Stille


Unsere Zeit fürchtet die Stille:

Vielleicht, weil sie Stimmen wachruft,

die man nicht hören will.

Berieselung durch minderwertige Musik,

und zwar möglichst laute, ist wie Opium.

Sie löscht das Individuum aus

und schwemmt es

in ein großes konturenloses Kollektiv des Geistes.

Wir haben es verlernt,

geduldig dem Wind zuzuhören,

den Vögeln oder ganz einfach

den köstlichen belebenden Lauten der Stille.

Und wir vermeiden es anscheinend,

in eben jener Stille

dem eigenen Ich zu begegnen!