Donnerstag, März 30, 2006

8. Wissenschaftliche Tagung derÖsterreichischen Gesellschaft für interdisziplinäre Familienforschung

Außerfamiliäre Betreuungsformen von Kindern und Jugendlichen
Einladung und Call for papers Universität Klagenfurt
3 . und 4. November 2006
Ziele, Zielgruppen: Zielsetzung der 8. Tagung der ÖGIF ist der wissenschaftliche Austausch über die Entwicklung der außerfamiliären Betreuung von Kindern und Jugendlichen. Neue Ansätze, bestehende Tabus, wie etwa Adoptivelternschaft gleichgeschlechtlicher Paare, und Best Practice-Beispiele sollen diskutiert werden. Die Tagung wendet sich einerseits an WissenschaftlerInnen, die sich mit der Familie als Forschungsgegenstand beschäftigen, insbesondere mit dem Thema „Außerfamiliäre Betreuung“, andererseits an PraktikerInnen aus diesem Bereich, also Personen, die mit Unterbringung, Betreuung, Beratung, Therapie, Rechtssprechung, usw. von Kindern und Jugendlichen im außerfamiliären Rahmen befasst sind. Weitere Ziele sind Austausch- und Vernetzungsarbeit. Es werden ca 100 bis 120 TeilnehmerInnen aus den Bereichen Psychologie, Soziologie, Ökonomie, Demografie, Medizin, Rechtswissenschaften, Erziehungswissenschaften und Betriebswirtschaft erwartet.
Programm:
In wissenschaftlichen Rahmenvorträgen wird das Schwerpunktthema der Tagung "Außerfamiliäre Betreuungsformen von Kindern und Jugendlichen" aus interdisziplinären Sichtweisen ausgeleuchtet. Zusätzlich sollen Vorträge, Diskussionen und Workshops sowie ev. Poster zum Schwerpunktthema einen breiten Überblick über den aktuellen Stand der Wissenschaft, Forschung und Praxis bieten.
Themenschwerpunkte für Referate
Adoption und Pflegekindschaft: u.a. Adoption von Kindern bei gleichgeschlechtlichen Paaren
Auslandsadoption
Heime, Wohngemeinschaften
Pflegeelternwesen
Im Besonderen soll auf Effizienz und Outcome Bezug genommen werden. (Näheres zur Anmeldung von wissenschaftlichen Beiträgen finden sie im beigelegten Blatt) Österreichische Gesellschaft für Interdisziplinäre Familienforschung Workshop
Am Samstagnachmittag ist ein Workshop zum Thema „Die Rechtspersönlichkeit des Kindes“ geplant.
ReferentInnen:
Neben eingeladenen ReferentInnen werden interessierte WissenschaftlerInnen und PraktikerInnen angeregt, mittels beiliegendem Formular Abstracts einzusenden.
Teilnahmegebühr:
€ 50.- für Nichtmitglieder, € 25.- für Mitglieder der ÖGIF, von pmj und StudentInnen
Verpflegung, Unterbringung:
Pausenverpflegung durch das Projekt LEHRE von pmj
Mittagessen, Abendessen und Unterbringung in Eigenregie.
Wir werden uns bemühen, für Freitagabend ein Rahmenprogramm zu organisieren.
Unterbringung:
Klagenfurter Tourismusbüro
A-9020 Klagenfurt, Neuer Platz 1
Tel.: +43 (0)463 537/6216
e-mail: tourismus@klagenfurt.at www.klagenfurt.at
Programmkomitee:
Univ.-Prof. Dr Ernst Berger Dr.in Beate Matschnig
Univ.-Prof.in Dr.Eva Dreher Univ.-Doz. Dr Georg Spiel
Prim. Dr. Werner Leixnering Univ.-Prof.in Dr Ulrike Willinger
Lokale Organisation:
Pro mente jugend
Mag.a Ingrid Lapan
Villacherstrasse 161
A-9020 Klagenfurt
Tel.: 0463/2812133
Fax: 0463/501256
ingrid.lapan@promente-jugend.at
Anmeldung von Beiträgen bitte elektronisch an die lokale Organisation
Anmeldeschluss: Ende Mai 2006.
Die Aufnahme der Beiträge ins Programm bestätigen wir bis Ende Juni 2006.
Für das Programmkomitee:
Prim. Univ.-Doz. Dr. Georg Spiel
(Präsident der ÖGIF)

Mittwoch, März 29, 2006

Wonach man im Web so alles sucht im Zusammenhang mit Psychologie

gewalt hawthorne testintelligenz WebQuests gestalttherapie Kommunikation piaget entwicklungspsychologie hawthorne+rosenstiel Daniel Stern Arbeitsblätter freud Freud summerhill kritische stimmen zur gestalttherapie intelligenz Schlaf krech jugendalter führungsstile Stanford Prison Experiment www.teufelskreise.de rogers pubertät pädagogik

Dienstag, März 28, 2006

Newsletter des Zentrumsfür soziale und interkulturelle Kompetenz

Vorankündigung: Veranstaltung "Angst vor Europa? Kulturelle Vielfalt
als Herausforderung" am 16. und 17. Mai 2006 im ORF-Studio Linz, u.a.
mit Dr. Erhard Busek, Mercedes Echerer, Dr. in Dilek Çinar, Univ.Prof.
Klaus Ottomeyer, Dr. Rainer Bauböck, Dr.in Heide Schmidt und Dimitré
Dinev --> <ttp://www.sozialekompetenz.org/homepage/newsletter/nla3.htm">.

**Homepage „Neu“**

*Mit Anfang März ist die neue Homepage des Zentrums für soziale und
interkulturelle Kompetenz online gegangen. Eine gut strukturierte und
benutzerfreundliche Menüführung erleichtert Ihnen nun das Finden
interessanter Informationen z.B. über laufende Lehrveranstaltungen oder
den Universitätslehrgang Mediation und Konfliktmanagement. Unter dem
Menüpunkt „für das wissenschaftlicher Personal der Universität Linz“
finden Sie alles Wissenswerte zum Hochschuldidaktischen Lehrgang
„Bildung für die Qualität der Lehre“ und das aktuelle Seminarprogramm
für wissenschaftliche MitarbeiterInnen der JKU. Neu ist auch die
Möglichkeit, das Anmeldeformular für unsere Seminare direkt auf unserer
Homepage auszufüllen und auszudrucken. Das Formular muss jedoch trotzdem
vom Vorgesetzten unterschrieben und dem Zentrum zugesandt werden.
Viel Spaß beim Stöbern auf <ttp://www.sozialekompetenz.org"> .

**Seminarprogramm für wissenschaftliche MitarbeiterInnen**

*Auch im Sommersemester 2006 veranstaltet unser Zentrum Seminare und
Trainings speziell für wissenschaftliche MitarbeiterInnnen. Neben den
bewährten Themen wie „wissenschaftliches Schreiben“, „English Coaching“
oder „wissenschaftliche Projekte professionell managen“, finden Sie
natürlich auch im Programm für das Sommersemester 2006 einige neue
Seminarthemen. Schwerpunkte hierbei bilden die Themen Stimme, Mediation
und Optimierung von bestehenden Seminaren und Lehrveranstaltungen
Näheres dazu finden sie auf unserer Homepage.*

*Für folgende im März und April beginnende bzw. stattfindende Seminare
gibt es noch einige wenige Restplätze:*

*Gender in der Lehre, 03.04.2006, TrainerInnen: Dr.in Elisabeth
Holzleithner und Univ.Prof. Dr. Nikolaus Benke
Englisch Coaching, Beginn 07.04.2006, Trainerin Andrea Pellette
Wissenschaftliche Projekt professionell managen, 24./28.04.2006,
Trainerin: Mag.a Christine Heyduk*

**Mediation mit Mehrwert**

*Mit großem Erfolg ist der 1. Universitätslehrgang für Medaition und
Konfliktmanagement im Oktober 2005 gestartet.*
*Die ausgezeichneten Feedbacks der TeilnehmerInnen zu Inhalten,
ReferentInnen und den persönlichen Lernerfahrungen sowie das große
Interesse an weiteren Angeboten bestätigen unser Konzept und ermutigen
uns zum nächsten Schritt.*
* *
*Das Zentrum für soziale und interkulturelle Kompetenz und das Institut
für Österreichisches und Europäisches Zivilverfahrensrecht starten am
12. Oktober 2006 den 2. Universitätslehrgang für Mediation und
Konfliktmanagement. *
*Ausführliche Infos zu dieser akademischen Ausbildung auf höchstem
Niveau und ihren vielfältigen Möglichkeiten erhalten sie auf unserer
Homepage: <ttp://www.sozialekompetenz.org">

Zentrum für Soziale und Interkulturelle Kompetenz
Johannes Kepler Universität Linz
Altenbergerstrasse 69
4040 Linz
Tel.: +43/732/2468-8486
Fax: +43/732/2468-8363
mailto: cscc@jku.at <ailto:cscc@jku.at">

Freitag, März 24, 2006

Konstruktion von Wirklichkeit

Die Unterscheidung zwischen Entdeckung und Erfindung ist grundlegend. Etwas zu entdecken bedeutet, dass es etwas zu entdecken gibt, das bereits da ist - eine objektiv wahrnehmbare, erkennbare Welt. HvF stellt dem entgegen, dass immer dann, wenn wir unsere Umwelt wahrnehmen, wir selbst es sind, die diese Umwelt erfinden. Die Unterteilung in ein Innen und ein Außen fällt durch die Beobachtung der "undifferenzierten Reizcodierung" (Johannes Müller, dt.Physiologe vor 150 Jahren). Wir wissen nur: Es gibt einen Reiz oder eine Störung, das ist alles was eine Nervenzelle mitteilt. Musik, Farben, Empfindungen sind konstruierte Relationen, die nicht von außen kommen, sondern im Innern entstehen. Wie lässt sich dann der unerklärliche Reichtum an Empfindungen und Wahrnehmungen erklären? Nach HvF ist zentral: dass dieser unerklärliche Reichtum der Erlebnisse gewissermaßen eingebaut ist und nichts mit dem Reiz zu tun hat, der diese Zellen erregt. Diese Qualitäten werden im Zentralnervensys
tem errechnet.
Kurz zum Begriff des ER-RECHNENS: wobei das "Rechnen" von HvF in einem sehr allge-meinen Sinn verwendet wird. Die Operation des Rechnens ist in keiner Weise auf numerische Ausdrücke beschränkt. Rechnen bedeutet für ihn vielmehr: in Ordnung bringen, ordnen. Die magische Vorsilbe "Er-" deutet auf aktive Prozesse und einen Moment der Schöpfung hin. Wenn HvF davon spricht, dass Wirklichkeit "er-funden", "er-rechnet" und "er-kannt" wird, geht es nicht um passive Reproduktion des Vorhandenen, sondern stets um etwas Schöpfe-risches, Lebendiges: Es wird etwas erzeugt, es wird etwas erfunden - und nicht gefunden, nicht entdeckt. Ein Beispiel veranschaulicht diese Denkweise: Kognition (oder Er-kennen) wird zunächst mit der Errechnung einer Realität gleichgesetzt. Nachdem es aber eine Reali-tät so nicht gibt und es immer jemanden braucht, der diese konstruiert, formuliert er die Gleichsetzung: Kognition (Er-kennen) ist die Errechnung von Beschreibungen einer Realität. Immer noch sieht e
r sich mit dem Problem konfrontiert, eine Unbekannte, nämlich "eine Realität" in seiner Gleichung zu haben. Das führt zur Formulierung: Kognition (Er-kennen) ist die Errechnung von Beschreibungen von Beschreibungen.... Diese Formulierung hat den Vorteil, dass die Unbekannte mit Erfolg ausgeschaltet werden konnte. Realität wird nur noch implizit als Aktivität der Beschreibung mitgedacht. Schließlich ist aber die Errechnung von Beschreibungen nichts anderes als eine Errechnung, warum die Kognition (Er-kennen) als Errechnung der Errechnung der Errechnung..., also als ein nie endender rekursiver Prozess gesehen werden kann.
Für die Wahrnehmung der Welt bedeutet das: "Man sieht nie dasselbe". Der Prozess des Erkennens lässt sich als die Herstellung verschiedener Empfindungen im Zentralnervensystem begreifen. Es kommt nie zu einem endgültigen Ende; es ist ein in unendlicher und beständiger Zirkularität ablaufender Prozess. Alles Wahrgenommene befindet sich in einem fortwährenden Wandel. Man nimmt niemals ein und denselben Gegenstand wahr.
Wie kommt dann trotzdem der Eindruck von Konstanz und Stabilität zustande? Dieser Eindruck lässt sich durch das Errechnen von Invarianten - stabilen Größen - begreifen. z.B. wenn man einen Würfel aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln betrachtet, berechnet das Zentralnervensystem die Invarianten, sodass schließlich ein stabiler Wert entsteht, den wir als Objekt erkennen (bzw. wiedererkennen?) In jedem geschlossenem System (ein System in dem Anfang und Ende zusammenfallen) gibt es diese Eigenwerte, diesen dynamischen Gleichgewichtszustand, welcher die Stabilität beobachteter oder hergestellter Dinge erklären kann, ob diese nun Gegenstände sind oder Begriffe, Sprachen, Bräuche, Rituale, Kulturen usw.

Das "Erklärungsprinzip" und die "Kausalitätsidee"
Jede Aussage, die zwei deskriptive Aussagen miteinander verknüpft, ist ein Erklärungsprinzip. Erklärungen sind lediglich semantische Phänomene. z.B. man sieht den Mond an einem Tag an einer bestimmten Stelle und am nächsten Tag an einer anderen, diese beiden Beobachtungen verknüpft man durch ein sogenanntes Naturgesetz, das den Mond - so meint man, dazu gebracht hat, den Ortswechsel zu vollziehen. Das nennt man eine kausale Erklärung aus Ursache, Wirkung und einer Regel der Transformation (ein zugrundeliegendes Gesetz). Worauf HvF aufmerksam machen möchte, ist, dass alle Gesetze Erfindungen sind, dass sie von uns geschaffen und geändert werden können. Durch den Perspektivenwechsel wird es möglich, den Urheber eines Gesetzes ganz ins Zentrum zu rücken und sich zu fragen, ob die von ihm erfundenen Regeln eine Sozialstruktur begünstigen, die ein schöpferisches und kreatives Miteinander gestatten. Man glaubt heute unbedingt an die Verbindung von einer Ursache mit einer Wirkung. D
ie soziale Prägekraft und Macht der Kausalitätsidee bringt jedoch andere Formen und Möglichkeiten, sich und die Welt zu verstehen, zum Verschwinden. Der Glaube an den Kausalnexus ist, das stellte schon Ludwig Wittgenstein fest, ein moderner Aberglaube.
Die Einführung der Modelle der "Trivialen" und "Nicht-Trivialen-Maschine" bietet die Möglichkeit, jene Verflachungen, die die Kausalitätsidee erzeugt, deutlich zu machen. Eine Triviale Maschine ist durch eine eindeutige Beziehung zwischen Input (Stimulus, Ursache) und Out-put (Reaktion, Wirkung) charakterisiert. Sie ist das Steckenpferd aller Verfechter der Kausalitätsidee. Es handelt sich dabei um ein deterministisches (vorhersagbares) System. Es existiert eine unbedingte und unveränderliche Relation zwischen Input und Output. Die triviale Maschine ist ausgesprochen zuverlässig, ihre inneren Zustände bleiben stets dieselben, sie ist vergangenheitsunabhängig, synthetisch und analytisch bestimmbar. Unsere westliche Kultur ist geradezu verliebt in diesen Typ von Maschine, weil er der Inbegriff von Gewissheit und Sicherheit ist. z.B. bei einem Auto möchten wir gerne, dass es auf eine stets berechenbare Weise verhält. Bei Autos kann man der Trivialisierung eine Sinnhaftigkeit nic
ht absprechen, aber was die Natur und unsere Umwelt betrifft, gibt es da wenig sinnvolle Bestrebungen.
Nicht-Triviale Maschinen, zu denen wir uns zählen, liegt die Annahme einer prinzipiellen Unvorhersehbarkeit zugrunde. Ihre Input-Output-Beziehung ist nicht invariant, sondern wird durch den zuvor erzeugten Output festgelegt, mit anderen Worten: die vorausgegangenen Arbeitsgänge legen die gegenwärtigen Reaktionen fest. Die Annahme der prinzipiellen Unvorhersagbarkeit menschlichen Verhaltens widerspricht aber einer ganz alltäglichen Beobachtung und Erfahrung: Wir verstehen uns nicht ständig falsch, wir begegnen uns zu verabredeten Zeitpunkten, wir können Absprachen für die Zukunft treffen. Wie erklärt HvF das? Er nennt das Phänomen: die "organisatorische Schließung", weiter oben wurde es bereits als "geschlossenes System" bezeichnet (abgeschlossen, autonom, auf sich selbst bezogen).
Diese Gedanken der Selbst-Organisation gehen auf die Biologen Maturana, Varela u.a. zurück. Es beruht wiederum auf dem bereits erwähnten Prinzip der Zirkularität: Wenn eine nicht-triviale Maschine, das, was sie hervorgebracht hat (bzw. als Output erzeugt hat) wieder als Input benützt, dann entsteht eine zirkuläre Figur und wenn diese Maschine einige Zeit läuft, passiert etwas Interessantes: Es bilden sich stabile Werte heraus. Was die Kommunikation und Interaktion betrifft, kann der Hinweis auf die Entstehung von Eigenwerten als Erklärung gesehen werden: denn die gesamte soziale Struktur kann als ein geschlossener Operator verstanden werden, der aus den unendlichen Möglichkeiten des Verhaltens gewisse stabile Werte und vorhersehbare Formen der Interaktion entstehen lässt. Sie sind von einem analytischen Standpunkt aus unerklärbar, aus der Perspektive des Erfahrbaren jedoch prognostizierbar. Eigenwerte bzw. Eigenverhalten sind stabile Formen der Interaktion.
Die Sprache spielt eine wichtige Rolle, ist sie es doch, die für einen Moment den Strom der Zeit anhält. "Man kann nicht zweimal in dasselbe Gesicht schauen." Das einmal gesehene Gesicht sieht man nie wieder, es ist - so wie alles andere - für immer vergangen. Aber ich kann zweimal in das Gesicht von Onkel Theobald schauen, das ermöglicht die Sprache. Und auch in der Vorsilbe "Selbst"- liegt die Betonung von Zirkularität, d.h. die Identität des Menschen ist eine augenblicksgebundene Erscheinungsform, als das Ergebnis sich ständig wandelnder Interaktionen und Begegnungen. Die einzige Konstante ist die Veränderung. Der Begriff "selbst" ist die engste und letzte Spielform der Zirkularität. Es ist die Zirkularität des ICH (die Reflexion der Reflexion der Reflexion ad infinitum). Das ICH kann als der Eigenwert der unendlichen Reflexion über sich selbst verstanden werden.
Die Welt enthält keine Information - Bücher, Zeitungen, Ton- und Videobänder, Straßenschilder usw. enthalten keine Information, sondern sind Träger potentieller Information. Wir leben in einer Kultur, die uns dazu bringt, ein stabiles Eigenverhalten zu entwickeln, Signale auf eine spezifische Weise zu interpretieren, sie als Einladung zu ganz bestimmten Verhaltensweisen zu deuten z.B. rote Ampel - stehen bleiben. Man wird nicht informiert, sondern in "Form" gebracht. Verstehen und Begreifen entstehen in einer Wechselwirkung zu dem, was gesagt wird, und dem, was jemand bereits weiß, kennt, erwartet. -> hermeneutische Prinzip: "Der Hörer, nicht der Sprecher, bestimmt die Bedeutung einer Aussage." Nicht: Sage, wie es ist! - sondern: Es ist, wie Sie es sagen! - indem man ein Geschehen beobachtet, eine Sprache benützt, erzeugt man das, was gewesen ist. Kein Mensch weiß, wie es war. Das Gewesene ist allein durch die Erzählungen anderer Menschen rekonstruierbar. Alle Darstellungen d
er Vergangenheit sind Erfindungen von Leuten, die über die Vergangenheit sprechen. Auch Fotos bilden nicht die Wirklichkeit ab. (Witz: Picasso/ Amerikaner/ Gespräch über Bilder und Abbildung der Wirklichkeit/ Foto seiner Frau: Was, das ist ihre Frau, so klein und so flach ist sie?)

Die Rolle des Beobachters:
Die Entdeckung des Beobachters gilt als die zentrale, intellektuelle Faszination des 20. Jhd. - durch diese Entdeckung sind die traditionelle Logik und die Wissenschaftstheorie ernsthaft in Gefahr geraten. Das Experiment mit dem blinden Fleck beweist: Bei allem, was man beobachtet, übersieht man immer auch etwas. Gerade dieses Zugeständnis an das Nichtsehen ist aber die Voraussetzung allen Sehens. Es lässt sich zwischen Beobachtungen 1. Ordnung, der Beob. von Sachverhalten und Beobachtungen 2. Ordnung, der Beobachtung der Beobachtung (Sachverhalte sind Sachverhalte nur für einen Beobachter - dieser sieht nicht, was er nicht sieht) unterscheiden. Es folgt daraus: Eine Beobachtung braucht einen Beobachter und: Die Wahrnehmung der Welt verlangt nach einem Menschen, der diese wahrnimmt. Die Gedanken um die Beobachtung bilden die Grundlage für die Kybernetik 2. Ordnung. Trennt die Kybernetik 1. Ordnung das Subjekt vom Objekt und spricht von einer beobachterungabhängigen Welt, so i
st die Kybernetik 2. Ordnung zirkulär: Man lernt sich als Teil der Welt zu verstehen, die man beobachten will. Man muss plötzlich für seine eigenen Beobachtungen die Verantwortung übernehmen. Die Reflexion über Sinn und Zweck der Beobachtungen gewinnt eine andere Dimension: man beginnt sich darüber klar zu werden, warum man eigentlich etwas wissen oder erfahren will. Der Ausdruck Kybernetik 2. Ordnung signalisiert die Beobachterunabhängigkeit allen Erkennens auch sprachlich.

Ethik und Wahrheit:
Der Begriff der Wahrheit ist ein Chamäleon der Philosophiegeschichte mit einer - je nach Benutzer - immer etwas anderen Färbung. Wahrheit erzeugt die Lüge, die die Menschen in jene trennt, die recht haben und jene, die im Unrecht sind. Wahrheit ist die Erfindung eines Lügners (d.h. Wahrheit und Lüge bedingen sich wechselseitig). HvF plädiert dafür, die Idee der Wahrheit zum Verschwinden zu bringen und sie durch Nichterwähnung zu erledigen: Nicht genannt, soll sie werden! Wahrheit soll viel eher als ein Vertrauen von Mensch zu Mensch begriffen werden, dann braucht es keine externen Referenzen mehr. Die Menschen kommen aber gar nicht ohne die Sehnsucht nach etwas Endgültigem und Fraglosem aus. Sie brauchen die Sicherheit des Absoluten, könnte man einwenden. HvF setzt auf die Betonung der Eigenverantwortung und Individualität des Einzelnen. In der Verwirrung, die neue Möglichkeiten sichtbar werden lässt, manifestiert sich für ihn ein ethisches Grundprinzip (=ethischer Imperativ)
: "Heinz, handle stets so, dass die Anzahl der Möglichkeiten wächst." Dadurch soll sich die Freiheit des Anderen vergrößern.

Zusätzlich trifft er eine Unterscheidung in "entscheidbare" und prinzipiell "untentscheidbare" Fragen und legt ihnen folgende Aussage (Theorem 1) zugrunde: "Wir können nur jene Fragen entscheiden, die prinzipiell unentscheidbar sind." alle entscheidbaren Fragen sind bereits entschieden worden, weil für sie ein theoretischer Rahmen bestimmt wurde, innerhalb dessen diese Fragen gestellt und in dem die Regeln festgelegt wurden, anch denen jede Aussage innerhalb des Rahmens (so etwa die "Frage") mit jeder anderen Aussage (so etwa der "Antwort") verknüpft werden kann.
- Er gibt dazu zwei Beispiele für unentscheidbare Fragen: Befinde ich mich außerhalb des Universums oder bin ich Teil des Universums?
- Ist die Welt die primäre Ursache (d.h. die Erfahrung wird von der Welt bewirkt) oder ist meine Erfahrung die primäre Ursache (d.h. die Welt ist Ergebnis meiner Erfahrung)?

Die Position, sich außerhalb des Universums zu befinden, beinhaltet die Postion, dass wir befähigt sind, das Universum in seiner Einzigartigkeit exakt abzubilden - "Wahrheit" und "Objektivität" liegen dieser Position zugrunde. Wahrheit begründet jedoch Autorität und Objektivität beseitigt Verantwortung. Wenn ich mich hingegen frage: Bin ich Teil des Universums? und diese Frage bejahe, dann entscheide ich hier und jetzt, dass immer dann, wenn ich etwas tue, nicht nur ich mich verändere, sondern auch das Universum sich verändert. Als Teil des Universums bin ich und meine Handlungen untrennbar an alle anderen Menschen gebunden, was die Voraussetzung für die Begründung der Ethik ist. NICHT: Du sollst...; Du darfst nicht... SONDERN: Ich soll... (=implizite Ethik). Es muss zwar eine Art von ethischem Lohn und ethischer Strafe geben, aber diese müssen in der Handlung selbst liegen. Die Methode ist Reflexivität. Kategorien der Reflexivität und Selbstreferenz, die auf sich selbst verw
eisen, die ihrer selbst bedürfen, um entstehen zu können, die das Band zwischen Beobachter und Beobachtetem, zwischen Sprecher und Sprache und zwischen den Partnern des Dialogs nicht zerschneiden, bilden den Kern von Autopoiese (Varela, Maturana, Uribe 1974), Eigenwerte/Eigenverhalten (HvF), Attraktoren (Abraham, Shaw), Kalkül der Selbstreferenz (Varela), performative Äußerungen (Austin) und Realität als soziales Konstrukt (Watzlawick).
Sprache spricht über sich selbst. Es gibt ein Wort für Sprache: nämlich Sprache, ein Wort für Wort, nämlich Wort... In ihrer Erscheinung erzeugt die Selbstreferentialität der Sprache das Bewusstsein unser selbst: Ich-Bewusstsein; ihrer Funktion nach aber schließt sie uns mit dem Mitmenschen als Dialogpartner zusammen und wird so zum Ursprung des Gewissens.

Foerster, Heinz von (1993). Wissen und Gewissen. Versuch einer Brücke. Schmidt, Siegfried J. (Hg.). Frankfurt am Main: Suhrkamp Verlag (suhrkamp taschenbuch wissenschaft 876)
Foerster, Heinz von; Pörksen, Bernhard (1998). Wahrheit ist die Erfindung eines Lügners. Gespräche für Skeptiker. Heidelberg: Carl-Auer-Systeme.
Foerster, Heinz von (1999). Sicht und Einsicht. Versuche zu einer operativen Erkenntnistheorie. Heidelberg: Carl-Auer-Systeme.
Foerster, Heinz von; Pörksen, Bernhard (2002). Die Gewissheit der Ungewissheit. Gespräche zum Konstruktivismus. Heidelberg: Carl-Auer-Systeme.

Einreichfristfür den MEDIDA-PRIX 2006

Digitale Medien in Lehre und Hochschulentwicklung
Deutschland, Österreich, Schweiz: Aufruf zum MEDIDA-PRIX 2006 !

*Projekteinreichungen zum MEDIDA-PRIX 2006 werden bis zum 31. März 2006 entgegengenommen.*

Die Gesellschaft für Medien in der Wissenschaft e.V. (GMW) schreibt diesjährig zum siebten Mal einen trinationalen Wettbewerb aus, den *MEDIDA-PRIX*, um didaktisch motivierte Aktivitäten zu unterstützen, die einen besonderen Beitrag zur Qualitätssicherung und zur nachhaltigen Verankerung digitaler Medien in der Hochschullehre leisten.
Als Einreichungen kommen sowohl Neuentwicklungen, der didaktisch innovative Einsatz bereits bestehender Produkte als auch strategisch angelegte Konzepte zur Integration digitaler Medien in die Hochschullehre in Betracht. Das Spektrum der Einreichungen ist bewusst weit gefasst. Beispiele und Anregungen finden Sie insbesondere in der Projektdatenbank aller Einreichungen der vergangenen Ausschreibungsrunden unter www.medidaprix.org <http://www.medidaprix.org/> à projekte/projektsuche <http://www.medidaprix.org/mdd_2006/perl/dynframeset.pl?topnav=top6&scrp=2&scr=suche.pl&navi=sub4&art=suche&mode=Projekt&marker=2> bzw. projekte/finalisten seit 2000 <http://www.medidaprix.org/mdd_2006/perl/dynframeset.pl?topnav=top6&scrp=1&scr=alle_finalisten.pl&navi=sub4&marker=3>). Im Vordergrund steht nicht das Medienprodukt, sondern die didaktisch motivierte Lehr- und Lernumgebung bzw. der Hochschul-Entwicklungsprozess.

Einreichungen werden entgegengenommen in den Kategorien: „Digitale Medien in der Hochschullehre“ und „Hochschulentwicklung mit Digitalen Medien“.

Das Preisgeld von *EURO 100.000.-** *(diesjährig finanziert vom schweizerischen Staatssekretariat für Bildung und Forschung, SBF) wird auf Basis einer Juryentscheidung zweckgebunden für die weitere Projektentwicklung vergeben. Der Preis richtet sich an alle Studierenden, Hochschulmitarbeiter/innen und -lehrer/innen in Deutschland, Österreich und der Schweiz, die wir hiermit recht herzlich zur Teilnahme einladen!
Die Gewinner werden in einem mehrstufigen Auswahlprozess ermittelt. Die Preisverleihung erfolgt am 21.09.06 im Rahmen der europäischen Fachtagung der Gesellschaft für Medien in der Wissenschaft an der ETH und Universität Zürich (19.-22.09.2006, www.gmw06.ch <http://www.gmw06.ch/>).

Detaillierte Informationen unter: *www.medidaprix.org <http://www.medidaprix.org/>. *Für Rückfragen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung!

Monika Topper
MEDIDA-PRIX
Mediendidaktischer Hochschulpreis der GMW
Organisationsbüro c/o IWM
Konrad-Adenauer-Str. 40, D-72072 Tübingen
Tel.: +49 (0)7071/ 979-341
Fax: +49 (0)7071/ 979-105
mailto:medidaprix@iwm-kmrc.de
Internet: http://www.medidaprix.org <http://www.medidaprix.org/>

Dienstag, März 21, 2006

Konversationsmaximen nach Grice

Kooperationsprinzip
Gestalte deinen Gesprächsbeitrag so, dass er dem anerkannten Zweck dient, den du gerade zusammen mit deinen Kommunikationspartnern verfolgst.
1. Maxime der Quantität
* Mache deinen Gesprächsbeitrag so informativ, wie es für den anerkannten Zweck des Gesprächs nötig ist.
* Mache deinen Beitrag nicht informativer, als es für den anerkannten Zweck des Gesprächs nötig ist.
2. Maxime der Qualität
* Versuche einen Gesprächsbeitrag zu liefern, der wahr ist.
* Sage nichts, wovon du glaubst, dass es falsch ist.
* Sage nichts, wofür du keine hinreichenden Gründe hast.
3. Maxime der Relevanz
* Sage nur Relevantes.
4. Maxime der Modalität
* Vermeide Unklarheit.
* Vermeide Mehrdeutigkeit.
* Vermeide unnötige Weitschweifigkeit.
* Vermeide Ungeordnetheit
Die Maximen sind überlappbar und stehen teilweise in Konkurrenz zueinander.

Auch beschreiben das Kooperationsprinzip und die Maximen nicht normative Richtlinien, wie ein Gespräch zu führen sei (dieser Eindruck wird allerdings vermittelt durch die Bezeichnung als Maximen und die dabei verwendeten Imperative). Die Maximen werden nämlich vielfach gar nicht eingehalten, ohne dass das die rationale Kommunikation stören würde. Entscheidend ist vielmehr, dass Gesprächspartner einander die Befolgung der Maximen unterstellen. Sowohl Befolgen der Maximen wie deren Missachtung können Schlussfolgerungsprozesse (Inferenzen, z. B. Implikaturen) auslösen, vgl. die Beispiele unten.
Es gibt Anzeichen dafür, dass die Annahme von Kooperationsprinzip und Maximen nicht nur für Gespräche Gültigkeit hat, sondern auch für andere Formen der Interaktion (schon Grice hat von "kooperativer Interaktion" gesprochen).
Grice, H. Paul: Logic and Conversation. In: Cole/Morgan (Hg.): Speech acts (=Syntax and Semantics, 3), S. 41-58. Dt.: Logik und Konversation. In: Meggle (Hg.): Handlung, Kommunikation, Bedeutung. Frankfurt a.M. 1993 (stw 1083), S. 243–265.
Grewendorf/Hamm/Sternefeld: Konversationsmaximen. In: Sprachliches Wissen. Frankfurt a.M. 1987, S. 401–412.

Montag, März 20, 2006

Auswahlverfahren für Stichproben

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten für die Auswahl von Personen oder Objekten aus einer Grundgesamtheit. Die am häufigsten verwendeten Methoden sind die einfache Zufallsauswahl, die Schichtung, Klumpenverfahren und Quotenverfahren.
Wenn eines der Verfahren angewendet wird, ist das eine Methode des einstufigen Auswahlverfahrens. Werden zwei oder mehr Verfahren miteinander kombiniert, heißt die Auswahlmethode mehrstufiges Auswahlverfahren.


Bei der einfachen Zufallsauswahl erfolgt die Auswahl rein zufällig. Jede Person bzw. jedes Untersuchungsobjekt hat die gleiche Auswahlwahrscheinlichkeit. Beispielsweise ist die zufällige Ziehung von Werkstücken aus einer Charge eine einfache Zufallsauswahl aus dieser Charge.

Eine geschichtete Zufallsauswahl liegt vor, wenn die Grundgesamtheit in Schichten aufgeteilt wird und aus diesen Schichten rein zufällig ausgewählt wird. Das Schichtungsmerkmal steht dabei in einem engen Zusammenhang zum Untersuchungsgegenstand, z. B. die Schichtung nach Maschinen, die gleiche Werkstücke produzieren oder die Schichtung nach Alterklassen für die Untersuchung der Dauer der Betriebszugehörigkeit. Die Genauigkeit der Stichprobenergebnisse wird durch die Schichtung erhöht und es sind Aussagen über die einzelnen Schichten möglich.

Klumpenverfahren werden vor allem da eingesetzt, wo eine geschichtete Auswahl oder eine einfache Zufallsstichprobe zu aufwändig ist. Die Grundgesamtheit wird dazu in Klumpen eingeteilt, so dass jeder Klumpen eine gute Abbildung der Grundgesamtheit ist. Beispielsweise werden bei persönlichen Interviews zum Kaufverhalten repräsentative, regional begrenzte Klumpen gebildet und die Ergebnisse auf die Gesamtbevölkerung verallgemeinert. Klumpen sind demnach ausgewählte Teile der Grundgesamtheit. Anders als bei der Schichtung wird nicht in jedem Klumpen erhoben, sondern es werden aus der Menge der Klumpen einige ausgewählt. Während bei der Schichtung das Schichtungsmerkmal so festgelegt wurde, dass es möglichst große Unterschiede zwischen den Schichten gibt, sollten bei der Klumpenauswahl die Unterschiede zwischen den Klumpen möglichst gering und die Unterschiede innerhalb der Klumpen möglichst groß sein.

Bei Quotenverfahren werden Personen oder Objekte bewusst so ausgewählt, dass die Stichprobe bestimmte Merkmale aufweist, deren Werte in der Grundgesamtheit bekannt sind. Beispielsweise kann bei der Untersuchung von Berufsstatus und Alter die Grundgesamtheit "erwerbstätige Bevölkerung in der BRD" in Altersklassen aufgeteilt und die Berufsstatus in diesen Altersklassen erfasst werden. Die Mitarbeiter eines Betriebes werden ebenfalls in diese Altersklassen kategorisiert und am Beginn eines Arbeitstages werden so lange Mitarbeiter am Werkstor in die Stichprobe aufgenommen, bis eine vorgegebene Anzahl in allen Altersklassen erreicht wird. Der Anteil bzw. die Quote in der Stichprobe entspricht zwar derjenigen in der Grundgesamtheit, aber die Auswahl erfolgte nicht zufällig sondern nach dem Verfahren der einfachen Erreichbarkeit. Bei den ausgewählten Mitarbeitern wird der Berufsstatus erhoben und die Werte mit denen in der Grundgesamtheit verglichen. Dadurch können Aussagen zur Über- oder Unterqualifikation in Altersklassen verglichen mit der Situation der erwerbstätigen Bevölkerung allgemein getroffen werden.
Ein großer Nachteil der Quotenverfahren ist, dass ein bewusstes Auswahlverfahren keine Zufallsstichprobe darstellt und somit keine Angaben zur Genauigkeit von Schätzwerten berechnet werden können. Im obigen Beispiel könnte es eine Abhängigkeit von Berufsstatus und Ankunftszeit geben, da Arbeiter im Schichtbetrieb zu einer bestimmten Uhrzeit anfangen müssen, während Angestellte häufiger gleitende Anfangszeiten haben.

Mittwoch, März 15, 2006

Handbuch der Evaluationsstandards in der dritten Auflage

Sanders, James R. (2006): Handbuch der Evaluationsstandards. 3. erweiterte und aktualisierte Auflage.
ISBN: 3531146726
Verlag: VS VERLAG
Erscheinungsdatum: 2/2006
Hrsg. v. James R. Sanders
3., erw. u. aktualis. Aufl. 2006

Das Handbuch wurde um zwei Beiträge ergänzt:
1. Thomas Widmer analysiert Gemeinsamkeiten und Differenzen aktueller europäischer Standards, Leitlinien etc. zur Evaluation und vergleicht sie mit den Standards des Joint Committee.
2. Wolfgang Beywl diskutiert die Rolle der Evaluationsstandards als Grundlage für der Aus- und Weiterbildung in Evaluation anhand unterschiedlicher Kompetenzprofile.

Das Referenzwerk zu Theorie und Praxis der Evaluation
Woran sind gute Evaluationen zu erkennen? Wie lässt sich praxistaugliche Evaluationspraxis auf hohem Niveau realisieren? Was sind nützliche, faire, kostengünstige und methodisch korrekte Evaluationsprojekte? Die US-amerikanischen"Programm Evaluations Standards"sind das Referenzwerk der Evaluationstheorie und der Evaluationspraxis. Im Hauptteil des Buchs werden die dreißig Standards beschrieben - geordnet nach den Bewertungsdimensionen Nützlichkeit, Korrektheit, Anwendbarkeit und Genauigkeit. Jeder einzelne Standard wird im Detail vorgestellt und umfassend erklärt. Praxisbeispiele aus Bildungseinrichtungen, Sozialwesen und Unternehmen illustrieren zudem das Anwendungspotenzial der Standards. Insofern bietet das Buch konkrete Arbeits- und Planungshilfen zur Vorbereitung und Durchführung von Evaluationen und zur Aus- und Weiterbildung von Evaluationsfachkräften in vielfältigen Praxisfeldern. In der erweiterten, aktuellen Ausgabe finden sich zusätzliche Beiträge zur aktuellen Dis
kussion im deutschsprachigen Raum und in Europa.

Montag, März 13, 2006

In den westlichen Industrieländern sinkt der IQ

Bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts galt es als sicher, dass die Menschen immer intelligenter werden. Doch Ende der 90er werden in mehreren Staaten der westlichen Welt die Bürger wieder dümmer. "Das Niveau der Studenten nimmt von Jahr zu Jahr ab", klagt so mancher Universitätsprofessor. Auch andere Lehrbeauftragte können ein Lied von der "dümmer werdenden Jugend" singen. Doch diese Einschätzung ist mehr als das allzu menschliche, pessimistische Gejammer: Seit einigen Jahren sinkt in den westlichen Industrienationen der IQ, bestätigen Wissenschaftler, die sich mit der Veränderung des Intelligenzquotienten befassen.
Es ist hauptsächlich die fluide Intelligenz, die abnimmt. Das ist die Fähigkeit, neue Probleme ohne Rückgriff auf Erfahrungen zu lösen. Dies wird in der Schule kaum vermittelt. Die fluide Intelligenz bestimmt, wie schnell Informationen verarbeitet und wie präzise und gut sie gespeichert werden können.
Dagegen habe sich in der so genannten kristallisierten Intelligenz in den vergangenen Jahrzehnten nur sehr wenig geändert. Sie umfasst die ausgewertete Erfahrung, das Wissen sowie den Wortschatz, also Inhalte, die vor allem in der Schule beigebracht werden. Der Rückgang der fluiden Intelligenz in den hoch entwickelten Ländern ist für die Intelligenzforscher insofern erstaunlich, als dass die Intelligenz zuvor jahrzehntelang immer weiter zugenommen hatte. Diesen stetigen IQ-Anstieg entdeckte der neuseeländische Politikwissenschaftler James Flynn, nachdem er die Daten von vierzehn Industrienationen ausgewertet hatte (Flynn-Effekt). Mit Beginn der neunziger Jahre hörte die Steigerung der IQ-Werte auf. Seit 1999 beobachtet man einen Rückgang. Eine Vergleichsstudie an deutschen, österreichischen und Schweizer Kindern deckte für alle drei Nationen geringere Leistungen im Vergleich zu früheren Untersuchungen auf. Die schwindende Intelligenz in den Industrienationen hat wohl mehrer
e Ursachen. Viele Anforderungen laufen auf einem zu hohen Niveau ab: zu schnell, zu anstrengend, zu abstrakt, unverständlich und undurchschaubar. Überforderte Menschen flüchten sich in weniger anspruchsvolle Alternativangebote wie zum Beispiel Sportsendungen oder reine Unterhaltungssendungen. Dadurch wird das Gehirn weniger gefördert. Außerdem sind viele Menschen passiver als früher und überdenken Informationen nicht aktiv, sondern lassen sich berieseln.

Nützliche Informationen zu

Wie kann man mit Stress umgehen?

Als erstes muss die Stressursache gesucht, angeschaut und analysiert werden. Mit gut überlegten Gesprächen konnten schon viele „verfahrene“ Stresssituationen gelöst werden.
Um Stress zu reduzieren und damit die Arbeit und das Leben in den Griff zu bekommen, unterscheidet man heute vier Wege:
* Das Zeitmanagement: die Arbeit in passende Zeitintervalle legen - inklusive Ruhepausen
* Das Reizmanagement: Störreize versuchen zu reduzieren oder zu kanalisieren
* Das Erregungsmanagement: versuchen, vegetative Reaktionen auf Stressoren zu vermindern
* Das Belästigungsmanagement: damit kann man die subjektive Bewertung von Stressoren verändern
Dazu gehören:
* Körperliche Fitness, Ausdauertraining z.B. Laufen, Joggen, Wandern
* Ernährungsberatung
* Entspannungstechniken z.B. Yoga, Meditation, autogenes Training
* Bewusstes Atmen/ Atemtechniken lernen
* Arbeits- und Familienplanung, z.B. gemeinsame Ziele ausarbeiten, offene Gespräche führen
* Ordnung und Überblick bei der Arbeit, Planen, realistische Zielsetzung
* Hobbys, je nach Stressursache eine ruhigere oder gesellschaftliche Freizeitbeschäftigung
* Stressmanagement kann auch bei Fachpersonen oder in Seminaren erlernt werden.
Was können Sie tun?
* Akzeptanz: Akzeptieren Sie , dass ein gewisses Mass an Stress nützlich ist, um bestimmte Leistungen erbringen zu können.
* Weniger ist oft mehr: Oft ist Stress hausgemacht, durch zu hohe Anforderungen an sich selbst bei der Arbeit, Haushalt oder auch in der Freizeit. Zumindest bei letzterem sollte man sich den Rat "weniger ist oft mehr" zu Herzen nehmen. Dasselbe gilt auch für Kinder.
* Auszeiten planen: Generell hilft ein Terminplan auch im Haushalt oder in der Freizeit, der mit ausreichenden Ruhepausen kalkuliert ist.
* Probleme nicht überbewerten: Versuchen Sie nicht in gestresstem Zustand Probleme zu lösen. Nur in entspanntem Zustand kann man klar und konzentriert denken.
* Körperliche Entspannungstechniken: z.B. Yoga, autogenes Training oder als schnellwirksame Massnahme ein Entspannungsbad oder eine Massage
* Wellness zu Hause: Beruhigende Badezusätze mit Melisse, Baldrian, Lavendel oder Heublume wirken nicht nur über die Haut, sondern werden auch über den Wasserdampf eingeatmet. Regelmässige Saunagänge entspannen ebenfalls.
* Stress in körperliche Aktivität umsetzen: moderat Sport treiben, Spazieren gehen oder eine körperliche Arbeit verrichten, die Spass macht. Aber auch hier: Weniger ist oft mehr!
* Als unterstützende Massnahme können beruhigende pflanzliche Substanzen helfen, z.B. Johanniskraut, Baldrian oder Melisse. Fragen Sie aber zuerst den Fachmann.

Mittwoch, März 08, 2006

Item-Sammlung von Fragenfür Ich-Befindlichkeitsskalen

Stelle mich leicht auf neue Situationen ein
Beschwere mich selten
Bin mit mir sehr zufrieden
Kann für mich eintreten
Komme nie in einen Kaufrausch
Bleibe selbst in angespannten Situationen gelassen
Halte andere auf Distanz
Suche die Ruhe
Halte mit meinen Meinungen zurück
Reagiere langsam
Mag keine laute Musik
Mache selten Späße
Habe Schwierigkeiten, mir Dinge vorzustellen
Mag keine Tanzdarbietungen
Verstehe Menschen nicht, die emotional werden
Bevorzuge konventionelle (herkömmliche) Vorgehensweise
Vermeide, schwierige Sachen zu lesen
Erhebe mich gerne zur Nationalhymne
Glaube, dass die Menschen im Grunde böse sind
Behindere die Pläne anderer Menschen
Nehme mir für andere Menschen keine Zeit
Hege Groll gegenüber anderen Menschen
Bringe mich selbst ins Zentrum der Aufmerksamkeit
Habe eine Abneigung gegen schwache Menschen
Sehe die Konsequenzen der Dinge nicht
Fühle mich durch Unordnung ungestört
Stelle Tatsachen falsch dar
Wende nur wenig Zeit und Aufwand für meine Arbeit auf
Verschiebe Entscheidungen
Plane oft in letzter Minute
Lüge nie
Hatte das Gefühl, meine Gedanken würden mir entzogen
Sorge mich über Dinge
Werde schnell ärgerlich
Bin oft trübsinnig
Bin leicht eingeschüchtert
Esse oft zu viel
Gerate leicht in Panik
Schließe leicht Freundschaften
Liebe große Parties
Übernehme die Führung
Bin immer beschäftigt
Liebe Aufregung
Habe ein lebendige Phantasie
Glaube an die Bedeutung der Kunst
Empfinde meine Gefühle sehr intensiv
Ziehe Abwechslung der Routine vor
Löse gerne schwierige Probleme
Wähle alternativ orientierte politische Kandidaten
Vertraue anderen
Würde nie bei den Steuern betrügen
Sorge dafür, dass Menschen sich wohlfühlen
Bin leicht zufrieden zu stellen
Mag es nicht, im Zentrum der Aufmerksamkeit zu stehen
Empfinde Sympathie für die Obdachlosen
Beende Aufgaben erfolgreich
Versuche, den Regeln zu folgen
Verfolge Dinge zielstrebig
Erledige lästige Pflichten sofort
Vermeide Fehler
Gebe Irrtümer sofort zu
Gebe Geld locker aus
Glaube an Gedankenübertragung
Liebe mich selbst
Liebe Risiko und Nervenkitzel.
Habe bei Prüfungen noch nie geschwindelt.
Kaue Fingernägel
Hatte das Gefühl, andere konnten meine Gedanken lesen
Befürchte das Schlimmste
Bin schnell gereizt
Mag mich nicht
Habe Angst, was Falsches zu tun
Weiß selber nicht, warum ich manche Dinge tue
Werde von Ereignissen überwältigt
Werde schnell mit anderen warm
Spreche mit vielen anderen Leuten auf Parties
Versuche, andere zu leiten
Bin immer am machen
Suche Abenteuer
Habe viel Spaß
Genieße wilde Ausflüge in die Phantasie
Mag Musik
Nehme die Gefühle anderer wahr
Besuche gerne neue Orte
Liebe es, anspruchsvolle Literatur zu lesen
Glaube, dass es nichts absolut Richtiges oder Falsches gibt
Glaube, dass andere gute Absichten haben
Halte mich an Regeln
Berücksichtige die Bedürfnisse anderer Menschen
Mag keine Konfrontationen
Rede nicht gerne über mich selbst
Empfinde Sympathie für diejenigen, die schlechter dran sind als ich
Mache alles exzellent
Liebe es, aufzuräumen
Halte meine Versprechen
Arbeite hart
Bin immer vorbereitet
Wähle meine Worte mit Bedacht
Bin nie grob oder unhöflich
Gebe gern Geld aus
Spüre eine geliebte Person, auch wenn sie nicht da ist
Besitze einzigartige Fähigkeiten
Setzte bei Entscheidungen alles auf eine Karte.
Reisse oder pule an den Fingernägeln
Hatte das Gefühl, ferngesteuert zu sein
Habe vor vielen Dingen Angst
Rege mich schnell auf
Bin oft deprimiert
Finde es schwer, auf andere zuzugehen
Tue Dinge, die ich später bereue
Fühle mich unfähig, Dinge zu bewältigen
Tue Dinge gerne zusammen mit anderen Menschen
Genieße es, zu einer Gruppe zu gehören
Kann andere überzeugen
Unternehme viel in meiner Freizeit
Liebe 'Action'
Zeige kindliche Freude
Liebe Tagträume
Sehe die Schönheit in Dingen, die andere nicht bemerken
Bin im Hinblick auf meine Anliegen leidenschaftlich
Interessiere mich für viele Dinge
Verfüge über einen großen Wortschatz
Glaube, dass Verbrecher eher Hilfe als Strafe erhalten sollten
Vertraue auf das, was Leute sagen
Schmeichle, um vorwärts zu kommen
Liebe es, anderen Menschen zu helfen
Hasse es, andere Menschen zu bedrängen
Betrachte mich als eine durchschnittliche Person
Ziehe Kooperation gegenüber Wettbewerb vor
Erledige Aufgaben reibungslos
Möchte, dass alles in Ordnung ist
Bezahle meine Rechnungen pünktlich
Verwirkliche Pläne
Beginne mit Aufgaben immer sofort
Verbleibe auf meinem gewählten Weg
Achte beim Einkaufen nicht auf den Preis
Besitze paranormale Fähigkeiten
Bin etwas ganz Besonderes
Werde von Abenteuerlust gepackt
Habe noch nie etwas gestohlen, nicht mal eine absolute Kleinigkeit.
Habe schon einmal Stimmen gehört, die andere nicht hören konnten
Gerate leicht unter Stress
Bin oft in schlechter Stimmung
Habe ein schlechte Meinung von mir
Habe Angst, die Aufmerksamkeit auf mich zu ziehen
Esse oder trinke übermäßig
Kann mich nicht entschließen
Gehe freundlich mit anderen Menschen um
Beziehe andere bei dem, was ich tue, ein
Möchte andere beeinflussen
Kann viele Dinge gleichzeitig tun
Genieße Teil einer lärmenden Menschenmenge zu sein
Lache mich durchs Leben
Bin gerne ganz in Gedanken
Liebe Blumen
Genieße es, mich und mein Leben zu untersuchen
Mag es, Neues zu beginnen
Kann mit einer Vielzahl von Informationen umgehen
Glaube an eine wahre Religion
Glaube, dass die Menschen grundsätzlich moralisch gut sind
Nutze andere Menschen, um meine Ziele zu erreichen
Halte das Wohl anderer Menschen für wichtig
Habe eine scharfe Zunge
Blase selten in mein eigenes Horn
Empfinde Mitleid für den Kummer anderer Menschen
Vertraue meinen Fähigkeiten
Liebe Ordnung und Regelungen
Sage die Wahrheit
Stürze mich mit aller Energie in Aufgaben
Gehe unmittelbar an die Arbeit, ohne nachzudenken
Stürze mich in Dinge
Kaufe nur das Nötigste, selbst wenn genug Geld vorhanden ist
Habe den 6. Sinn
Bin großartig
Liebe extreme Situationen
Habe schon einmal Stimmen gehört, die andere nicht hören konnten
Gerate leicht unter Stress
Bin oft in schlechter Stimmung
Habe ein schlechte Meinung von mir
Habe Angst, die Aufmerksamkeit auf mich zu ziehen
Esse oder trinke übermäßig
Kann mich nicht entschließen
Gehe freundlich mit anderen Menschen um
Beziehe andere bei dem, was ich tue, ein
Möchte andere beeinflussen
Kann viele Dinge gleichzeitig tun
Genieße Teil einer lärmenden Menschenmenge zu sein
Lache mich durchs Leben
Bin gerne ganz in Gedanken
Liebe Blumen
Genieße es, mich und mein Leben zu untersuchen
Mag es, Neues zu beginnen
Kann mit einer Vielzahl von Informationen umgehen
Glaube an eine wahre Religion
Glaube, dass die Menschen grundsätzlich moralisch gut sind
Nutze andere Menschen, um meine Ziele zu erreichen
Halte das Wohl anderer Menschen für wichtig
Habe eine scharfe Zunge
Blase selten in mein eigenes Horn
Empfinde Mitleid für den Kummer anderer Menschen
Vertraue meinen Fähigkeiten
Liebe Ordnung und Regelungen
Sage die Wahrheit
Stürze mich mit aller Energie in Aufgaben
Gehe unmittelbar an die Arbeit, ohne nachzudenken
Stürze mich in Dinge
Kaufe nur das Nötigste, selbst wenn genug Geld vorhanden ist
Habe den 6. Sinn
Bin großartig
Liebe extreme Situationen
Habe noch nie einen Freund im Stich gelassen
Habe Visionen gehabt
Verfange mich in Problemen
Verliere meine Beherrschung
Habe häufig Stimmungsschwankungen
Fühle mich nur wohl, wenn die Anwesenden Freunde sind
Liebe es zu essen
Werde von Gefühlen überwältigt
Heitere andere Menschen auf
Liebe Überraschungsparties
Übernehme die Kontrolle
Reagiere schnell
Genieße es, leichtsinnig zu sein
Liebe das Leben
Schwelge in meinen Phantasien
Genieße die Schönheit der Natur
Versuche, mich selbst zu verstehen
Bleibe bei den Dingen, die ich kenne
Genieße es, über Dinge nach zu denken
Wähle konservative politische Kandidaten
Glaube an das Gute im Menschen
Weiß, wie die Regeln umgangen werden können
Habe ein gutes Wort für jeden
Widerspreche anderen Menschen
Glaube, dass ich besser bin als andere
Interessiere mich nicht für die Probleme anderer Menschen
Finde gute Lösungen
Handele nach Plan
Höre auf mein Gewissen
Tue mehr, als von mir erwartet wird
Verwirkliche meine Pläne
Fälle unbesonnene (voreilige) Entscheidungen
Bin sparsam und knauserig
Glaube an übernatürliche Kräfte
Würde gerne eine berühmte Persönlichkeit sein
Würde mein ganzes Vermögen für Spekulationen aufs Spiel setzen
Denke manchmal mehr an meinen Vorteil als an andere Menschen.
Habe seltsame Gerüche/Geschmäcker wahrgenommen, die andere nicht
wahrgenommen haben
Bin nicht leicht zu beunruhigen
Bin selten gereizt
Fühle mich verzweifelt
Gerate beim Sprechen ins stocken
Esse oder trinke übermäßig
Bleibe unter Druck gelassen
Bin schwer zugänglich
Bevorzuge es, allein zu sein
Warte, dass andere vorangehen
Schone mich gerne
Agiere wild und verrückt
Schaue auf die schönen Seiten des Lebens
Verbringe Zeit, über Dinge nach zu denken
Mag keine Kunst
Werde nur selten emotional
Habe eine Abneigung gegen Veränderungen
Interessiere mich nicht für abstrakte Ideen
Glaube, dass zuviel Steuergelder für die Unterstützung von Künstlern
ausgegeben werden
Glaube, dass alles gut werden wird
Betrüge, um voran zu kommen
Schaue auf andere Menschen herunter
Liebe einen richtigen Streit
Halte viel von mir selbst
Mag keine weichherzigen Menschen
Weiß, wie Dinge zu tun sind
Vergesse oft, Dinge an ihren richtigen Platz zurück zu legen
Breche Regeln
Setze hohe Standards für mich und andere
Finde es schwierig, mit der Arbeit anzufangen
Handele aus der Laune heraus
Gebe Geld sofort aus
Brauche die Gefahr.
Bewahre Geheimnis immer.
Habe Veränderungen am Körper wahrgenommen, die nicht nachweisbar waren
Bin die meiste Zeit entspannt
Werde selten böse
Empfinde mein Leben als ziellos
Bin nicht leicht, in Verlegenheit zu bringen
Kann leicht Versuchungen wiederstehen
Kann mit komplexen Problemen umgehen
Fühle mich unwohl mit anderen Menschen
Möchte allein gelassen werden
Bleibe im Hintergrund
Nehme mir gerne Zeit, alles einmal auszuprobieren
Bin bereit
Lache laut
Gehe selten Tagträumen nach
Mag keine Poesie (Dichtung)
Werde durch meine Gefühle nicht leicht beeinflusst
Mag die Idee der Veränderung nicht
Vermeide philosophische Diskussionen
Glaube, dass die Gesetze strikt durchgesetzt werden sollten
Misstraue Menschen
Setze andere Menschen unter Druck
Bin gleichgültig gegenüber den Gefühlen anderer Menschen
Schreie andere Menschen an
Habe eine hohe Meinung von mir selbst
Glaube an das Prinzip "Auge um Auge, Zahn um Zahn"
Schätze Situationen falsch ein
Produziere Chaos in meinem Zimmer
Breche meine Versprechen
Erwarte Qualität
Verschwende meine Zeit
Stürze mich in Dinge
Bin großzügig beim Geldausgeben
Halte ausnahmslos alle Versprechen
Dachte, ich sei religiös auserwählt
Bin durch Ereignisse nicht leicht zu beunruhigen
Ärgere mich nicht leicht
Bin selten trübsinnig
Fühle mich in ungewohnten Situationen wohl
Kann mein Verlangen kontrollieren
Weiß, wie ich zurecht komme
Vermeide Kontakte mit anderen Menschen
Mag keine überlaufene Vernstaltungen
Habe wenig zu sagen
Mag einen geruhsamen Lebensstil
Suche Gefahr
Amüsiere meine Freunde
Habe keine gute Vorstellungskraft
Gehe nicht gerne ins Kunstmuseum
Bemerke Gefühlsreaktion kaum

Phasen der psychosozialen Entwicklung nach Erik Homburger Erikson

Neben der psychosexuellen Phasen, die Freud beschreibt, postuliert Eric H. Erikson die psychosozialen Phasen der Ichentwicklung, in denen der Einzelne eine neue Orientierung zu sich selbst und zu den Personen seiner Umwelt findet, die Freud auf das Kindesalter beschränkt. Für jede Phase werden Entwicklungsaufgaben formuliert, die positiv oder negativ bewältigt werden können. Diese Richtungen werden in der Überschrift zu den Phasen festgehalten.
Das Modell geht davon aus, dass jeder Mensch sich in Stufen entwickelt, die in jedem von Geburt an angelegt sind. Jede dieser Stufen besitzt eine besondere Thematik, die jeweils in der entsprechenden Stufe aktuell wird. Die Aktualität eines Themaa steigert sich schlussendlich zu einer Krise. Wenn die Krise bewältigt wurde, folgt die nächste Stufe usw. Es ist wichtig, dass die einzelnen Thematiken von Geburt an vorhanden sind, aber wie gesagt erst in einer bestimmten Stufe dominant werden. Damit eine gesunde Persönlichkeit entsteht, müssen die einzelnen Krisen erfolgreich bewältigt werden. Erfolgreich wird dabei jeweils von der entsprechenden Kultur festgelegt. Falls es zu Problemen in der Persönlichkeitsentwicklung kommt, kann mit Hilfe der Stufen herausgefunden werden, welche Krise noch nicht erfolgreich bewältigt wurde. Diese Erkenntnis dient etwa dem Therapeuten dazu, an der richtigen Stelle zu intervenieren. Die acht Stufen mit ihren spezifischen Krisen sind dem Hintergru
nd der
westlichen Industriegesellschaft beschrieben, was die Universalität natürlich einschränkt.
Vertrauen gegen Misstrauen (1. Lebensjahr)
Das Urvertrauen entsteht aus der Erfahrung, dass zwischen der Welt und den persönlichen Bedürfnissen Übereinstimmung herrscht. In dieser Phase entsteht eine Grundhaltung, die sich durch das ganze weite Leben zieht. Ein Neugeborenes ist darauf angewiesen, dass es versorgt wird. Diese Erfahrungen führen zu einem Vertrauen gegenüber der Mutter und dem Vater. Neben dem Erleben des Vertrauens wird auch Misstrauen erlebt, in dem z. B. die Mutter beginnt nicht nur für das Baby dazusein, d. h. sie lässt das Kind alleine, um den Haushalt zu führen usw. Diese Zeiten, in den das Neugeborene alleine ist, fördert sein Misstrauen. Es ist wichtig, dass ein Kind Vertrauen und Misstrauen kennenlernt. Entscheidend für eine gesunde Persönlichkeitsentwicklung ist, dass sich das Vertrauen stärker entwickelt.
Autonomie vs. Scham und Zweifel (2., 3. Lebensjahr)
In dieser Zeit geschieht die Emazipation von der Mutter, das wird unterstützt durch die neuen Fähigkeiten des Gehens, des Sprechens und der Stuhlkontrolle. Die Problematik der Autonomie und Scham wird in Festhalten und Loslassen umgeformt. Konkret muss das Kind lernen, Dinge festzuhalten oder loszulassen. Freud und Erikson weisen deshalb auf die Reinlichkeitserziehung hin, die ja von den Psychoanalytikern auch als anale Phase bezeichnet wird. In dieser Zeit entwickelt das Kind auch Vorstellungen über ”Ich” und ”Du”. Es lernt, dass es ein Einzelwesen ist. Um eine gesunde Entwicklung zu gewährleisten, weist Erikson darauf hin, dass die Eltern als Vorbilder genommen werden. Dabei werden von den Kindern auch die Gefühle mitberücksichtigt, die sie im Zusammenhang mit den Eltern erleben. Eine erfolgreiche Bewältigung geht davon aus, dass die Autonomie sich stärker ausbildet, als Scham und Zweifel.
Initiative vs. Schuldgefühl (4., 5. Lebensjahr)
Das Kind differenziert sich zunehmend von der Umwelt und versucht, die Realität zu erkunden, was sich in unzähligen Fragen äußert ebenso wie im Ausprobieren unterschiedlicher Rollen im Spiel. Weil das Kind nun laufen lernt, kann es seine Umgebung selbständiger erforschen. Es ist wichtig, dass das Kleinkind lernt Dinge ohne fremde Hilfe anzugehen, eben z. B. alle möglichen Gegenstände zu erkunden. Dies fördert die Initiative. Auf der anderen Seite beginnt sich das Kind nun vermehrt mit seinem Geschlecht auseinander zu setzen. Dies führt schlussendlich zur ödipalen Situation. Beim Durchleben dieser Krise lernt das Kleinkind auch Schuldgefühle kennen. In dieser Zeit bildet sich das Gewissen aus. Ein erfolgreiches Erleben dieser Stufe ist dann gegeben, wenn das Kind gelernt hat, Initiative zu ergreifen, sowie den Umgang mit seinen Schuldgefühlen.
Werksinn vs. Minderwertigkeitsgefühl (6. Lebensjahr bis Pubertät)
Die Kind ist lernbegierig. Es erlernt Anerkennung durch die Herstellung von Dingen, durch kognitive Fähigkeiten zu gewinnen. Erfolgreich zu sein ist wichtig. Neben dem Drang zum Spielen entwickelt das Kind einen Werksinn, d. h. dass es darum geht, etwas Nützliches zu leisten. Diesen beiden Ansprüchen versucht die Schule, die in diesem Alter und auch noch länger besucht wird, gerecht zu werden. Neben dem spielerischen Lernen soll die Schule den Lernenden Möglichkeiten bieten, dass sie sich bestätigen können, in dem sie etwas nützliches leisten. Falls hierbei die Erfolgserlebnisse ausbleiben, entwickelt sich mit der Zeit ein Minderwertigkeitsgefühl. Für eine gesunde Entwicklung ist es deshalb nötig, dass den Kindern Erfolgserlebnisse ermöglicht werden.
Identität vs. Identitätsdiffusion (13. bis 20. Lebensjahr)
Alle vorangehenden Phasen liefern Elemente für diese Phase: Vertrauen, Autonomie, Initiative, Fleiß. Dazu kommen die körperlichen Veränderungen und neuartige Ansprüche der Umwelt. Der Jugendliche stellt sich selbst in Frage und sucht seine Identität. Diese Identität sollte auf dem Hintergrund neuer sozialer Rollen gefunden werden: Auseinandersetzung und In-Frage-Stellen der Bezugspersonen, Rolle in der Gleichaltrigengruppe, Auseinandersetzung mit dem anderen Geschlecht, Rolle im Beruf. Mit der beschleunigten körperlichen Entwicklung stellt sich immer mehr die Frage: Wer bin ich? Die Antwort besteht darin, die bisher gesammelten Erfahrungen, die aus dem bewältigen der vorherigen Krisen bestehen, zu einer Ich-Identität zusammenzufügen. Diese Identitätsbildung gelingt besser, wenn man möglichst viele positive Erfahrungen gesammelt hat und dadurch ein gesundes Selbstvertrauen besitzt. Falls dies nicht der Fall ist, kommt es zu einer sogenannten Identitätsdiffusion. Der einzelne J
ugendliche
bzw. die einzelne Jugendliche können keine stabile Ich-Identität entwickeln. Eine Folge davon ist, dass sich solche Jugendliche gerne Gruppen anschliessen, die über klare Strukturen verfügen.
Intimität und Solidarität vs. Isolierung (20 bis etwa 45 Jahre)
Geklärte Identität erlaubt tragfeste Partnerschaft und Intimität. Erikson beschreibt die Phase als ein Sich-verlieren und Sich-finden im anderen. Mit Hilfe einer gefestigten Ich-Identität wird es möglich in einer Paarbeziehung, Intimität zu erleben. Durch das Vorhandensein der Identität ist es möglich, sich dem Partner bzw. der Partnerin zu öffnen. Auf der anderen Seite steht die Isolierung, die damit erklärt werden kann, dass noch keine stabile Ich-Identität ausgebildet wurde. Es ist aber wichtig, dass die Erfahrung der Isolation oder auch der Distanzierung für alle wichtig ist. Wiederum geht es um ein sinnvolles Verhältnis, dass sich zwischen Intimität und Isolierung entwickeln muss.
Generativität vs. Selbstabkapselung (45 bis 65 Jahre)
Als Folge der Intimität kommt es zu Familiengründungen. Diese Phase ist vom Bedürfnis geprägt, Werte für kommende Generationen zu schaffen, weiterzugeben und abzusichern. Diese wiederum führen dazu, dass Kinder geboren werden. Erikson versteht unter der Generativität das Erziehen der nächsten Generation, sei dies als Eltern oder sonst in einer Form, die dieses Ziel vor Augen hat. Diese Haltung entwickelt sich nur, wenn ein grundsätzliches Gefühl des Vertrauens vorhanden ist. Das Gegenteil wird als Selbst-Absorption bezeichnet. Hierunter wird eine Vereinsamung verstanden, d. h. zwischenmenschliche Beziehungen werden wenig gepflegt usw. Diese Haltung führt zur Vereinsamung.
Integrität vs. Verzweiflung (65 Jahre bis Tod)
Im besten Fall kommt es in diesem Stadium zur vollen Reife, zur Bereitschaft, "seinen einen und einmaligen Lebenszyklus zu akzeptieren, als etwas, das sein musste und das zwangsläufig keinen Ersatz zuließ. In dieser letzten Phase geht es also darum, dass bisherige Leben so wie es war zu akzeptieren mit allen positiven und negativen Erlebnissen und Ereignissen. Dadurch wird es möglich in Ruhe zu leben. Oft bildet dies auch die Grundlage dafür, dass Menschen Führungsaufgaben übernehmen. Falls es nicht gelingt sein Leben zu akzeptieren, stellt sich ein Lebensekel ein. Daraus entsteht Enttäuschung und Unzufriedenheit über sein Leben.
Gestört wird die psychische Entwicklung des Menschen mit hoher Wahrscheinlichkeit, wenn es nicht gelingt, die in den jeweiligen Phasen auftauchenden Krisen zu meistern.
Erik Homburger Erikson war amerikanischer Psychologe deutscher Herkunft, *Frankfurt am Main 15.6.1902, Harwich (Massachusetts) 12.5. 1994; emigrierte 1933 in die USA, Professor in Berkeley (Kalifornien), in Pittsburgh (Pennsylvania) und an der Harvard University; einer der führenden Vertreter der Jugendpsychologie. Hauptwerke: Kindheit und Gesellschaft (1950); Jugend und Krise (1968).

Dienstag, März 07, 2006

Der Hawthorne-Effekt

Der Hawthorn-Effekt besagt, dass jede Veränderung der Umgebung (etwa am Arbeitsplatz) eine kurzzeitige Verbesserung nach sich zieht. Da Veränderung generell den Hawthorn-Effekt hat, die Akteure zu stimulieren, kann sogar aus negativer Veränderung ein kurzzeitiger Anstieg der Produktivität resultieren. Der Name Hawthorne-Effekt stammt aus einem frühen Experiment des Organisationsmanagements welches in den “Western Electric Hawthorne Works” in Cicero, Illinois von Professor Elton Mayo in den Jahren 1927-1932 durchgeführt wurde. Das Management versuchte den optimalen Grad der Beleuchtung der Fabrikhallen herauszufinden. Da die Beteiligten wussten, dass es sich um eine Studie handelte reagierten sie auf alle Lichtveränderungen mit einer Steigerung ihrer Produktivität.
Beim Hawthorne-Effekt handelt es sich also um eine unspezifische Reaktionsverzerrung, die dann auftritt, wenn das Verhalten der Versuchsperson allein dadurch beeinflusst wird, dass sie an einer Untersuchung teilnimmt. D.h. wenn sie z.B. weiß, dass sie von einem Versuchsleiter beobachtet wird, oder es für bemerkenswert hält, dass gerade sie ausgewählt wurde, an der Untersuchung teilzunehmen. Menschen verändern also ihr Verhalten manchmal allein deshalb, weil sie wissen, dass sie beobachtet werden. Somit kann ich schließen mit: I’m watching you…

Montag, März 06, 2006

„Krisenintervention“ - „Stressverarbeitung bei Einsatzkräften“

Einreichung von Tagungsbeiträgen
Nach einer außergewöhnlich erfolgreichen Tagung im letzten Jahr werden auch heuer wieder die KIT-Tage 06 - unter dem Motto „Krisenintervention im Netzwerk“ - stattfinden. Die KIT-Tagung ist die größte deutschsprachige Tagung zum Thema Krisenintervention und wurde im letzten Jahr von knapp 600 Personen aus fünf Nationen besucht.
Die Tagung findet vom 22. – 24. September 2006 an der Universität Innsbruck statt und ist eine Weiterbildung für Praktiker (KIT-Teams, Notfallpsychologen, Notfallseelsorger, SvE-Teams, Psychotherapeuten, Exekutivbeamte, Feuerwehrpersonal, Bergretter, Behördenvertreter etc.), sowie ein Treffpunkt für die Vernetzung.
Wir möchten Sie deshalb gerne einladen, bei der Tagung ein Referat / einen Workshop zu halten, um Ihr Wissen und Ihre Erfahrung einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Angenommen werden Referate zu den Themen:
„Krisenintervention“
„Stressverarbeitung bei Einsatzkräften“ sowie „praktische Konzepte der Vernetzung mit anderen Organisationen“.
Die Referate können sich auf vergangene Einsätze (außergewöhnliche Einsätze, Großschadensereignisse etc.) beziehen oder theoretisches Wissen (neue Erkenntnisse, Theorien etc.), das für die Praxis von hoher Relevanz ist, beinhalten.
Vorträge: Vortragsdauer sind 40 Minuten + 10 Minuten Diskussion
Kleiner Workshop: 50 min.
Großer Workshop: 100 min (10 min. Pause)
Wenn Sie Interesse an einem Referat / Workshop haben, bitte ich Sie uns einen Titel sowie eine kurze Beschreibung (max. 5 Zeilen) ihres Referats / ihres Workshops zukommen zu lassen.
Einreichfrist für Tagungsbeiträge und Workshops ist der 25. April 2006
--
Für die Tagungsorganisation:
DR. GERNOT BRAUCHLE
Email: Gernot.Brauchle@i-med.ac.at

Sonntag, März 05, 2006

Piagets Kinder

Der tagtägliche Umgang mit seinen drei Sprösslingen Jacqueline, Lucienne und Laurent lenkte das Interesse des Schweizer Psychologen Jean Piaget (1896–1980) verstärkt auf die kognitive Entwicklung von Kindern. Er beobachtete, wie sie Saugreflexe übten, allmählich die Welt um sich herum entdeckten und notierte ihre Gespräche. Diese Forschungen waren eine wichtige Grundlage für seine einflussreichen Werke zur frühkindlichen Intelligenz und den von ihm postulierten Stufen der Entwicklung. Piaget arbeitete auch mit Alfred Binet (1857–1940) zusammen, der als einer der Erfinder des standardisierten Intelligenztests (Stanford-Binet) gilt. Binet hatte zunächst mit seinen beiden Töchtern experimentiert.

Kind in der Kiste?

Dem US-amerikanischen Psychologen B.F. Skinner (1904–1990) wurde von böswilligen Kritikern nachgesagt, dass er seine kleine Tochter Deborah angeblich für ein paar Stunden pro Tag in eine Laborkiste steckte, wie er das auch schon bei seinen Untersuchungen an Ratten und Tauben getan hatte. Damit habe er seine behavioristischen Theorien, wonach die Umwelt das Verhalten kontrolliert und formt, auch am Menschen beweisen wollen – sagen zumindest seine Verleumder. Richtig ist vielmehr, dass Skinner seine Deborah in einer sogenannten „aircrib“, einer beheizten und schallgedämpften Kinderkrippe, aufwachsen ließ. In diesem kleinen, gut gewärmten „Babyraum“ konnte sich Deborah ohne zu frieren nackt aufhalten. Die „aircrib“ sollte nicht zuletzt den Verbrauch von Kleidung und Bettzeug minimieren. 1945 berichtete das „Ladies’ Home Journal“ unter dem Titel „Baby in a box“ über die Kinderkrippe – und hatte damit die Verwechslung der „Skinner-Box“ mit der „aircrib“ in die Welt gesetzt. Es wur
de kolportiert, dass seine Tochter psychotisch wurde, Selbstmord beging oder ihren Vater hasste – alles falsch. Deborah Skinner Buzan – heute eine erfolgreiche Künstlerin – muss sich nach wie vor gegen entsprechende Vorwürfe auch in neueren Publikationen wehren. Die „aircrib“ fand einige Nachahmer, erwies sich aber als zu teuer, um in Serie zu gehen.

Was ist Okkultismus?

Okkultismus ist ein recht ausgedehnter Begriff, der als magisch geltende Rituale und Praktiken umfasst wie Telekinese, Chiromantie (Handlesen), Kristallomantie, Radiästhesie (Wünschelrute), siderisches Pendel, Tischrücken, Gegenstände mit übernatürlichen Kräften (z.B. Amulette), Parapsychologie, Levitation, Telepathie, Gläserrücken, Wahrsagerei (z.B. Tarot, Glaskugel, Channeling, Alchimie) und übrige Formen der außersinnlicher Wahrnehmung. Wegen seiner Nähe zu Satanismus ist der Begriff Okkultismus heutzutage negativ behaftet. Deswegen wird heute jede Beschäftigung mit transzendenten Dingen als Esoterik bezeichnet.

Donnerstag, März 02, 2006

ADHS - ein Leiden der Kinder und ihrer Umwelt

Ungefähr zwei bis fünf Prozent der Kinder eines Jahrgangs leiden unter ADHS. Sie sind verhaltensauffällig, in der Schule häufig unaufmerksam und lassen sich sehr leicht ablenken. An neuen Aufgaben verlieren sie schnell das Interesse und bringen selten etwas zu Ende. Einige der betroffenen Kinder sind ständig in Bewegung. Sie reden viel, fallen anderen häufig ins Wort oder platzen mit einer Antwort heraus, ohne gefragt zu sein. ADHS-Kinder sind leider oft unbeliebt, denn sie haben große Probleme, sich sozial zu integrieren. Mit der Zeit gewöhnen sie sich daran, der Störenfried oder das Schusselchen zu sein.
Die Krankheit belastet auch die Kinder selbst: Sie fühlen sich ständig kritisiert und ungerecht behandelt. Mit der klassischen Anti-Haltung treten sie nun ihrer Umwelt gegenüber. Das macht es für ADHS-Kinder schwer, Freunde zu finden.
Nicht jedes Kind offenbart die gleichen ADHS-Symptome. Mädchen zeigen vielfach nur ein Aufmerksamkeitsdefizit („Träumerchen“), während Jungen häufiger zusätzlich hyperaktiv sind.
Meist denkt man nur an Kinder, wenn von ADHS die Rede ist. Jedoch leiden mindestens 20 Prozent der Betroffenen ihr ganzes Leben unter den Beschwerden. Erwachsene Patienten haben gelernt, ihre Symptome zu überspielen. Dennoch bleibt die Krankheit ein Problem. Es kostet diese Menschen überdurchschnittlich viel Kraft, bei der Sache zu bleiben und sich zu konzentrieren.
Ursachen von ADHS
Was passiert bei ADHS? Die Wissenschaft spricht von einer Fehlregulation des Dopaminstoffwechsels im Gehirn. Dopamin ist ein Botenstoff zwischen bestimmten Nervenzellen. Normalerweise schüttet die erste Nervenzelle den Botenstoff aus, um ein Signal an die Nächste weiter zu geben. Das Dopamin bindet an die Zielzelle und aktiviert sie dadurch. Bei ADHS wird das Dopamin jedoch von der ersten Zelle so schnell wieder aufgenommen, dass an der zweiten Nervenzelle kaum noch Botenstoff ankommt. Die Nervenreize werden deshalb nicht richtig weitergeleitet und es kommt zu Fehlsteuerungen im Gehirn. Besonders Motorik und Aufmerksamkeit sind davon betroffen.
Es ist jedoch noch nicht geklärt, ob der gestörte Dopaminstoffwechsel die einzige Ursache von ADHS ist. Eine Hyperaktivität wird eher durch verstärkte Weiterleitung von Nervenreizen bewirkt. Dies kann nicht hinreichend durch einen gestörten Dopaminstoffwechsel erklärt werden. Weitere Ursachen sind durchaus anzunehmen.
Auffällig ist, dass Beschwerden, die durch einen Magnesiummangel verursacht werden, den ADHS-Symptomen sehr ähnlich sind:
* Konzentrationsschwäche
* leichte Erregbarkeit
* Nervosität
* Unruhe
* Kopfschmerzen
* Schlafstörungen
* und Bauchschmerzen

können in beiden Fällen auftreten.
20 bis 25 Prozent der ADHS-Patienten leiden an Angststörungen, zu zehn bis 40 Prozent treten Depressionen auf und 30 Prozent der Betroffenen haben so genannte „Tic-Störungen“ - ein unkontrolliertes Zucken von Muskeln (z.B. im Gesicht). Was viele nicht wissen: All das sind ebenfalls Anzeichen eines Magnesiummangels.
Behandlung von ADHS
Die klassische Behandlung von ADHS erfolgt mit dem Wirkstoff Methylphenidat, der zu den Psychostimulantien zählt und dem Betäubungsmittelgesetz unterliegt. Die Experten sind sich einig, dass Methylphenidat nur nach sorgfältiger Diagnose und eingebettet in ein umfassendes Behandlungskonzept angewendet werden sollte. Da es auch eine Reihe von Nebenwirkungen verursachen kann, darunter viele, die die eigentliche ADHS-Symptomatik ausmachen: Schlafstörung, Reizbarkeit, Kopfschmerzen, Schwindel, Unruhe, Übererregbarkeit aber auch Aggressivität sind keine Seltenheit.

Mittwoch, März 01, 2006

Tarski und Carnap on Logical Truth

What Is Genuine Logic? Consequences for Modal Logic
Modal logics are not genuine logics, but systems of extralogical analytical postulates or rules about the intensional sentence operator $\Box$. (It should be clear that this classification of modal logics as not genuine logics but as systems of analytical principles does in no way diminish their philosophical importance - but it avoids several confusions about the question "what is the right modal logic?". The hidden semantical parameter in modal logics is the entire Kripke frame $\langle W,R \rangle$. We have to view this frame as the variable extensional interpretation of the modal operator $\Box$: $I(\Box$ = $\langle W,R \rangle$. Modal logics are sets of modal formulas which are true for certain classes of frames from which the interpretations of $\Box$ are taken (e.g. all universal frames, which gives S5, etc.). The metalogical principles characterizing certain frame classes are extralogical meaning postulates.
How would a genuine modal logic look like? It should have a fixed frame $\langle W,R \rangle$. Naturally, $W$ should be the set of all logically possible words, and $R$ be the universal relation on $W$. Indeed - this is nothing but Carnap's original conception of modal logic (1947, pp. 173ff; and 1946, system MFL). It is an historical error to think that Carnap's modal logic was S5. Only in the propositional part of his paper (1946, system MPL) Carnap deviates from his original idea and introduces closure under substitution to arrive at a system equivalent with the Lewis system S5. But modal logic according to his original idea is much stronger than S5. In the genuine Carnapian modal logic it holds that $\Box A$ is logically true if and only if $A$ itself is logically true, for arbitrary formulas $A$ (1947, p. 174; convention 39-1). Thus, e.g., for every atomic variable $p$, $\Diamond p$ is logically true and $\Box p$ is logically false - moreover, every completely modalized
sentence
will be L-determined. Carnap's genuine modal logic has very unusual properties - for instance, it is not closed under substitution for propositional variables, and its rules are nonmonotonic.