanalyse sind unbewusste Motive und Konflikte das eigentlich Interessierende. Diese Motive können nicht direkt beobachtet, sondern nur erschlossen werden. Die Ergebnisse der eingesetzten Testverfahren bedürfen daher der Interpretation durch den Untersucher. Die Tests sollen dem Verständnis der Person dienen, nicht aber der Quantifizierung ihrer Merkmale. In der Psychoanalyse werden Verfahren eingesetzt, die darauf hinzielen, zu den unbewussten Motiven vorzudringen und diese dem Patienten zu verdeutlichen. Verhaltensweisen werden interpretiert, d.h. es wird ein Bezug zu dem Unbewussten hergestellt. Hierbei spielen die Analyse von Träumen und von Äußerungen des Patienten im therapeutischen Gespräch eine große Rolle.
Es wird davon ausgegangen, dass ein Patient, der sich und seine unbewussten Motive besser kennen gelernt hat, auch seine Störungen, die hierauf beruhen, selbst kontrollieren lernt. Ein direktes Einüben neuen Verhaltens wird nicht als so bedeutend angesehen. Wenn Psychoanalytiker die Interaktionen zwischen Mutter und Kind interpretieren, sind sie gezwungen diese Interpretationen aus der Sicht des Erwachsenen vorzunehmen. Das unmittelbare Erleben des Neugeborenen und des Kleinkindes ist ihnen nicht zugänglich. Die Mitarbeit des Patienten ist eine unabdingbare Voraussetzung für den Therapieerfolg in jedem Verfahren. Um diese Mitarbeit zu sichern, sollte zu Beginn der Therapie ein vorläufiges Modell erarbeitet werden, das die Entwicklung und Aufrechterhaltung der psychischen Störung erklärt. Dieses Krankheitsmodell liefert wichtige Anhaltspunkte für die Therapie, so dass in einem zweiten Schritt ein Behandlungsmodell abgeleitet werden kann, das eben diese Implikationen des Krankheitsmodells für die Therapie verbalisiert.
Über die Art, Dauer und Prognose der Therapie entscheidet nicht allein die Symptomatik (zum Beispiel Ausmaß der Behinderung oder Chronizität), sondern daneben auch die aktuellen Lebensumstände (Arbeitslosigkeit, Schulden, andere schwer auflösbare Abhängigkeiten) und vor allem Persönlichkeitseigenschaften von Patient (und Therapeut!).

Mittwoch, Jänner 18, 2006

Das Reagieren auf ähnliche Reize: Die Generalisation

Es gibt kaum zwei Ereignisse oder Gegenstände, die sich völlig ähneln. Verkehrsampeln weisen nicht überall die gleiche Form auf. Auch die Farben können in einigen Fällen heller, in anderen dunkler erscheinen. Es dient der Anpassung des Verkehrsteilnehmers, dass er trotz leichter Unterschiede im Aussehen einer Reizgegebenheit Ähnlichkeiten erkennt, die ihn gleichartig reagieren lassen. Wenn ein Organismus eine konditionierte Reaktion nicht nur bei Darbietung des konditionierten Reizes, sondern auch bei Reizen zeigt, die dem Originalreiz ähneln, spricht man von einer Generalisation.
Auch den Prozess der Generalisation hat Pawlow in seinen Experimenten bereits studiert. Sein Hund reagierte nach erfolgter Konditionierung nicht nur auf das Klingelzeichen, sondern auch auf Reize, die diesem ähnelten. Der Speichelfluss war folglich auch durch einen Summer oder einen Gong auszulösen. Die konditionierte Reaktion trat also, wenngleich in abgeschwächter Form, ebenso bei Reizen auf, die dem ursprünglichen Reiz ähnelten. Eine Generalisation muss aber auch ihre Grenzen haben, denn sonst ginge ihr Anpassungswert wieder verloren. Ein Autofahrer hat z. B, gelernt, auf das rote Licht der Verkehrsampel zu reagieren. Es würde sein Fortkommen aber erheblich behindern, wenn er sein Fahrzeug auch anhielte, sobald er einen PKW, eine Plakatwand oder einen Pullover eines Passanten mit jeweils roter Farbe entdeckt hat.
Siehe dazu Die klassische Konditionierung

Die Löschung gelernter Zusammenhänge: Die Extinktion

Die Konditionierung steht grundsätzlich im Dienste der Anpassung. Ein junger Hund lernt z. B., einen bestimmten Geruchsreiz mit dem Erscheinungsbild eines gefährlichen Tieres zu verbinden. Er kann sich daraufhin rechtzeitig in Sicherheit bringen. Die Lebensbedingungen ändern sich jedoch im Laufe der Zeit. Für einen inzwischen erwachsen gewordenen Hund stellt das früher furchtauslösende Tier möglicherweise keine Gefahr mehr dar. Die zu einem früheren Zeitpunkt gelernte Verbindung - ein spezifischer Geruchsreiz weist auf die Annäherung eines gefährlichen Tieres hin und weckt Schutzreaktionen - hat keine Bedeutung mehr. Sie kann folglich verlernt werden.
Diesen Löschungsprozess bezeichnet man als Extinktion. Auf ihn wurde auch Pawlow aufmerksam. Als Pawlow bei seinem Versuchstier erreicht hatte, dass die Speichelabsonderung auch auf einen Klingelreiz hin erfolgte, fragte er sich, was wohl passieren würde, wenn man das Futter, den unkonditionierten Reiz, nicht mehr unmittelbar nach dem Klingelzeichen darbietet. Zur Beantwortung seiner Frage bot er mehrfach nur den konditionierten Reiz dar. Dabei konnte er beobachten, daß die Speichelabsonderung allmählich schwächer wurde; sie wurde extingiert.
Ebenso wie beim Erwerb einer S-R-Verbindung bedurfte es dazu der mehrfachen Wiederholung der Extinktionsbedingung: Darbietung von CS bei gleichzeitigem Ausbleiben von UCS. Das Vergessen eines Zusammenhangs stellt demnach einen genauso aktiven Prozess dar wie dessen Erwerb. Im Verlauf eines Extinktionsprozesses beobachtet man häufig das Wiederauftreten der konditionierten Reaktion nach Darbietung des kondtionierten Reizes, obwohl dieser gelernte Zusammenhang dem Anschein nach bereits gelöscht zu sein schien. Man nennt ein solches spontanes Wiederauftreten während der Extinktion eine spontane Erholung.

Dienstag, Jänner 17, 2006

Motivationstipps für SchülerInnen

  • Schiebe das, was du lernen musst, nicht auf. Tu’s gleich! Der Ärger, den du später mit dem aufgeschobenen Lernstoff hast, ist sicher unangenehmer als die momentane Unlust.
  • Wärme dich vor dem Lernstart auf. Räume den Arbeitsplatz auf. Beseitige das, was ablenken könnte. Atme tief ein und aus. Spanne deine Arme und Beine fest an und lass sie nach 10 Sekunden wieder los.
  • Setze dir Ziele. Dabei kann dir ein kleiner Lernplan, auf dem geschrieben steht, was du erreichen möchtest, nützlich sein. Unterscheide dabei zwischen Muss- und Kann-Zielen. Hake ab, was du erledigt hast.
  • Bewältige größere Lernaufgaben wie Klassenarbeiten und Facharbeiten nach dem Prinzip schrittweisen Zielerreichung. Fange frühzeitig an und bewältige den Weg in Etappen.
  • Belohne dich für die Erledigung von Lernaufgaben beziehungsweise für das Erreichen von Zielen mit angenehmen Freizeittätigkeiten.
  • Hast du eine gute Note erhalten, so werte diese nicht ab indem du sie auf den Zufall oder auf die Leichtigkeit der Aufgaben zurückführst. Betrachte sie als Lohn deiner Anstrengung oder als Beweis deiner Fähigkeit.
  • Vermeide es, zu lange an einem Stoff zu lernen. Wirke der Übersättigung entgegen, indem du eine Pause einlegst oder einen anderen Lernstoff dazwischen schiebst.
  • Sage nie vorschnell, dass du ein Fach oder einen Stoff nicht magst. Wenn du genauer nachdenkst, wirst du etwas finden, was dich interessiert oder neugierig macht.
  • Informiere dich früh über Berufsziele und Weiterbildungsmöglichkeiten. Zielorientierungen üben auf das Lernverhalten eine wichtige Zugkraft aus.

Quelle: Keller, Gustav (1999). Lern-Methodik-Training. Göttingen: Hogrefe-Verlag.

Montag, Jänner 16, 2006

Der Yindie

Der Yindie ist jung und berufstätig, wenig konsumorientiert und darauf bedacht, etwas Besonderes zu sein und unabhängig zu bleiben - eine Mischung aus Yuppie und Independent. Diese Generation von 20- bis 35-Jährigen ist in Metropolen wie London oder New York präsent und besonders häufig im Coffee-Shop anzutreffen, wo sie bei einem Caffe Latte oder auch Chai Latte mit ihren Laptops spielen. Wichtigstes Statussymbol für die neue Sozio-Gruppe ist der iPod mit seinen weißen Ohrstöpseln. Auch der Yindie trägt Jeans der Marken wie "Urban Outfitters", deren Namen nicht alle kennen. Zu den weiteren Erkennungsmerkmalen gehört die Dauernutzung der Internet-Suchmaschine Google, mit welcher der Yindie mindestens fünf Mal täglich nach Treffern für den eigenen Namen sucht.

Frühere Typologie
Vor den Yindies gab es Dinkies (Double Income No Kids), kinderlose Doppelverdiener, oder Guppies, schwule Yuppies. Unter Yuffies (Young Urban Failure) verstand man Großstadtmenschen mit einer gescheiterten Berufskarriere.

Siehe dazu auch di::bo: Sind wir nicht alle ein bißchen Yindie?

Sonntag, Jänner 15, 2006

Peergroup und Suchtverhalten Jugendlicher

Begriffsdefinition der „Peer Group“

Die „Gleichaltrigengruppe“ ist die deutsche Übersetzung des Begriffes „peer group“. Gleichaltriger sagt dabei lediglich, dass man in etwa im gleichen Alter sein muss, um so bezeichnet werden zu können. Ein „peer“ hingegen ist mehr als nur ein Mensch von gleichem Alter, es leitet sich aus dem französischen ab, und bedeutet Gleichsein, von gleichem Rang oder Status sein. (vgl. Naudascher 1977, S 13).

Funktion der „Peer Group“
  • Sie kann zur Orientierung und Stabilisierung beitragen und emotionale Geborgenheit gewähren. Insbesondere hilft sie das Gefühl der Einsamkeit überwinden, das viele Jugendliche aufgrund der einsetzenden Selbstreflexion und der Erkenntnis der Einmaligkeit entwickeln.
  • Sie bietet sozialen Freiraum für die Erprobung neuer Möglichkeiten im Sozialverhalten und lässt Formen von sozialen Aktivitäten zu, die außerhalb der Gruppe zu riskant wären.
  • Sie hat eine wichtige Funktion in der Ablösung von den Eltern und bietet Unterstützung durch die normierende Wirkung einer Mehrheit (zB beim abendlichen Ausgang: „Die anderen dürfen auch so lange wegbleiben“)
  • Sie kann zur Identitätsfindung beitragen, indem sie Identifikationsmöglichkeiten, Lebensstile und Bestätigung der Selbstdarstellung bietet.
    (vgl Oerter & Dreher, S. 310)
Zur Rolle der Eltern

Beim Übertritt vom Kindesalter in das Erwachsenenalter durchleben die Jugendlichen eine so genannte Zwischenstellung. Zum Einem der Eintritt in einen unbekannten Lebensbereich, zum Anderen müssen sie mit dem körperlichen Reifungsprozess fertig werden. Oft besteht die Annahme, dass im Jugendalter der Einfluss der Eltern keine Rolle mehr spielt, jedoch widerlegen Untersuchungen diese Theorie. Es herrscht lediglich eine Aufteilung des Einflusses zwischen den Eltern und der Peer Group. Für die spätere Entwicklung ist die elterliche Bindung in der frühen Phase der Pubertät sehr wichtig. Je stärker die Bindung zu den Eltern ist, desto geringer ist der Hang zur Depression und sozialen Ängstlichkeit. Mit zunehmenden Alter steigt die Orientierung der Jugendlichen in manchen Sektoren (Kleidung, Ausgehen,..) des täglichen Lebens an Gleichaltrigen, doch hinsichtlich wichtiger Entscheidungen bleiben Eltern stets zentralere Bezugspersonen und Ansprechpartner. In den günstigsten Fällen zieht der Jugendliche zur Entscheidungshilfe den Rat der Eltern sowie den der Peer Group hinzu.

Ein zentraler Punkt im Übergang ins Erwachsenenalter besteht in der Lösung von der Ursprungsfamilie und dem Aufbau eines selbstständigen, unabhängigen Lebens. Während dieser Transformation unterscheidet man drei Modies, zum Einem den Bindungsmodus in dem die Eltern ihre Kinder nicht loslassen wollen, zum Anderen den Ausstoßungsmodus bei dem das Kind vernachlässigt wird. Und der Delegationsmodus hier erfolgt eine Bindung an die Eltern zugleich hat der Jugendliche genügend Freiraum zur persönlichen Entfaltung.

Probleme treten meistens auf, wenn Eltern und Kinder unterschiedliche Ansichten von Situationen haben. Kinder fühlen sich nicht akzeptiert und das Vertrauen der Eltern sinkt bei steigenden Sorgen. Ein weiterer Konfliktpunkt ist gegeben, wenn das Verhalten der Peer Group wesentlich von den Einstellungen der Eltern abweicht sowie wenn keine enge Eltern-Kind-Beziehung gegeben ist. Dies kann auf eine altmodische Einstellung der Eltern zurückzuführen sein, sowie auf fehlendes Verständnis. Die Ursache für die meisten Konflikte im Jugendalter sind auf Probleme im Kindesalter zurückzuführen welche noch nicht aufgearbeitet und gelöst wurden. Die Hauptaufgabe der Eltern und der Peer Group besteht darin, den Jugendlichen zu unterstützen zu mehr Selbstständigkeit, um eigene Entscheidungen zu treffen.

Siehe dazu Jugendliche und Suchtmittelkonsum

Quellen
Oerter, Rolf & Dreher, Eva (2002). Jugendalter. In Rolf Oerter & Leo Montada, Entwicklungspsychologie (S. 258-318). Weinheim: Beltz.
Naudascher, Brigitte : Die Gleichaltrigen als Erzieher: Fakten – Theorien – Konsequenzen – zur Peer-Group-Forschung. Bad Heilbrunn, Obb. : Klinkhardt , 1977.

Samstag, Jänner 14, 2006

Linktipp: Überblick über die Werbepsychologie

Auf der Internetseite Werbepsychologie Online findet sich Wissenswertes rund um die “Psychologie der Werbung”. Neben einer Einführung in die Theorien und Forschungsfelder der Werbepsychologie bietet die Seite auch Hinweise auf lesenswerte Bücher zu verschiedenen Themen sowie Links zu relevanten Organisationen und Forschungsprojekten. Besonders erwähnenswert ist eine ”Kleine Einführung in die Werbepsychologie” mit Beispielen, Experimenten und Abbildungen. Sie gibt aus wissenschaftlicher Perspektive einen Überblick über die psychologischen Grundlagen verschiedenster Phänomene im Feld der Werbung.

Was können Eltern tun, um die Konzentrationsfähigkeit eines Kindes zu steigern?

Ob Konzentration gelingt, hängt auch von der Tageszeit ab: Am Abend oder schon am Nachmittag, wenn ein Kind müde ist, sinkt die Konzentrationsfähigkeit. Bevor man sich Gedanken darüber macht, ob ein Kind Konzentrationsprobleme hat, sollte man es mehrmals bei seinen Tätigkeiten beobachten: Arbeitet es sorgfältig? Hält es Schwierigkeiten aus oder verzweifelt es schnell? Ist das Kind müde oder verärgert?

Dass sich Kinder gern von inneren und äußeren Reizen ablenken lassen, ist völlig normal. Erst mit zunehmendem Alter erhöht sich die Fähigkeit, konzentriert an der Lösung einer Aufgabe zu arbeiten, wobei Konzentrations- und Entspannungsphasen einander abwechseln. Jüngere Kinder brauchen Bezugspersonen, die ihnen dabei helfen, nach der Erholungsphase erneut eine Konzentrationsphase einzuleiten.

Konzentrationsstörungen bei Kindern bzw. SchülerInnen werden oft aufgrund einer Fehleinschätzung von Eltern und LehrerInnen diagnostiziert, da diese von ihrer eigenen - meist ebenfalls überschätzten - Konzentrationsfähigkeit ausgehen.
Im Durchschnitt "normal" wäre eine Konzentrationsdauer im Alter von
  • 5-7 Jahren etwa 15 Minuten,
  • 7-10 Jahren 20 Minuten,
  • 10-12 Jahren 20-25 Minuten und
  • 12-14 Jahren 30 Minuten.
Konzentrationsfähigkeit muss erlernt und regelmäßig geübt werden.

So fördern viele Gesellschaftsspiele die Konzentration. Man muss sich daher Zeit nehmen, mit dem Kind in Ruhe zu spielen oder zu basteln, wobei man eine angenehme Atmosphäre ohne Fernseher, Kassettenrekorder oder ähnlicher Berieselung schafft. Überhaupt wird im Spielen die Grundlage für die spätere Konzentrationsfähigkeit gelegt. So sollte das Spielzeugangebot im Kinderzimmer überschaubar bleibten. Tägliche konzentrationsfördernde Spiele oder Übungen steigern die Aufnahmefähigkeit eines Kindes, wodurch eine Steigerung des Selbstwertgefühls, der Leistung, der Aufgeschlossenheit ereicht wird.

Siehe dazu auch die Hinweise zur Verbesserung der Motivation

Donnerstag, Jänner 12, 2006

Zentrale Begriffe jugendlichen Suchtverhaltens

Abhängigkeit: Nach WHO (1969) liegt eine Drogenabhängigkeit dann vor, wenn sich beim Entzug der Droge, die über einen längeren Zeitraum gewohnheitsmäßig eingenommen wurde, Mißbehagen und Beschwerden zeigen (psychische, physische und soziale Abhängigkeit).
Aggression:
Angriffsverhalten sowie feindselige Haltung eines Menschen als Reaktion auf eine wirkliche oder vermeintliche Minderung der Macht mit dem Ziel, die eigene Macht zu steigern oder die Macht des Gegners zu mindern.
Banden:
Es dominieren eine ausgeprägte Führer-Gefolgschaft-Struktur mit deutlicher Statushierarchie, Verpflichtung zur Verschwiegenheit, körperliche Überlegenheit des Führers, starke Gruppensolidarität und Gruppenloyalität, starkes Bedürfnis nach Abenteuern, Formalität der Aufnahme, Codes und Geheimzeichen.
Bulimie:
Eßstörung, bei der nach dem Essen, durch das Schuldgefühl zuviel zu sich genommen zu haben, sofort das Erbrechen eingeleitet wird.
Delinquenz:
Straffälligkeit
Devianz:
Abweichung von der sozialen Norm- Bei Devianz (lt. Duden: Abweichung von der Norm) unterscheidet man und sekundäre Devianz: diese wird stabilisiert, wenn sie entdeckt wird und führt über Sanktionen, Verurteilungen zu einer Etikettierung der devianten Person. Das abweichende Verhalten birgt im Jugendalter Risiken. Es kann so z.B. die Rückkehr zu gesellschaftlich anerkannten Entwicklungszielen versperrt werden.
Droge:
Drogen sind jene psychotrope Substanzen, die durch ihre chemische Zusammensetzung auf das Zentralnervensystem einwirken und dadurch Einfluß nehmen.
Halluzinogene:
sind Stoffe natürlicher oder chemischer Herkunft, die geeignet sind, die Bewußtseinslage und die Sinnesempfindungen für eine bestimmte Zeit zu verändern.
Kriminalität:
Unter Kriminalität versteht man, wenn jemand eine Straftat bzw eine strafbare Handlung begangen hat.
Magersucht:
Eßstörung, bei der die Nahrungsaufnahme eingeschränkt oder sogar aufgegeben wird.
Mißbrauch:
Der Mißbrauch liegt dann vor, wenn eine psychoaktive Substanz nicht ihrem Zweck entsprechend benutzt wird.
Opiate:
sind Wirkstoffe, die aus dem Pflanzensaft der Kapseln des Schlafmohnes gewonnen werden.
Präsuizidale Syndrom:
Es stellt den gemeinsamen Nenner dar, auf welchen die charakteristischen psychischen Zustände vor Suizidhandlungen gebracht werden können (Einengung, auf die eigene Person gerichtete Aggression, Selbstmordphantasien).
Psychopharmaka
: Psychopharmaka sind auf die Psyche wirkende Arzneimittel.
Sucht:
Sucht ist ein krankheitswertiges Zustandsbild, das einer Behandlung bedarf. Der Abhängige hat den überwältigenden Wunsch, den Suchtmittelgebrauch unter allen Umständen fortzusetzen und sich die Droge unter allen Umständen zu beschaffen.
Suizidale Handlungen:
Sie sind dadurch gekennzeichnet, daß sich ein Mensch selbst körperlichen Schaden zufügt, mit der ursprünglichen Absicht, nicht mehr leben zu wollen.
Siehe dazu Sucht und Drogen

Entwicklungsstörungen und abweichendes Verhalten

Welche Motive bewegen Jugendliche, strafbare Taten zu begehen? Wer sind diese Jugendlichen? Sind Erziehung/Familie/Umfeld und Fernsehen mögliche Einflussfaktoren für straffälliges Verhalten Jugendlicher?

Die Lebensphase Jugend stellt eine der ausschlaggebensten Phasen im Leben eines Menschen dar. Das Studium der Lebensphase Jugend ist deshalb von besonderem Interesse, weil sich innerhalb einer Spanne von 10-15 Jahren erhebliche Veränderungen der körperlichen, geistigen, emotionalen und sozialen Entwicklung abspielen. Der Prozess der menschlichen Entwicklung in produktiver Auseinandersetzung mit der sozialen und gegenständlichen Umwelt kann in der Jugendphase in besonders intensiver und verdichteter Form beobachtet werden(vgl. Hurrelmann 1994, S. 12).

Zentrale Termini aller vorgestellten Erklärungsansätze sind "abweichendes Verhalten", "Delinquenz" und "Kriminalität", die in der Literatur teilweise synonym verwendet werden, allerdings feine Bedeutungsunterschiede aufweisen.
  • Abweichendes Verhalten: Ist gewissermaßen der Sammelbegriff für verschiedene nonkonforme Verhaltensformen.
  • Delinquenz: Mit dem Begriff der Delinquenz entsteht eine Eingrenzung der Formen des Fehlverhaltens, die insbesondere von Jugendlichen im Vorfeld oder im Umfeld der Kriminalität ausgeführt werden. Delinquentes Verhalten umfasst Verhaltensweisen, die sowohl von allgemeinen gesellschaftlichen Normen abweichen, als auch der strafrechtlichen Norm widersprechen.
  • Kriminalität: Kriminalität bezeichnet jede Form von Verhalten, das der strafrechtlichen Norm widerspricht.
Erscheinungsformen von Delinquenz

Delinquenz kann in den unterschiedlichsten Erscheinungsformen auftreten. Man unterscheidet zwischen
  • Eigentums- und Gewaltdelikten
  • Sexual-, Ordnungs- und politische Delikte
  • Organisierte Verbrechen
Delinquenz und Lebensalter

Sehr viele Untersuchungen aus den unterschiedlichsten Ländern zeigten, dass Delinquenz in Art und Häufigkeit mit dem Alter variiert. Im Alter zwischen 16 und 20 Jahren erreicht die Kriminalitätsbelastung ihren Höhepunkt. Ab diesem Zeitpunkt nimmt die Kriminalitätsbelastung deutlich ab. Nach dem 60. Lebensjahr ist die Straffälligkeit eher selten. In den letzten Jahren ist ein deutlicher Anstieg von Jugenddelinquenz zu erkennen. 80 Prozent der Straftaten werden von männlichen Jugendlichen begangen (vgl. Montada, S. 862 f.).

Ursachen für Delinquenz

Unter dem Einfluss von biologischen Voraussetzungen, soziokulturellen Erwartungen und persönlichen Möglichkeiten, die allerdings stark durch die Lebensgeschichte bestimmt sind, müssen Jugendliche Wege finden, um ihre Entwicklungsaufgaben zu lösen. In der heutigen offenen Gesellschaft ist dies kompliziert.

Viele Studien ergeben eine lange Liste von Ursachen für Delinquenz: Merkmale der Elternfamilie (Kriminalität der Eltern, zerbrochene Ehen, schlechte Wohnverhältnisse)
Leistungsdefizite (schlechte Schulleistung, Schulabbruch). Andere Verhaltensauffälligkeiten wie Aggressivität, Problemtrinken, Drogengebrauch (vgl. Montada, S. 860)

Familiäre Verhältnisse


Jugendliche aus sozial gestörten Familien sowie aus Familien mit ungünstigen Wohnbedingungen sind bei kriminellen Verhaltensweisen überrepräsentiert. Die Bedingungsfaktoren für Jugendkriminalität liegen demnach zum großen Teil im sozialstrukturierten Kontext (vgl. Hurrelmann, S. 202).

Leistungsdefizite

Manche Kinder von heute erleben die Schule als eine Aneinanderreihung demütigender Erfahrungen. Nach einen fragwürdigen Ausleseverfahren erfolgt die Unterscheidung in gute und schlechte SchülerInnen. Besonders schwer lastet die Schulzeit auf jenen, die wegen ihrer ungenügenden Schulleistung gehänselt werden. Die Gedemütigten geben sich nach außen stark und unangreifbar. Ihre Verletzung geht jedoch sehr tief und im Grunde suchen sie nur Bestätigung und Anerkennung. Wehrlosigkeit überspielen sie mit Ramboimitationen, die ihnen die ersehnte Beachtung, wenn auch in Form von negativer Anerkennung, verschafft (vgl. Zeltner, S. 53).

Dieweil das Lehrpersonal beim Pausenkaffee die Eskalation der Schülergewalt bejammert und die Ursache dieser unheilvollen Entwicklung bei den Eltern ortet – vorab in der mangelnden Betreuung durch berufstätige Mütter und dem damit verbundenen Video-Konsum, erpressen und drangsalieren die unverfrorensten Jungen Schwächere und verdammen sie mit Drohungen zum Schweigen (vgl. Zeltner, S. 55f).

Aggressivität

Die soziale Lerntheorie hat einige wichtige Hypothesen und Untersuchungen zu den Auswirkungen von Gewaltdarstellungen in den Medien, vor allem in den visuellen Medien wie Fernsehen, hervorgebracht. Gewaltdarstellungen im Fernsehen können verschiedene ungünstige Einflüsse auf die Sozialisation haben, die dann insgesamt die Wahrscheinlichkeit aggressiven Verhaltens erhöhen. Die Beobachtung aggressiven Verhaltens im Fernsehen führt zu einer Desensitivierung für Aggression im Alltag. Das hat wiederum ein höheres Maß an Akzeptanz aggressiven Verhaltens zu Folge. Durch Gewaltdarstellungen können außerdem aggressive Skripte erworben werden, die dann auf ähnliche Alltagssituationen übertragen werden, ein Phänomen, das vor allem bei Jungen aufzutreten scheint. Der Erwerb aggressiver Skripte durch Modelllernen ist besonders wahrscheinlich, wenn sich die Zuschauer mit dem aggressiven Helden des Films identifizieren, wenn die dargestellte Gewalt realistisch gezeigt wird (vgl. Bierhoff/Wagner, S. 13).

Quellenverzeichnis
Hurrelmann, Klaus (1994): Lebensphase Jugend. Eine Einführung in die sozialwissenschaftliche Jugendforschung. Weinheim und München: Juventa
Montada, Leo: Delinquenz. In Oerter, Rolf & Montada, Leo (2002), Entwicklungspsychologie (S. 859-873). Weinheim: Beltz.
Stangl, Werner (2004): Delinquenz im Jugendalter. Online im Internet: URL: http://www.stangl-taller.at/ARBEITSBLAETTER/MORALISCHEENTWICKLUNG/Deliquenz.shtml
Illich, Margit (1997): Jugendliche und Devianz. Online im Internet: URL: http://paedpsych.jk.uni-linz.ac.at/INTERNET/ARBEITSBLAETTERORD/PRAESENTATIONORD/Thema9.html
Zeltner, Eva (1996): Kinder schlagen zurück. Jugendgewalt und ihre Ursachen. München: Deutscher Taschenbuch Verlag.
Bierhoff, Hans-Werner/Wagner, Ulrich: Aggression: Definition, Theorie und Themen. In Bierhoff, Hans-Werner/Wagner, Ulrich (1998), Aggression und Gewalt. Phänomene, Ursachen und Interventionen (S. 2-26). Stuttgart, Berlin und Köln: Kohlhammer.

Drogen, Alkohol und das Sozial- und Lernverhalten Jugendlicher

Ergebnisse einer Befragung von oberösterreichischen Jugendlichen

Missbrauch bezeichnet den Konsum von Substanzen, die negative Auswirkungen auf psychische, soziale und körperliche Funktionen sowie auf die persönliche Entwicklung haben.
Der Alkoholkonsum beginnt meistens zwischen 13 und 15 Jahren. Eine Zufallsstudie an oberösterreichischen 60 Jugendlichen ergab, dass von ihnen 82,1 % nicht öfters als dreimal monatlich Alkohol zu sich nehmen und somit auch nicht allzu hohe finanzielle Ausgaben erforderlich sind. Nur 3,57 % der befragten Jugendlichen geben an täglich Alkohol zu sich zu nehmen. Weitere 14,28 % konsumieren Alkohol mehrmals pro Woche.
Laut Literatur beginnen der ausgeprägte Alkoholmissbrauch und die Alkoholabhängigkeit häufig um das 20. Lebensjahr. Der Konsum illegaler Drogen erfolgt meist erst im späteren Jugendalter (vgl. Habermann, 2002, S. 874ff).
Kinder alkoholabhängiger Eltern weisen in Bezug auf eine spätere Suchtstörung, Verhaltens- und Erlebensstörungen in Kindheit und Jugend ein um das Sechsfache höhere Risiko auf. Trotzdem gibt es auch Untergruppen von Kindern die trotz großer familiärer Belastungen psychisch gesund, stabil und belastbar bleiben. In Österreich haben laut Studien über 400.000 österreichische Kinder zumindest einen alkoholkranken oder gefährdeten Elternteil (vgl. Keglevic, 2005, S. IV).

Die erlebten Auswirkung des Alkoholkonsums


trifft gar
nicht zu
trifft
eher zu
triff
zu
trifft
voll zu
erhöhte Aggressivität
40
13
2
1
geringerere Schüchternheit
12
17
17
10
beeinträchtigte
Konzentrationsfähigkeit
22
10
16
8
steigende Sensibilität
30
11
7
8
gestärktes Selbstbewusstsein
17
23
12
4
andere Wahrnehmung
der Umgebung
20
17
14
5
höhere Gewaltbereitschaft
43
3
4
6
verbesserte Problemlösefähigkeit
31
8
7
10
verstärktes Spaßempfinden
17
18
13
8

Die Literatur beschreibt die Auswirkungen des Alkohol- und Drogenkonsums mit Anpassungsstörungen, die sich in Form von Aggressivität gegenüber sich selbst und ihrer Umwelt, sowie Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen äußern. Der Fokus des Abhängigen richtet sich fast ausschließlich auf das Suchtmittel. Die eigene Person und die Umwelt werden nur verzerrt aufgenommen. Die herkömmlichen Dinge des Lebens reichen einem Gefühl von Wohlbefinden und Freunde nicht mehr aus (vgl. Möller, 2005, S. 26). Die Befragten geben an, dass erhöhte Aggressivität und Gewaltbereitschaft nach einem Alkoholkonsum bei ihnen nicht vorhanden ist. 41,06 % haben danach ein stärkeres Selbstvertrauen und 30,35 % legen nach Alkoholkonsum ihre Schüchternheit ab.

Beachtliche 17,86 % können mithilfe von Alkoholeinfluss eine bessere und höhere Leistungsfähigkeit aufweisen. Trotzdem trifft dies auf mehr als die Hälfte (53,57 %) nicht zu. Sowohl die Lernmotivation als auch die Konzentrationsfähigkeit schneiden ohne Alkoholkonsum besser ab. Jedoch empfinden 23,21 % der Befragten mithilfe des Alkohols eine deutlich bessere sprachliche Ausdrucksfähigkeit.
12,6 % der befragten Jugendlichen hatten bereits illegale Drogen konsumiert. Mehr als die Hälfte der Jugendlichen (51,8 %) wissen, wo man sich diese Substanzen beschaffen kann.

Literatur:
Habermann, T. (2002). Substanzmissbrauch und Ess-Störungen. In R. Oerter & L. Montada (Hrsg.), Entwicklungspsychologie (S. 847 – 858). Berlin: Beltz.
Keglevic, A. (2005). Kinder aus den Suchtfamilien. In Salzburger Nachrichten vom 15. Oktober 2005, S. VI.
Klein, M.(2001). Kinder und Jugendliche aus suchtbelasteten Familien: Geschichte, Fakten und Ergebnisse. Online im Internet: http://www.praevention.at/upload/documentbox/Praev_Linz_0505.pdf (05-10-19).
Löschenkohl, E. (1971). Jugendliche und Rauschmittel. Künstliche Umwelt- und Persönlichkeitsveränderung bei Jugendlichen durch Rauschmittel. Wien: ÖBV.
Möller, C. (2005). Drogenmissbrauch im Jugendalter. Ursachen und Auswirkungen. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht.
Schulz, E./Remschmidt, H. (1999). Substanzmissbrauch und Drogenabhängigkeit im Kindes- und Jugendalter. Online im Internet: http://www.kjp.uni-marburg.de/kjp/pub/a414-8.pdf (05-10-19).

Der Jugendalkoholismus

Das Jugendalter ist eine Zeit im Leben eines Menschen, das Auswirkungen auf den Rest seiner Existenz hat. Hier getroffene Entscheidungen sind Weichenstellungen für die Zukunft. Dies betrifft auch angewöhnte Verhaltensweisen wie eben süchtiges Verhalten und damit dem Alkoholismus. Meistens wird in diese Lebensphase der Grundstein für den Umgang mit Alkohol gelegt, eher selten wird eine Person, die in Jugendjahren abstinent oder einen gemäßigten Umgang mit der Droge hatte, später alkoholkrank wird (vgl. Haushahn, 1996, S.84f).

Typologie des Jugendalkoholismus

Da es wichtig ist, den jugendlichen Alkoholismus nicht einfach mit dem der Erwachsenen gleichzusetzen, ist auch eine einfache Übernahme der Erwachsenentypologien nach Jellinek nicht ziel führend. Vielmehr hat sich eine spezifische Einteilung als sinnvoll herausgestellt, die mehr auf den Jugendlichen abgestimmt ist:
  • Der Gelegenheitstrinker betreibt zwar prinzipiell Alkoholmissbrauch, jedoch hat er seinen Konsum unter Kontrolle
  • Der Gewohnheitstrinker behält seine Kontrolle, rechtfertigt aber seine Sucht durch gesellschaftliche Konventionen
  • Der Rauschtrinker trinkt entweder um seine Fehler zu betäuben, weil er von einer anderen Sucht umgestiegen ist, oder er nimmt mehrere Drogen zur selben Zeit
Motive des Alkoholkonsums Jugendlicher

Zwei verschiedene Unterteilungen von Motiven sollen hier erwähnt werden. So formuliert Bärsch:
  • Alkoholtrinken als Statushandlung, da in der Erwachsenenwelt derjenige viel gilt der viel trinken kann.
  • Alkoholtrinken als Konformitätshandlung, da mitunter in Jugendgruppen der Gruppenzwang sehr groß ist.
  • Alkoholtrinken als Ersatzhandlung, um einen unangenehmen Zustand zu beenden, oder einen erwünschten herbeizuführen.
In einer Studie des deutschen Bundesministeriums für Jugend, Familie und Gesundheit von 1983 wurden fünf verschiedene Trinkmotivationen herausgestellt:
  • soziales Trinken: der Alkohol dient als Stimmungsmacher und Kommunikationsförderer bei gesellschaftlichen oder familiären Ereignissen und ist somit Bestandteil des Sozialverhaltens.
  • Hedonistisches Trinken: Alkohol wird dem Genuss und der euphorisierenden Wirkung wegen konsumiert.
  • Conviviales Trinken: Alkohol wird aus Gewohnheit getrunken. Anlässe sind zB. Fernsehen, Beruf oder Mahlzeiten
  • Utilitaristisches Trinken: Alkohol wird gezielt eingesetzt, um die seelische Befindlichkeit zu verändern. Angst und Hemmungen sollen abgebaut, Spannungen vermindert und das Selbstbewusstsein gestärkt werden.
  • Trinken als Selbstmedikation: Hierbei wird Alkohol getrunken, um den Wirkstoff als Medikamentenersatz zu verwenden (vgl. Haushahn, 1996, S.116ff)
Bedingungen, Hintergründe, mögliche Ursachen des Jugendalkoholismus

Gerade beim Jugendlichen gibt wie bereits erwähnt eine Vielzahl von möglichen Einflussfaktoren, die aus Konsum in nächster Stufe Missbrauch und zuletzt eine Alkoholsucht macht. Seit Jahrzehnten beschäftigen sich Mediziner, Psychologen und Soziologen mit der Frage, warum manche Menschen süchtig werden, wenn sie einen Wirkstoff zu sich nehmen und manche eben nicht.

Das Ursachengeflecht des Jugendalkoholismus

Es existiert eine Ursachendreieck bestehend aus Droge, Persönlichkeit und Umwelt. Dennoch darf nicht vergessen werden, dass die Persönlichkeit den Hauptausschlag für die Entstehung einer Sucht gibt. Die Umwelt ist für sich allein betrachtet, keine Ursache im eigentlichen Sinn, sonder hat vielmehr eine mehr oder weniger starken Einfluss auf die Persönlichkeit. Die Droge selbst ist im Wesentlichen austauschbar und steht für eine Lebensunfähigkeit (vgl. Haushahn, 1996, S.123).

Einflussfaktor Droge

Zwar ist der Grund warum Drogen genommen werden, fast immer ein Problem, das man mit sich selbst hat, dennoch haben die verschiedenen Wirkstoffe auch unterschiedliche Effekte, auch abhängig von der Dosis, der Griffnähe und der Art der Verabreichung. Man kann sich gut vorstellen, dass jemand, der seine Leistungsfähigkeit erhöhen möchte, nicht zu Wirkstoffen wie Heroin oder Marihuana greifen wird, sondern eher zu Kokain oder Amphetaminen. Außerdem muss hier die Frage gestellt werden inwieweit Jugendschutzbestimmungen etwas bewirken können (vgl. Haushahn, 1996, S.124ff).

Einflussfaktor Persönlichkeit

Viele Alkoholiker haben eine bestimmte Persönlichkeitsstruktur, die die Entstehung einer Alkoholabhängigkeit begünstigt. Diese Tatsache macht eine Therapie, die sich auf eine reine Entgiftung beschränkt, nahezu wirkungslos, da dabei eben die Persönlichkeit nicht berücksichtigt wird. Vielmehr braucht es für eine sinnvolle Behandlung auch eine Psychotherapie, die auf den jeweiligen Süchtigen eingeht (vgl. Haushahn, 1996, S.126ff).

Einflussfaktor soziales Umfeld

Anders als die beiden anderen Faktoren, Sucht und Persönlichkeit ist die letzte des Ursachendreiecks, das soziale Umfeld, in mehrere verschiedene Untergruppen zu unterteilen. Dies sind im Wesentlichen das Elternhaus, die Peer-Gruppe, Schule und Beruf sowie die Medien. Dies sind die wichtigsten Bereiche in denen die Persönlichkeitsbildung stattfindet und in denen die Existenz bestimmter sozialer Bedingungen das Auftreten des jugendlichen Alkoholkonsums begünstigt.

Das erste und wichtigste Umfeld, das ein Jugendlicher in seinem Leben erlebt und das einen Einfluss auf ihn hat, ist die Familie. Üblicherweise erlebt der Jugendliche dort ein geschütztes und vertrautes Klima und kann zu einer starken Persönlichkeit heranreifen. Jedoch ist dies nicht immer der Fall und wenn der Jugendliche dieses Vertrauen nicht erfährt oder es gar zu einer Ablehnung kommt, die Eltern ein negatives Vorbild sind (vor allem im Bezug auf den Alkoholkonsum), der verwendete Erziehungsstil, die gelehrten Konfliktlösungsstrategien und natürlich auch wie der Jugendliche seinerseits zu seiner Familie steht. Jedoch spielt auch hier wieder die Persönlichkeit des Jugendlichen eine große Rolle, wie er mit diesen Problemen umgeht (vgl. Haushahn, 1996, S.130f).

Die Heredität beschäftigt sich mit der Frage, inwieweit sich der Alkoholismus vererbt. Diese Frage ist bis heute immer noch umstritten, unbeschritten ist jedoch dass eine gewisse genetische Disposition besteht. Vor allem Zwillingsforschung und Forschungen mit Adoptivkindern bestärkten diese Annahme.

Eine weitere wichtige Einflussgruppe für Jugendliche ist die Peergruppe. Die verschiedenen Funktionen die diese Gruppe auf den Jugendlichen hat sind vor allem individuelle Entwicklungsmöglichkeiten, das Finden von Freunden, die Möglichkeit des sozialen Lernens und das weitgehende Übereinstimmen von Interessen. Die Peergruppe hat prägenden, leitenden und verstärkenden Charakter auf das jugendliche Trinkverhalten. Dies ist durch die Tatschache ersichtlich, dass Trinken Anerkennung bringt.

Die Schule und der Beruf haben ebenfalls einen Einfluss auf den Jugendlichen. Dabei können aber Unterschiede beobachtet werden, da Lehrlinge viel früher mit realeren Lebensproblemen konfrontiert werden. Schüler jedoch befinden sich im Wesentlichen länger in einem geschützten Umfeld und müssen sich noch nicht so schnell mit Geldverdienen und Verantwortung für andere beschäftigen. Ist für den arbeitenden Jugendlichen sein Arbeitsalltag aber eintönig und sinnentleert, kann auch dies zu einem Alkoholmissbrauch führen. Auch der finanzielle Faktor spielt eine Rolle, da Schüler üblicherweise mit einem Taschengeld auskommen müssen und daher eher zuhause trinken.

Der letzte hier genannte Faktor ist die Werbung die, durch das zunehmen der Konsumation von Massenmedien, vor allem von Fernsehen und Internet, ebenfalls eine große Auswirkung auf den Jugendlichen hat. Dabei müssen primär die Gefühle, die im Bezug auf den Konsum von Alkohol hervorgerufen werden sollen, kritisch betrachtet werden (vgl. Haushahn, 1996, S.142f).

Literatur
HAUSHAHN, H.(1996): Jugendalkoholismus. Frankfurt am Main: Peter Lang GmbH
BROCKHAUS, der (2000): Das Lexikon in 5 Bänden. Leipzig: FAB Verlag

Mittwoch, Jänner 11, 2006

Schönheitsideale und Bulimie

Körperästhetik im Wandel der Zeit

Schlankheit war bereits in den 20er Jahren Schönheitsideal. In den 50er Jahren kamen schlanke Frauen mit üppigen Kurven in Mode. Schlankheit war immer ein Zeichen für Emanzipation. Durch „Twiggy“ wurde erstmals eine „magere“ Frau zum Ideal erhoben. In den 80er Jahren wurde dann der muskulöse Frauenkörper modern.

Das aktuelle Schönheitsideal

Durchgehend schlanke und straffe Körperformen sind heute gefragt. Man spricht auch vom Unisex-Körper oder dem Vermännlichungsphänomen.
Das persönliche Glück wird heute über die körperliche Erscheinung definiert. Noch nie war die Vorstellung von Schönheitsidealen so einheitlich wie in unserer gegenwärtigen Gesellschaft.

Definition von Bulimie

Großteils wird Bulimie als eine Essstörung mit Heißhungerattacken und einem darauf folgenden selbstinduzierten Erbrechen in Verbindung mit einem Abführmittelmissbrauch bzw. Substanzmissbrauch bezeichnet.

Symptomatik von Bulimie

In einer zu Beginn der 80er Jahre von ZIOLKO durchgeführten Studie zeigte, dass die meisten betroffenen Frauen einen oder mehrere Essensanfälle pro Tag haben. Dieser findet vorzugsweise in den Abendstunden statt und dauert von 15 Minuten bis zu erstaunlichen 43 Stunden. Bei einem Heißhungeranfall werden ca. 1 000 bis zu 55 000 (!!!) Kalorien zu sich genommen.
Die Bulimieerkrankung entwickelt sich dabei schleichend und verdeckt. Die Umwelt hat lange keine Kenntnisse von den Essproblemen der Betroffenen, da sich bulimische Frauen nach außen meist unauffällig bis perfektionistisch verhalten und eine enorme Leistungsfähigkeit aufweisen. Typisch ist die Heimlichkeit, in der das Verhalten abläuft, denn in der Öffentlichkeit demonstrieren die Betroffenen einen maßvollen und zurückhaltenden Umgang mit der Nahrungsaufnahme.

Ätiologie von Bulimie

Individuelle Voraussetzungen

Bulimikerinnen haben häufig ein geringes Selbstwertgefühl, verbunden mit einem Gefühl der Fremdkontrolle. Sie widmen ihrem Aussehen eine verstärkte Aufmerksamkeit und leben daher in einer ständigen Angst vor einer Gewichtszunahme. Nach FOCKS entwickeln bulimische Frauen weiters eine besondere psychische Disposition, wobei sie ein verstärktes Bedürfnis nach Anerkennung haben.

Familiäre Voraussetzungen

Viele betroffene Frauen fühlen sich für das Glück und die Zufriedenheit ihrer Eltern verantwortlich. In der Familienstruktur sind die Rollen der Mitglieder verstärkt auf Geschlechtsstereotypen ausgerichtet. Die persönliche Interaktion findet großteils nur zur Mutter statt, da die Väter berufsbedingt wenig Zeit für ihre Familie haben. Materieller Wohlstand nimmt eine zentrale Bedeutung innerhalb der Familie ein. In solchen Familienstrukturen zählen Werte wie Fleiß, Anstand, Pflichterfüllung, Leistung, Ordnung und Bildung.

Soziokulturelle Voraussetzungen

Hat die Natur nicht von sich aus optimal vorgebaut, so wird ein schlanker Körper durch Verlust eines genussvollen Essens herbeigeführt. Bulimie erscheint für viele Frauen die perfekte Lösung zu sein um dauerhaft schlank zu sein.
Der Höhepunkt der Erstmanifestation von Bulimie liegt in der Adoleszenz. Eine bedeutende Rolle spielen bei jungen Frauen Identifikationsschwierigkeiten bei der eigenen Geschlechterrolle.

Folgen von Bulimie

Gesundheitliche Folgen
Der Verzehr von großen Nahrungsmengen innerhalb kurzer Zeit bedeutet eine große Belastung für den Magen. Die Folgen reichen von Völlegefühl und Bauchschmerzen bis hin zu einer Erweiterung des Magens. Weiters kommt es zu einer Störung der Magenentleerung und einer Verzögerung der Darmpassage, deren unangenehme jedoch noch harmlose Konsequenzen Durchfall, Blähungen oder Verstopfung sein können.
Häufiges Erbrechen sowie abführende und entwässernde Produkte führen zu Flüssigkeits- und Elektrolytverlust. Über einen längeren Zeitraum kann dies zu Herzrhythmusstörungen, Nierenversagen oder Muskellähmungen führen. Weiters wird durch den hohen Säuregehalt des Erbrochenen der Zahnschmelz stark angegriffen, aber auch ein wunder Rachen, Mund- und Zahnfleischgeschwüre, wie etwa eine Schädigung der Schleimhaut und/oder Speiseröhre können auftreten.

Psychische Folgen
Als psychische Folgen lassen sich schwere Schuld- und Schamgefühle, die Bulimikerinnen häufig entwickeln, anführen. Diese Gefühle richten sich einerseits gegen das Essverhalten und sind andererseits mit der Erkenntnis der Unkontrollierbarkeit ihres Essverhaltens verbunden. Viele Ess-Brechsüchtige leiden unter starken Stimmungsschwankungen, Gefühlen wie Wert- und Sinnlosigkeit sowie Depressionen mit Suizidgedanken.
Soziale Folgen
Die Betroffenen halten ihre Bulimie oft sehr lange geheim, was einen sozialen Rückzug begünstigt, der zur Vereinsamung und im Extremfall zu sozialer Isolation führen kann.

Ökonomische Folgen
Die ökonomische Situation der Betroffenen kann durch das exzessive Essverhalten beeinträchtigt werden, da die Aufnahme großer Mengen von Nahrungsmitteln einen hohen Kostenaufwand erfordert, der zu einer finanziellen Belastung werden kann.

Behandlung und Therapie von Bulimie

Die organische Behandlung
Die organische Behandlung von Bulimie konzentriert sich ausschließlich auf die Symptome und ihre sekundären Wirkungen. Zur Bekämpfung der Symptome werden appetit- sowie verdauungsfördernde Mittel verabreicht.
Die psychotherapeutische Behandlung
Es ist wichtig, die komplexen Interaktionen zwischen den Patienten und denen, die mit ihnen leben zu untersuchen und zu ändern. Die systemische Familientherapie ist eine der wirkungsvollsten Behandlungsmethoden bei Essstörungen. Hier bei geht es darum innerfamiliäre Kommunikationsstörungen, verstrickte Beziehungsmuster und Themen, die in der Familie tabuisiert werden, aufzudecken und zu lösen.

Präventionsarbeit

Primärprävention
wendet sich an Personengruppen, die keine besonderen Risikogruppen darstellen und bei denen das relevante Problem noch nicht aufgetreten ist. Sie zielt darauf ab sicherzustellen, dass eine Störung gar nicht erst auftreten wird.
Sekundärprävention wendet sich an Risikogruppen und an Gruppen, bei denen das relevante Problem schon existiert, aber noch nicht voll ausgebildet ist, um die volle Problemmanifestation zu verhindern, sowie an deren Umfeld. Sie zielt auf die Identifikation und Beendigung oder Verbesserung bei Störungen, Prozessen oder Problemen zum ehest möglichen Zeitpunkt.
Tertiärprävention – Typ A wendet sich an Menschen mit einem relevanten Suchtproblem, um es mit ihnen gemeinsam zu lösen, zu minimieren oder zumindest eine weitere Verschlechterung zu verhindern. Sie zielt auf die Beendigung oder zumindest Verlangsamung der Entwicklung von Störungen und den daraus resultierenden Folgen, auch wen die Ursache dafür weiterexistiert.
Tertiärprävention – Typ B wendet sich an Personen, die ihr Suchtproblem erfolgreich bewältigt haben, und bietet Unterstützung, damit dieser Problemlösungsprozess ein dauerhafter und nachhaltiger bleibt, sowie an deren Umfeld.

Weiterführende Literatur
Böhme-Bloem, C.; Schulte, M. (1990). Bulimie: Entwicklungsgeschichte und Therapie aus psychoanalytischer Sicht. Stuttgart: Georg Thieme Verlag.
Buhl, C. (1991). Magersucht und Esssucht – Ursachen/Beispiele/Behandlungen. Stuttgart: Trias Hippokrates Verlag.
Cuntz, U.; Hillert, A. (1998). Essstörungen: Ursachen, Symptome, Therapien. München: Beck’sche Reihe.
Dannigkeit, N.; Köster, G., Tuschen-Caffier, B. (2002). Prävention von Essstörungen – Ein Trainingsprogramm für Schulen. In: Röhrle, B. (Hrsg.): Prävention und Gesundheitsförderung Bd. II. Fortschritte der Gemeindepsychologie und Gesundheitsförderung. Tübingen: dgvt-Verlag.
Focks, P. (1994). Das andere Gesicht: Bulimie als Konfliktlösungsstrategie für Frauen. Frankfurt am Main: Campus Verlag.
Gerlinghoff, M.; Backmund, H. (1997). Der heimliche Heißhunger. München: Deutscher Taschenbuch Verlag.
Gerlinghoff, M.; Backmund, H. (2001). Der heimliche Heißhunger. Wenn Essen nicht satt macht. Bulimie. München: Deutscher Taschenbuch Verlag.
Westenhöfer, J. (1996). Gezügeltes Essen und Störbarkeit des Essverhaltens. Göttingen: Hogrefe-Verlag.

Fernsehkonsum auf schulische Leistung Jugendlicher

Forschungsstand - Einfluss des Fernsehens

Der Einfluss des Fernsehens auf die schulischen Leistungen von Kindern und Jugendlichen wurde vor allem im angloamerikanischen Raum schon sehr früh bearbeitet und untersucht. Ein Grund hierfür war, dass in diesem Gebiet Fernsehen den Haushalten wesentlich früher zugänglich war als im deutschsprachigen Raum. Dies erklärt auch die wenig vorhandenen Studien und Untersuchungen hierzu im deutschen Raum (vgl. SCHNEIDER/ENNEMOSER/REINSCH 1999, S. 56). Als man jedoch nach einer Reihe von Tests keinen negativen Zusammenhang zwischen Fernsehen und schulischen Leistungen (Leseleistungen) der SchülerInnen feststellen konnte, wurden die Untersuchungen dazu auch mehr oder minder eingestellt (vgl. SCHNEIDER/ENNEMOSER/REINSCH 1999, S. 56).

Hemmungshypothesen
  • Veränderungshypothese
  • Passivitäts-Hypothese
  • Hypothese des Konzentrationsabbaus
  • Hypothese der Abwertung des Lesens
Förderungshypothesen
  • die book-reading promotion
  • die on-screen-reading-Hypothese
Hierbei erwiesen sich die Hemmungs-Hypothesen als nicht haltbar. Es konnte kein linearer Zusammenhang zwischen Fernsehen und schulischer Leistung (Lesekompetenz) festgestellt werden. Es konnte jedoch ein Zusammenhang festgestellt werden, wenn der durchschnittliche Tägliche Fernsehkonsum einen Grenzwert von vier Stunden überstieg (vgl. SCHNEIDER/ENNEMOSER/REINSCH 1999, S. 57 f.). Positiv anzuführen ist, dass sich in der Zwischenzeit die on-screen-reading-Hypothese (in einer niederländischen Untersuchung) bestätigt hat. Es konnte langfristig nachgewiesen werden, dass z.B. das sehen von Filmen mit Untertitel im späteren Leben die Lesekompetenz von Jugendlichen erhöht (vgl. SCHNEIDER/ENNEMOSER/REINSCH 1999, S. 58).

Funktionen des Fernsehens
  • die allgemeine Funktion des Fernsehens für Kinder und Jugendliche
  • die Funktionen, die Kinder und Jugendliche dem Fernsehen beimessen
  • Unterhaltungsfunktion
  • Informationsfunktion
  • Funktion des Ersatzes
  • Funktion „Mitreden können“
  • Funktion der Einführung in die Realität
Motivation einzelner Medien

Film
  • Großteils reine Informationsfilme
  • keine motivationale Wirkung
  • Aufgabe des Lehrers: neue Frage aufwerfen
  • Besser: Filme mit offenem Schluss (Fragezeichenfilme)
Dia
  • Bestimmte Situationen fixieren
  • Sachverhalt genauer beobachtbar
  • Motivation durch Interaktion und Diskussion
  • Geschickte Auswahl und Reihenfolge
Overheadprojektor
  • relativ abstrakt dargestellt
  • Problemstellungen durchschaubarer dargestellt
  • Information wird in kleineren Schritten übermittelt
  • Von SchülerInnen selbst gestalten lassen
Fernsehen
  • Sendungen zu bestimmten Zeiten ausgestrahlt
  • Moderator übernimmt Rolle des Lehrers
  • Nachteil: kein Feedback
  • Unter- bzw. Überforderung der Schüler
Literatur
BERGLER, REINHOLD/SIX, ULRIKE (1979). Psychologie des Fernsehens: Wirkungsmodelle und Wirkungseffekte unter besonderer Berücksichtigung der Wirkung auf Kinder und Jugendliche. Bern, Stuttgart, Wien: Huber.
KUCKUK KURT. (1978): Motivation durch Medien. In: G. K. Hildebrand (Hrsg.), Medien – Dimensionen und Themen. Medien in Wissenschaft und Bildung Band 4. Trier: Spee. S.40–60.
SCHNEIDER, WOLFGANG/ENNEMOSER, MARCO/REINSCH, CHRISTIANE (1999). Zum Einfluß des Fernsehens auf die Entwicklung von Sprach und Lesekompetenzen. In: Lesesozialisation in der Mediengesellschaft: Schwerpunktprogramm. Hrsg. von Norbert Groeben. Internationales Archiv für Sozialgeschichte der deutschen Literatur, Sonderheft 10. Tübingen: Niemeyer, S. 56–66.

Der psychoblogger ist da!

Im psychoblogger werden für die Öffentlichkeit interessante Ergebnisse der psychologischen Forschung veröffentlicht.