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Made in Japan

"Made in Japan 2009" eine zweitägige Convention fand Anfang Juli in Wiener Neustadt statt. Veranstaltungsort war der Sparkassensaal, ein Ort mit wechselvoller Geschichte: 1666 als Jesuitenkolleg und Gymnasium mit der Kirche zum hl. Leopold errichtet, im Zuge der Josephinischen Reformen aufgehoben. von 1789 bis Mitte des 19. Jahrhunderts fand die Kirche Verwendung als Textilfabrik, danach zog die Bezirkshauptmannschaft in den weitläufigen Komplex ein. 1892 kaufte die Wiener Neustädter Sparkasse die ehemalige Ordensniederlassung. Im 50. Regierungsjahr Kaiser Franz Josefs, 1898, erstrahlte das frühere Gotteshaus als Festsaal in neobarockem Glanz. An Stelle des Altarbildes zeigt ein großformatiges Gemälde vor der Bühne den Monarchen, der Huldigungen entgegennimmt. Prächtige Kristallluster und Logen auf den Galerien erinnern an Theater-Architektur.

 

 

Auf den ersten Blick meint man, der Kontrast zur "Made in Japan" Jugend-Messe könnte nicht größer sein, doch dieser täuscht. Mit den Schwerpunkten Anime/Manga, Cosplay und Bühnendarbietungen wurde die Veranstaltung zum Treffpunkt für Hunderte Fans der von Japan inspirierten Jugendszene. Anime, Kurzbezeichnung für Animationsfilme, sind ein fester Bestandteil der populären japanischen Kultur. Die erfolgreichsten Kinofilme (u.a. Pokémon) waren Zeichentrickfilme. Jährlich kommen bis zu 200 neue Serien auf den Markt. Manga ist die japanische Bezeichnung für Comics, in einer speziellen Darstellungs- und Anordnungsweise der Bilder. Die ältesten bekannten Vorläufer sind Zeichnungen und Karikaturen aus dem frühen 8. Jahrhundert. Ab dem späten 17. Jahrhundert entstanden Ukiyo-e genannte Holzschnittbilder, des Alltagslebens, die massenhafte Verbreitung fanden. Der Ukiyo-e-Meister Katsushika Hokusai (1760–1849) machte den Begriff Manga populär. Seine Skizzen füllen 15 Bände. Moderne Manga-Figuren, wie die 1969 entstandene blaue Roboterkatze Doraemon, zieren öffentliche Verkehrsmittel, Flugzeuge und sogar Warnschilder. Manga sind eine der Hauptsäulen des japanischen Verlagswesens, 2002 machten sie 38,1 % aller Drucksachen aus, Die Gesamtauflage der Manga-Magazine und Taschenbücher betrug 1,38 Milliarden Exemplare (2004), wobei die Startauflagen zwischen 300.000 und 2,6 Millionen Stück liegen. Der Verkleidungstrend Cosplay kam in den 1990er-Jahren mit dem Manga- und Anime-Boom in die USA und nach Europa.

 

 

Beim Cosplay stellt der Teilnehmer eine Figur - meist aus einem Anime oder Manga - durch  Kostüm und Verhalten möglichst originalgetreu dar. Die - meist 15- bis 25-jährigen Darsteller betreiben Cosplay überwiegend zum eigenen Vergnügen und für Wettbewerbe auf Anime-Conventions. Dabei wird ein Stück zum Besten gegeben, ein Lied oder ein Monolog dargeboten. Gruppen führen einen Sketch, einen Showkampf oder ein Ballett auf.

 

 

 Dennoch war den Veranstaltern wichtig, auch die traditionellen Künste zu präsentieren. So fanden in den Logen Go-Spiel, Teespezialitäten, Origami und Ikebana Raum und Publikum. Die Blumenkunst war durch das IkebanaStudio 19 Doris Wolf vertreten. Ko En präsentierte ca. 20 Arrangements nach dem neuen Curriculum der Sogetsu-School, Tokyo.