Vom kranken Mond

 

"Guten Abend, Herr Mond, ja was ist denn das ?
Sie sind ja heute ganz mager und blaß !
Eine Woche lang hab' ich sie nicht geseh'n,
ist ihnen vielleicht gar etwas gescheh'n ?"

"Ja freilich," sagt der Herr Mond "mir war
schon vor zwei Wochen so sonderbar.
Ich weiß nicht woher das war gekommen,
tagtäglich habe ich abgenommen.
Zuletzt hab' ich mich ins Bett gelegt,
mit zwei Wolken war ich gut zugedeckt,
in der Nacht, da konnte ich nicht spazieren,
ich mußte schwitzen und mich kurieren."

"Das tut mir recht leid," sagt da das Kind,
"Gottlob, daß sie jetzt wieder wohler sind.
Nun heiß es fleißig essen und trinken,
viel Sternenwein und Himmelsschinken."

Der Mond, der hat es auch so gemacht,
da nahm er zu in jeder Nacht,
schon nach acht Tagen war er gesund
und wieder dick und kugelrund.

     

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