Das erfrorene Vögelchen

 

Lag ein graugelb Vögelein über dem weißen Schnee,
fest geschlossen die Augen klein, Beinchen in die Höh'.

Sprangen lustig vom Dorf herbei Kinder mit ihrem Hund,
standen auf einmal still die Drei, vor dem Vogel im Grund.

Hob das Mädchen ihn auf vom Schnee, traurig das Köpfchen hing,
taten den beiden das Herzchen weh, sprachen: "Das arme Ding !"

Fand schon lange kein Körnchen mehr, alles so dick verschneit.
Wenn's zu uns doch gekommen wär', hätten ihm gerne gestreut.

Trugen sie's langsam zum Garten fort, machten sich da sein Grab,
an dem allerstillsten Ort, den es nur irgend gab.

Aus dem Schnee ragt ein Hüglein frei, drüber ein Zweiglein gut.
Piepen zwei kleine Vögel dabei, wissen nicht, wer da ruht.

     

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