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Auwald entdecken, lernen und erleben !

Am Samstag, 09.Juni 2007 haben wir bei einem sehr lehrreichen Spaziergang mit dem Waldpädagogen, Hrn. Ing. Müller den Felixdorfer Auwald erkundet und viel, viel Neues dazugelernt ...
Hr. Ing. Müller hat schon öfters mit den Felixdorfer Volksschulkinder, Ausflüge durch den Auwald gemacht. Aber auch für Erwachsene, gab es diesmal die Möglichkeit zu erfahren, welcher einmaliger Lebensraum "gleich ums Eck" zu finden ist.

 

Baumbestand des Auwaldes
Von der Waldzeile ging es los und gleich beim Eingang in den Felixdorfer Auwald, waren wir umgeben von Schwarzkiefern und Hybrid-pappeln.
Als wir weiter den Weg entlang gingen und uns dem Weiher näherten, änderte sich der Baumbestand und wurde von Eschen, Erlen, Wildkirschen und im feuchteren Bodenbereich um den Weiher, durch Weiden abgelöst. Wir waren nicht wenig verwundert, dass es auch Wildkirschen im Auwald gibt und überrascht

 
über die einfache Unterscheidung zwischen Kirsche- und Weichselbaum: die Baumrinde einer Weichsel ist mit durchgehenden Ringen versehen. Die Baumrinde einer Kirsche hat eine unterbrochene Ringung. Neben der Unterscheidung der Bäume durch Blattwerk und Rinde, haben wir auch Wissenswertes zu Altbäumen und deren Geschichte erfahren ...

 

Wissenswertes zu Altbäumen
Alte Baumbestände, stehende Totbäume sind sehr wichtig für den Wald. Hier findet zum Beispiel, der Specht, Insekten und Käfer. Diese Bestände sollten nicht will-kürlich gerodet werden. Eine Rodung ist nur dann notwendig, wenn eine Umsturz-gefahr und damit eine Gefährdung des Weges besteht. Auch hier kann ein Wald-pädagoge gezielt Auskunft geben und beraten.

Es war schön zu wissen, dass es einen schönen Altbaumbestand im Felixdorfer Auwald gibt, über den sich so mancher Specht freut. Aber keine Gefährdung des Weges besteht und daher keine Rodung notwendig ist. Neben den stehenden Totbäumen, bieten auch Pappeln, Eichen und lianenartige Efeu-Wucherungen den meisten Lebensraum für Tiere. Vögel finden hier ihre Nistplätze, Insekten als Futter und Versteckmöglichkeiten für Feinde (z.B. Falke).
Sollte dann ein Baum altersbedingt oder durch einen Sturm doch umgestürzt sein, so kommt Licht in den Wald - eine kleine Lichtoase für neuen Lebensraum ent-steht. Auch zu der Frage, ob die auf einen Platz gesammelten, alten Holzzweige gut oder schlecht sind, bekamen wir Auskunft: Die Stapelung des Holzes ist sinnvoll, da so der Waldboden frei ist für neue Keimlinge und es bietet wieder Lebensraum für Igel, Schlangen und manchmal sogar für Smaragdeidechsen. Die Gefahr, dass man auch Schädlinge, wie den Borkenkäfer züchtet, ist nicht gegeben, denn dieser bevorzugt junges, frisch geschnittenes Holz.

Tiere und Insekten
Neben den Bäumen, hat uns Hr. Ing. Müller auch Wissenswertes über die Tiere im Wald erzählt ...

Spechte
Jeder Baum beheimatet verschiedene Insekten, manche sind auch in unterschied-lichen Baumhöhen angesiedelt und die wiederum werden nur von bestimmten Spechtarten gegessen. So sucht der Schwarzspecht vorrangig nach Ameisen, die eher im unteren Bereich des Baumes angesiedelt sind. Der Grau- und Grünspecht teilen sich den mittleren Bereich des Baumstamms und der Buntspecht ist nur im oberen Baumbereich zu finden.

Ehemalige Spechtlöcher werden dann später als Nistplatz von Hornissen, Turtel-tauben oder Starre genutzt.

Fledermäuse
Fledermäuse sind ganz intelligente und soziale Tiere..
Sie können durch eine Sameneinlagerung, selbst entscheiden, wann sie Ihre Jungen zur Welt bekommen und so den Nachwuchs abhängig von verfügbaren Futterangebot machen.Ist dann der Nachwuchs da, gibt es in hohlen Baumstümpfen Kindergärten mit 3-4 Kindergärtnerinnen, die auf die jungen Fledermäuse aufpassen. Die Fledermaus-Mütter jagen 3500 - 5000 Insekten pro Nacht und füttern auch die Kindergärtnerinnen.

A propos, zurzeit findet eine Ausstellung zu Fledermäusen im Schloss Ebenfurth statt.;-).

Insekten
Einige Insekten, die man im Wald entdecken kann, sind Gespinstmotten, die einen Strauch komplett einspinnen können. Umformungen von Blättern durch Wespeneier und kleine Helfer wie zum Beispiel die Skorpionsfliege, die vor allem Forstschädlinge minimiert.

 

Kulinarik im Auwald
Kurz vor Mittag, war dann auch noch der Speiseplan ein Thema ... ;-)

Sehr zu unserer Überraschung gab es auch so einiges Essbares im Auwald zu finden:

  • Eine Knoblauchrauke, wo vor allem die frischen Blätter sehr intensiv nach Knoblauch riechen
  • Brennesselblätter, die gleich vor Ort verspeist werden können
  • Schmackhafte Lindenbaumblätter und
  • frische Schwarzameisen mit einem zitronenartigen Aroma
 
Conclusio
Diese Waldführung war im wahrsten Sinne ein Ausflug zum Beobachten, Entdecken, Lernen und Erleben. Von der Unterscheidung der Baumarten, Entdeckung von der hier lebenden Tieren und Insekten, bis zu den Folgeschäden durch den Eingriff des Menschen.

Eine enorme Wissensbereicherung, die uns den Wald als Lebensraum noch näher gebracht hat. Aber auch unser Auge auf kleine Besonderheiten gerichtet hat, die man normalerweise übersieht, die aber fast schon an Elfen und Kobolde glauben lässt ;-).

Eine beeindruckende Führung - vielen Dank !

 
   
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