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Zu
Gast bei Habichtkäuzchen (EGS)
Mit großen, schwarzen Augen
beobachtete er uns. Immer wieder ein
kurzer, kokettierender Augenaufschlag.
Aufgeplusterte, weiße Federn,
die zeigten, hier bin ich zu Hause
und das da unten sind meine Mäuse,
mein Futter. Mit seinem scharfen Schnabel
machte er immer wieder Klappgeräusche,
so als wollte er mitreden und seine
Geschichte erzählen. Wir hatten
die Ehre einen Habichtkauz und seine
Gefährten zu beobachten oder
war es nicht eher so, dass er uns
beobachtete?
Am 18.10.2006 machten wir einen Ausflug
zum EGS Österreich. EGS steht
für Eulen- und Greifvögel-Station,
in Haringsee und ist eine wichtige
Auffang- und Pflege-Station für
un-zählige Eulen und Greifvögel-Arten.Das
Ziel
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| der Station ist die Aufzucht
von Nest- und Findlingen, die Pflege von beschlag-nahmten
und widerrechtlich gehaltenen Greifvögeln
und die Wiederansiedelung von seltenen Eulen
und Greifvögel-Arten. |
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Zur Geschichte
der Station
Die Station wurde vor 30 Jahren von Dr.
Frey, einem Veterinärmediziner an der
Universität Wien gegründet. Da
die räumlichen Möglichkeiten an
der Universität Wien schon sehr begrenzt
waren, hat Dr. Frey in einer Privatinitiative
diese Station für Greifvögel eingerichtet.
Aber schon bald kam es zur Zusammenarbeit
mit WWF und anderen Naturschutzprojekten.
Eines der bekanntesten, ist unter anderem
das Bartgeier-Naturschutzprojekt, die Wiederansiedelung
von Bartgeiern in dem Nationalpark Hohe
Tauern.
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Herr Hofbauer-Höfer, der Geschäftsführer
des Vereins EGS, nahm sich an diesem Nachmittag
viel Zeit für uns und führte uns
durch die Station. Wir sahen neben Habichtkäuzchen
und Uhus, Wespenbussarde, Steinadler, Wanderfalken,
Würgfalken, See- und Steinadler und
auch eine Weiße Krähe war vertreten.
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Wespenbussard
- ein Zugvogel
Es war für uns ein einmaliges Erlebnis
diese seltenen Vögel zu sehen, zu beob-achten
und Ihre Geschichte zu erfahren. Der Wespenbussard,
zum Beispiel, ist als Jungtier in die Station
gekommen. Er ist ein Zugvogel, da er aber
nie die Möglichkeit hatte mit Artgenossen
in der freien Wildbahn aufzuwachsen, hat er
nie gelernt, seine Route in den Süden
zu fliegen und würde den Winter hier
in der freien Wildbahn nicht überleben.
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Steinadler
auf Brautschau
Ein menschenfreundlicher Steinadler war ein
weiteres Highlight unseres Besuchs. Der Steinadler
wurde widerrechtlich gehalten und beschlagnahmt.
Er kam als Jungtier in die Station. Mittlerweile
ist er ausgewachsen und auf Brautschau. Da
es aber kein passendes Weibchen gibt, würde
er sich auch mit Menschen begnügen. Und
hier ist die Besonderheit, wenn sich der Steinadler
auf einen Menschen besonders fixiert, dann
verteidigt er dessen Revier und kein anderer
Stationsbetreuer darf mehr ins Gehege. Deswegen
wechseln sich die Betreuer immer ab, damit
er sich ja nicht in einen von Ihnen "verliebt".
Auch als wir zu seinem Gehege kamen, kam er
bis zum Gehegerand, mit scharfen Blick gustierte
er uns und wollte wohl fragen "Bist Du
mein zukünftiger Partner?". |
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Bartgeier
Ein großes Projekt des EGS ist wie gesagt,
die Wiederansiedelung von Bart-geiern. Daher
war eine große Anzahl dieser mächtigen
und farblich einmaligen Greifvögel vertreten.
Besonders verwundert waren wir, als wir einen
lebenden und recht gut genährten Hasen
im Gehege von Bartgeiern sahen. Dieser schwarz-weiß-gefleckte
Hase fristet - nicht wie erwartet - seine
letzten Tage, denn Bartgeier ernähren
sich nur von Aas und Knochen und so lebt dieser
Hase frisch und fröhlich in diesem Gehege.
Für den Nestbau wird fleißig Baumwolle
bereitgestellt und jeder Jungvogel wälzt
sich in einem Stein/Sand-Gemisch und bekommt
somit diese eigenwillige, orangene Farbe.
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| Es war beeindruckend zu sehen,
mit welchen Bemühungen und Einsatz diese
Station versucht, nicht nur zu überleben,
sondern auch erfolgreich Eulen und Greifvögel
wieder in freier Wildbahn anzusiedeln und
so diesen einzigartigen Vögeln wieder
eine Chance für die Zukunft und Arterhaltung
zu geben.
Die Vorstellung, dass diese mächtigen
Greifvögel - wie zum Beispiel ein Stein-adler
mit einer Flügelspannweite von über
1 Meter oder ein Bartgeier mit seinem einmaligen
Gefieder - einmal in der freien Wildbahn
ohne Gehege, ohne Grenzen und in endloser
Freiheit fliegt, gibt uns Hoffnung, dass
die Natur über die Dummheit des Menschen
siegt.
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