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1999 gründete Doris Wolf in
ihrer Galerie das IkebanaStudio 19. Es veranstaltet Ausstellungen
und Kurse für Anfänger und Fortgeschrittene nach dem
Sogetsu-Curriculum. Die Kurse finden meistens
monatlich in der StudioGalerie statt.
Es können Zertifikate und Diplome der Sogetsu
Foundation, Tokyo erworben werden. Bisher haben drei Damen
Lehrerdiplome erhalten. |




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Doris Wolf (Ko En)
mit ihren Arrangements
im
Kulturaum
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Doris
Wolf (Ko En)
Schon als Jugendliche lernte Doris
Wolf das Gestalten mit Blumen kennen und lieben.
Ihre Mutter, Hilde Wolf (Ro Han) besuchte
Ikebana-Seminare im In- und Ausland, an denen - vor 30 Jahren - auch die Tochter teilnahm.
In erster Linie begeistert Ko En
die Verbindung zur Natur. "Im Beobachten der Jahreszeiten,
des Werdens, Reifens und Vergehens sehe ich ein Spiegelbild des
Lebens. Das 'Ikebana-Auge' öffnet den Blick sowohl für
größere Zusammenhänge als auch für Details,"
sagt sie. Ähnliche Gedanken ("Achtsamkeit") finden
sich im Zen-Buddhismus, zu dem der Blumenweg (Kado) zählt.
"An der Sogetsu Schule schätze ich die Möglichkeit
zur Entfaltung der Kreativität und die Freiheit der Gestaltung,
ohne von Vorbildern abhängig zu sein. Das entspricht meiner
Lebenseinstellung am besten. Dazu gehört auch die Freude
am Suchen und Finden von Material, besonders in der Natur, um
es künstlerisch zur Geltung zu bringen." Diplomierte
Ikebana-Lehrer der Sogetsu Foundation erhalten als Auszeichnung
japanische Namen, die symbolisch zu deuten sind. Ko En wird als
"roter Park" übersetzt, Ro Han bedeutet "Tau
am Wiesenrain".
Kurzbiographie
1961 in Wien geboren
1979 Befähigungsprüfung für Arbeitslehrerinnen
1982 Lehrabschlußprüfung Florist
1987 Gründung der StudioGalerie
Ikebana
1980 Ikenobo - drei Zertifikate
1986 Sogetsu - vier Zertifikate
1990 Sogetsu - 4. Lehrdiplom, Sogetsu Teacher's Association,
Tokyo
Unterrichtet seit 1997 in der StudioGalerie Ikebana
1999 Gründung des IkebanaStudio 19
1999 Sogetsu - 3. Lehrdiplom, Sogetsu Teacher's Association,
Tokyo
Studium u.a. bei Shusui Pointner-Komoda
- Ikenobo (1978-79), Paul Wegener - Sogetsu (1986), Hanna Faber
- Sogetsu (1988), Koka Fukushima - Sogetsu (1997), Ayako Graefe
- Sogetsu (1998), Akane Teshigahara - Sogetsu (2004), Maeda Sanae - Sogetsu
(2006), Takako Martin - Sogetsu (2008), Atsuko Bersma - Sogetsu (2008) -
Akihiro Kasuya -
Ichiyo (2009)
Ikebana International
Mitglied (seit 1984)
Gründungsmitglied des I.I. Chapter Vienna (1985)
Vorstandsmitglied (seit 1985/86)
Zusammenarbeit mit Hanna Faber, Köln (1988-2001)
und Ayako Graefe, München (1999, 2000 und 2005)
Komitee - Demonstration Toshiko Oki, Tokyo (1994)
Präsidentin von Chapter Vienna 223 (2000/01 - 2001/02 und
2004/05 - 2005/06)
Ausstellungen (Auswahl)
Ikebana International: zahlreiche
Beteiligungen im In - und Ausland (seit 1984),
2009 in der Wiener
Hofburg, 2010 Bad Vöslau
In der StudioGalerie Ikebana-Arrangements
zu ausgestellten Kunst-Objekten
Gemeinsam mit Hilde Wolf Ro Han
in Wien: Teehaus im Setagaya-Park (1994), StudioGalerie (1996,
1997, 1998)
IkebanaStudio 19 (Planung und Leitung) Teehaus
im Setagaya-Park (1999, 2001, 2002, 2004,
2007, 2009)
Welser Messe "Blühendes Österreich" (2002), StudioGalerie (2003, 2007), Schauraum für Angewandte Kunst,
Wien 7 (2004), Galerie
am Schlossberg in Würnitz (2006), StudioGalerie und
KulturQuartier (2006), Bezirksmuseum Währing (2010,
2011), KulturQuartier
2011
Universitäts-Campus Wien (1998,
2000), Atelier Christian Kvasnicka (1999), Galerie Manik, Wien
1 (2000), Schauraum für Angewandte Kunst,
Wien 7 (2001), Schottenstift
(2002)
Beteiligung als Gast bei anderen
Ikebana-Gruppen: Ikebana 20 (1997, 1998), Ikebanagruppe Floridsdorf
(2000), Sogetsu Graz (2000)
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Doris Wolf (Ko En),
Hilde Wolf (Ro Han) und
Mag. Andrea Illner (Kashin)
bei einer Ausstellung im
Teehaus des Setagaya-Parks
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Moribana von Doris Wolf
(Ko En)
Nageire von Doris Wolf
(Ko En)
Jiyubana von Doris Wolf
(Ko En)
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Ikebana - die
japanische Kunst, Blumen zu arrangieren
Hana bedeutet Blume, auch Pflanze
oder Zweig. Ikeru meint das Arrangieren, mit dem der abgeschnittenen
Pflanze neues Leben geschenkt wird. Jede/r kann überall
mit jedem Material Ikebana gestalten. Wer Interesse, ein wenig
Zeit und Geschick hat, ist in der Lage, effektvolle Arrangements
herzustellen. Allerdings ist es nötig, die Grundlagen (Technik,
Linienführung...) zu erlernen, bevor man seiner Kreativität
freien Lauf lässt.
Ikebana zu gestalten, ist mehr,
als Blumen dekorativ anzuordnen. Auf den ersten Blick unterscheidet
es sich von anderen Arten des Steckens durch die asymmetrische
Form und den "Raum für die Gedanken". Freiräume
sind ein wichtiges Gestaltungselement. Gefühl für die
Harmonie der Materialien, Farben, Formen und Gefäße
ist entscheidend. Als Teil der japanischen Kultur hat Ikebana
die gleiche ästhetische Basis und Geschichte wie andere
traditionelle Künste, z.B. Teezeremonie, Bogenschießen,
(Tempel-)Architektur, Wohnstil oder Gartenkunst.
Der Ursprung von Ikebana wird im
Spirituellen gesehen, im naturverbundenen Shintoismus - seit
dem 4. Jh. Nationalreligion - und im aus Indien stammenden Buddhismus,
der im 6. Jh. über China und Korea nach Japan kam. Beide
Religionen pflegten die Sitte des Blumenopfers, das im Lauf der
Jahrhunderte in Japan die kunstvollsten Formen annahm. Nach der
Überlieferung der - bis heute bestehenden - Ikenobo-Schule,
wurde diese mit der Einführung des Buddhismus von einem
Mönch der "Klause am stillen Teich" in Kyoto gegründet.
Ein auf festen Regeln beruhender Ikebana-Stil (Tatebana) ist
im 15. Jh. im feudalen Umfeld nachweisbar. Damals wollten die
Samurai ihre Paläste mit Blumenarrangements zieren, die
sich immer repräsentativer entfalteten. Als Gegentrend entwickelte
sich das Chabana als schlichter Ikebana-Stil für die Räume
der Teezeremonie. Als im 18. Jh. viele Bürger zu Wohlstand
gelangten, entstand - neben Kunstarten wie Holzschnitt, Haiku-Dichtung
oder Kabuki-Theater - eine neue Ikebana-Form: Seika als elegantes
Vasen-Arrangement. Im 19. Jh. fand die wechselseitige Beeinflussung
von westlicher und fernöstlicher Kultur im Moribana sichtbaren
Ausdruck. An der Wende zum 20. Jh. entstand eine Fülle neuer
Ikebanaschulen. Die Erfindung des Bildhauers und Ikebanameisters
Unshin Ohara (1861 - 1916) galt damals als revolutionär:
Er arrangierte kurz geschnittene Blumen in flachen Schalen und
nannte den Stil Moribana.
1927 gründete Sofu Teshigahara
(1900 - 1979) die Sogetsu School. Im Kontakt mit der künstlerischen
Avantgarde entstanden bahnbrechend neue Formen. Bekannt ist die
Sogetsu School u.a. durch die Einführung nonfloralen Materials.
Sie versteht ein modernes Ikebana-Kunstwerk als Einheit von Pflanze,
Gefäß, Mensch, Raum und Licht. Entsprechend der Individualität
und Kreativität der einzelnen Menschen ermutigt diese Schule
die Studierenden, im Ikebana ihrer Persönlichkeit Ausdruck
zu verleihen. Ikebana, so die Sogetsu-Philosophie, sollte in
allen Ländern Teil des Lebensstils sein und nicht länger
als exklusiver Teil der japanischen Kultur betrachtet werden.
Dementsprechend gibt es einen weltweiten Lehrplan, nach dem die
Grundbegriffe von autorisierten Lehrern der Sogetsu Foundation
vermittelt werden. Im IkebanaStudio 19 unterrichtet Doris Wolf
(Ko En) nach diesem Lehrplan und vergibt Zertifikate und Lehrerdiplome.
Die Stile der Sogetsu-School sind:
Moribana ("aufgehäufte
Blumen"), Schalengesteck aus Zweigen und Blumen mit Hilfe
eines Kenzan (Blumenigel). Die flachen Gefäße, meist
aus Keramik, können rund, oval, eckig oder unregelmäßig
geformt sein. Wichtig ist ein ebener Boden, um den Kenzan an
jeder Stelle positionieren zu können.
Nageire ("Einwurfgesteck"),
Vasenarrangement aus Zweigen und Blumen mit Hilfe von Kome =
Kubari (Holzstäbe). Geeignet sind Vasen, Krüge, Flaschen,
Becher... mit nicht zu enger Öffnung.
Jiyubana ("freier Stil"),
Arrangement ohne feste Gestaltungsregeln. Im Curriculum der Sogetsu
School sind etwa 40 Themen vorgegeben, z.B. "Linien",
"Masse", "ohne Kenzan"... Kreativität
und Persönlichkeit des Künstlers / der Künstlerin
stehen im Vordergrund. Nicht nur frische Blumen, sondern auch
getrocknetes und nonflorales Material werden verwendet.
Bei den Schulformen (Moribana,
Nageire) ordnet man Blumen und Zweige meist in drei Hauptlinien
an, die in bestimmten Winkeln und Proportionen zueinander stehen.
Ihre Länge hängt von der Größe des Gefäßes
ab. Sie heißen:
* Shin (Erste Hauptlinie, "Wahrheit",
auch als "Himmel" gedeutet)
* Soe (Zweite Hauptlinie, "Zugabe", auch als "Mensch"
gedeutet)
* Hikae (Dritte Hauptlinie, "Zurückhaltung", auch
als "Erde"gedeutet).
Jushi - Nebenlinien oder "Begleiter"
- können in verschiedener Anzahl und Höhe (immer kleiner
als die Hauptlinien) beigegeben werden.
Literatur: Ayako Graefe:
Das IkebanaBuch. Stuttgart 1982; Franziska Ehmcke: Faszination
Ikebana. Kulturgeschichte der japanische Blumenkunst. Köln
1996 |
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