Zwergwanderschaft

 

Es geht ein Männlein am Morgen aus,
wagt sich gar keck in die Welt hinaus.
Vorsichtig tappt es durchs zarte Moos.
Die Glockenblume, wie ist die groß !
Unterm Pilzdach hält es ein Weilchen Rast,
vor einer Spinne flieht es mit Hast.
Mit Zittern schleicht es vorbei am Stein,
wo die Eidechs' liegt im Sonnenschein.
Von einer Erdbeer', schön reif und rot,
ißt es ein Zwölftel als Mittagsbrot.
Moosbecher winkt ihm mit Tau gefüllt,
da hat es reichlich den Durst gestillt.
Wie die Sonne sinkt und es Abend wird,
im Heidekraut hat es sich verirrt.
Er kennt die Wege, die Stege nicht -
da schimmert vor ihm grüngold'nes Licht.
Glühwürmchen ist es: "Glühwürmchen hier
ist ein Verirrter, komm leuchte mir !"
Glühwürmchen freundlich fliegt ihm voraus
und zeigt ihm richtig zurück ins Haus.
Wo Tannenwurzel sich knorrig streckt,
da liegt ein Häuschen, ist ganz versteckt.
"Danke schön !" sagt's Männlein und schlüpft hinein.
Das macht ein winziges Zwergelein.

     

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